
#UKRAINE AKTUELL Nr. 1677 (26.9.2026 /8 Uhr)
• Drohungen gegen Litauen
• Weitere Raffinerien brennen
• AfD auf Kreml-Kurs
• Der Sinn von Sanktionen
• Putins Enkelin heisst Selenskyj
• Russen trinken weniger
• Appell: «Ich bin der Krieg»
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FLIEGERBOMBE GEGEN WOHNHAUS
In der ostukrainischen Stadt Kharkiv traf eine russische Fliegerbombe ein Wohnhaus. In mehreren Wohnungen in den obersten vier Stockwerken brachen Brände aus und Decken stürzten ein. Bisher wurde die Leiche einer älteren Frau gefunden und mindestens 42 Menschen wurden verletzt, darunter vier Kinder. Beschädigt wurden zudem mindestens drei benachbarte Hochhäuser. Allein auf Kharkiv und in der Region wurden heute 6 KAB-Flügelbomben abgeworfen. https://t.me/voynareal/98650
Gemäss dem ukrainischen Präsidenten Volodymyr Zelenskyj beträgt die Zahl der abgeworfenen Bomben an einzelnen Tagen mehr als hundert. Er fasst seine Forderung so zusammen: «Diesem Terror kann nur durch eine systemische Lösung begegnet werden, die Zerstörung der russischen Militärflugzeuge dort, wo sie stationiert sind. Das ist eine naheliegende, logische Lösung. Wir haben allen Partnern bereits erklärt, warum die Ukraine wirklich eine ausreichend grosse Reichweite braucht. (…) Wir erwarten entsprechende Entscheidungen vor allem von den Vereinigten Staaten von Amerika, Grossbritannien, Frankreich, Deutschland, Italien – von allen, die mit ihrer Entschlossenheit dazu beitragen können, Leben zu retten.» https://t.me/V_Zelenskiy_official/11702

GEFAHR EINER NIEDERLAGE
Das Magazin «Politico» schreibt, dass die USA und andere Staaten bereit sind, ihre Politik bezüglich Langstreckenwaffen zu überdenken, weil sie eine Niederlage der Ukraine in diesem Winter befürchten.
Der kommende Winter könnte zum Wendepunkt im Konflikt werden. Der Grund ist die Gefahr eines Zusammenbruchs des ukrainischen Energiesystems.
Im Fadenkreuz der russischen Angriffe stünden wichtige Umspannwerke, die Hochspannungsstrom an die noch funktionierenden Atomkraftwerke der Ukraine in Riwne, Chmelnyzkyj (FOTO) und Juschnoukrainsk im Süden der Ukraine liefern. Diese drei Atomkraftwerke produzieren 55% des inländischen Stroms. Wenn diese Umspannwerke ausgeschaltet würden, müssten die Reaktoren schnell heruntergefahren werden, sonst könnte es zu einem «nuklearen Zwischenfall» kommen.
Ohne Strom aus diesem AKW’s würde die Kampffähigkeit der Ukraine reduziert, die Wirtschaft zusammenbrechen und die Position in möglichen Verhandlungen mit Russland geschwächt.
Das Magazin beruft sich auf mehrere namentlich nicht genannten Regierungsvertreter aus den USA und der Ukraine.
Zur aktuellen Entscheidungsfindung wegen des Einsatzlimits für weitreichende Waffen zitiert «Politico» den ehemaligen US-Gesandte bei der NATO, Kurt Volker: «Ich glaube nicht, dass Biden den Einsatz von US-Raketen zum Angriff auf russische Flugplätze genehmigen wird, obwohl die Briten möglicherweise ohne Einwände der USA fortfahren dürfen», fügte er hinzu. «Das wird nicht ausreichen.» https://www.politico.eu/article/russia-ukraine-nuclear-plants-energy-war-joe-biden-united-states-nato/

WORTE GEGEN DAS ZÖGERN
Der australische Militärexperte und Ex-General Mick Ryan, den ich hier schon öfters zitiert habe, schreibt in seinem Wochenrückblick zur anhaltenden Diskussion über den Einsatz-Limit westlicher Waffen auf Ziele in Russland:
«Russland hat seit Februar 2022 Langstreckenwaffen gegen die Ukraine eingesetzt, und Putin hat ständig davon gesprochen, dass er sich bereits im Krieg mit der NATO befindet.
Können wir bitte einfach die unvermeidliche Entscheidung treffen, der Ukraine hier zu helfen, und nicht den langwierigen, zaghaften Entscheidungsprozess wiederholen, der die Entscheidungen über HIMARS, selbstfahrende Artillerie, Panzer, Patriot und F16 begleitet hat? Die derzeitige langsame voranschreitende Eskalierung der Regierung Biden hilft Russland und ermutigt China. Es versteht sich von selbst, dass wir beides eigentlich nicht tun sollten.» https://mickryan.substack.com/p/the-big-five-14-september-edition

