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KAMPF UM KURSK: DIE ANALYSE
Maciej Korowaj ist ein polnischer Militäranalyst, der auch in der «Revue Militaire Suisse (RMS)/Schweizerische Militärzeitschrift (SMZ)» der Schweizerischen Offiziersgesellschaft pubiziert. Ich fasse aus seinem heutigen Frontlage-Bericht die Hauptaussagen zusammen:
Die militärischen Ziele der ukrainischen Operation auf dem Gebiet der Russischen Föderation sind nicht eindeutig. Die SZU-Operation, die ich als „Kursk-Operation“ bezeichne, ist geeignet, der Russischen Föderation die strategische Initiative zu entreißen. Kiew erreicht dies, indem es sich für eine neuartige, aber riskante Offensivoperation entscheidet.
In den letzten 24 Stunden haben die ukrainischen Streitkräfte in einigen Gebieten der Region Kursk lediglich 1 bis 3 Kilometer Raum gewonnen. In der letzten Woche – der zweiten seit der Invasion – hat sich das Gesamtgebiet um fast 10% vergrössert und erreicht etwa 1’150 – 1’200 Quadratkilometer.
Die Kampfzonen umfasst derzeit 4 Regionen in Kursk: Korenskiy, Sudzhanskiy, Belovezhskaya (Kursk oblast) und teilwese Glushkovskiy. Kämpfe finden entlang der gesamten Fronlinie statt.
Die grössten Fortschritte machten die Ukrainer in den letzten Tagen in der Gegend von SUDZHA, bei den Dörfern OZERKI und GIRI, etwa 25 km östlich von SUDZA, sowie in den Gebieten von BELOVO und den Regionen KORENEVSKY und GLUSHKOVSKY statt.
In der ersten Woche der ukrainischen Operation verloren die Russen ca. 4’500 Soldaten, davon sind 2’000 Gefangene. Die anderen 2’500 sind Gefallene, Verwundete oder Vermisste.
Bis zu 80 % der russischen Kriegsgefangenen in Richtung Kursk sind wehrpflichtige Soldaten. «Wir hoffen, den Austauschfonds wieder aufzufüllen», sagte General Syrski, Stabschef der Streitkräfte der Ukraine und Hauptinitiator der Operation.
Die Kämpfe in Kursk haben zu einer leichten Reduktion der russischen Angriffe gegen die Ukraine im Donbas, Saporischschja und am unteren Dnjepr geführt. In Rchtung Avdiivka – Prokrovsk erzielen die Russen Erfolge.
Die Russen versuchen in Kursk in drei Regionen den Ukrainern Widerstand zu leisten. Im Sektor West sind es 4’500 – 5’200 russischen Soldaten; Im zentralen Abschnitt sind es 7’000 – 8’500 Soldaten, Im Sektor Ost sind es, nach Einschätzung von Korowaj 9’100 – 11’500 russische Soldaten. Die Russen verfügen zudem über 7’000 – 9’000 Reservesoldaten in der Region Belgorod.
Eine eigene Einschätzung der ukrainischen Kräfte gibt Maciej Korowaj aus proukrainischen Sicherheitsgründen nicht. Russische Quellen schätzen die Gesamtzahl der engagierte Ukrainer in der Region Kursk auf 10’000 bis 70’000.
Seit Ende letzter Woche bauen die Russen ihre Verteidigungsstellungen zwischen dem Dorf KOZINO bis zum Dorf RYLSK und weiter südlich bis zum Dorf LGOW aus. Diese Verteidigung besteht aus Söldner der Privaten Militärgesellschaft «Veteranen» und Mitarbeiter des FSB-Geheimdienst-Bataillons. Dies erschwert aktuell das Vorstossen der ukrainischen Kräfte.
Die Ukrainer zerstören die Logistik der Russen und schwächen ihre Verteidigung, indem sie die Brücken über den Fluss Sejm zerstören. Die Russen haben deswegen eine provisorische Pontonbrücke gebaut, deren Lebensdauer unklar ist.
Im zentralen Abschnitt beim Dorf ANASTASEVKA finden heftige Kämpfe statt. «Die Positionen von Angreifern und Verteidigern waren furchtbar gemischt. Im Allgemeinen rühmen sich die Russen, die Ukrainer abgewehrt zu haben, aber in Wirklichkeit sind die umliegenden Wälder mit verbrannten und zerstörten russischen und ukrainischen Panzerfahrzeugen übersät.
Nach russischen Quellen finden die Hauptkämpfe in der Nähe der Dörfer OZERKI und GIRI statt, etwa 25 km östlich von SUDZHA.
Die Russen versuchen mit Angriffen im Rücken der Ukraine die Invasion abzubremsen. Angriffe auf ukrainische Aufmarschgebiete gab es in der ukrainischen Region Sumy, insbesondere bei KIJANICA, KOSICA, CHOTEN und BOJARO-LIEZACHI.
