
#UKRAINE AKTUELL Nr. 1671 (20.9.2026 /8 Uhr)
• Wahlbetrug in Russland
• Grossangriff auf Moskau
• Extreme Wende aus Paris
• Mutter und Kinder getötet
• Putin droht mit A-Waffen
• Sacharowas Veränderung
• Ein Deal mit wenig Neuem
PUTIN-JUGEND IN AKTION
«InformNapalm» ist eine Gruppe unabhängiger OSINT (Open Source Intelligence)-Analysten aus der Ukraine, Georgien und weiteren Ländern, mit Schwerpunkt auf Russlands Krieg gegen die Ukraine.
Im Jahr 2019 veröffentlichte InformNapalm eine umfassende OSINT-Studie mit dem Titel «Putin-Jugend: Kinder für den russischen Krieg» über die systematische Militarisierung von Kindern in der Russischen Föderation und auf den besetzten Gebieten der Ukraine.
Seitdem sind sieben Jahre vergangen. Das System ist seither massiver, technologisch fortschrittlicher und viel näher am realen Schlachtfeld geworden.

«InformNapalm» beschreibt das aktuelle Programm «Zarnitsa 2.0». Dieses mobilisiert im Jahr 2026 mehr als 3,2 Millionen Schüler und Studenten im Alter von 7 bis 23 Jahren.
Das Programm der Putin-Jugend gliedert sich nach dem Alter der Teilnehmer. Der Prozess der militärischen Sozialisierung verläuft über mehrere Jahre:

Ab dem Alter von 11 Jahren werden die Teilnehmer in militärische Fachrichtungen eingeteilt:
Die «Drohnenoperateure» üben mit Drohnen Aufklärung, Abwürfe und Angriffe auf simulierte Ziele.
Die «Kriegskorrespondenten» erstellen Inhalte, betreiben Telegram-Kanäle ihrer Einheiten, arbeiten mit dem Publikum und konkurrieren um Reichweite. Das bedeutet, dass die Jugend parallel zur militärischen Ausbildung auch auf informations- und kognitive Auseinandersetzungen vorbereitet wird.

Die simulierten «Armeen» werden angeführt von Teilnehmern der sogenannten «Spezialmilitäroperation», wie der Kreml den Krieg Russlands gegen die Ukraine bezeichnet. Sie werden den Kindern als Mentoren, Autoritäten und als Beispiel für einen möglichen «zukünftigen Lebensweg» präsentiert.
Ein besonderer Aspekt sind die ukrainischen Kinder aus den vorübergehend besetzten Gebieten. Auf den offiziellen Plänen von «Zarnytsia/Zarnitsa 2.0» wird die besetzte Krim bereits als integraler Bestandteil des russischen Föderationskreises dargestellt, und Kinder aus den besetzten Gebieten werden in das russische System der militär-patriotischen Erziehung integriert.
«InformNapalm» schreibt: «Im Jahr 2019 nannten wir diesen Prozess „Putin-Jugend“.
Im Jahr 2026 ist dies keine Prognose mehr. Es ist ein mehrmillioniges staatliches System, das an die Erfahrungen des aktuellen Krieges angepasst ist.
Während Europa diskutiert, welche Bedrohung es in 5–10 Jahren geben könnte, arbeitet Russland bereits mit einer Generation, die in 5–10 Jahren 18–30 Jahre alt sein wird.»
https://informnapalm.org/ua/zarnytsa-2-0-yak-rosiia-stvoriuie-putiniugend/; https://t.me/informnapalm/28546

UKRAINISCHER FRONTFORTSCHRITT
Zwischen dem 22. Mai und dem 5. September eroberten ukrainische Truppen in der 1. Front mehr als 200 Quadartkilometer zurück. Der Fortschritt gelang nördlich der ostukrainischen Stadt Lyman in Richtung des Flusses Zherebets bei Nevske. Verantwortlich für die Gegenangriffe waren das 3. Armeekorps der ukrainischen Armee (ehemals 3. Sturmbrigade der AZOV).

Mit der Rückeroberung wurden die russischen Besatzer in diesem Frontabschnitt auf den Stand von Mai 2025 zurückgeworfen. Dieses Gebiet ist äusserst wichtig. Russland hätte es nutzen können, um in Richtung Lyman vorzustoßen und später Slowjansk, Izium und den nördlichen Donbass zu bedrohen.
Den Frontverlauf dokumentierte der französische OSINT-Analyst Clement Molin.