GROSSES US-HILFPAKET
Unabhängig von den Beratungen über den Einsatzlimit von West-Raketen, bereiten die USA ein sehr grosses Hilfepaket für die Ukraine vor. Das sagte Jake Sullivan, Sicherheitsberater des US-Präsidenten Joe Biden, der als Bremser bezüglich Waffeneinsatz bekannt ist.
Das «bedeutende Hilspaket» soll bis Ende September bekanntgegeben werden, sagte Sullivan. Er erinnerte daran, dass im April dieses Jahres, bevor das zusätzliche US-Finanzierungspaket für die Ukraine verabschiedet wurde, Befürchtungen bestanden, dass die Frontlinie zusammenbrechen könnte. Tatsächlich aber wurden in den folgenden Monaten die ukrainischen Verteidigungsanlagen an vielen kritischen Stellen stärker, stellt Bidens Berater fest.
Sullivan sagte zudem, dass die Verzögerungen bei der Hilfe nicht auf den politischen Willen zurückzuführen seien, sondern auf die Lösung komplexer logistischer und operativer Probleme bei der Lieferung von Waffen an die Front. Ihm zufolge nehmen die Vereinigten Staaten buchstäblich 155-mm-Granaten vom Band und liefern sie so schnell wie möglich an die Front. https://t.me/uniannet/145157

BOMBEN UND GRANATEN
Die von Russland eingesetzten «KAB-Flügelbomben» und die von Nordkorea gelieferte Artilleriemunition sind die beiden grössten Probleme für die ukrainische Armee. Das sagte Kyrylo Budanov, der Chef des ukrainischen Militärgeheimdienstes.
In der Russischen Föderation haben sie die Produktion gelenkter Luftbomben um ein Vielfaches gesteigert, sagte Budanov heute an einer öffentlichen Veranstaltung. Nach Angaben des GUR-Chefs stellt dies eine große Bedrohung für das ukrainische Militär an der Front dar. Diese in der Tiefe operierenden Waffen erschweren die Verteidigung erheblich und fügen den Verteidigungskräften der Ukraine erheblichen Schaden zu.
Zur Rolle Nordkoreas sagte Budanov: «Die Demokratische Volksrepublik Korea liefert riesige Mengen an Artilleriemunition an die Russische Föderation – und das ist unser grösstes Problem von allen Verbündeten Russlands». Budanov führte weiter aus: «Wir haben vor langer Zeit ein Muster entdeckt: Mit der Ankunft eines nordkoreanischen Schiffes mit einer Ladung Munition verschärfen sich die Feindseligkeiten nach 8 bis 9 Tagen für bis zu zwei Wochen auf ihr Maximum.» https://t.me/voynareal/98607

AUSBILDUNG WIRD VERLÄNGERT
Die ukrainische Armee wolle für ihre Truppen eine «qualitativ hochwertige Ausbildung» erreichen und damit auch das Leben ihrer Soldaten schützen. Das schreibt heute der ukrainische Generalstabschef Olexandr Syrskyj auf seinem Telegram-Kanal.
Geplant sei eine Verlängerung der kombinierten militärischen Grundausbildung. Eine Schlüsselrolle würden die Ausbildner spielen und deshalb werde die Ausbildung des Militärpersonals in Ausbildungszentren verstärkt. Das gesamte Ausbildungsprojekt werde im Oktober, November dieses Jahres gestartet. https://t.me/osirskiy/861

RUSSEN VERSAGEN IN KURSK
Bekannt ist, dass Russland auf der westlichen Seite – der Region Glushkovo – des von der Ukraine gehaltenen Kursgebiets eine Gegenoffensive gestartet hat und dass die Ukrainer eine Attacke im Rücken der Russen aufgebaut haben (Siehe Ukraine Aktuell Nr 933 und Nr. 934). Der deutsche Militäranalyst «Tendar» schreibt über den aktuellen Stand in Kursk: «Abgesehen von drei Dörfern und einigen gescheiterten Angriffen haben wir nichts gesehen, was die russischen Erfolge in Kursk untermauert. Dass die Russen Ressourcen in Kursk einsetzen, war mit Sicherheit die eigentliche Idee des ukrainischen Oberkommandos. (…) Es ist ein hochmobiler Krieg, weit entfernt von den Stellungskriegen im Donbass. Er zwingt die Russen, einen Krieg zu führen, in dem sie völlig versagen. (…) Wie immer schlagen die Russen wie gedankenlose Sklaven wild auf ihren Feind ein und hämmern auf ihn ein, in der Hoffnung, ihn nur zahlenmässig zu überwältigen, und verbrauchen dabei wahnsinnig viele Ressourcen, von denen erhebliche Mengen zerstört werden.» https://x.com/Tendar/status/1835381728971546912

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