Die Fährverbindungen nach Kertsch auf der Halbinsel Krim wurden in der seit Anfang Juli dauernden Kampagne um 75% reduziert. Die Fähren «Eysk», «SKS One» und «Marija» sind zerstört, während bei der «Lawrentij» und der «Panagia» die Motoren ausser Betrieb sind und sie nur noch als geschleppte Lastkähne eingesetzt werden. Dies berichtet Robert «Magyar» Brovdi, Kommandant der ukrainischen Drohnenarmee.
Eine einzelne Fähre konnte 8 – 15 Einheiten (PKW’s, Lastwagen) transportieren, was bei allen Fähren zusammen 180-250 Einheiten pro Tag ausmachte. 80% der Transporte fuhren zugunsten des russischen Militärs. https://t.me/robert_magyar/2627
Auf der Halbinsel ist heute Nacht an der touristischen Südküste die Stromversorgung ausgefallen. Grund ist ein Brand in der Umspannstation «Priwetnoje» (110/10 kV) im Stadtbezirk Aluschta nach einem Drohnenangriff. Die Station versorgte den Ort selbst, die Kanskaja Balka sowie die angrenzenden Ferien- und Tourismusgebiete der Südküste der Krim mit Strom. https://t.me/Crimeanwind/105189
Von der Halbinsel gibt es Videos, welche eine Explosion bei einer wartenden Lastwagenkolonne und ausgebrannte Fahrzeuge zeigen. Auf der Strasse liegen mindestens zwei menschliche Körper.
Einer der nicht beschädigten Lastwagen trägt die Aufschrift «krone-fleet.com», einem Betrieb aus 21220 Seevetal, Deutschland. Ein anderes Fahrzeug trägt das Logo «DSV», eines in ganz Europa aktiven Logistikunternehmens. https://www.krone-fleet.com, https://www.dsv.com/de-de/;
ExileNovaPlus, das die Videos veröffentlicht schreibt dazu: «Wir erleben weiterhin eine angespannte Situation auf der Halbinsel. Jeder, der sich illegal auf der besetzten Halbinsel aufhält, trägt auf die eine oder andere Weise bewusst Verantwortung für die Gefahr, die seinem Leben droht. Denken Sie besser nach, bevor Sie in das besetzte Gebiet reisen. Das Spiel ist vorbei.» https://t.me/exilenova_plus/25869
SCHIFFE VERSENKEN
Die ukrainische Armee hat im Schwarzen Meer einen weiteren Tanker der russischen Schattenflotte, die «Avero», mit einer eigenentwickelten Seedrohne getroffen. Das Schiff hatte die IMO (International Maritime Organization)-Nummer 9250737 und schmuggelte unter der Flagge von Barbados russisches Rohöl nach Asien. Nach russischen Angaben erfolgte der Angriff in der Nähe des Hafens Noworossijsk im Schwarzen Meer. https://t.me/milinfolive/176408
Gemäss der heute Morgen veröffentlichten Statistik des ukrainischen Generalstabs wurden in den letzten 24 Stunden 34 Schiffe beschädigt oder zerstört. Der grösste Teil davon dürfte sich im Schwarzen Meer aufgehalten haben, aber die Detailinformationen fehlen zurzeit.
Bereits in der Nacht zum Sonntag waren im Schwarzen Meer 12 Schiffe der russischen Schattenflotte attackiert worden. Es handelt sich dabei um neun Frachtschiffe, einen Tanker, einen Gastanker und einen Schlepper.
Nach nicht bestätigten Informationen wird als Reaktion auf die Schiffsverluste ein Teil der russischen Drohnen-Truppe «Rubikon» umgruppiert. Sie sollen die Ukraine nicht mehr in der 1. Front bekämpfen, sondern die russischen Schiffe in der 2. Front schützen. Angeblich sollen 200 Drohnenverbände die Tanker und Frachter in der Ostsee und im Schwarzen Meer überwachen und warnen. https://x.com/jalle51/status/2078710302426956029
BRÄNDE BEI MOSKAU
In der Nacht auf heute griffen nach russischen Angaben 400 ukrainische Drohnen Ziele in der Region Moskau an. Nach ukrainischen Angaben waren 300 Angriffsdrohnen in Richtung Moskau und den besetzten Gebieten unterwegs.
