
Ukraine Aktuell Nr. 330 (19.1.23/24Uhr)
WESTFIRMEN BLEIBEN IN RUSSLAND
Nur 8.6% der Firmen aus der EU und G7 Staaten haben ihre gesamten Aktiva aus Russland zurückgezogen. Die Reduktion der realisierten Gewinne beträgt lediglich 10,4%. Vom gesamten von Westfirmen angestellten Personal in Russland sind 84,7% weiterhin beschäftigt.
Dies zeigen neue Forschungsergebnisse von Professors Simon Evenett von der Hochschule St.Gallen (HSG).
«Als Russland in die Ukraine einmarschierte, waren insgesamt 2’405 Tochtergesellschaften von 1’404 EU- und G7-Unternehmen in Russland aktiv.
Bis Ende November 2022 hatten weniger als 9 Prozent dieser Unternehmen mindestens eine Tochtergesellschaft in Russland veräussert.», heisst es in der Studie.
Die HSG schreibt: «Die Ergebnisse ihrer Untersuchungen widerlegen die oft in den Medien geäusserte Behauptung, dass westliche Unternehmen den russischen Markt in grossem Umfang verlassen.» https://www.unisg.ch/de/newsdetail/news/krieg-in-der-ukraine-viele-unternehmen-weiterhin-in-russland-taetig/
Auf westliche Firmen, die in Russland bleiben, machte im November der pro Kreml Blogger «Lord of war» aufmerksam. (Foto). https://t.me/loordofwar/58672
Die proukrainische Plattform «War-Sponsors» listet die Putintreuen Firmen auf und wieviel sie an Steuern dem russischen Staat zahlen, welcher dieser auch für den Krieg einsetzt. https://war-sponsors.com/
ZELENSKYJ MACHT DRUCK
Morgen treffen sich auf der US-Airbase in Ramstein die Vertreter der westlichen Staaten, welche die Ukraine militärisch und humanitär unterstützen.
Kurz vor dem Treffen sagte der ukrainische Präsident Volodymyr Zelenskyj: «Gegen Tausende von Panzern der Russischen Föderation reichen der Mut unseres Militärs und die Motivation des ukrainischen Volkes nicht aus».
Diese Worte sprach Zelenskyj auf einer Pressekonferenz während des Besuchs des Präsidenten des Europäischen Rates Charles Michel in Kiew. https://t.me/KyivIndependent_official/14381
In seiner abendlichen Videobotschaft dankte Zelenskyj namentlich Estland, Dänemark, Schweden und Litauen für ihre Lieferungen militärischer Güter. Estland liefert Haubitzen und Munition; Schweden liefert verschiedene Arten von Panzern; aus Dänemark werden weitreichende CAESAR-Artilleriegeschütze und Luftabwehrsysteme erwartet und Litauen hat Flugabwehrsysteme, Munition und Hubschrauber versprochen. https://t.me/dvish_alive_eng/12334
KREML WARNT VOR LIEFERUNGEN
Kreml-Sprecher Dmitri Peskow äußerte sich wie folgt zu der Lieferung von schweren Waffen wie Kampfpanzern und Langstreckenraketen durch NATO-Länder an die Ukraine:
«Das ist potenziell extrem gefährlich. Es würde bedeuten, den Konflikt auf eine ganz neue Ebene zu heben, was natürlich aus globaler und gesamteuropäischer Sicherheitssicht nichts Gutes verheisst.» https://t.me/entre_guerras/36481
KRANKENHAUS DNIPRO ÜBERFÜLLT
Wenige Stunden nach dem russischen Angriff auf ein Wohnhaus in Dnipro am 14. Januar war der Haupteingang des Hauptkrankenhauses der Stadt so überfüllt wie nie zuvor.
Das medizinische Personal rief Angehörige an und bat sie dringend, ins Krankenhaus zu kommen. Auch wenn sie keinen Anruf erhielten, kamen viele, um nach ihren Angehörigen zu suchen, die noch vermisst wurden.
Mehr als 80 Menschen wurden verletzt, Dutzende mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden, was die medizinische Versorgung in der Stadt enorm belastete. https://t.me/KyivIndependent_official/14377
(Wegen drohender Zensur von Facebook werden die Fotos nur im Newsletter «Ukraine Aktuell» und auf www.aldrovandi.net veröffentlicht)
MILITÄRAKTIONEN IN BELARUS
In Belarus wurden Kampfhubschrauber näher an die Grenze zur Ukraine verlegt. Die Zunahme solcher Aktivitäten in Weissrussland ist seit dem Donnerstagmorgen zu beobachten. https://nv.ua/ukr/world/countries/u-bilorusi-vertoloti-perekinuli-blizhche-do-ukrajini-50298694.html
SERBIEN HILFT BEIM STROM
Serbien wird der Ukraine beim Wiederaufbau von Energieinfrastruktureinrichtungen helfen die nach den Angriffen der Besatzer zerstört wurden. Gemäss der Webseite des serbischen Staates, wurde der entsprechende Beschluss auf einer Sitzung der Regierung am Donnerstag, den 19. Januar, gefasst. Gleichzeitig teilte das serbische Energieministerium mit, dass die Ausrüstung gespendet wird, nannte aber keine weiteren Einzelheiten zu dem Hilfspaket. https://bit.ly/3kuctiv Die ukrainische Medienplattform «UnianNet» schreibt dazu sarkastisch: «Es ist erwähnenswert, dass Serbien der Ukraine bereits zwei Krankenwagen geschenkt hat.» https://www.unian.net/
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