In den letzten zwei Monaten haben die ukrainischen Streitkräfte die russischen Erdöl-Raffinerien massiv angegriffen und damit eine zweite Welle der russischen Treibstoffkrise ausgelöst.
Das Fazit am 26. August 2026 von der ukrainischen «Frontanalyse»:
Von 36 Anlagen sind nur noch 6 voll funktionsfähig. Sie befinden sich ausserhalb der Reichweite ukrainischer Drohnen und Marschflugkörper in einer Entfernung von mehr als 3’000 km.
15 Betriebe sind stillgelegt.
15 Betriebe arbeiten nicht mit voller Kapazität.
Keine einzige Anlage im ukrainischen Drohnenradius arbeitet derzeit störungsfrei.
Die ukrainischen Angriffe zeichnen sich durch folgende Elemente aus:
Eingesetzt werden Drohnen der Typen «FP-1» (Reichweite bis 2’500 Kilometer) und «Februar» (Reichweite bis 2’000 Kilometer).
Die Intensität bleibt hoch. In den letzten zwei Monaten brannte es jeweils in 15 Raffinerien.
Neu ist die Taktik der wiederholten Angriffe, sodass die Raffinerien nicht repariert werden können.
Das durchschnittliche Tagesvolumen der Ölverarbeitung in Russland betrug im Juli noch 3,6 Millionen Barrel. Drei Jahre zuvor waren es noch 5,5 Millionen Barrel.
Die kritische Grenze:
Fällt die tägliche Verarbeitung unter 3,3 Millionen Barrel pro Tag, beginnt eine umfassende Krise der Versorgung mit Treibstoffen in Russland.
Eine niedrige Verarbeitungsmenge hat nicht nur Folgen für das zivile Leben, die Landwirtschaft, die Transporte und die Armee, sondern auch für die Anlagen selbst: Sie sind technologisch nicht für eine Auslastung unter 50 % ausgelegt, was unmittelbare Folgen für die Erdölförderung selbst hat.
Die Folgen der Angriffe sind spürbar:
Eine erste Welle des Treibstoffmangels wurde im Mai – Juni spürbar. Sie konnte nur durch einen Exportstopp für verarbeitete Erdölprodukte sowie durch Benzinimporte nach Russland gemildert werden.
Die jetzige zweite Welle des Treibstoffmangels ist inzwischen in weiten Teilen Russlands, einschliesslich Moskaus, spürbar. Dies erzeugt psychologischen Druck, logistische Probleme, steigende Preise für alle Dienstleistungen und Produkte sowie eine Inflation.
Die Verarbeitung von Öl und Gas in Russland stellt fast ein Viertel des Staatshaushalts dar, wobei der Grossteil für die Finanzierung des Krieges verwendet wird. Angesichts eines katastrophalen Haushaltsdefizits in diesem Jahr hat die Zerstörung dieser Industrie einen direkten Einfluss auf die Fähigkeit Russlands, einen aggressiven Krieg zu führen.
Das Ozon-Lagerhaus In Blagoweschtschensk, in der Region Baschkortostan, ist heute Morgen von mindestens einer ukrainischen Drohne angegriffen worden. Das Lager befindet sich 1’700 Kilometer von Kyiv entfernt. Nach ersten Meldungen ist ein Brand ausgebrochen. https://charter97.org/en/news/2026/8/27/696246
Die Leitung von Ozon berichtet ausserdem über Angriffe Lagerhäuser in Orenburg und Ufa. Die Drohneneinschläge hätten «geringfügige Schäden» verursacht. https://t.me/ozonmarketplace/3251
Das am Mittwoch angegriffene Wildberries-Lager in Kotowsk ist bis auf die Grundmauern abgebrannt. Dies ist bereits das achte der zehn grössten Logistikzentren des Unternehmens, das seit Mitte Juli durch Angriffe zerstört wurde.
Zuvor hatten ukrainische Angriffe grosse Lagerhäuser von Wildberries in Elektrostal, Koledino, Nowa Usman, Krasny Bor, Aleksin, Nowosemeykino und im Sobinski-Bezirk ausser Betrieb gesetzt.
Zwei weitere bereits angegriffene Zentren — in Jekaterinburg und Tatarstan — funktionieren weiterhin.
BOMBE IN ST. PETERSBURG
Heute Morgen detonierte eine Autobombe in Sankt Petersburg. Das Fahrzeug gehörte einem Vertreter des russischen Verteidigungsministeriums. „Der Mann, dessen Identität zunächst nicht bekannt war, kam ums Leben. Es soll sich um einen Oberstleutnant gehandelt haben. Schwer verletzt worden sei ausserdem dessen Frau, die ebenfalls zum Zeitpunkt der Explosion im Auto sass.
Die Explosion wurde aus dem Stadtteil Slowjanka gemeldet. Ein Drittel der Wohnungen in diesem Gebiet wurde vom russischen Verteidigungsministerium für Militärangehörige und deren Familien gekauft.
