UKRAINE AKTUELL Nr. 943 (23.9.24 / 21Uhr)

  • Niemand liefert so viele Panzer wie Polen
  • Zelenskyj dankt US-Rüstungs-Arbeitern
  • Putins Armee hat es bei Pokrovsk eilig
  • Warum russische Depots explodieren
  • Krimtatare fordert Vormundschaft für Moskau
  • Litauens Erinnerungen an Deportationen

POLEN IST PANZERLIEFERANT NR 1

Seit Ausbruch des Ukraine-Krieges 2022 wurden der Ukraine insgesamt 864 Kampfpanzer zugesagt. Die Auslieferung von 589 dieser Fahrzeuge wurde bestätigt. https://x.com/Jeff21461/status/1836349745779945784

Mit grossem Abstand ist Polen der grösste Lieferant von Panzern für die Ukraine. Wie auf der Grafik ersichtlich ist, liefert das Land mehr als die USA, Grossbritanien, Spanien, Südkorea, Schweden und die nordischen Staaten zusammen.

An zweiter Stelle folgt Deutschland und an dritter Stelle die Tschecheslowakei.

Keine Lieferungen von Panzern gab es aus Frankreich oder Italien. https://ko-fi.com/i/IY8Y513ISM5

Zu den Lieferungen Deutschlands schreibt der finnische Militärbeobachter Joni Askola, das Land sei «bescheiden und ängstlich»: «Deutschland spendet tatsächlich mehr für die Ukraine als Frankreich und Grossbritannien. Allerdings untergräbt [Deutschlands Staatschef] Scholz die Bemühungen seines Landes mit seiner ängstlichen Rhetorik und seiner Zurückhaltung, Taurus-Raketen zu schicken.» https://x.com/joni_askola/status/1837089805651313134

ZELENSKYJ DANKT US-MINEN-ARBEITERN

Am Sonntag besuchte Volodymyr Zelenskyj die Scranton Army Munitionsfabrik im US-Bundesstaat Pennsylvania. Dort werden für die ukrainische Armee 155 Millimeter Artillerie-Geschosse hergestellt. Die Nachrichtenagentur AP schreibt: «Das Werk in Scranton ist eine der wenigen Einrichtungen im Land, die 155-mm-Artilleriegeschosse herstellen, und hat die Produktion im vergangenen Jahr erhöht. Die Ukraine hat bereits mehr als 3 Millionen davon aus den USA erhalten.»

Zelenskyj richtete sich in seiner Ansprache an die Munitionsarbeiter, wie ein Video https://x.com/i/status/1838100426631053786 festhält. Auf «X» schrieb Zelenskyj: «ich das Engagement der Arbeiter hervorgehoben, das wirklich inspirierend ist – sie helfen der Ukraine, in unserem Kampf für die Freiheit stark zu bleiben.» https://x.com/ZelenskyyUa/status/1838100426631053786

GRÜNDE FÜR RUSSLANDS EILE

Die russische Armee verstärkt ihre Truppen auf der Angriffslinie gegen Pokrovsk. Allein heute gab es 18 Angriffe in den Gebieten Wosdwizhenko, Hrodivka, Orlivka und Marinivka in Richtung Pokrovs. Die Verteidiger würden jedoch dem Druck standhalten, schreibt der ukrainische Generalstab in seinem abendlichen Kriegsbulletin. https://www.facebook.com/GeneralStaff.ua/posts/pfbid0PCoN5VpvMhct8GnBoHCNgWfh7zHnHKDRp97wsoCSg2kfYhbrG1QbyNoRQjjtTpi4l

«Vlas», ein Offizier der 1. separaten Abteilung der Spezialeinheit „OMEGA“, sagte in einer TV-Sendung: Die Russen wollten Pokrovsk und maximal viel Gelände im ukrainischen Donezk erobern, bevor die Regenzeit beginnt. Denn bei dem dann entstehenden aufgeweichten Boden könnten sich die Soldaten und ihre Geräte kaum mehr bewegen.

Sergei Tsekhotsky, ein Offizier der 59. selbstständigen motorisierten Infanteriebrigade, sagte, dass die russischen Besatzer versuchen, Pokrowsk zu umgehen und die Flanken anzugreifen.

Ein optimistischeres Bild zeigt der US-Militärblogger Chuck Pfarrer. Er berichtet, dass die Ukrainer an einem Frontabschnitt die Russen zurückdrängen konnte. «Die russischen Streitkräfte werden als weniger kampfstark eingeschätzt», schreibt Pfarrer. https://x.com/ChuckPfarrer/status/1837845244500721896/photo/1

DIE ANFÄLLIGKEIT RUSSISCHER DEPOTS

Bei der Zerstörung des russischen Depots «Toropets» in der Region Twer wurden rund 30’000 Tonnen explosiver Munition zerstört. Dies entspricht etwa 750’000 Granaten oder der Menge, welche die russische Armee in 2 bis 3 Monaten in ihrem Kampf gegen die Ukraine verwendet. Diese Schätzung machte Ants Kiviselg, Leiter des Geheimdienstzentrums der estnischen Verteidigungskräfte. Er merkte an, dass die Auswirkungen dieses Verlusts in den kommenden Wochen an der Front zu spüren sein werden. https://x.com/nexta_tv/status/1837796691031855587

Noch ist unklar, ob ob die neue ukrainische Raketendrohne «Palianytsia» oder eine westliche Rakete die Impuls-Explosion beim Depot «Toropets» verursacht hat.

