#UKRAINE AKTUELL Nr. 1614 (25.7.2026 /8Uhr)

  • Massive Schäden für Wildberries
  • Kreml verbietet Wildberries-Bilder
  • Garry Kasparov befürwortet Angriffe
  • Weitere tiefe und mittlere Schläge
  • Halbinsel Krim zu 70% ohne Strom
  • Demonstrationen für Fedorov
  • Raketenangriff auf Waffenmesse
  • US-Russland-Sanktionen blockiert
  • Putin besucht menschenleere Fabrik
  • Was Russinnen denken – Teil 6
  • «Russen sind genetisch überlegen»

DIE WILDBERRIES SCHÄDEN

Nach der kurzen Drohnenkampagne gegen die Logistik des grössten Onlinehändlers Russlands hat dieses Unternehmen 15% seiner Lagerfläche verloren. Abgebrannt oder massiv beschädigt sind bisher 8 der 10 grössten Lager- und Verteilzentren. In der Nacht auf heute wurde ein Wildberries-Lager in Yekaterinenburg angegriffen. Die Drohnen verfehlten aber das Ziel nach einem Flug von 1’750 Kilometern knapp.

Der britische «Telegraph» schätzt den Warenschaden auf 1,9 bis 3 Milliarden US-Dollar. Auch der Wiederaufbau der Anlagen werde voraussichtlich 280 bis 460 Millionen US-Dollar kosten.

Grossen Schaden erleiden die Warenlieferanten. Ihre in den Lagern zerstörten Waren werden nicht oder nur zu Bruchteilen entschädigt. So belegt einer der Geschädigten, dass ihm Wildberries für einen Schaden von 82’400 US-Dollar eine Entschädigung von 138 US-Dollar angeboten habe.

https://t.me/uniannet/196792; https://x.com/garbuzye/status/2080566989748126109; https://x.com/NatalkaKyiv/status/2080700351653585256/video/1; https://t.me/Crimeanwind/105689; https://t.me/insiderUKR/129639

HIER GIBTS DIE BILDER

Das Kreml-Regime setzt ein vollständiges Verbot der Veröffentlichung von Fotos und Videos der Folgen ukrainischer Angriffe durch – das gilt allerdings nicht für «Ukraine Aktuell».

Seit Freitagmorgen haben föderale und offizielle Kreml-Medien kein einziges Foto oder Video der brennenden Wildberries-Lagerhäuser in St. Petersburg oder der Halbinsel Krim veröffentlicht. Dasselbe geschah bei früheren Angriffen auf Lagerhäuser und Raffinerien.

Kreml-Medien berichten ausschliesslich über neue Angriffe gegen die Ukraine sowie über das endlose Wirtschaftswachstum Russlands und «Siege» an der Front.

Unoffizielle pro-kremlische Medien erwähnten lediglich «Rauch am Himmel» und dass «die Ursache des Rauchs noch unbekannt ist.» https://twitter.com/visegrad24/status/2080612225941721481

KASPAROV VERTEIDIGT ANGRIFFE

Der legendäre Schachspieler Garry Kasparow erklärte, dass die Ukraine das Recht auf jede Form militärischer Gegenmassnahmen gegen den Aggressor hat, einschliesslich den Angriffen auf Wildberries.

Er betonte, dass die Logistikzentren von Wildberries uneingeschränkt ein legitimes Ziel für die ukrainischen Streitkräfte sind, da sie zur Versorgung der russischen Armee und der Rüstungsindustrie verwendet werden.

«Bürger Russlands, die sich als Teil der zivilisierten Welt betrachten, haben keinerlei moralische Recht, die Handlungen der Ukraine zu kommentieren. Als Bürger eines Landes, das diesen schrecklichen, völkermörderischen Krieg führt, sollten sie einfach schweigen», betonte er.