Der russische Militärblogger «Rybar» und die russische Plattform «Milinfolive» bestätigen das Vorrücken der ukrainischen Armee.
«Milinfolive» schreibt: «Die Verschlechterung der taktischen Lage könnte durch die, leider, übliche Reaktion der lokalen Kommandoführung noch verschärft werden, die in dem Versuch, die tatsächliche Lage zu verschleiern, wahrscheinlich alle Kräfte in die fieberhafte Beseitigung der Folgen und die sogenannte „Krisenbewältigung“ stecken wird.»
Und ganz generell stellt «Milinfolive» fest, «dass die obersten Führungskräfte und das Verteidigungsministerium sowie der Staat manchmal den Eindruck erwecken, von der tatsächlichen Situation vor Ort getrennt zu sein.»
https://twitter.com/clement_molin/status/2097246426551955493/photo/1; https://t.me/rybar/82961; https://t.me/milinfolive/179116;

RUSSISCHER HAFEN ATTACKIERT
Der russische Hafen Noworossijsk war in der Nacht auf heute das Ziel eines Grossangriffs ukrainischer Drohnen. Bilder des NASA-Satellitensystems «FIRMS» (Feuer Informationssystem) zeigen mehrere Brandherde in und um den Hafen. Videos belegen Brände im Hafen und in einem Heizölterminal. Anwohner melden «mehrere Explosionen» in der Stadt.
Im Hafen von Noworossijsk versteckt die russische Armee die übrig gebliebenen Schiffe ihrer Schwarzmeerflotte. Die Anlage ist von einem Raketen- und Luftabwehrsystem geschützt. Dazu gehören auch «mobile Feuergruppen».
https://t.me/exilenova_plus/30551; https://t.me/u_now/211696; https://firms.modaps.eosdis.nasa.gov/;

MINUS ZWEI KAMPFJETS
Zwei Mehrzweckkampfflugzeuge vom Typ Su-35S der russischen Luftwaffe kollidierten am Montag während eines Einsatzes in der russischen Region Kursk und stürzten in der Folge ab.
Den Unfall meldete «Fighterbomber», einer der bekanntesten russischen Kanäle für Militärluftfahrt. https://t.me/bomber_fighter/26462
Die beiden Maschinen brannten aus. Einer der Piloten soll getötet und der andere verletzt worden sein. https://t.me/milinfolive/179115
Der georgische OSINT-Analyst «Visioner» schreibt: «Selbst wenn solche Verluste ohne direkte Beteiligung der Ukraine entstehen, verringern sie dennoch die Anzahl der verfügbaren Flugzeuge, beanspruchen Ersatzkapazitäten und belasten eine Luftwaffe zusätzlich, die bereits erhebliche Kriegsverluste erlitten hat.» https://x.com/visionergeo/status/2097006569703555582

KRIEG KANN JAHRE DAUERN
Die Verbündeten der Ukraine müssen sich auf einen «langwierigen Konflikt und die fortgesetzten militärischen Bedürfnisse der Ukraine in den kommenden Monaten und Jahren» vorbereiten. Das sagte der stellvertretende US-Verteidigungsminister Elbridge Colby an der «Ramstein»-Konferenz. (Beim «Ramstein»-Treffen koordinieren die westlichen Partner der Ukraine ihre militärische Unterstützung). https://t.me/u_now/211685
Der NATO-Generalsekretär Mark Rutte forderte die Partner auf, die Unterstützung für die Ukraine zu erhöhen. Die europäischen Länder haben sich darauf geeinigt, mehr amerikanische Patriot-Systeme für die Ukraine zu beschaffen und Raketen aus ihren eigenen Beständen zu liefern.
Der Ukraine wurde die Lieferung von 1’000 Patriot-Raketen versprochen. Diese müssten allerdings im nächsten Jahr erst noch produziert werden. Der ukrainische Verteidigungsminister Jewhenij Khmara forderte die Partner auf, bereits jetzt Raketen aus ihren Beständen zu liefern. https://t.me/u_now/211690; https://www.reuters.com/business/aerospace-defense/ukraine-contracting-around-1000-patriot-missiles-allies-defence-chief-says-2026-09-08

RUSSLAND GREIFT GRENZE AN
Der Grenzübergang «Starokosatsche» an der Grenze Ukraine-Moldawien ist vorübergehend ausser Betrieb, nachdem er von Russland angegriffen wurde. Gebäude wurden beschädigt, Busse, Lastwagen und Pkw zerstört. Ein Grossbrand brach aus. Rettungskräfte evakuierten 16 Personen. Der Angriff forderte zwei Menschenleben und drei Verletzte, vorwiegend Zivilisten.

Die ukrainischen Behörden teilten mit, dass die Abfertigung von Bürgern und Fahrzeugen an diesem Grenzabschnitt vorübergehend ausgesetzt wurde. Die moldauische Seite wurde über die Situation informiert. https://t.me/u_now/211711; https://www.pravda.com.ua/news/2026/09/09/8052539
Russland hat in den letzten Wochen mehrere Zoll- und Grenzstationen angegriffen. Damit soll der Export von Weizen und anderen ukrainischen Gütern verhindert werden. Insbesondere der Export von Getreide ist eines der Ziele der russischen Armee, was sie auch mit Angriffen auf den Hafen von Odesa zu erreichen versucht.