Die Ukrainer bauen die Stellungen entlang der ukrainisch-russischen Grenze aus und verminen diese.
Die Ukraine verfügt im gesamten Einsatzgebiet über eine Informationsüberlegenheit auf sehr hohem bis mittlerem Niveau. Sie dominiert im Bereich der radioelektronischen und der Cyber-Kriegsführung.
Der Informationsfluss über die Ziele der Operation und die Truppenbewegungen wird weiterhin streng kontrolliert.
VORHERSAGE 1: Die Prognose für eine erfolgreiche Entwicklung der ukrainischen Operationen in der russischen Region Kursk bleibt bestehen.
VORHERSAGE 2: Das russische Kommando in Richtung Kursk wird schnell zusätzliche Kräfte und Ressourcen vor allem aus seinen schwindenden Reserven einsetzen müssen, da die derzeitigen Kräfte im Einsatzgebiet (25500 Mann) nicht in der Lage sein werden, die militärische Operation der Ukraine wirksam einzudämmen. https://x.com/Maciej_Korowaj/status/1825248696893907386
DRITTE BRÜCKE ZERSTÖRT
Der Kremlnahe Blogger «Rybar» (1,2 Millionen Follower auf Telegram) schreibt heute Abend: «Im Bezirk Glushkovskiy ist die Lage am schwierigsten. Am Morgen zerstörte die ukrainische Luftwaffe die letzte Brücke im Gebiet über den Fluss Seim in der Siedlung Karyzh. Die Evakuierung der Bevölkerung und die Versorgung der russischen Truppenverbände hängt nun ausschliesslich von der Anzahl der Boote und der Führung einer ausreichenden Anzahl von Pontons ab. Die AFU schaffen die Voraussetzungen für die Vorbereitung eines Brückenkopfes vor der Offensive in diesem Gebiet.» https://x.com/rybar_force/status/1825576811192844770
Fotos von Planet-Satellit zeigen, dass an zwei Stellen Pontonbrücken über den Fluss gebaut wurden. Dadurch, dass alle Brücken über den Fluss Sejm kaputt sind, können die russischen Kräfte südlich des Flusses nicht mehr aus Russland versorgt werden. https://x.com/Damien94475559/status/1825528254268362975
«UNSERE GRÖSSTE INVESTITION»
Volodymyr Zelenskyj sagte heute, dass die Ukraine 1’250 Quadratkilometer in der russischen Region Kursk unter Kontrolle habe. Dazu gehören 92 Siedlungen. Und zu den Zielen sagte Zelenskyj: «„Im Allgemeinen ist diese Operation unsere grösste Investition geworden. Ziel des Prozesses ist Befreiung ukrainischer Männer und Frauen aus russischer Gefangenschaft. Wir haben bereits die grösste Anzahl russischer Gefangener in einer Operation gefangen genommen.» https://t.me/voynareal/96432
KURSKER BEDANKEN SICH
Heute erschien ein Video https://x.com/i/status/1825513965943705704 , welches zeigt, wie ein ukrainischer Soldat einer Frau in einfachen Kleidern vor einem Haus im Dorf Kurshchyna eine mit Konserven gefüllte Kartonschachtel überreicht. Die Frau freut sich offensichtlich, deponiert den Karton vor ihrem Haus und als sie zurückkommt, sagt: sie «Jungs, meine Lieben, möge Gott euch mit Gesundheit segnen! Komm, ich werde dich umarmen» und umarmt einen ukrainischen Soldaten.
Das ukrainische Kommando schreibt dazu: «Solche Videos zeigen die Kluft zwischen der zivilisatorischen Entwicklung der Ukrainer und der Russen. Wenn die Anwesenheit von Russen in ukrainischen Gebieten Mord, Folter und Plünderung bedeutet, dann kümmern sich ukrainische Soldaten in Kurshchyna um die Anwohner, indem sie Lebensmittel und Wasser verteilen.
