#UKRAINE AKTUELL Nr. 1654 (3.9.2026 /8 Uhr)

  • Kriegsverbrecher und Nazi verurteilt
  • Flüge über Russland sind gefährlich
  • 26 Moskau-Flüge wurden gestrichen
  • KI-Drohnenschwärme starten bald
  • Kasachstan liefert kein Benzin
  • Terroranschläge in Deutschland
  • Norwegen hilft ukrainischer Naftogaz
  • FIS lockert Sportler-Sanktionen

RUSSISCHER NEONAZI VERURTEILT

Der russische Staatsbürger Yan Petrovsky muss für 12 Jahre und 6 Monate ins Gefängnis. Verurteilt wurde er wegen Kriegsverbrechen an ukrainischen Soldaten. Das zuvor gefällte Urteil für eine lebenslange Haft hat das finnische Berufungsgericht in Helsinki abgemildert.

Yan Petrovsky – auch bekannt unter dem Namen «Voislaw Torden» – war stellvertretender Kommandant der Sabotage- und Angriffsgruppe «Rusich». Am 5. September 2014 beteiligte er sich an einem Hinterhalt auf ukrainische Soldaten in der Region Luhansk. Dabei benutzte er während des Angriffs illegal die ukrainische Staatsflagge und feuerte anschliessend mit einem Maschinengewehr direkt auf die ukrainischen Verteidiger.

22 ukrainische Soldaten wurden getötet. Vier wurden verwundet.

Das Gericht stellte zudem fest, dass er erniedrigende Fotos in den sozialen Medien geteilt hatte. Er veröffentlichte Videoaufnahmen, wie er ukrainischen Gefangenen die Ohren abschneidet und einem anderen Gefangenen eine Runen-Rad (Nazi-Zeichen) in die Wange ritzt, bevor er diesen erschiesst. Er erklärte öffentlich, dass «Rusich»-Kämpfer keine ukrainischen Gefangenen nehmen und keine Gnade zeigen würden.

Yan Petrovski bezeichnete sich als «grossen Slawen» und war Mitglied einer russischen Neonazi-Organisation.

In «Ukraine Aktuell Nr. 548» wurde am 25. August 2023 erstmals über Petrovski berichtet. Damals war er in Finnland festgenommen worden und der russische Botschafter hatte sich für ihn eingesetzt.

Die Generalstaatsanwaltschaft der Ukraine nannte dies ein «Urteil von grosser Bedeutung»: Sie hatte den finnischen Ermittlern die benötigten Unterlagen zur Verfügung und die internationale Rechtshilfe koordiniert. Finnische Ermittler führten in der Ukraine 13 Vernehmungen durch, untersuchten Foto- und Videobeweise und führten eine gemeinsame gerichtsmedizinische Untersuchung durch. Opfer und Zeugen, die sich noch in der Ukraine befanden, sagten per Videokonferenz direkt in finnischen Gerichtsverfahren aus.

«Wir werden weiterhin alle verfügbaren rechtlichen Mittel nutzen – ukrainische Gerichte, internationale Institutionen und die nationalen Gerichte von Partnerstaaten. Es darf keine sicheren Grenzen und keine sicheren Gerichtsbarkeiten für Kriegsverbrecher geben», sagte der ukrainische Generalstaatsanwalt Ruslan Kravchenko.

https://x.com/armyinformcomua/status/2094407208846914001; https://ukraineaktuell.com/ukraine-aktuell-nr-548-25-8-23-23uhr/

WARNUNG VOR FLÜGEN

Die Ukraine hat die ICAO (Internationale Zivilluftfahrtorganisation) offiziell vor den Risiken für die zivile Luftfahrt im russischen Luftraum gewarnt. Der russische Luftraum sei aufgrund erhöhter militärischer Aktivitäten für die zivile Luftfahrt unsicher, hiess es in der Mitteilung.

Der ukrainische Aussenminister Andrii Sybiha schreibt auf X: «Wir drängen alle, den Luftraum zu meiden. Russland ignoriert die bestehenden Bedrohungen, die aus seiner Aggression gegen die Ukraine resultieren, bewusst, was in den vergangenen Jahren bereits zu mehreren Vorfällen geführt hat.

Vor dem Hintergrund der drastischen Eskalation des Terrors Russlands gegen die Ukraine wird der russische Luftraum zunehmend unsicher.

