UKRAINE AKTUELL Nr. 937 (17.9.24 / 21Uhr)

  • Russen droht grosse Einschliessung
  • Vergeltungsangriff auf Sumy-Region
  • Munitionslager bei Mariupol gesprengt
  • Ukraine griff Flugplatz «Engels» an
  • USA arbeitet mit dem «Zelensykyj-Plan»
  • US-Hilfe-Pakete werden immer kleiner
  • Ukrainische Stahlproduktion gefährdet
  • UN wartet auf Bewilligung des Kremls
  • Georgien noch mehr auf Moskau-Kurs

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RUSSEN DROHT GROSSER KESSEL

Mit ihrer Gegenoffensive in der Region Kursk griffen russische Truppen (Ziffer 1 auf der Grafik) letzte Woche die ukrainische Armee von Westen her an und eroberten einige Kilometer Gelände zurück.

Dieser Angriff kann möglicherweise zu einer grossen Niederlage der russischen Truppen führen.

Einerseits widerstehend die Ukrainer auf dem von ihnen eroberten Gebiet (Ziffer 3 auf der Grafik) dem Angriff der Russen. Anderseits haben Eliteeinheiten der Ukrainer die ukrainisch-russische Grenze im Rücken der russischen Truppen (Ziffer 3) überschritten und versuchen bis Korenewo vorzustossen (blaue Linie). Gelingt dies, dann wären die russischen Truppen in einem Kessel eingeschlossen.

Dieser Kessel wäre um einiges grösser als der seit 3 Wochen bestehende Sejm-Kessel (Ziffer 2 auf der Karte), in dem mehrere hundert Russen von ukrainischen Truppen umschlossen sind. https://t.me/insiderUKR/83184

Gemäss dem amerikanischen Magazin «Forbes» hat Kyiv rund 10.000 Soldaten in die Region Kursk entsandt; Moskau wiederum hat 38.000 Soldaten geschickt, viele davon sind allerdings schlecht ausgebildete junge Wehrpflichtige. https://www.forbes.com/sites/davidaxe/2024/09/16/ukraine-may-have-a-new-strategy-in-russias-kursk-oblast-move-fast-and-surround-thousands-of-russian-troops/

Auch Anton Gerashchenko, Berater des ukrainischen Innenministers, sieht dieselbe Strategie der Ukraine: Die Schaffung eines grosses Kessels. «Inzwischen haben die ukrainischen Streitkräfte (AFU) in der Region Kursk eine neue Strategie: schnell vorgehen und russische Truppen einkreisen. So durchbrach die AFU letzte Woche die russische Verteidigung an einem neuen Abschnitt der russisch-ukrainischen Grenze in der Nähe des Dorfes Novy Put. Und wenn sie sich auf dem Hauptabschnitt der ukrainischen Offensive mit ukrainischen Truppen zusammenschliessen können, werden sie möglicherweise Tausende Russen zwischen sich und der Grenze abschneiden.» https://x.com/Gerashchenko_en/status/1835985601528541249

REVANCHEANGRIFFE AUF SUMY

Die an die russische Kursk-Region grenzende ukrainische Region Sumy wurde in dieser Nacht Ziel eines Grossangriffs der Putin-Truppen. Russische Drohnen setzten ein Umspannwerk für Elektrizität in Brand und griffen mehrere Wasserversorgungssysteme an. Attackiert wurden die Städte Sumy, Konotop, Ohktyr und einer Handvoll anderer Gemeinden.

Der regionale ukrainische Gouverneur Artem Kobzar sagte, es habe keine Opfer des Angriffs gegeben, aber der Wasserdruck sei stark gesunken und die Stromversorgung habe Probleme gemacht.

Nach Angaben des ukrainischen Energieministeriums hatten die russischen Angriffe einen Brand in einem Umspannwerk verursacht und mehr als 281’000 Verbraucher vom Stromnetz abgeschnitten. Später wurde die Stromversorgung teilweise wiederhergestellt, hiess es. https://www.rferl.org/a/ukraine-sumy-russia-attack-power-infrastructure/33123228.html

RUSSISCHE LAGER GESPRENGT

Seit dem Frühling 2022 herrscht die russische Armee über die Region Mariupol im Südosten der Ukraine. In diesem derzeit besetzten Gebiet gab es grosse Munitionslager der russischen Truppen.

