Die wichtigste Organisation der Krimtataren ist die «Medschlis», die sogenannte «zentrale Exekutivkörperschaft». Der Medschlis ist zudem ein wichtiges Verbindungsglied zwischen der Ukraine und der Autonomen Republik Krim. Ihr Vorsitzender heisst seit Oktober 2013 Refat Chubarov.
Jetzt hat Chubarov die Besatzer der Krim aufgefordert, aus der Halbinsel zu fliehen.
Alle russischen Staatsbürger, die sich illegal auf dem vorübergehend besetzten Gebiet der Krim aufhalten, sollen die Gegend unverzüglich verlassen. Ausserdem forderte er die Krimbewohner, die auf die Befreiung der Krim von den russischen Besatzern warten, dazu auf, für ihre eigene Sicherheit zu sorgen.
Chubarov wies darauf hin, dass die ukrainischen Streitkräfte seit mehr als drei Wochen präzise und wirksame Angriffe auf die militärischen Einrichtungen der russischen Besatzer auf der Krim durchführen und dass die Intensität dieser Angriffe zunimmt.
«Ich möchte mich an diejenigen wenden, die sich nach dem 27. Februar 2014 auf der Halbinsel niedergelassen haben. Eure Anwesenheit auf dem Gebiet der Krim mit gefälschten russischen Eigentumsurkunden ist gemäss ukrainischem Recht und dem Völkerrecht in jeder Hinsicht illegal.
Solange die Kertsch-Brücke noch befahrbar ist, habt ihr die Möglichkeit, die Krim zu verlassen. Bald wird diese Möglichkeit nicht mehr bestehen. Schiebt eure Abreise von der Krim nicht auf morgen auf. Packt eure Sachen und kehrt in eure Heimat zurück. Jetzt. Später wird es zu spät sein», sagte Refat Chubarov.
Als Russland im Jahr 2014 die Krim-Halbinsel überfiel, wurde das Land vom Treffen der sieben grössten Industrienationen «G8» ausgeschlossen. Zwölf Jahre später ist Putins Regime weiterhin nicht dabei und an dessen Stelle nahm beim «G7»-Treffen die Ukraine Platz am Konferenztisch. Das Treffen der wichtigsten Staatschefs des Westens begann am Montag im französischen Evian statt und endet heute.
Aus der Sicht von Volodymyr Zelenskyj waren folgende Ereignisse von Bedeutung, wie er auf seinem Telegram-Kanal berichtet:
Treffen mit Ursula von der Leyen, Präsidentin der Europäischen Kommission und Antonio Costa, Präsident des Europäischen Rates. Schwerpunkt: EU-Integration der Ukraine.
Treffen mit William Ruto, Präsident Kenias. Schwerpunkte: Förderung von Investitionen, Landwirtschaft und Bildung.
Treffen mit Keir Starmer, Premierminister Grossbritanniens. Schwerpunkte: Sanktionsschritte gegen die Schattenflotte und Beteiligung Englands an der Restaurierung des Kyiver Höhlenklosters.
Treffen mit Mohammed binZayed Al Nahyan, Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate. Schwerpunkt: Vertiefung der Zusammenarbeit für den Schutz der Golfregion.
Treffen mit Kristalina Georgieva, Geschäftsführerin des «Internationalen Währungsfonds» (IWF/IMF). Schwerpunkt: Reformen zur Stärkung der ukrainischen Wirtschaft.
Treffen mit Mark Carney, Ministerpräsident Kanadas. Schwerpunkte: Sanktionen gegen Russlands Schattenflotte und Zusammenarbeit in Verteidigungsfragen, einschliesslich der Drohnenproduktion.
Treffen mit Friedrich Merz, Bundeskanzler Deutschlands: Schwerpunkt: Stärkung der Luftverteidigung und Bedeutung der ukrainischen Fernangriffe auf Russland, zur Erhöhung des «Friedensdrucks».
Teilnahme am Runden Tisch der G7, gemeinsam mit Emmanuel Macron (Frankreich), Keir Starmer (Grossbritannien), Giorgia Meloni (Italien), Mark Carney (Kanada), Friedrich Merz (Deutschland), Donald Trump (USA), Sanae Takahashi (Japan) sowie Ursula von der Leyen und Antonio Costa (Europäische Union). Zelenskyj: « Die Prioritäten sind klar: Erhöhung der Anzahl von Luftverteidigungsraketen und Gewährung von Lizenzen für ihre Herstellung, ein Unterstützungspaket für den Winter und verstärkter Druck auf Russland.»
REDUZIERTE USA-ROLLE
Während der G7-Konferenz gab es offenbar auch einen kurzen Austausch zwischen Volodymyr Zelensky, seinem ehemaligen Verteidigungsminister Rustem Umerow, dem US-Aussenminister Marco Rubio und Trump.
