UKRAINE AKTUELL Nr. 947 (27.9.24 / 22Uhr)

  • Ganz schlecht ausgebildete Ukrainer
  • Raketenangriff auf Zelenskyjs Heimat
  • 10 junge Menschen wieder daheim
  • Angeblich bleibt Waffen-Limit bestehen
  • Doch noch Treffen Zelenskyj – Trump
  • Yuval Noah Harari zu Putins Imperialismus

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DRAMATISCHE VERLUSTE DER UKRAINE

Die ukrainischen Streitkräfte verlieren unmittelbar nach Erreichen der Front mehr als die Hälfte ihrer Rekruten durch Tod oder Verwundung. Das berichtet die «Financial Times»: https://www.ft.com/content/b9396112-585a-4f7e-9628-13d500c99d93

Ukrainische Kommandeure sagen, dass es den Rekruten an grundlegenden Kampffähigkeiten und Motivation mangelt und dass die meisten in Panik geraten, wenn sie zum ersten Mal unter Beschuss geraten. Das Durchschnittsalter eines ukrainischen Soldaten liegt bei 45 Jahren, was es schwierig macht, infanteristische Aufgaben zu erfüllen, die Ausdauer und Kraft erfordern.

«50 bis 70 Prozent der neuen Infanteristen wurden innerhalb weniger Tage nach Beginn der ersten Rotation getötet oder verwundet», heißt es in der Veröffentlichung unter Berufung auf Kommandeure der ukrainischen Streitkräfte.

Einige Kommandeure der Verteidigungsstreitkräfte behaupten, dass von den 30 Kämpfern der Einheit nur fünf unter 30 Jahre alt seien. Mangelnde Erfahrung und körperliches Training machen Rekruten besonders anfällig, und aufgrund der ineffektiven Ausbildung wissen die meisten nicht einmal, wie man eine Waffe richtig hält. Die Ausbildung erfolgt immer noch im «sowjetischen Stil», und die Ausbilder selbst haben oft keine Kampferfahrung. Infolgedessen sind die Einheiten der ukrainischen Streitkräfte an der Front mit schnellen Verlusten konfrontiert.

Die Kommandeure betonen auch, dass die ukrainischen Einheiten aufgrund der ständigen Rotationen und des Drucks der russischen Truppen erhebliche Verluste erleiden und gezwungen sind, sich in einige Richtungen zurückzuziehen.

ANGRIFF AUF ZELENSKYJ HEIMATSTADT

Die Stadt Kryvyj Rih ist die Heimatstadt von Volodymyr Zelenskyj und dort schloss er auch das Gymnasium ab. Die Russen greifen diese Stadt, welche keinen militärischen Wert hat, immer wieder an. Heute Morgen traf eine russische Rakete die Polizeistation in Kryvyj Rih mit voller Wucht und zerstörte das Gebäude komplett. Bisher wurden drei Todesopfer geborgen.

Neben der Polizeistation wurden in der Nachbarschaft 23 Privathäuser, 3 neunstöckige Häuser und eine Bildungseinrichtung beschädigt. https://t.me/voynareal/99611

10 JUNGE HEIMKEHRER

Weitere 9 Kinder und ein 20-jähriger Jugendlicher wurden aus der Besatzungszone in die Ukraine zurückgebracht. Das berichtet Dmytro Lubinez, Ombudsmann für Menschenrechte. Er schreibt in seinem Telegram: «Das Alter der Rückkehrer liegt zwischen 13 und 17 Jahren. Einige von ihnen haben Behinderungen und schwere Krankheiten. Die zurückgekehrten Ukrainer kommen aus den Gebieten Kherson, Saporischja, Donezk, Lugansk und der Krim. Einige der zurückgekehrten Kinder befanden sich zu Beginn der gross angelegten russischen Invasion in der Ukraine im Oleshkovsky-Waisenhaus. Anschliessend brachten die Besatzungsbehörden sie nach Skadowsk und Russland».