UNGARN WIRFT RUSSEN RAUS
Ungarn hat 10 russische Diplomaten wegen illegalen Aktivitäten ausgewiesen. «Die russischen Diplomaten haben Tätigkeiten ausgeübt, die gemäss dem Wiener Übereinkommen für Diplomaten nicht zulässig sind», schreibt die ungarische Aussenministerin Anita Orbán.
Weiter schreibt Anita Orbán: «Diese Entscheidung dient dem Schutz der Sicherheit und Souveränität Ungarns. Dies bedeutet jedoch keinen Abbruch der diplomatischen Beziehungen zu Russland.» https://www.facebook.com/story.php?story_fbid=122137610511205555&id=61586166663656&mibextid=wwXIfr&rdid=AaFW4ID78zgUCOxh
➡️ Der russische Botschafter in Budapest, Jewgeni Stanislawow, bezeichnete die Ausweisung als «feindlichen Schritt» und erklärte, dass Moskau eine Antwort vorbereite.
➡️ Der ukrainische Aussenminister Andrij Sybiha bezeichnete die Entscheidung als zeitgemäss und erklärte, dass die Reduzierung der Anzahl russischer Diplomaten in der EU dazu beitragen werde, die Risiken von Sabotage, Desinformation und Provokationen zu verringern.

NEUWAHLEN IN SERBIEN
Der serbische Präsident Aleksandar Vučić wird heute um 12 Uhr die Auflösung der Nationalversammlung und die Einberufung von vorgezogenen Wahlen bekanntgeben. Das berichtet der serbische Nachrichtensender «N1». Die vorgezogenen Wahlen seien für den 25. Oktober geplant.
Gegenüber dem öffentlich-rechtlichen serbischen Sender «RTS» sagte Vučić, dass er das Wahlergebnis akzeptieren werde – wie auch immer es ausfallen möge – und seinen Gegnern gratulieren werde, sollten sie gewinnen.
Seit Monaten finden in Serbien Proteste gegen die Regierung statt. Die Opposition wirft Vučić Korruption, die Einschränkung der Medienfreiheit und die Unterdrückung von politischen Gegnern vor.
https://n1info.rs/vesti/vucic-izbori-u-srbiji-ce-biti-odrzani-25-oktobra /; https://www.rts.rs/vesti/politika/6035638/izbori-izmedju-dve-kule–ide-li-srbija-ka-referendumskoj-atmosferi.html

• Wahlbetrug in Russland
• Grossangriff auf Moskau
• Extreme Wende aus Paris
• Mutter und Kinder getötet
• Putin droht mit A-Waffen
• Sacharowas Veränderung
• Ein Deal mit wenig Neuem

• Auch heute brennt eine Raffinerie
• Kein «Energiefriede» à la Trump
• Zelenskyj in New York eingetroffen
• Kommunisten widersprechen Putin
• Wutanfall wegen Peskow-Aussagen
• Unterirdische Drohnenfabriken
• Schweiz übernimmt EU-Sanktionen
• Politikwechsel für Israel angekündigt
• TV-Aufstand gegen Trump Zensur

• Gründe und Grenzen der Offensive
• Spekulationen über die Südfront
• «Russland zu schwach für Angriff»
• Mehrere Rechenzentren zerstört
• Russische Nachtangriffe auf Kyiv
• Terror-Höhepunkt im November
• 20 Mio $ Kopfgeld auf «Magyar»
• Russlands Mobilisierung im Gang
• Facebook Teilnahme-Empfehlung

• Dramatische Situation in Kyiv
• «Attacken ohne jede Hemmung»
• Angriff mit 1’000 Raketen geplant
• Brand in Medikamentenlager
• Erfolgs-Propaganda misslungen
• Ukraine gewinnt mehr Land
• Grosses Ural-Tanklager brennt
• Japan ergreift neue Sanktionen
• Was Russinnen denken – Teil 10

• Erfolgreiche ukrainische Offensive
• General und «Held Russlands» tot
• Marschbefehl für russische Opposition
• Russische Provokation bei Norwegen
• Polen verstärkt seine Grenzen
• Zwei Angriffe auf Zelenskyjs Flugzeug
• Kritische Finanzlage in der Ukraine
• Der kriminelle Financier von Trump Jr.
• Streit um Sanktionen gegen Russland

• Strom Abschaltungen in Kyiv
• Raketen treffen Zivilisten
• Der «Pest-Vorfall» von Irkutsk
• USA warnen vor Irkutsk-Reisen
• Tankerbrand vor Sotschi
• Provokationen gegen Lettland
• Autonomer Kampf der Roboter
• Trump begrüsst US-Mediendeal