Dies ist unsere verantwortungsvolle Entscheidung, die ICAO und alle Fluggesellschaften sowie Regierungen zu warnen – auch wenn Russland sich weigert, seine Verpflichtung zur Information zu erfüllen. Wir wollen unbeabsichtigte Vorfälle verhindern.» https://x.com/andrii_sybiha/status/2095125631361016177

FLÜGE NACH MOSKAU GESTRICHEN

Ausländische Fluggesellschaften haben 26 Flüge nach Moskau gestrichen. Sie reagierten damit auf die ukrainische Erklärung, die den russischen Himmel wegen der ukrainischen Drohnen als unsicher bezeichnete.

➡️ Pegasus (Türkei) hat 12 Flüge gestrichen;

➡️ Turkish Airlines – 4;

➡️ Flydubai und Nesma Airlines (Ägypten)– jeweils 2;

➡️ «Shirak Avia» (Armenien) – 4;

➡️ Kuwait Airways – 1;

➡️ Somon Air (Tadschikistan) – 1.

«Pegasus» gab «technische betriebliche Gründe» als Ursache an. Weil Flüge per sofort gestrichen wurden, bleiben Passagiere am Flughafen in Moskau zurück. «Turkish Airlines» begründete die Streichung mit dem «Austausch von Flugzeugen». Die anderen Fluggesellschaften nannten keine Gründe für die Streichung.

In seiner Abendansprache sagte Volodymyr Zelenskyj zu den Rückzügen: «Dies ist die richtige und vollkommen logische Reaktion auf die aktuellen Fakten – auf alles, was aus dem Krieg resultiert, den Putin nicht beenden will. Menschenleben müssen geschützt werden.»

https://t.me/u_now/211009; https://x.com/ZelenskyyUa/status/2095238191158571517

«OPERATION M&Ms» BEGINNT

Volodymyr Zelenskyj soll den Plan für die «Operation M&Ms» bewilligt haben. Das berichtet Simon Shuster vom Magazin «The Atlantic». «Nun ist es soweit», sagte eine der Quellen von Shuster, wie er auf X schreibt.

Mit der «M&Ms»-Operation sollen Moskauer Flughäfen mit KI-gesteuerten Drohnen «überschwemmt» werden. Dies soll die Flughäfen ausser Betrieb setzen, um die russische Elite zu isolieren und Druck auf Putin auszuüben, damit er einen Waffenstillstand aushandelt.

Vor zwei Wochen hatte «Atlantic» berichtet, dass der «M&Ms» Plan unter der Leitung des ehemaligen Verteidigungsministers Mykhailo Fedorov ausgearbeitet worden, aber von Zelenskyj nach der Entlassung von Fedorov gestoppt worden sei. Damals bezeichnete das ukrainische Präsidialbüro den Artikel als «Unsinn». Zum neuen Artikel gibt es bisher keine Äusserungen. https://x.com/shustry/status/2095046927762985319; https://www.theatlantic.com/national-security/2026/08/ukraine-moscow-airports-ai-drones/688337; https://ukraineaktuell.com/ukraine-aktuell-nr-1641-21-8-2026-8uhr/

KEIN BENZIN AUS KASACHSTAN

Kasachische Raffinerien weigern sich, Benzin nach Russland zu liefern, obwohl sie vom Staat Lieferquoten erhalten hatten.

Die Raffinerie Pawlodar erhielt im Juli die Genehmigung, 17’500 Tonnen Benzin der Sorte AI-92 nach Russland zu exportieren. Im August wurde der Raffinerie Atyrau eine ähnliche Quote zugewiesen. Beide Unternehmen lehnten die Lieferungen jedoch ab und behielten den Treibstoff für den heimischen Markt, der wegen der saisonal hohen Nachfrage selbst zusätzlichen Bedarf hat.

Grund für die Weigerung sind auch die tiefen russischen Preise. Zudem befürchten die Raffinerien Sekundärsanktionen, Probleme bei Zahlungen über russische Banken und mögliche Schwierigkeiten beim Export von kasachischem Öl nach Europa. https://szru.gov.ua/news-media/news/kazakhstanski-npz-proihnoruvaly-putinskyi-defitsyt-palnoho; https://dailybaku.az/en/article/kazakh-refineries-halt-gasoline-exports-to-russia-over-sanctions-fears

ANSCHLÄGE IN DEUTSCHLAND

In Deutschland häufen sich Angriffe auf die Stromversorgung. Am Dienstag kam es zu zwei Anschlägen auf Umspannwerke in Jänschwalde in Südbrandenburg und in Bergheim bei Köln in Nordrhein-Westfalen. In beiden Fällen gingen die Täter ähnlich vor: Unbekannte schossen Metallkabel über die Stromoberleitung, die zu den Umspannwerken führten. Durch diese Erdung sollten Kurzschlüsse verursacht werden, was teilweise gelang.