Vor wenigen Tagen starteten Einheiten der Seestreitkräfte der Ukraine Raketenangriffe auf die Lager, welche in der Nähe der Stadt Mariupol entdeckt wurden.

Die Seestreitkräfte der Ukraine schreiben auf ihrer Webseite: «Bestätigten Daten zufolge wurden durch den Angriff sowohl die Lagerinfrastruktur als auch Tonnen Munition, die die Eindringlinge für den Einsatz auf dem Territorium der Ukraine angehäuft hatten, zerstört.» https://t.me/ukrainian_navy/8668

Nach dieser Nachricht der Marine schrieb Petro Andryushchenko, Berater des Bürgermeisters von Mariupol, in seinem Telegram-Kanal, es gehe um die Lagerhäuser im Bezirk Hlyboki Mariupol, wo die Explosionen am 13. September aufgezeichnet wurden: «Die Besatzung selbst ist nicht mehr da. Sie ist mit Tonnen von Granaten, Minen und Flugabwehrraketen verdampft. Vielen Dank an die Marine für die offizielle Bestätigung, die uns das Recht gibt, noch stolzer auf unsere gemeinsame Arbeit mit der Bevölkerung von Mariupol zu sein.» https://suspilne.media/donbas/838305-znisili-tonni-boepripasiv-vms-pidtverdili-vlucanna-u-rosijski-skladi-na-doneccini

Wie Planet-Lab Satellitenbilder – veröffentlicht von Radio Liberty – zeigen, wurden mehrere Lagerstätten zerstört. Einige von ihnen waren in Wäldern versteckt. https://t.me/operativnoZSU/157731

UKRAINE GRIFF «ENGELS» AN

Der Militärflughafen «Engels» in der russischen Region Saratow ist Ausgangspunkt viele Angriffe mit strategischen Bombern auf die Ukraine. In der Nacht auf heute kam es beim Flughafen zu mehreren Explosionen. Russische Militärblogger veröffentlichten Videos, auf denen Explosionen zu sehen waren.

Es wurde allerdings nicht bekanntgegeben, ob die Detonationen auf dem Flugplatz oder neben dem Flugplatz stattgefunden haben. Ebenfalls unbekannt ist das Ausmass der Schäden. https://t.me/c/1269013410/71502

ZELENSKYJS PLAN ALS BASIS

Die ständige Vertreterin der USA bei den Vereinten Nationen, Linda Thomas-Greenfield, machte heute interessante Aussagen zum sogenannten «Friedensplan», den die ukrainische Regierung für die Beendigung des Krieges ausgearbeitet hat. Die US-Regierung sei vertraut mit dem Plan, sagte Greenfield, und man betrachte diesen Plan als eine «praktikable Option».

Gegenüber «Voice of America» sagte Greenfield: «Wir glauben, dass er (Zelenskyj) eine Strategie und einen Plan vorlegt, die funktionieren können. Und wir müssen verstehen, wie wir zu seiner Umsetzung beitragen können, indem wir mit allen Staatsoberhäuptern kommunizieren, die hier an der UN-Generalversammlung nächste Woche in New York sein werden. Wir hoffen, einige Fortschritte zu erzielen» https://t.me/insiderUKR/83187

US-HILFE-PAKETE SIND KLEINER

In den Jahren 2022 und 2023 hatten die US-Hilfe-Pakete einen Wert von jeweils 600 – 800 Millionen Dollar. Die Rekordlieferung betrug im Januar 2023 total 2,85 Milliarden US-Dollar.

Seither wurden die Pakete bedeutend kleiner. In den letzten Monaten hatten sie jeweils einen Wert von 125 – 250 Millionen US-Dollar.

CNN berichtet, dass die Verkleinerung auch mit der fehlenden Produktionsfähigkeit der US-Waffenindustrie zu tun habe. Zudem seien die Waffen- und Ausrüstungsbestände im Pentagon deutlich kleiner geworden.