Kasparow wies auch darauf hin, dass die Ukraine den Krieg mit den gleichen Methoden wie Russland führen könnte, indem sie zivilen Einrichtungen Schaden zufügt, aber dies bewusst nicht tut, da sie sich als zivilisierter Staat betrachtet. https://twitter.com/nstrike1231/status/2080657039211086020

MITTLERE UND TIEFE SCHLÄGE

  • Die russische Grenzregion Belgorod wurde am Freitagabend von einer gross angelegten Drohnenattacke heimgesucht. Aus der Stadt werden Brände von Logistiklagern und Anlagen der Energieinfrastruktur gemeldet. Nach bisher nicht bestätigten Angaben brennen nicht näher Logistikzentren, die Umspannstation «Jugnaja» und Gebäude des Heizkraftwerks «Lutsch». https://t.me/u_now/206464
  • Aus Novospasskoje, Oblast Uljanowsk, wurden am Freitag zwei Brände gemeldet. Der eine Brand wütet in der Ölraffinerie und das andere Feuer ist bei einem Tanklager ausgebrochen. Wie Videos zeigen, versuchte die Raffinerie sich mit aufgespannten Netzen gegen ukrainische Drohnen zu schützen. Die Luftlinie nach Kyiv beträgt 1’200 Kilometer. https://t.me/exilenova_plus/26546
  • Im Jelabuschski Bezirk in der Republik Tatarstan brennt seit Freitag ein Tanklager. Die Entfernung zur ukrainischen Hauptstadt beträgt 1’380 Kilometer. https://t.me/exilenova_plus/27011

KRIM IM DUNKELN

Mehr als 70 % der 2,5 Millionen Einwohner der Krim sind ohne Strom, viele müssen nun tagelang ohne Strom und fliessendes Wasser auskommen. Dies schreibt ein Reporter des britischen «Guardian». Günstige ukrainische Drohnen hätten in einem Monat das geschafft, was Russland 12 Jahre lang für unmöglich erklärt hatte, und Kyiv damit Verhandlungsmacht bei Friedensgesprächen verschafft.

Der Reporter zitiert die Betreiberin einer Pension in Jewpatoria mit dem Namen «Marina»: «Zuerst sagten die russischen Touristen ab, dann ging das Benzin zur Neige, jetzt fallen Strom und Wasser den grössten Teil des Tages aus. 12 Jahre lang hat man uns gesagt, die Krim sei zu 100 % geschützt. Innerhalb eines Monats hat man uns in die Steinzeit zurückgeworfen.»

Ein namentlich nicht genannter russischer General erklärte dem Journalisten Dmitry Kolezev, Moskau habe seine Ressourcen von der Verteidigung der Krim abgezogen, um die Offensive im Donbass voranzutreiben. Auf der Prioritätenliste des Kremls, so der General, sei die Halbinsel nun auf den dritten oder vierten Platz gerutscht. https://twitter.com/mylovanov/status/2080673168839119062;

DEMOS FÜR FEDOROV

In verschiedenen Städten der Ukraine haben am Freitag Demonstrationen stattgefunden. Die Hauptforderungen waren: «Fedorov muss bleiben» und «Schluss mit der Korruption». In der Hauptstadt trafen sich rund 2’000 Menschen zu einer relativ kurzen Protestaktion.

Die Demonstranten haben angekündigt, dass sie so lange auf die Strasse gehen, bis ihre Forderung erfüllt ist.

In einer Strassenumfrage sagte die Mehrheit der Befragten in Kyiv der ukrainischen Plattform «Unian Net», dass sie die Proteste unterstützten.  Sie befürworten die Aktionen und sind der Meinung, dass die Menschen das Recht haben, ihre Meinung zu äussern.  Seine Ablehnung anderer Ämter wurde unterschiedlich bewertet. Einige unterstützten Fedorov und sind der Meinung, dass er am besten weiss, wo er am nützlichsten sein kann. Andere erklärten, dass er nicht selbst sein Amt wählt, sondern dass die Entscheidung vom Präsidenten getroffen werden sollte.