Es ist bezeichnend, dass Bewohner von Kurshchyna in vielen Videos problemlos auf Ukrainisch wechseln oder ukrainische Wörter verwenden, wenn sie mit Soldaten der Streitkräfte der Ukraine kommunizieren. Historisches Gedächtnis wird ausgelöst.» https://t.me/voynareal/96419
OELANLAGE BRENNT
Die russische Ölanlage von Proletarsk in der Region Rostow brennt seit zwei Tagen und heute kam es zu einer weiteren Explosion. Videos zeigen einen von mehrere Kilometern entfernt sichtbaren Brand mit Rauchwolken, die bis zu den Wolken steigen. Bis zur heute hörbaren zweiten Explosion brannten 11 der Öllager-Tanks. Das Öldepot umfasst gegen 70 Tanks. Der ukrainische Blogger «Tendar» schreibt: «Das Ausmass der Zerstörung, das auf diesen Aufnahmen zu sehen ist, lässt nur die Schlussfolgerung zu, dass diese Anlage, die erst in den letzten Jahren grundlegend saniert und erweitert wurde, einen tödlichen Treffer erlitten hat.» https://x.com/Tendar/status/1825493368060756108
Laut lokalen Medien planen Anwohner, die in der Nähe des brennenden Öldepots in Proletarsk leben, zu evakuieren, wenn sich die Situation nicht verbessert. Der Bürgermeister von Proletarsk antwortete symbolisch: «Wir wissen noch nichts. Es gibt keine Verbesserungen. Es brennt und brennt, alles ist schlimm.» https://x.com/NOELreports/status/1825596204853637481
MEDWEDEW IST ABWESEND
Die Hassreden von Dmitri Medwedew, Stellvertretender Vorsitzender des Sicherheitsrates der Russischen Föderation und ehemaliger Kurzzeit Marionetten-Präsident Russlands werden kaum vermisst. Aber auffällig ist, dass sie seit dem 8.August ausbleiben. Am ersten Tag der Invasion der Ukraine in der russischen Region Kursk schrieb Medwedew in Telegram von «Ukro-Nazis», den man «gnadenlos besiegen und vernichten» müsse. https://t.me/medvedev_telegram/522
Seither, seit 11 Tagen, schweigt Medwedew.
Die Abwesenheit von Medwedew war erstmals dem Berater des ukrainischen Innenministeriums, Anton Gerashchenko, aufgefallen. Letzte Woche schrieb er, dass der Sicherheitsrat, das neue «Kriegskabinett Putins» ohne Anwesenheit von Medwedew stattfand. Nicht einmal per Video sei er zugeschaltet gewesen. «Einige russische Quellen», so schrieb Gerashchenko (https://x.com/Gerashchenko_en/status/1823065351476949424) würden berichten, dass Dmitri Medwedew am ersten Tag der Invasion mit seinem Flugzeug in Richtung Wladiwostock geflüchtet sei.
KAMPFGEIST TROTZ VERLETZUNGEN
Yana Zalevska ist eine Drohnen-„Pilotin“. Sie stammt aus Kherson. Nachdem sie die russische Besatzung überlebt hatte, trat Yana der ukrainischen Armee bei.
Anfang August wurde sie verletzt und erholt sich jetzt. «Der Kampfgeist ist noch nicht verloren», sagt Yana. Foto: Illia Larionov
• Influencer wenden sich an Putin
• Russische Zensur wird ausgebaut
• Ukrainische Drohnen über Donbas
• Kluft zwischen Sieg und Dreckluft
• Klartext von EU-Diplomatin Kallas
• Belarus in Moskaus Netz gefangen
• Kreml warnt Europa vor Illusionen
• Russland greift wieder Städte an
• Ukraine für «Flughafen-Ruhe»
• Lieferabkommen mit Deutschland
• Washingtons erhöht Druck auf Kyiv
• Miserable Frontbilanz Russlands
• Verdacht gegen Zelenskyj-Freund
• Russischer Drohnenbauer in Haft
• Nordkorea profitiert vom Krieg
• 1944: Völkermord an Krimtartaren
• Russen auf der Krim angegriffen
• Unschöne Badeferien an Krimstrand
• Moskaus Verteidigung durchbrochen
• Über 1’000 Drohnen gegen Russland
• Erschreckte Moskowiterinnen
• Wieder US-Öl-Sanktionen – vorläufig
• 2. Hilfsaktion von Ukraine Aktuell
• Notstromgenerator unterwegs
• Hilfe für Khersoner Bevölkerung
• «Swiss for Ukraine» als Partner
• Eure Spenden sind entscheidend
• Wie «Ukraine Aktuell» entsteht
• Der moderne Kampf der Ukraine
• Schweizer Medien und der Krieg
• Russische Armee greift Städte an
• 286 Gefangene wieder zuhause
• Vertrauen in Zelenskyj ist kleiner
• Russlands Ölindustrie geschwächt
• Russische Drohnenfabrik attackiert
• Neue Schweizer Rakete vorgestellt
• Briten liefern Langstreckendrohnen
• Mehrere Innovationen der Ukrainer
• Anti-Zensur-Anschlag vereitelt
• Kreml verkauft wegen Defizit Gold
• Der Kreml verliert Boden und Krieg
• 7 Millionen Drohnen in einem Jahr
• Ukraine greift Militär & Industrie an
• Russische Drohnen gegen UN-Konvoi
• Gericht gegen Putins Regime kommt
• 410 von 2’000 Gefangenen sind frei
• Ungarn spendet für Kinderheim