Ohne genügend Produktionskapazitäten und bei leeren Lagern könne die US-Regierung das bewilligte 6 Milliarden Hilfe-Paket der Biden-Regierung nicht umsetzen. https://edition.cnn.com/2024/09/17/politics/us-reducing-military-aid-packages-ukraine/index.html

GEFAHR FÜR STAHL-PRODUKTION

Vor dem Überfall Russlands auf die Ukraine betrug der Anteil von Stahlexporten ein Fünftel des gesamten Exports der Ukraine. Seit Februar 2022 hat sich die Produktion von ukrainischem Stahl um mehr als Zweidrittel reduziert. Statt 21 Millionen Tonnen betrug sie im letzten Jahr nur noch 6,2 Millionen Tonnen. Die schreibt «The World Steel Association».

Nun droht eine weitere Gefahr für die ukrainische Stahlindustrie. Durch den Vormarsch der russischen Truppen im Donezk könnte das letzte grosse ukrainische Kohlebergwerk unter die Kontrolle des Kremls gelangen.

Es handelt sich um die Pokrovsk-Mine von Metinvest wenige Kilometer westlich der Stadt Pokrovsk. Die russischen Truppen befinden sich aktuell 9 Kilometer nordöstlich von Pokrovsk entfernt.

Metinvest schreibt, man sei «zuversichtlich, dass die Streitkräfte der Ukraine Pokrovsk vor der anhaltenden russischen Offensive schützen werden». https://t.me/uniannet/145347

WARTEN AUF KREML-BEWILLIGUNG

Vor zwei Tagen hat die Ukraine die Vereinten Nationen und das Internationale Rote Kreuz (IKRK) eingeladen die Region Kursk zu besuchen, welche derzeit nicht von Moskau kontrolliert werden. Die Beobachter sollten so einen eigenen Eindruck von der aktuellen Situation erhalten und die notwendige Hilfe einleiten. Die Einladung sprach das ukrainische Aussenministerium aus.

Heute meldete sich der Sprecher der Vereinten Nationen, Stephane Dujarric. Die internationale Organisation werde das von der Ukraine kontrollierte Gebiet der Region Kursk nur besuchen, wenn sie die Erlaubnis Moskaus erhalten. https://t.me/uniannet/145365

In diesem Zusammenhang ist interessant zu wissen, dass Russland alle Ausländer, welche die Region Kursk besuchen international zur Verhaftung ausschreibt. Dazu gehörten bisher auch Journalisten aus Italien und der Schweiz.

GEORGIEN WEITER AUF KREML-KURS

Nach dem sogenannten «Agenten-Gesetz», welches als Kopie des gleichen russischen Gesetztes verabschiedet wurde, zieht das georgische Parlament nun auch in Sachen LGBT+ mit Russland gleich. Das Parlament hat Gesetzesentwürfe verabschiedet, welche die Rechte von LGBT-Personen einschränken.

Das Gesetzes- und Änderungspaket verbietet gleichgeschlechtliche Ehen, die Adoption von Kindern durch gleichgeschlechtliche Paare und den Transgender-Übergang. Informationen, die gleichgeschlechtliche Beziehungen «popularisieren», dürfen nicht in Bildungseinrichtungen und Medien verbreitet werden. Auch Versammlungen, die der LGBT-Propaganda dienen, sind verboten.

Das Gesetz tritt in Kraft, nachdem es vom Präsidenten unterzeichnet und auf der Website der Legislative «Gazette of Georgia» veröffentlicht ist. Bisher hat die georgische Staatspräsidentin Salome Surabischwili nicht bekannt gegeben, ob sie ihr Veto gegen das Gesetzespaket einlegen wird. https://nv.ua/ukr/world/geopolitics/gruziya-uhvalila-zakonoproekti-shcho-obmezhuyut-prava-lgbt-50451588.html

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#UKRAINE AKTUELL Nr. 1672 (21.9.2026 /8 Uhr)

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• Ukrainische Stahlindustrie kaputt
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• 1,9 Mio. Stromanschlüsse hergestellt
• Grosses Sanktionspaket der EU
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• Frankreich stoppt Schatten-Tanker
• Yandex Out stoppt Russen-Trolle
• US-Kreml-Propagandisten verlieren
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UKRAINE AKTUELL Nr. 1688 (7.10.2026 /8 Uhr)

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• Raketen treffen Zivilisten
• Der «Pest-Vorfall» von Irkutsk
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• Tankerbrand vor Sotschi
• Provokationen gegen Lettland
• Autonomer Kampf der Roboter
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