Einer der Teilnehmer der Umfrage bemerkte: «Fedorov ist ein Symbol. In Wirklichkeit ist der ‚Karton-Maidan‘ tiefergehend – es ist die Unzufriedenheit der Gesellschaft mit der Macht.»

https://t.me/exilenova_plus/27014; https://t.me/uniannet/196779; https://t.me/voynareal/140496

RAKETE GEGEN WAFFENMESSE

Ein russischer Raketenangriff in der ukrainischen Region Kyiv hat am Freitag 10 Menschen getötet und fast 100 verletzt. Das Geschoss schlug bei einer Veranstaltung der Rüstungsindustrie ein, die laut Volodymyr Zelensyksj niemals in dieser Form hätte stattfinden dürfen.

Bilder des ukrainischen Rettungsdienstes, zeigten Einsatzkräfte, die nach dem Angriff am Freitag am Ort des Geschehens nördlich der Hauptstadt Trümmerhaufen durchsuchten.

Die ukrainische Generalstaatsanwaltschaft leitete zwei Verfahren ein. Eines wegen Kriegsverbrechen gegen die russischen Angreifer und eines gegen die Organisatoren der Ausstellung wegen willkürlicher Gefährdung von Leben.

https://t.me/u_now/206404; https://t.me/V_Zelenskiy_official/20127; https://www.theguardian.com/world/2026/jul/25/ukraine-war-briefing-ten-killed-russian-attack-weapons-exhibition-near-kyiv  

US-SANKTIONSGESETZ BLOCKIERT

Das vom Russland-Sanktionsgesetz von Lindsey Graham/Richard-Blumenthal steckt im US-Kongress fest. Das Repräsentantenhaus ist in den Sommerurlaub gegangen, ohne den Gesetzentwurf zu verabschieden, schreibt die «New York Times».

Das Dokument sieht umfassende Sanktionen gegen die russische Führung, Banken, staatliche Unternehmen und Energieprojekte vor. Die wichtigste Massnahme sollten jedoch Zölle für Länder sein, die weiterhin russisches Öl, Gas und Uran kaufen.

Ursprünglich waren Zölle von bis zu 500 % vorgesehen, doch der Gesetzentwurf wurde abgeschwächt – der maximale Satz wurde auf 100 % reduziert. Darüber hinaus wurde Trump das Recht vorbehalten, selbst zu entscheiden, ob diese Zölle eingeführt, geändert oder aufgehoben werden.

Die Republikaner beharren auf der «Handlungsfreiheit» von Trump. Für die Demokraten geht diese zu weit. Ein Kompromiss konnte vor den Sommerferien nicht gefunden werden. https://www.nytimes.com/2026/07/24/us/politics/trump-tariffs-russia-sanctions.html

PUTIN ALLEIN IN DER FABRIK

Der TV-Sender des Kremls veröffentlichte Videos eines Besuchs von Putin im Flugzeugwerk von Irkutsk. Man sieht, wie Putin über eine Treppe zur Pilotenkanzel hochsteigt. Ausser ihm sind nur Sergei Tschemesow (Rüstungsbehörde Rostec), Dmitri Peskow (Kreml-Sprecher), der Werksdirektor, ein Testpilot und die Kameracrew zu sehen. Ansonsten befinden sich in der Produktionshalle keine weiteren Menschen.

Der russische und Kremlkritische Blogger «Prof. Preobrazhensky» schreibt: «Das war’s. Niemand sonst. Und trotzdem – mindestens vier Leibwächter drumherum. Das sind nur die, die ins Video geraten sind. Er fürchtet sich sogar vor Tschemesow und Peskow.  Ein Wesen von unglaublicher Feigheit»

In einer kurzen Sequenz sagte Putin zum Rostec-Chef, er befehle, die Reichweite des Flugzeugs MC-21 auf 5’000 Kilometer zu erhöhen. Der ukrainische Blogger «Faktenchecker» schreibt dazu: «Das klingt alles sehr mächtig und technologisch, wenn man ein kleines Detail übersieht: Das Flugzeug selbst existiert nur als Prototyp. Diese Haupthoffnung der russischen Luftfahrtindustrie, das Flugzeug in die Serienproduktion zu bringen, ist seit mehr als zehn Jahren nicht gelungen. Die Fristen wurden so oft „nach rechts“ verschoben, dass niemand mehr mitzählt.»