In Brandenburg wurden am Mittwoch über ein Dutzend selbstgebaute, raketenähnliche pyrotechnische Geräte gefunden, mit denen offenbar ein Kurzschluss verursacht werden sollte. In Nordrhein-Westfalen entdeckte die Polizei sechs ähnliche Startvorrichtungen für pyrotechnische Ladungen.

Herbert Reul, Innenminister von Nordrhein-Westfalen, sagte: «Das war Absicht. Wer da rangeht, greift unser Land an.» Reul ergänzte: «Wir prüfen zwei Richtungen: fremdstaatlich gelenkte Sabotage und Linksextremismus.»

Im Januar kam es in Berlin zu einem Anschlag auf die Stromversorgung, wodurch 45’000 Haushalte ohne Energieversorgung blieben. Im Juni gab es einen weiteren Anschlag auf die Stromversorgung in Reutlingen, wodurch ebenfalls 40’000 Haushalte ohne Elektrizität blieben.

https://www.spiegel.de/panorama/justiz/bergheim-in-nrw-ermittler-finden-sechs-abschussvorrichtungen-auf-feld-a-e1ab7a51-2729-4981-ab0b-52b7b1b90a3e; https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/angriffe-auf-stromversorgung-ermittlungen-wegen-sabotage,VU495lZ; https://t.me/milinfolive/178745  

FIS LOCKERT SANKTIONEN

Ab diesem Winter dürfen Russen und Weissrussen/Belarussen an internationalen Wettbewerben im Skisport teilnehmen. Der Internationale Ski- und Snowboardverband (FIS) hat die Teilnahmebedingungen für Sportler aus Russland und Belarus geändert. Sie dürfen nun an ausgewählten internationalen Wettbewerben unter neutraler Flagge teilnehmen – d.h. ohne Flaggen, Hymnen und andere staatliche Symbole. Dies entschied der Exekutivrat der FIS am Mittwoch an einer zweitägigen Sitzung in Thun, Schweiz.

Um an den Wettbewerben teilnehmen zu können, müssen die Sportler und Mitglieder ihrer Teams eine Neutralitätserklärung unterzeichnen und dürfen keine Verbindungen zu den Streitkräften ihrer Länder haben. https://www.fis-ski.com/inside-fis/news/2026-27/fis-defines-conditions-for-participation-of-belarusian-and-russian-athletes-in-2026-27

Ähnliche lockere Regelungen für Russen und Weissrussen wurden bereits für Wettbewerbe im Tischtennis, Gewichtheben, Taekwondo, Wassersport, Ringen, Turnen und Fechten veröffentlicht. Die FIFA unter Leitung von Gianni Infantino diskutiert ebenfalls ihre Rückkehr von Sportlern der beiden Kriegsnationen in den internationalen Fussball. https://t.me/uniannet/200158

NORWEGEN HILFT «NAFTOGAZ»

Norwegen hat auf Antrag des ukrainischen Unternehmens «Naftogaz» das russische Schiff «Professor Moltschanow» im Hafen Barentsburg auf Spitzbergen beschlagnahmt. Das Schiff wird für kommerzielle Expeditionen eingesetzt.

Die Beschlagnahmung dient der Durchsetzung einer Forderung von rund 4,22 Milliarden US-Dollar gegen die Russische Föderation. Dabei geht es um die Entschädigung für die rechtswidrige Enteignung von Vermögenswerten von «Naftogaz» auf der von Russland besetzten Krim.

Neben der 4,2 Milliarden Dollar Forderung gegen den russischen Staat gibt es eine 1,4 Milliarden Dollar Forderung von Naftogaz gegen «Gazprom». Das entsprechende Urteil hatte das Schweizer Bundesgericht im März 2026 bestätigt.