Zelenskyj veröffentlichte vier Fotos, welche ihn und Trump im Zweiergespräch und alle vier Herren gemeinsam zeigen. In nur zwei kurzen Texten erwähnte Zelenskyj die USA: «Es ist immer wichtig, die Positionen zu koordinieren.». Und zum Druck auf Russland schreibt Zelenskyj: «Es ist wichtig, dass die USA bereit sind, in diesen Bereichen einen Backstop zu gewährleisten.» https://t.me/V_Zelenskiy_official/19504
Die ukrainische Publikation «Euromaidan Press» schreibt etwas verschnörkelt dazu: «Die Erklärung spiegelte die laufenden Bemühungen wider, die Prioritäten der Ukraine mit denen wichtiger internationaler Partner in Einklang zu bringen.» https://x.com/euromaidanpress/status/2066989699994988804
Schärfer formuliert «Real Clear Defense» die schwindende Bedeutung der USA im Krieg Russlands gegen die Ukraine: ««Die Vereinigten Staaten verlieren ihren Einfluss in Europa nicht aufgrund politischer Meinungsverschiedenheiten. Sie verlieren ihn, weil Europa ein Modell für die Rüstungsindustrie aufbaut, das schneller, kostengünstiger, anpassungsfähiger und zunehmend unabhängiger ist. Die Ukraine ist der Auslöser. Europa ist der Nutzniesser. Und wenn Washington seinen Kurs nicht neu ausrichtet, wird Amerika der strategische Verlierer sein.»
In der Nacht auf Dienstag wurde die Raffinerie bei Moskau von ukrainischen FP-2 Drohnen in Brand geschossen. Die Anlage befindet sich 15 Kilometer vom Kreml und 500 Kilometer von der 1. Front entfernt.
Laut der Nachrichtenagentur Reuters hat die Moskauer Raffinerie von Gazprom Neft nach dem Drohnenangriff den Betrieb teilweise eingestellt. Eine wichtige Verarbeitungsanlage, auf die rund 53 % der Kapazität der Raffinerie entfallen, wurde beschädigt, während die zweite Anlage voraussichtlich bald wieder den Betrieb aufnehmen wird.
Die russischen Behörden hatten angegeben, dass der Brand gelöscht worden sei und den Betrieb der Raffinerie nicht beeinträchtigt habe.
Der ukrainische Journalist Anton Gerashchenko fasst die aktuelle Situation zur russischen Erdölindustrie so zusammen:
«Die Staats- und Regierungschefs der G7 haben sich darauf geeinigt, die Sanktionen gegen russische Öl- und Gasexporte zu verschärfen. Russland steuert auf eine Treibstoffkrise zu – und das Schlimmste steht noch bevor.
Als die Vereinigten Staaten und Israel den Krieg gegen den Iran erklärten und Teheran darauf mit der Sperrung der Strasse von Hormus reagierte, schien es, als hätte das Glück dem Kreml zugelächelt.
Doch die gezielten Angriffe Kyivs auf wichtige russische Raffinerien, Umschlagplätze, Exportterminals und Stützpunkte haben den Optimismus des Kremls erheblich gedämpft.
Im Mai 2026 legte eine Reihe von Drohnenangriffen die Rosneft-Raffinerie in Syzran lahm – die sechste grosse Anlage, die innerhalb eines einzigen Monats ausser Betrieb gesetzt wurde. Die Angriffe zwangen fast alle grossen Raffinerien in Zentralrussland dazu, die Produktion einzustellen oder zu drosseln. Die Gesamtkapazität der betroffenen Anlagen übersteigt 83’000’000 Tonnen pro Jahr – etwa ein Viertel der gesamten Raffineriekapazität Russlands. Auf diese Anlagen entfielen mehr als 30 % der Benzinproduktion und rund 25 % der Dieselproduktion.
Die Folgen spiegeln sich bereits in den offiziellen Prognosen wider: Die IEA hat ihre Schätzung für die russische Raffinerieproduktion im zweiten Quartal 2026 auf nur noch 4.8’000’000 Barrel pro Tag gesenkt. Die Branche rutscht langsam abwärts.
Russland befindet sich bereits im Mangelbetrieb. Im besetzten Sewastopol auf der Krim gilt seit dem 22. Mai eine Begrenzung auf 20 Liter pro Kunde; seit dem 31. Mai erfolgt der Verkauf von AI-95 über Treibstoffgutscheine, wobei der öffentliche Verkehr Vorrang hat, und das Befüllen von Kanistern ist verboten.
Das Problem hat sich weit über die besetzte Halbinsel hinaus ausgebreitet: Von der Knappheit sind etwa 25 Regionen betroffen – von den vorübergehend besetzten Teilen der Regionen Luhansk und Donezk bis hin zum Fernen Osten, Ostsibirien, der Wolga-Region und dem Nordkaukasus. Laut Rosstat stiegen die Benzinpreise zwischen Dezember 2025 und Juni 2026 um 5,6 %, während die Dieselpreise um 4,8 % zunahmen.» https://twitter.com/gerashchenko_en/status/2066955002719965501
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