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TREPPEN- UND FENSTERSTURZ
Konstantin Romodanovski (FOTO, links), ehemaliger Direktor des russischen Migrationsamtes, fiel gestern die Treppe seines Landhauses hinunter und brach sich das Genick. Der 67-Jährige ist einer von vielen russischen Führungspersönlichkeiten, die in den letzten Monaten unter meist ungeklärten Umständen ums Leben gekommen sind.
Das Neue bei Romodanovski ist der Treppensturz in seinem Ferienort auf dem Land. Die bisher zu Tode gekommenen Persönlichkeiten stürzten meist aus hohen Gebäuden aus Fenstern.
Der russische Telegram-Kanal VChK-OGPU behauptete, dass der ehemalige Geheimdienstoffizier «kompromittierendes Material über zahlreiche Politiker, Geschäftsleute und derzeitige Mitarbeiter von Agenturen [des Geheimdienstes]» besitze.
Derselbe Kanal berichtet auch über den Tod von Michail Rogatschew (FOTO rechts). Er stürzte gestern aus dem Fenster einer von ihm bewohnten Wohnung in einem Moskauer Hochhaus.
Seine Frau berichtete, dass Rogatschew am Morgen gut gelaunt gewesen sei. Dann sei er kurze Zeit ins Badezimmer gegangen. Dort habe sie ihn später vergeblich gesucht, doch anstelle ihres Mannes fand sie auf dem Fussboden verstreute handschriftliche und gedruckte Abschiedsbriefe an seine Frau. Als sie auf dem Fenster sah, entdeckte sie die Leiche ihres Mannes auf dem Boden vor dem Haus.
Rogatschew war ein ehemals führendes Mitglied der Öl-Produktionsfirma Yukos, der russischen Bank ONEXIM und des russischen Bergbauunternehmens Nornickel, welches Nickel, Palladium, Platin, Kupfer, Silber, Gold, Kobalt und andere Buntmetalle fördert. https://t.me/vchkogpu/51845
GELÄNDEGEWINNE AN DER FRONT
Die zuverlässigen Analysten von «War Mapper» berichten über mehrere Vorstösse der russischen Truppen an der russisch-ukrainischen Front.
Russische Truppen in Kursk haben erhebliche Fortschritte erzielt und sind tief in die von der Ukraine kontrollierten Gebiete eingedrungen. Infolge des schnellen Vorstosses ist nun ein grosser Sektor im Nordwesten des Einfalls umkämpft.
Russland hat seinen Vormarsch westlich von Pishchane fortgesetzt und die ukrainische Kontrolle am Ostufer des Oskil-Flusses durch die Durchtrennung der Strasse, die den Norden und Süden verbindet, in zwei Teile geteilt.
Russland ist in den Norden der Siedlung Nevs’ke vorgedrungen und hat die Kontrolle über das Gebiet sowohl im Nordosten als auch im Südosten weiter gefestigt.
Russland hat südlich der Stadt Pokrovsk weitere Fortschritte erzielt. Sie sind westlich bis nach Lysivka vorgedrungen und haben den Druck auf Selydove aus dem Norden erhöht.
Russland ist von Ukrainsk aus nach Westen vorgedrungen und hat den grössten Teil von Tsukuryne unter seine Kontrolle gebracht. Ausserdem hat es Stellungen entlang der Bahnlinie nördlich der Siedlung eingenommen.
Russland hat seine Kontrolle entlang des Kanals südlich von Chasiv Yar ausgeweitet, von wo aus es Angriffe auf die südlichen Aussenbezirke der Stadt gestartet hat.
Nach früheren Angriffen auf Petrivka hat Russland nun Stellungen südlich der Siedlung eingenommen und setzt damit die ukrainischen Streitkräfte, die das südliche Toretsk halten, weiter unter Druck. Alle Detailkarten gibt es bei War-Mapper https://x.com/War_Mapper/status/1847447978476232953
ZWEI MASSIVE ANGRIFFE
Die ukrainischen Verteidigungskräfte haben in der Nacht auf heute einen Flugplatz und eine Fabrik in der Russischen Föderation angegriffen. Das berichtet der ukrainische Generalstab.
Ein Angriff richtete sich gegen den Flugplatz Lipezk-2 in der Region Lipezk. Ziel waren dort Munitionsdepots, Lagerflächen für Kraft- und Schmierstoffe sowie Flugzeuge. Auf dem Flugplatz sind die Flugzeuge Su-34, Su-35 und MiG-31 stationiert.
Ausserdem attackierten die Verteidigungskräfte die russische Fabrik «Zavod М. Swerdlowa» in der Stadt Dserschinsk in der Region Nischnyorod in Russland. Hier werden Chemikalien für Artilleriemunition und Luftbomben produziert. Auch wurden dort sogenannte Flügel-Luftbomben gelagert.