Ein Video aus der russischen Hauptstadt zeigt, wie gleichzeitig an drei verschiedenen Orten Rauchsäulen aufsteigen. https://t.me/operativnoZSU/216366
Einzelaufnahmen belegen einen Grossbrand im grössten Warenlager des Onlinehändlers «Wildberries» in Kolechino; einen Brand im Logistikzentrum «Südliche Tore»/ Jugnye Worota beim Moskauer Flughafen Domodedowo sowie den Brand eines Tanklagers in Lwowskoje. https://t.me/u_now/205959
DAS WILDBERRIES-DRAMA
Der erste Angriff auf die drei Logistikzentren des russischen Onlinehändlers Wildberries vom Sonntagmorgen hat verschiedene Erkenntnisse hervorgebracht:
In der Stadt Elektrostal (150’000 Einwohner) nahe Moskau brannte das gesamte Lager mit einer Fläche von 225’000 Quadratmetern nieder.
Insgesamt wurden 15 % der Online-Logistikkapazitäten des grössten russischen Onlinehändlers zerstört.
Die «Höhere-Gewalt»-Falle: Wildberries hat kürzlich seine Lieferantenverträge dahingehend geändert, dass Drohnenangriffe als höhere Gewalt eingestuft werden. Dadurch wird der finanzielle Schaden in Höhe von mehreren Milliarden Rubel vollständig auf die russischen Lieferanten abgewälzt, was zu breiten Protesten führt.
Offizielle russische Quellen sprechen von sieben Toten aus der Nachtschicht. In sozialen Medien kursieren unbestätigte Berichte über deutlich höhere Opferzahlen. Das Unternehmen hat eine Hotline zur Suche nach Vermissten eingerichtet.
Besonders tragisch war das Verhalten des Managements. Wie die russische Plattform «i-Storys» berichtet, wurde den Mitarbeitern verboten, die brennenden und einstürzenden Gebäude zu verlassen. «Wir waren eingesperrt wie Vieh», sagten Betroffene, denen dennoch die Flucht gelang. «Das Lager brennt, man hört, dass die Blöcke 4 und 6 verloren sind, und sie [die Führungskraft] sagt zu uns: ‚Beruhigt euch, keine Panik‘ … und sie lässt niemanden hinaus, während die Angriffe weitergehen.» (…) «Wir mussten die Türen von Hand öffnen … Vielleicht haben sie uns dort festgehalten, damit wir die Waren nicht stehlen.»
Der Kommandeur der ukrainischen Streitkräfte für unbemannte Systeme, Robert «Magyar» Brovdi, erklärte, der Angriff auf das Logistikzentrum von Wildberries habe eher darauf abgezielt, das Gefühl der Normalität bei den Russen zu erschüttern, als ausschliesslich finanziellen Schaden anzurichten. Er bezeichnete den Angriff als psychologischen Schlag, der darauf abziele, die Realität des Krieges für die normale russische Bevölkerung unübersehbar zu machen.
Im Frühling formulierte Verteidigungsminister Mykhailo Fedorov als Ziel, dass pro Monat 50’000 russische Soldaten ausgeschaltet werden sollen. Von Samstag bis Sonntag hat die ukrainische Armee 1’520 Russen getötet oder verletzt; nach ukrainischen Angaben entfiel die Mehrheit der Verluste auf Gefallene. Zwischen Sonntag und Montag waren es 1’600. Das Fedorov-Ziel rückt in greifbare Nähe.
Der russische Blogger Dmitry Borisenko ist ein bekannter kriegsbefürwortender Journalist. Er ist der Kopf hinter dem Analyseportal „Glavred Borisenko“ mit 514’000 YouTube-Abonnenten.
In einem Interview mit dem russischen Blogger Pavel Ivanov erklärt Borisenko unverblümt, dass die Invasion der Ukraine ein katastrophaler «Fehler» sei, der sofort beendet werden müsse. Er warnte, dass die verhängnisvolle Politik von Putin und seinem engsten Kreis Russland an den Rand des völligen Ruins getrieben habe.
Er sei sich bewusst, dass die Wahrheit in Russland ein Kapitalverbrechen darstellt, gab Borisenko zu. Deshalb sei er nach Serbien geflohen. Nur von hier aus könne er frei sprechen. Er sagte auch, dass er keinerlei Absicht habe, zurückzukehren, um sich den Vergeltungsmassnahmen des Kreml-Regimes zu stellen.
In verschiedenen ukrainischen Städten fanden auch am Sonntag zum vierten Tag in Folge Demonstrationen statt. Die Forderungen bleiben dieselben: Wiedereinsetzung von Mykhailo Fedorov als Verteidigungsminister und Ablösung von Olexandr Syrskyj als Armeechef. https://t.me/operativnoZSU/216356
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