In der von Russland besetzten ukrainischen Stadt Donezk wurden am Donnerstagnachmittag mehr als 10 Explosionen registriert. Zu Schaden kamen nach Angaben des ukrainischen Militärs Anlagen, die von der russische Besatzungsarmee genutzt wurden. Dazu gehörten mehrere Gebäude, die äusserlich als zivile Einrichtungen erschienen, in denen sich aber militärische Einheiten befanden. Die ukrainische Armee setzte Raketen und Drohnen ein.
Bestätigt wurden grössere Verluste an russischen Soldaten in zwei Gebäuden:
Industriegebiet des ehemaligen Forschungsinstituts (Prospekt Iljitscha, 97): Das Objekt wurde als versteckter Stützpunkt für Personal und als Hauptquartier von Einheiten der Russischen Föderation genutzt. Durch den Beschuss erlitt der Feind erhebliche Verluste an Personal. (Koordinaten: 48.001976, 37.847244).
Unterirdische Parkgarage eines unfertigen Wohnkomplexes: Der zweistöckige Komplex wurde als Unterstand für Raketenwerfer und gepanzerte Fahrzeuge genutzt. Das Objekt wurde von mindestens 6 Raketen getroffen. (Koordinaten: 48.001966, 37.847305).
Die von Russland eingesetzten Behörden in Donezk behaupteten indessen, dass die Ukraine in Donezk ein «Einkaufszentrum» mit britisch-französischen Storm Shadow/Scalp Raketen angegriffen habe. Dabei seien acht Personen «leicht verletzt» worden. Über militärische Opfer berichten diese Quellen nichts.
Demgegenüber berichten lokale Medien über schwarze Leichensäcke an den Einschlagorten und der Evakuierung von Verletzten.
Volodymyr Zelenskyj begab sich gestern zusammen mit dem Oberkommandierenden der ukrainischen Streitkräfte, Mykhailo Drapatyji, an die Front in der Region Donezk. Bei einem Videoappell von der Front sagte er zu den Fortschritten der ukrainischen Gegenoffensiven im Sektor Oleksandrivskyi (siehe «Ukraine Aktuell vom 26.8.2026): «Dies ist bereits eine unserer historischen Operationen, mit der wir beweisen konnten, dass die Ukrainer wissen, wie sie ihre Ziele erreichen und den Russen erhebliche Verluste zufügen können. Jeder Schritt, den wir unternehmen, um die Russen zurückzudrängen, verschafft unserem Volk mehr Sicherheit und eröffnet der Ukraine weitere diplomatische Möglichkeiten, diesen Krieg in Würde zu beenden. Wir werden unsere aktive Verteidigung fortsetzen.»
Gleichzeitig gab Zelenskyj die Bildung von zwei neuen militärischen Verbänden in der Region Donezk bekannt. Deren Arbeit werde mit den Aktivitäten der Drohnenarmee synchronisiert.
Als Kommandeute der neuen Einheiten wurden Brigadegeneral Denys Prokopenko und Brigadegeneral Andrij Bilezkyj ernannt.
Prokopenko ist Kommandeur des 1. Korps der Nationalgarde «Azov». „Bilezkyj führt das 3. Armeekorps der ukrainischen Landstreitkräfte, das aus der Azov hervorgegangen ist. Beide Männer waren in ihren bisherigen Frontabschnitten erfolgreich bei der Verteidigung und gelten als Teil der neuen Generation ukrainischer Generäle.
Der CIA-Direktor John Ratcliffe hat nach seiner Rückkehr aus Moskau vom 25. August ein Treffen im Weissen Haus abgehalten, wie ein Fotojournalist vor Ort berichtete.
Das Wall Street Journal schreibt, dass Ratcliffe nach Moskau reiste, um die russische Führung vor einem Angriff auf die NATO zu warnen.
Das amerikanische Magazin Politico meldet, Ratcliffe habe Russland vor allem mit Blick auf die östlichen Nato-Partner im Baltikum vor einer Eskalation gewarnt.
Gemäss dem russischen Blogger VChK-OGPU traf Ratcliffe die beiden hohen FSB-Geheimdienst-Funktionäre Iwan Tkatschow und Alexei Komkow, deren Dienste direkt in den Krieg gegen die Ukraine involviert sind. Ein Treffen Ratcliffes mit Putin sei vorgesehen gewesen, für den Fall, dass das Geheimdienstreffen «positiv» verlaufe, was aber offensichtlich nicht so war.
Der Leiter des russischen Auslandsgeheimdienstes, Sergei Narischkin, bestätigte gegenüber TASS, dass er sich in Moskau mit dem Leiter der CIA, John Ratcliffe, getroffen hatte.
Der Kreml-Pressesprecher Dmitri Peskow bestätigte, dass es kein Treffen Ratcliffe – Putin gegeben habe.
Trump erklärte seinerseits, dass der Besuch von Ratcliffe in Moskau «halb routinemässig» sei und nicht mit der Absicht Washingtons zusammenhänge, Russland vor einem Angriff auf die NATO zu warnen.
KOMMENTAR: Tatsächlich fand der letzte Besuch eines CIA-Chefs in Moskau im Jahr 2021 statt. Damals wurde der Kreml vor einem Überfall auf die Ukraine gewarnt. Von einem «routinemässigen Besuch», wie das Trump sagte, kann also keine Rede sein.
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