
#UKRAINE AKTUELL Nr. 1677 (26.9.2026 /8 Uhr)
• Drohungen gegen Litauen
• Weitere Raffinerien brennen
• AfD auf Kreml-Kurs
• Der Sinn von Sanktionen
• Putins Enkelin heisst Selenskyj
• Russen trinken weniger
• Appell: «Ich bin der Krieg»
3 STUNDEN REDEN MIT PUTIN
Trumps Sonderbeauftragter Jared Kushner (Schwiegersohn) und Steven Witkoff (Immobilienhändler) waren am Samstag in Moskau zu einem erneuten offiziellen Besuch. Die beiden Amerikaner trafen am Samstagmittag in der russischen Hauptstadt ein. Um 20 Uhr trafen sie im Kreml mit Putin zusammen. Das Gespräch dauerte drei Stunden.
Gemäss dem offiziellen Kreml-Foto nahmen auf der russischen Seite auch der Putin-Berater Juri Uschakow und der russische Ukraine-Unterhändler Kirill Dmitrijew teil. Uschakow gilt als Hardliner. Dmitririjew ist ein Investementmanager und enger Vertrauter von Witkoff.
Über den Inhalt des Gesprächs sagte ein namentlich nicht genannter Vertreter des Weissen Hauses der Nachrichtenagentur Reuters: «Die USA und Russland haben weitere Schritte zur Erreichung des Friedens in der Ukraine besprochen.» Ein ebenfalls anonymer Vertreter des Kremls sprach von «äusserst nützlichen Gesprächen».

Putins Berater Juri Uschakow sagte der Nachrichtenagentur Reuters, Witkoff und Kushner hätten «eine Reihe von Ideen zu möglichen Wegen für eine Einigung skizziert». Uschakow wurde nicht konkreter. Ausserdem sagte Uschakow, Putin habe den beiden mitgeteilt, dass Russland auf dem Schlachtfeld «echte Fortschritte» mache und zuversichtlich sei, seine Ziele zu erreichen, wobei er die Notwendigkeit betonte, «alle Ursachen des Konflikts» anzugehen. https://www.reuters.com/world/europe/putins-envoy-dmitriev-meet-witkoff-kushner-upon-their-arrival-moscow-sources-say-2026-09-05/
Wie die russische Propagandaagentur RIA-Novosti berichtet, sagte Witkoff zu Putin: «Wenn wir in Rente gehen, werden wir viele Geschichten haben, an die wir uns erinnern können. Und die Gespräche mit Ihnen werden eine der besten und unvergesslichsten davon sein». Der Ukraine und Gaza-Sonderbeauftragte bedankte sich bei Putin für das Treffen und überbrachte ihm die besten Wünsche von Trump.
Gemäss RIA-Novosti trafen sich vor dem Gespräch im Kreml Putins Ukraine-Beauftragte Kirill Dmitrijew und die US-Delegation zu einem dreieinhalbstündigen Mittagessen. https://ria.ru/20260905/putin-2115782980.html
Für heute Sonntag werden die beiden Delegierten von Trump in Kyiv erwartet. Für Kushner und für Witkoff wird dies der erste Besuch in der ukrainischen Hauptstadt sein. https://t.me/u_now/211372;
KOMMENTAR: Gemäss den verfügbaren Informationen rückt Putin nicht von seiner Position ab und redet immer noch von Erfolgen an der Front, die es tatsächlich nicht gibt. Auch sein Verweis auf die sogenannten «tieferliegenden Ursachen» sind nicht neu und belegen den Wunsch Moskaus, sich die ganze Ukraine zu unterwerfen.
Viel entscheidender für das diplomatische Pendeln von Kushner und Witkoff – beide weiterhin ohne gewählte Funktion – dürfte ihre Reise nach Kyiv sein, die für heute geplant ist. Schon mancher kalter Politiker hat sich angesichts der tatsächlichen Lage und der von Russland vor Ort verübten Gräueltaten beeindrucken lassen. Diese Chance wird Volodymyr Zelenskyj nutzen, sofern sich die US-Delegierten nicht im letzten Moment zurückziehen.