Lubinez schrieb, dass die Heimkehr der Jugendlichen durch die Vermittlung Katars zustande gekommen sei. https://t.me/dmytro_lubinetzs/6846  

NACH DEM WEISSEN-HAUS BESUCH

Volodymyr Zelenskyj wird aus den USA ohne Erlaubnis für Fernangriffe auf die Russische Föderation zurückkehren. Das schreibt die britische Zeitung «The Times». Die Veröffentlichung schreibt, dass das Treffen zwischen Zelenskyj und Biden nicht das erwartete Ergebnis gebracht habe. Der Ukraine bleibe es weiterhin verboten, russische Militärstützpunkte weit von der Grenze zu zerstören.

«The Times» schreibt, dass die fehlende Genehmigung für Langstreckenangriffe auf die Russische Föderation möglicherweise auf Putins Aussagen zurückzuführen sei, dass ein solcher Angriff zu einer Reaktion führen könnte. https://www.thetimes.com/world/russia-ukraine-war/article/zelensky-biden-washington-long-range-missiles-russia-373mr0slp

Kamala Harris sagte nach ihrem Treffen mit Volodymyr Zelenskyj: «Putin könnte Polen, die baltischen Staaten und andere NATO-Verbündete ins Visier nehmen». Die US-Vizepräsidentin fügte hinzu: «Putin hat diesen Krieg begonnen und er kann ihn morgen beenden, wenn er einfach seine Truppen aus dem souveränen Territorium der Ukraine abzieht. Er hat gezeigt, dass er nicht die Absicht hat, das zu tun. Stattdessen greift er weiterhin zivile Ziele an und terrorisiert das Volk der Ukraine.»

Zu den Aussagen Trumps, dass die Ukraine «nicht mehr existiere», sagte sie: «In den USA gibt es diejenigen, die die Ukraine dazu zwingen wollen, ihre Gebiete an Russland abzugeben.» Die Ukraine werden dazu aufgefordert ihre Sicherheitsbeziehungen mit anderen Ländern abzubrechen. «Solche Vorschläge ähneln denen Putins und bedeuten keinen Frieden, sondern Kapitulation. Das ist gefährlich und inakzeptabel», fügte sie hinzu.

Laut Harris stimmen die USA damit überein, wie die Ukraine das Ende des Krieges sieht. https://t.me/voynareal/99601

DOCH TREFFEN TRUMP – ZELENSKYJ

Am Mittwoch Abend hatte Donald Trump bei einer Wahlveranstaltung behauptet, die «Ukraine gibt es nicht mehr». Alles sei zerstört und nicht mehr wiederaufbaubar.

Heute fand, entgegen früheren Meldungen https://ukraineaktuell.com/ukraine-aktuell-nr-946-26-9-24-21uhr/ doch noch ein Treffen zwischen Volodymyr Zelenskyj und dem abgewählten US-Präsidenten statt. Treffpunkt war der «Trump Tower» in New York.

Zelenskyj erklärte bei einem Treffen mit Donald Trump, dass er beschlossen habe, sich mit beiden US-Präsidentschaftskandidaten zu treffen, weil die Kämpfe nicht vor den US-Wahlen im November enden würden.

Nach dem Gespräch schrieb Zelenskyj: «Ein sehr bedeutungsvolles Treffen mit Donald Trump. Präsentiert ihm den Siegesplan. Die Lage in der Ukraine und die Folgen des Krieges für unser Volk wurden ausführlich besprochen. Viele Details wurden besprochen. Vielen Dank für dieses Treffen! Es braucht einen gerechten Frieden. Wir sind uns einig, dass der Krieg in der Ukraine beendet werden muss. Putin kann nicht gewinnen. Die Ukrainer müssen gewinnen.» https://t.me/V_Zelenskiy_official/11846