Frankreich wird 12 zusätzliche Caesar-Selbstfahrlafetten liefern. Das sind weitreichenstarke Geschütze, die auf Lastwagen montiert und damit sehr mobil sind. Bezahlt werden die Caesars mit Erträgen aus den eingefrorenen russischen Vermögenswerten.
Über die Lieferung berichtet der französische Sender BFMTV unter Berufung auf den Verteidigungsminister Sebastien Lecornu. Dieser wird so zitiert: «Wir mobilisieren Zinsen aus eingefrorenen russischen Vermögenswerten, um militärische Ausrüstung für die Ukraine zu kaufen. Allein bis Ende 2024 hat Frankreich 300 Millionen Euro transferiert.» https://t.me/uniannet/148551
SCHWARZMEERFLOTTE IST WEG
Die Schwarzmeerflotte sei wegen unbemannter Kriegsboote der ukrainischen Streitkräfte von Sewastopol auf der Halbinsel Krim nach Feodossija und Noworossijsk verlegt worden. Das sagte Dmitri Rogosin, ein Senator aus der derzeit von Russland besetzten Region Saporischja. «Sie [die Schwarzmeerflotte] war gezwungen, ihre Registrierung grundlegend zu ändern, weil unsere grossen Schiffe einfach zu grosse Zielen für unbemannte feindliche Boote wurden», sagte Rogosin.
Rogosin kritisierte die russische Armee als «unbeholfen». Ausserdem kämpfe sie mit nicht standardgemässen Waffen und nicht standardgemässen elektronischen Abwehrmittel und sei damit nicht effizient. https://www.rbc.ru/politics/20/10/2024/6714e5d89a79471d584acf71
MOLDAWIEN HAT GEWÄHLT
Moldawien liegt zwischen der Ukraine und Rumänien. Ein Teil des Landes ist von russischen Soldaten – die sich dort «Friedenstruppen» nennen – besetzt. Aus diesem Landschaftsteil, den Moskau «Transnistrien» nennt, gibt es immer wieder Provokation in Richtung Moldawien.
Heute fanden im demokratischen Teil von Moldawien die Präsidentschaftswahl und die Abstimmung über Mitgliedschaftsverhandlungen mit der Europäischen Union statt.
Zur Wahl stellt sich die bisherige Präsidentin Maia Sandu (FOTO bei der Wahlzettel-Abgabe) eine Mitte-rechts und Pro-EU Politikerin. Ihre Konkurrenten sind Renato Usatîi, Rechts, pro-russisch; Alexandr Stoianoglo, Links, eher pro-russisch, aber auch pro-EU; Irina Vlah, Kommunistin und der verlängerte Arm von Moskau.
Moskau mischte sich direkt in die Wahl ein und möchte Moldawien wieder zu einem Satelliten des russischen Reiches machen.
Behörden haben einen sehr grossen Stimmenkauf aufgedeckt: 150’000 Moldauer – das entspricht 12% der Stimmbevölkerung – erhielt Geld dafür, dass sie Anti-Sandu- und Anti-EU-Stimmzettel in die Urne einwerfen. Pro Stimmen wurden 100-120 € bezahlt. Dies ist viel in einem Land, in welchem der Mindestlohn bei 261€ pro Monat liegt. https://x.com/atummundi/status/1847986666838823064
Bisher sind 14% der Wahlzettel ausgezählt. Sandu führt bei den Präsidentschaftswahlen in Moldawien mit 34 % der Stimmen, Stoianoglo kommt aktuell auf 29 %. https://t.me/uniannet/148573
GEORGIER FÜR EUROPA
In der georgischen Hauptstadt Tiflis demonstrieren heute Abend mehrere Tausend Menschen für den Anschluss ihres Landes an die Europäische Union. Sie wehren sich damit gegen die Regierung und die Mehrheitspartei «Georgischer Traum».
Diese richten ihre Politik an Russland und haben unter anderem Gesetze verabschiedet, die den EU-Standards für Meinungsfreiheit widersprechen. Daraufhin hat die EU mit dem Abbruch der Beitrittsverhandlungen gedroht.
Aktuell ziehen die protestierenden Menschen aus mehreren Richtungen der georgischen Hauptstadt in Richtung Svobody-Platz. https://t.me/voynareal/101044
In einer Woche finden in Georgien Parlamentswahlen statt. Dabei treten zwei grosse Parteien gegeneinander an: Der pro-russische «Georgische Traum» von Bidsina Iwanischwili und die pro-europäische «Vereinigte Nationalbewegung» von Michail Saakaschwili. https://t.me/uniannet/148559
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