Demgegenüber lüftet sich der Schleier, weshalb gleich die ganze Anlage mit tausenden von Tonnen Munition in die Luft flog. Der Munitionsspezialist @HartreeFock hat sich die Geschichte des Depots angeschaut und dabei auf Unterlagen aus den Jahren 2013 bis 2018 zurückgegriffen. Er stellte fest, dass die einzelnen Depotgebäude ohne Verankerung auf den Boden gestellt wurden. Ausserdem bestehen sie aus relativ dünnen Betonwänden und horizontalen Dächern. Die einzelnen Gebäude sind auf mehreren Seiten offen und haben keine Sprengschutztüren.

Im Gegensatz zu den runden Betonbunkern westlicher Armeen sind die russischen Depots auch nicht mit einer 60 Zentimeter dicken Erdschicht überdeckt. Diese Bauweise ist billig, macht aber die Anlagen verletzlich.

Nach Angabe von @HartreeFock gibt es ein kürzlich fertiggestelltes Munitionsdepot namens «Kotovo» in der russischen Oblast Nowgorod. https://x.com/HartreeFock/status/1837087849205686657 Möglicherweise hört man bald etwas von «Kotovo».

VORMUNDSCHAFT FÜR RUSSLAND

Mustafa Dschemiljew ist ein Krimtatare. Er setzte sich als Dissident in der Sowjetunion  bis zu deren Ende 1991 für Menschenrechte ein. Dabei engagierte er sich insbesondere für die Belange seiner 1944 nach Zentralasien zwangsumgesiedelten Volksgruppe der Krimtataren,

Nun macht Dschemiljew den Vorschlag, die russische Föderation unter Vormundschaft zu stellen. Er sagte: «Es wäre ratsam, Russland selbst für einige Jahre unter UN-Kontrolle zu stellen, denn ohne eine zumindest für einige Jahre bestehende Fremdherrschaft wird dieses Land höchstwahrscheinlich nie zivilisiert und demokratisch werden».

Der Führer der Krimtataren reagierte damit auch auf den Vorschlag des polnischen Aussenministers Radosław Sikorski, der vorgeschlagen hatte, die besetzte Krim-Halbinsel unter Kontrolle der UN zu stellen. Für Dschemiljew kommt nur die bedingungslose Befreiung der Krim in Frage. https://x.com/nexta_tv/status/1837170245909315823

LITAUENS ERINNERUNGEN

Der litauische Aussenminister hat dargelegt, warum sein Land mehr als andere Staaten bereit ist, die Ukraine zu unterstützen und mehr Geld in die eigene Sicherheit zu investieren. Mit für die Überlegungen ist entscheidend, was Litauen als Teil der UdSSR erlebt hat.

Am 21.September 1951 begann Sowjetrussland mit Massendeportationen von Litauern nach Sibirien.

Als Ergebnis der «Operation Osen» wurden 20’000 Litauer zwangsweise nach Sibirien deportiert. Begründet wurde die Aktion, 6 Jahre nach Ende des 2.Weltkrieges, damit dass Litauen vom «Faschismus befreit» werden müsse.

Heute macht Russland dasselbe mit dem besetzten Teil der Ukraine. https://x.com/rshereme/status/1837266935353954433

Ältere Beiträge nach Monat

#UKRAINE AKTUELL Nr. 1669 (18.9.2026 /8 Uhr)

• Flugzeuge & Helis attackiert
• Grosse Ölraffinerie abgestellt
• Angriffe in der zweiten Front
• Russische Zange zerschlagen
• Grausamer Winter in Sicht
• Russen rekrutieren Kinder
• 3,3 EU-Milliarden für Waffen
• Spekulationen um Merz-Rückzug
• Trump will rasche Moskau-Deals
• Ukrainer heiraten trotz allem

Weiterlesen »

#UKRAINE AKTUELL Nr. 1674 (23.9.2026 /8 Uhr)

• EU verschont zwei Oligarchen
• Europa verlängert Sanktionen
• Trump glaubt an einen Deal
• Zelenskyjs New Yorker UNO-Tour
• Litauen und Türkei für Ukraine
• Belege für Wahlfälschung
• Putins Partei erreichte nur 34%
• Kleiner russischer Weizenexport
• Russlands Probleme nehmen zu
• «Nur wenig Zeit zum Aufwachen»

Weiterlesen »

#UKRAINE AKTUELL Nr. 1676 (25.9.2026 /8 Uhr)

• Mehr als 400 Drohnen über Russland
• Raffinerie, Öltanks, Fabriken getroffen
• Vivaldi-Offensive ist 70 Kilometer breit
• 530 Quadratkilometer zurückerobert
• Unbestätigte Berichte über «Kessel»
• CIA warnt Europa von Putins Drohnen
• Russland Kampf auf mehreren Ebenen
• Marine Le Pen will Ukrainehilfe stoppen

Weiterlesen »

#UKRAINE AKTUELL Nr. 1682 (1.10.2026 /8 Uhr)

• Trump beschuldigt und blockiert
• Kramatorsker Zivilisten evakuiert
• Zelenskyj war an der Lyman-Front
• 170 Quadratkilometer befreit
• 1’000 bewaffnete Bodenroboter
• «Strasse des Todes» im Fokus
• Kreml droht NATO mit A-Waffen
• Kreml: «Keine politischen Häftlinge»
• Vor 85 Jahren: Babyn Yar Massaker

Weiterlesen »