Trump sagte nach dem Treffen vor den Medien: Wenn er die Wahl gewinne, «werden wir schon vor unserem Amtsantritt als Präsident in der Lage sein, eine Lösung zu finden, die für beide Seiten passt.» Der Republikaner fügte hinzu, dass Putin auch das Ende des Krieges wolle und dies eine «gute Kombination» sei. https://t.me/uniannet/146401  

CNN schreibt: «Die Spannungen zwischen den beiden Männern – die sich im Vorfeld des Treffens beide kritisch gegenüber dem anderen geäussert hatten – waren während einer Frage-und-Antwort-Runde mit Reportern vor dem Treffen offensichtlich.» https://edition.cnn.com/2024/09/27/politics/trump-zelensky-meeting/index.html

«MONSTER DER MENSCHHEIT»

Der Historiker Yuval Noah Harari bezeichnete den umfassenden Krieg Russlands gegen die Ukraine als den bedeutendsten Konflikt der Welt. Der Schriftsteller («Eine kurze Geschichte der Menschheit»; «21 Lektionen für das 21.Jahrhundert» u.a.) sagte in einem Interview: https://x.com/i/status/1839210562732847613

«Für mich ist dieser Krieg der wichtigste Konflikt, der heute auf der Welt stattfindet. Vielleicht ist er das Ende des Kalten Krieges. Denn er stellt alle grundlegenden Werte und Normen der Weltordnung, des Weltsystems in Frage», sagte Harari.

Laut dem Historiker deuten die Ereignisse in der Ukraine auf die Rückkehr eines der schlimmsten Monster der Menschheitsgeschichte hin.

«Wir dachten, wir hätten ihn für immer begraben, diesen Imperialismus, aber er taucht wieder auf. Und in der Menschheitsgeschichte war die Grundvoraussetzung für das Leben aller Menschen auf der Erde, dass Nachbarn jederzeit in das Territorium eines anderen Landes eindringen, die dortige Bevölkerung töten, ganze Länder erobern und unterwerfen konnten. Dies war die Situation in der gesamten Menschheitsgeschichte und tatsächlich ist dies die Bedeutung des Begriffs Imperialismus», erklärte er.

Laut Harari ist dies im Laufe der letzten Generationen im internationalen System zu einem Tabu geworden. Insbesondere erklärte er, dass trotz der Existenz von Konflikten und Kriegen die Idee, einfach aus heiterem Himmel ein anderes Land übernehmen zu können, weil man stärker ist, für alle normalen Länder zu einem Tabu geworden sei.

Der Historiker fügte hinzu, dass dieses Tabu so wirksam war, dass viele Länder vergassen, was Imperialismus sei. Sie begannen, über kulturellen Imperialismus und wirtschaftlichen Imperialismus zu sprechen, vergassen aber die wahre Bedeutung des Begriffs. Doch jetzt bringt Putin dieses Narrativ zurück.

Harari sagte, dass die Invasion Russlands in der Ukraine zeige, dass jede von der russischen Armee eroberte Region später vom russischen Staat annektiert wird. Laut dem Historiker ist dies in der Tat der alte Imperialismus.

«Und wenn man ihnen in der Ukraine keinen Einhalt gebietet, wird sich dieser Imperialismus in der ganzen Welt ausbreiten», betonte Yuval Noah Harari.

«Das Ziel von Putins Krieg ist die Zerstörung des ukrainischen Staates und der ukrainischen Nation. Das hat er mehrere Male gesagt. Und die Gebiete, die die russische Armee erobert, werden dem russischen Staat zugeschlagen. Und das verstösst gegen die internationale Ordnung, verstösst gegen das Völkerrecht. Das ist sehr, sehr schädlich für das internationale System und für die Menschen auf der ganzen Welt», fasste der israelische Historiker zusammen.

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#UKRAINE AKTUELL Nr. 1693 (12.10.2026 /8 Uhr)

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