https://x.com/prof_preobr/status/2080694874836279575; https://x.com/fakeofforg/status/2080651446383411530  

WAS RUSSINNEN DENKEN (Teil6)

Frau Nr.6 ist offenbar eine Geschäftsinhaberin, die in einem Auto sitzt: «Nun ja, die Probleme mit Benzin sind ja bereits bekannt. Die Onlinehäuser stornieren bereits nach und nach Sendungen, da eine Zustellung nicht möglich ist. In diesem Zusammenhang haben natürlich viele Logistikunternehmen ihre Transportpreise erhöht, so auch unsere Logistikpartner. Daher sind auch wir, wie alle anderen, gezwungen, die Preise für die Entladung und Zustellung an unsere Kunden anzuheben. Leider war dies unvermeidbar.» https://x.com/LetsArmUKR/status/2076709114655211699/video/1

Frau Nr.7 wendet sich mit ihrem Video von einem schönen Sofa aus mit einer emotional-patriotischen Rede an ihre Zuschauer: «Ich werde es euch sagen. Die Welt hat Angst vor uns, weil wir historisch und genetisch gesehen die stärkste, widerstandsfähigste und aufrichtigste Nation sind. Und es gibt nichts zu befürchten, denn im Laufe der gesamten Geschichte wurden wir ohnehin schon immer abgelehnt. Sie fürchten uns wegen der Wahrheit, wegen der genetischen Gerechtigkeit, versteht ihr? Weil wir anders sind.

Sie verstehen uns nicht, denn wir haben eine weite, ehrliche Seele, wir haben den grössten Verstand der Welt: Wissenschaftler, Schriftsteller, Künstler, Komponisten. Und in einer Zeit, in der die ganze Welt nun in Lügen versinkt, darin, sich gegenseitig in den Hintern zu kriechen, in Gier, in Profitgier, in Ausschweifungen – da sind ihre Gedanken alle getrübt.

Niemand in Europa und erst recht nicht in Amerika ist bereit, auch nur die geringsten Unannehmlichkeiten zu ertragen, die wir für sie darstellen. Und wir sind eine Weltmacht. Wir sind ein Volk, das unter allen Bedingungen überlebt, sowohl im sibirischen Frost als auch in der Hungersnot. Sag mir, wer sonst so abgehärtet ist, wer so stark ist – verrückt, wie man uns in Amerika nennt.

Während manche Siesta halten oder den Sabbat feiern und nur halbherzig arbeiten, können wir zwölfstündige Schichten schieben, dann nach Hause kommen, Borschtsch kochen, aufräumen und mit den Kindern Hausaufgaben machen. Du und ich, wir sind eine Supernation. Wir sind Superman und Superwoman.

Aber das Wichtigste ist: Wir waren immer ehrlich, haben uns immer für Gerechtigkeit eingesetzt und werden immer patriotisch sein. Wir wollen Frieden in der Welt und Frieden für uns alle. Und sie wollen Geld, sie wollen eine Hegemonialmacht, die uns alle versklavt, weil wir ihnen unbequem sind. Der Rest sind nur korrupte Handlanger.

Das russische Volk sollte sich nicht beleidigt fühlen. Wir haben nur eine Sünde – nämlich, dass wir manchmal den Glauben an uns selbst verlieren. Wir vergessen, wer wir sind, unsere Geschichte, dass du und ich das grossartigste Volk sind. Und ich sage im Moment kein einziges Wort über die Regierung.

Wie auch immer die Regierung beschaffen sein mag – wir, wir sind das Volk, ein grossartiges Volk, wir sind die Besten, die gewissenhaftesten, die fleissigsten Menschen der Welt.» https://twitter.com/NikanorTerentov/status/2076975327767675062/video/1

KOMMENTAR: Der Verweis auf die genetische und historische Überlegenheit erinnert an die nationalsozialistische Rassenideologie. Sie waren schon vor 100 Jahren zu hören – damals von deutschen «Übermenschen», mit den bekannten Folgen.

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