UKRAINE AKTUELL Nr. 973 (23.10.24 / 22Uhr)

  • «Make Russia small again»
  • Bereits 3’000 Nordkoreaner präsent
  • Wie Russland Nordkorea hilft
  • Ukraine hat viel mehr Granaten
  • Drohnenarmee-Chef gefeuert
  • Putin stellt BRICS-Banknote vor
  • USA-Absage an NATO-Beitritt
  • «Wahlen» in Belarus angekündigt
  • Die Verwandlung Tschetscheniens

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2 PERSONEN – 2 BILDER

Putin während seiner Ansprache am BRICS-Gipfel (siehe Nachricht weiter unten) und der ukrainische Staatspräsident Volodymyr Zelenskyj bei der Ankündigung, dass die USA ein weiteres Finanzpaket von 20 Milliarden US-Dollar freigeben, welches aus den Zinsen blockierter russischer Gelder finanziert wird.

BEREITS 3’000 NORDKOREANER

Die Zahl der aktuell in Russland vorhandenen nordkoreanischen Söldner wird auf 3’000 Personen geschätzt. Das sind doppelt so viele, wie Ende der letzten Woche gemeldet wurden. Die neuen Zahlen nannten verschiedene Quellen, darunter das US-Verteidigungsministerium und Abgeordnete des südkoreanischen Parlaments.

US-Verteidigungsminister Lloyd Austin sagte in Rom, «es gibt Beweise dafür, dass sich Truppen der DVRK («Demokratische Volksrepublik Korea») in Russland befinden» und es wäre «sehr, sehr ernst», wenn die Nordkoreaner sich darauf vorbereiten würden, an der Seite Russlands in der Ukraine zu kämpfen. Dies werde von Kyiv behauptet, sagte Austin, doch es bleibe abzuwarten, was sie dort tun würden.

Nach Angaben des südkoreanischen Geheimdienstes hat Nordkorea die Entsendung von 10’000 Soldaten bis Ende Jahr nach Russland versprochen. «Es scheint, dass die Truppen nun auf mehrere Ausbildungseinrichtungen in Russland verteilt wurden und sich an die örtlichen Gegebenheiten anpassen.» Das sagte Park Sun-won, Mitglied eines südkoreanischen parlamentarischen Geheimdienstausschusses. https://www.reuters.com/world/asia-pacific/north-korea-has-sent-3000-troops-russia-ukraine-war-south-korean-lawmakers-say-2024-10-23/

In Moskau posieren nordkoreanische Offiziere in Ledermänteln in Gruppenfotos mit Passanten und freuen sich https://t.me/voynareal/101233

WAS NORDKOREA ERHÄLT

Im Gegenzug zur Lieferung von nordkoreanischen Soldaten in den russischen Fleischwolf, bittet Nordkorea Russland um Technologien für den Transport von taktischen Atom-Raketen. Das sagte Kyrylo Budanov, Chef des ukrainischen militärischen Geheimdienstes in einem Interview mit «The Economist» https://www.economist.com/europe/2024/10/22/north-korea-is-sending-thousands-of-soldiers-to-help-vladimir-putin

Gemäss Budanov unterstützt Russland Nordkorea bei der Umgehung von Sanktionen und der Stärkung seines Atomarsenals. Ihm zufolge erhält die DVRK («Demokratische Volksrepublik Korea») von Russland einige Technologien für taktische Atomwaffen mit geringer Leistung und Unterwasserraketenabschusssysteme.

MEHR ARTILLERIE FÜR UKRAINE

Zu Beginn des Jahres feuerte die russische Artillerie pro ukrainischen Artillerieschuss 7 bis 8 Schüssen. Dieses Verhältnis von 8:1 hat sich nun zu einem Verhältnis 2:1 entwickelt. Das sagte der Erste stellvertretende Verteidigungsminister der Ukraine, Generalleutnant Ihor Havryliuk.

Neben dieser Verbesserung in der Munitionsversorgung sei die Ukraine an der Entwicklung vieler neuer Waffen, insbesondere Langstrecken-Raketen.

Das ganze Interview mit einer Journalistin des ukrainischen Nachrichtensenders RBC gibt es auf Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=KcT9fHFWvmg

DROHNENARMEE-CHEF GEFEUERT

Roman Gladky ist nicht mehr Stabschef der «Unmanned Systems Forces».

Diese Position übernahm der ehemalige Kommandeur der 28. separaten mechanisierten Brigade der ukrainischen Streitkräfte, Alexei Khalabuda.

Gladky war von Anfang an umstritten, als er im August zum Chef der «Drohnenarmee» ernannt wurde. Bereits im September wurde er kaltgestellt. Zuvor war bekannt geworden, dass er eine keine Erfahrung im Umgang mit Drohnen hat, des Hochverrats und der Korruption verdächtigt wurde und seine Frau einen russischen Pass habe. Darüber hinaus wurde gemutmasst, dass auch Gladky selber über einen solchen Pass verfügt. https://t.me/rbc_news/105669

BRICS MIT EIGENER WÄHRUNG

Die in BRICS zusammengeschlossenen Länder Brasilien – Russland – Indien – China – Südafrika lancierte heute eine neue eigene Währung. Putin zeigte am aktuellen BRICS-Gipfel in der russischen Stadt Kasan (Teilrepublik Tatarstan) eine entsprechende Banknote. https://t.me/uniannet/148823

Am Treffen nehmen unter anderem die Staatschefs der Vereinigten Arabischen Emirate, Südafrikas, Chinas, Russlands, Indiens, Ägyptens, Irans teil sowie der brasilianische Aussenminister, weil der brasilianische Präsident erkrankt ist.