«Naftogaz» erklärte, dass das Unternehmen weiterhin nach russischen Vermögenswerten weltweit suchen werde, bis die zugesprochenen Entschädigungen gezahlt seien. https://www.naftogaz.com/en/news/norway-seizes-russian-vessel-following-naftogaz-application-to-enforce-4-22-billion-award; https://t.me/Z13_Separ/53624; https://ukraineaktuell.com/ukraine-aktuell-nr-1481-14-3-2026-9uhr/; 

++++++++++++++++++

ABO – ARCHIV – WEITERVERBREITEN – SPENDEN

Im kostenlosen Newsletter sind sämtliche Quellen sichtbar und direkt verlinkt.

Unter «www. ukraineaktuell. com» sind alle Beiträge seit dem 24. Februar 2022 veröffentlicht und in vielen Sprachen dank eines Übersetzungstools lesbar. Dort kann auch der Newsletter kostenlos bestellt werden.

Für Ihre Unterstützung meiner Arbeit bin ich sehr dankbar. Dies geht am einfachsten über «Buy Me a Coffee»: «https:// buymeacoffee.com/ aldrovandi» oder direkt über das Schweizer Bankkonto: CH07 0824 3117 3705 1200 6 (UA Aldrovandi Mario. Les Courtines, F-30220 Aigues-Mortes)

++++++++++++++++++++

Ältere Beiträge nach Monat

#UKRAINE AKTUELL Nr. 1673 (22.9.2026 /8 Uhr)

• Auch heute brennt eine Raffinerie
• Kein «Energiefriede» à la Trump
• Zelenskyj in New York eingetroffen
• Kommunisten widersprechen Putin
• Wutanfall wegen Peskow-Aussagen
• Unterirdische Drohnenfabriken
• Schweiz übernimmt EU-Sanktionen
• Politikwechsel für Israel angekündigt
• TV-Aufstand gegen Trump Zensur

Weiterlesen »

#UKRAINE AKTUELL Nr. 1675 (24.9.2026 /8 Uhr)

• Kyiv im Fokus russischer Angriffe
• Mehrere Datenzentren zerstört
• Ukrainische Erfolge an der Front
• Zelenskyj: «Patient Null stoppen»
• Schweizer Offizier lobt Panzer
• Neuer Versuch für Waffenstillstand
• Lawrow: «Keine Pause im Krieg»
• Trump lädt Putin zu G-20 Gipfel ein
• Abkommen Ukraine – Australien

Weiterlesen »

#UKRAINE AKTUELL Nr. 1696 (15.10.2026 /7 Uhr)

• Zelenskyj fühlt sich von Trump verraten
• Starlink wieder teilweise in Betrieb
• Musk sagt, Trump ist verantwortlich
• US-Politiker kritisieren Beschränkungen
• Ex-US-Vizepräsident Pence macht Druck
• Kräftemessen um Raffinerie-Angriffe
• Russen töten Zivilisten in zwei Städten
• Unfähige Sprecherin der US-Regierung
• Beat Heri: Der besondere Kommentar

Weiterlesen »

#UKRAINE AKTUELL Nr. 1686 (5.10.2026 /8 Uhr)

• Bündnis Deutschland – Ukraine
• Demonstration in Moskau
• Verbesserte Drohnenabwehr
• Ukraine nutzt Ballone & Drohnen
• Zwei russische Kampfjets zerstört
• Bilanz der Aktion «Strom aus»
• 8 Tote bei Tubolev-Absturz
• Ausbruch der Pest in Russland
• Pro-EU-Wahlsieg in Lettland

Weiterlesen »

UKRAINE AKTUELL Nr. 1687 (6.10.2026 /8 Uhr)

• Maskenpflicht nach Pest in Russland
• Drohnen-Angriffswelle gegen Moskau
• 51% der Raffinerie-Kapazitäten weg
• Westliche Diplomaten bleiben in Kyiv
• Ukrainisches Folteropfer erholt sich
• Diskussion um Echtheit von Bildern

Weiterlesen »

#UKRAINE AKTUELL Nr. 1680 (29.9.2026 /8 Uhr)

• 250 russische Soldaten gefangen
• Neuer Erfolg der Vivaldi-Offensive
• Bewohner von Oleshkj eingesperrt
• Angriff auf ukrainische Akademie
• Putin erhöht Anzahl der Soldaten
• Rekordhohes Kreml-Kriegsbudget
• Deutsche Firma «Metro» enteignet
• Russlands Atom-Bunker enthüllt
• Diskussion über Putin-Strafgericht

Weiterlesen »