RELATIVE WAFFENRUHE
Seit Samstagmorgen werden weniger Kampfhandlungen gemeldet. Die Ukraine hatte eine Waffenruhe vom 5. bis zum 8. September vorgeschlagen. Berichten zufolge erhielten mehrere ukrainische Brigaden entsprechende Anweisungen. https://understandingwar.org/research/russia-ukraine/russian-offensive-campaign-assessment-september-5-2026
Russland stimmte der Waffenruhe zu, beschränkte sie aber nur auf die Hauptstädte. Der russische Präsident Wladimir Putin habe den russischen Streitkräften befohlen, Kyiv ab heute drei Tage lang nicht anzugreifen, erklärte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow laut russischen Staatsmedien am Samstag. https://kyivindependent.com/breaking-putin-orders-3-day-halt-to-strikes-on-kyiv-during-u-s-envoys-visit-kremlin-says/

Bekannt sind folgende Kampfhandlungen der letzten 24 Stunden:

VORBEREITUNG FÜR RAMSTEIN
Der ukrainische Verteidigungsminister, Jewhen Khmara, führte ein Telefongespräch mit dem Generalsekretär der NATO, Mark Rutte. Die Gesprächspartner erörterten die Vorbereitungen für die nächste Sitzung im «Ramstein»-Format. (Erklärung: In den sogenannten «Ramstein-Treffen» besprechen die westlichen Unterstützer die Waffenhilfe für die Ukraine. «Ramstein»-Treffen gibt es seit über vier Jahren in unregelmässigen Abständen.)
Zu den wichtigsten Themen gehörten: die Lieferung von Luftverteidigungssystemen an die Ukraine, zusätzliche Finanzierung der Streitkräfte und die weitere Unterstützung der Partner im Rahmen des PURL-Programms. (Erklärung: Das «PURL»-Programm umfasst Waffenkäufe der westlichen Partner für die Ukraine in den USA, welche von den westlichen Partnern finanziert werden). https://t.me/u_now/211364

SCHMUGGEL ÜBER MALEDIVEN
Die Malediven sind zu einem geheimen Umschlagplatz geworden, um Sanktionen gegen Russland zu umgehen: Über das Land werden westliche Waren im Wert von Hunderten von Millionen Dollar nach Moskau geschmuggelt, berichtet das «Wall Street Journal».
Das System funktioniert über den Flughafen Malé. Lokale Vermittler wickeln Waren ab, die aus den USA, Europa und China ankommen, und verladen sie dann auf tägliche Flüge von «Aeroflot» nach Moskau. Bei der Umschreibung der Dokumente kann die Information über den ursprünglichen Verkäufer verschwinden, und die Waren unterliegen nur minimalen Zollkontrollen.
Über die Malediven werden nach Russland Flugzeugteile, Mikrochips für Raketensysteme, optische Ausrüstung für Satelliten sowie Teile, die für Flugzeuge und Langstreckenraketen geeignet sind, geschickt. Ein Teil der Produkte gelangt in Russland zu Unternehmen, die von Sanktionen betroffen sind.
Der Umfang dieses Systems ist seit Beginn des umfassenden Krieges drastisch gestiegen: Russische Statistiken zeigten einen Anstieg der Importe aus den Malediven von weniger als 7 Millionen US-Dollar im Jahr 2021 auf über 630 Millionen US-Dollar im Jahr 2022. Die USA und die EU üben bereits Druck auf die Regierung des Landes aus und fordern, diesen Kanal zu unterbrechen. https://www.wsj.com/world/the-island-paradise-that-is-a-secret-hub-for-russian-sanctions-evasion-c2c103ed

FAKE-NEWS FÜR PUTIN
Gemäss der britischen Zeitung «The Times» produziert eine Gruppe von Spezialisten speziell bearbeitete Nachrichtensendungen für Putin und bezeichnet ihn als den «Hauptzuschauer».
Putin nutzt das Internet nicht. Seine Berater wählen die Nachrichten aus, die er zu sehen bekommt. Ein Mitarbeiter der russischen Hauptnachrichtensendung «Vesti» auf dem staatlichen Sender «Rossija 1» berichtet, dass die reguläre Nachrichtensendung jeweils um 20 Uhr ausgestrahlt wird.
Anschliessend blieb zu seiner Dienstzeit das Team noch länger in der Redaktion und überarbeitete die Sendung für Putin, wobei entschieden wurde, was beibehalten, hinzugefügt, ausgeschmückt oder entfernt werden sollte. So soll Putin ein «Ideales Bild von Russland» vermittelt werden.
Die «Times» und die russische Plattform «Verstka Media» enthüllen ausserdem, wie viel führende Propagandisten als Gage für ihre Arbeit erhalten:
Er hat Selenskyj als «bösen Pudel» bezeichnet und Putin mit Churchill verglichen.
https://www.thetimes.com/world/russia-ukraine-war/article/president-putin-propaganda-chiefs-lj8pjnk2w; https://x.com/Mylovanov/status/2095232872005206169?s=20
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