In seiner Eröffnungsrede sprach Putin von einer «multipolaren Weltordnung» deren Bildung «dynamisch und unumkehrbar» sei. Rund 30 Ländern würden sich für einen Anschluss an BRICS interessieren. Putin zeigte damit seinen Weg auf, mit dem er BRICS zu einer Alternative zur UNO entwickeln will.

Dem Gipfeltreffen seine Aufwartung machte auch UNO-Generalsekretär António Guterres. Er war am Morgen angereist und wird sich morgen mit Putin treffen. Es wäre das erste Treffen der beiden seit April 2022, jenem Frühling, als Russland die Ukraine überfiel. (Verschiedene Quellen).

US-ABSAGE AN NATO-BEITRITT

Julianne Smith war die letzten drei Jahre Vertreterin die USA-Botschafterin der NATO. In ihrem Abschiedsinterview mit dem amerikanischen Magazin «Politico» (Europa-Ausgabe) sagte sie unter anderem: Die USA sind derzeit nicht bereit, der Ukraine eine Einladung zum NATO-Beitritt auszusprechen, ein entscheidender Punkt im Siegesplan des ukrainischen Präsidenten Volodymyr Zelenskyj. «Das Bündnis ist noch nicht so weit, dass es bereit ist, der Ukraine eine Mitgliedschaft oder eine Einladung anzubieten», sagte Smith und fügte hinzu: «Wir wollen sie weiter an die NATO heranführen.»

Trotz der weitverbreiteten Sorge, dass Trump der NATO den Sicherheitsschirm entziehen könnte, ist Smith unbeeindruckt: «Seit 75 Jahren unterstützen US-Präsidenten aller politischen Couleur dieses Bündnis und haben sich dazu verpflichtet, innerhalb des Bündnisses eine Führungsrolle zu übernehmen», sagte Smith. «Ich bin fest davon überzeugt, dass die USA diese Rolle auch in Zukunft spielen werden, unabhängig davon, was am 5. November passiert.» https://www.politico.eu/article/us-envoy-to-nato-questions-eus-buy-local-strategy-on-weapons/

«WAHLEN» IN BELARUS ANGEKÜNDIGT

Am 26. Januar sollen in Weissrussland / Belarus Präsidentenwahlen stattfinden. Das gab der Diktator Alexander Lukaschenko bekannt und auch, dass er wiederum an diese «Wahlen» teilnehme.

Sollte die Auszählung zu seinen Gunsten erfolgen – woran schon heute keine Zweifel bestehen – wird er bis 2030 an der Spitze von Belarus bleiben.

Dort ist er seit dem 20.Juli 1994. https://t.me/uniannet/148794

DIE VERWANDLUNG TSCHETSCHENIENS

Für viele ist Tschetschenien in Erinnerung wegen Grosny und des brutalen Tschetschenkriegs und heute wegen des Clanführers Kadyrow, dem treuen Gehilfen Putins. Was dazwischen geschah, zeigt Anton Gerashchenko, Berater des ukrainischen Innenministers, in einem kurzen Beitrag. Auch als Warnung an die Ukraine.

Das einst rebellische Ichkeria, das nach Unabhängigkeit strebte, wurde zu seinem Gegenteil – Kadyrows Provinz, die dem Kreml völlig untergeordnet war.

Dieses Szenario ist nicht einzigartig und wiederholt sich oft in Imperien.

Während der beiden russisch-tschetschenischen Kriege erreichte der gegenseitige Hass ein nie da gewesenes Ausmass, und Russland verübte einen Völkermord an den Tschetschenen. Es verband die Bombardierung von Städten mit persönlichen Repressalien: Entführungen, Folter und Hinrichtungen.

Zu dieser Zeit war es unmöglich, sich Russen und Tschetschenen zusammen vorzustellen. Aber der anhaltende Terror des Angreifers erschöpfte die physischen und moralischen Ressourcen des tschetschenischen Widerstands. Der Moment kam, in dem das Opfer, das von niemandem Hilfe erhielt, bereit war, alles zu tun, um die Gewalt zu stoppen.

Dann bot Russland einen Deal an: eine schrittweise Rückkehr zur Normalität im Austausch für Unterwerfung. Zu den Methoden, die Russland dabei anwandte, gehörten selektive Amnestien für Mitglieder des Widerstands, Zusammenarbeit mit Kollaborateuren: Einige waren von den Aussichten des Kampfes enttäuscht, andere befanden sich in einer verzweifelten Lage und wieder andere wurden bestochen.

Der wichtigste Erfolg dieser Politik war der Überlauf von Kadyrow und den Brüdern Jamadajew zu Moskau. Und dann kämpften nicht mehr Russen gegen Tschetschenen, sondern Tschetschenen gegen Tschetschenen.

Dieser Trend verstärkte sich im Laufe der Zeit, immer mehr Menschen wechselten vom Widerstand zur Kollaboration. Die Verräter haben ihre ideologische Plattform aufgebaut, die in der Lage ist, der Befreiungssaga entgegenzuwirken.

Es war nichts Neues: Die Nähe zu jemandem, der stärker ist, ist profitabler und sicherer; die Beendigung des Widerstands führt zu weniger Leid und Stabilisierung, während die Fortsetzung des Widerstands zwecklos ist und mehr Leid bringt.

In Tschetschenien hat sich diese Logik der Kollaboration allmählich in eine Ideologie verwandelt, die als «Akhmat ist Macht» oder «der Weg von Akhmat-Khadzhi» bekannt ist. Etwa so: «Die Entscheidung von Achmat Kadyrow hat die tschetschenische Nation vor der Auslöschung bewahrt.»

Und es spielt jetzt keine Rolle mehr, dass die Russen die Tschetschenen auslöschten. Allein die Abschwächung des extremen Terrors wird bereits als Segen empfunden.

Putin und Kadyrow werden als Verteidiger der Tschetschenen wahrgenommen, obwohl es Putin war, der sie zuvor getötet und terrorisiert hatte.

Nach der «Rettung» begannen umfangreiche Investitionen. Russland überschwemmte das eroberte und zerstörte Tschetschenien mit Geld, um Kollaborateure zu bezahlen und Propaganda zu betreiben. Optisch zeigt sich dies vor allem in den gross angelegten Bauarbeiten. Das dem Erdboden gleichgemachte Grosny verwandelte sich allmählich in ein kaukasisches Dubai.

Den Tschetschenen wurde gesagt: «Grosny ist besser geworden als es war, Russland ist für Tschetschenien von Vorteil.» Der Widerstand gegen die russische Herrschaft und die Kadyrowiten in Tschetschenien war lang und heftig. Zu dieser Zeit lebte der Grossteil der Welt (und auch die Ukraine) ein ruhiges Leben und bekam von den Tragödien und dem Heldentum im Nordkaukasus nichts mit.

Und dieser Widerstand verschwand. Es gab keine Menschen mehr, keine Motivation und keine Aussicht auf einen weiteren Kampf. Russland machte den Kampf der Tschetschenen für ihre eigene Staatlichkeit zu einer Bedrohung für ihr Überleben.

Jetzt, da wir die Herausforderungen sehen, die Georgien durchmacht, erinnern wir uns an Itschkeria. In der Ukraine verbreitet Russland bereits jetzt die Propaganda, dass es nur eine Alternative gibt – Frieden unter russischer Herrschaft oder totale Vernichtung. Immer mehr Menschen fühlen sich verraten. https://x.com/Gerashchenko_en/status/1848441251873563052

Ältere Beiträge nach Monat

#UKRAINE AKTUELL Nr. 1678 (27.9.2026 /8 Uhr)

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• 6 Raffinerien in einer Woche attackiert
• Sergei Lawrow behauptet und fordert
• Drohungen gegen baltische Staaten
• Russen wählten Kriegsverbrecher
• 12 geheime Gefangene auf der Krim

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#UKRAINE AKTUELL Nr. 1681 (30.9.2026 /7 Uhr)

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• Spekulationen über die Südfront
• «Russland zu schwach für Angriff»
• Mehrere Rechenzentren zerstört
• Russische Nachtangriffe auf Kyiv
• Terror-Höhepunkt im November
• 20 Mio $ Kopfgeld auf «Magyar»
• Russlands Mobilisierung im Gang
• Facebook Teilnahme-Empfehlung

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#UKRAINE AKTUELL Nr. 1693 (12.10.2026 /8 Uhr)

• Yandex Ausfall hat Alltags-Folgen
• 80 russische Internetdienste reduziert
• Trump erfindet neue Waffenruhe
• Russland bombardiert Stromanlagen
• In Kyiv fehlen Strom & Wasser
• US-Wähler vertrauen Trump nicht
• US-Finanzchef kritisiert Europa
• EU gibt weitere 3 Milliarden Euro
• Offiziell keine Pest in Russland

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UKRAINE AKTUELL Nr. 1684 (3.10.2026 /8 Uhr)

• Dramatische Situation in Kyiv
• «Attacken ohne jede Hemmung»
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• Brand in Medikamentenlager
• Erfolgs-Propaganda misslungen
• Ukraine gewinnt mehr Land
• Grosses Ural-Tanklager brennt
• Japan ergreift neue Sanktionen
• Was Russinnen denken – Teil 10

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#UKRAINE AKTUELL Nr. 1683 (2.10.2026 /9 Uhr)

• Russische Gefangene beklagen sich
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• Russische Armee verliert Terrain
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#UKRAINE AKTUELL Nr. 1674 (23.9.2026 /8 Uhr)

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