Die ukrainische Armee hat eine Eisenbahnbrücke und eine Pontonüberquerung im Gebiet von Chongar im vorübergehend besetzten Gebiet der Region Kherson getroffen. Damit sind die letzten Übergänge zwischen der von Russland besetzten Südzone auf dem Festland und der von Russland besetzten Halbinsel Krim unterbrochen.
Zum Beleg dieser Meldungen wurde eine Serie von Angriffsbildern veröffentlicht, aufgenommen von den Drohnen selbst. Die Bilder belegen nicht nur die Zerstörung der schwimmenden Flussübergänge («Pontons»), sondern auch die Beschädigung von Lastwagen und Tanklastwagen, die auf beiden Seiten der provisorischen Brücken warten mussten. Diese Staus ergeben sich, weil die Pontons zwar Lastwagen und Panzer tragen können, aber die Verkehrsgeschwindigkeit sehr gering ist und die Übergänge nur einbahnig befahrbar sind.
Die russischen Militärblogger «Milinfolive» schreiben empört über die unfähigen eigenen Truppen: «Wie erwartet ist es für den Gegner nicht schwierig, die Pontons aufgrund ihrer geringen Festigkeit und der starken Kampfkraft der Drohnen zu treffen. Ausserdem wurden erneut Angriffe auf offene Parkplätze von Frachttransporten durchgeführt, die aufgrund der Sperrung des Verkehrs auf ihr Schicksal warten.» https://t.me/milinfolive/174145;
KRIM WIRD ISOLIERT
«Die Krim gleicht immer mehr einer Insel», schreibt die osteuropäische Medienplattform «Nexta» und fasst zusammen: «In der vergangenen Woche haben ukrainische Streitkräfte fast alle wichtigen Landverbindungen zwischen der besetzten Krim und der Region Cherson angegriffen. Die Chonhar-Brücke, die Brücke auf der Arabat-Nehrung, die Perekop-Armyansk-Brücke, die Fährverbindung bei Stavky und zwei Brücken über den Nordkrimkanal gerieten alle unter Beschuss.»
Auch Serhii Sternenko, Berater des ukrainischen Verteidigungsministeriums, sprach in einem TV-Interview davon: «Die Krim wird zu einer Insel werden. Das wird der härteste Sommer für unseren Feind».
Sternenko riet den Bewohnern der zweiten Front in den besetzten Südzonen Saporischschja, Kherson und Donezk, die Gebiete nach Möglichkeit zu verlassen.
Mark Santry, Journalist der «New York Times» (NYT), beschreibt in einer Reportage die Arbeit der ukrainischen Drohnenpiloten, welche am «logistischen Lockdown» Russlands in der 2. Front arbeiten. Der Titel der Reportage: «Eine Wende in der ukrainischen Drohnenkampagne. Das trifft die Russen wirklich hart».
Die ukrainischen Streitkräfte haben den Rücken des Feindes in eine Zone des totalen Chaos verwandelt, schreibt Santry. Modernisierte Drohnen mit künstlicher Intelligenz und Starlink-Technologie jagen nun systematisch russische Tankwagen und Züge in einer Entfernung von bis zu 160 km von der Front. Die vom Journalisten beschriebene Einheit des 14. Regiments greift pro Monat rund 5’000 Mal die russische Logistik an.
Die Folgen dieser Angriffe in der 2. Front sind auch direkt in der 1. Front – der direkten Kampfzone – spürbar. Wegen Mangels an Treibstoff und Munition mussten russische Soldaten einige ihrer Positionen aufgeben und verloren im Mai mehr Gebiete, als sie gewannen. https://www.nytimes.com/2026/06/10/world/europe/ukraine-midrange-logistics-strikes.html
ANGRIFFE IN DER 3. FRONT
In der Nacht auf heute Sonntag griff die ukrainische Armee mehrere Schlüsselbetriebe des militärisch-industriellen Komplexes tief in Russland – der sogenannten «3. Front» – an. Bekannt sind bisher folgende Ergebnisse:
Aus Rybinsk, nördlich von Moskau in der Oblast Jaroslawl an der Wolga, filmten Anwohner mehrere grosse Explosionen und eine weit in den Himmel reichende Rauchwolke. Getroffen wurde dort die Ölbasis «Kombinat Temp» von Rosrezerv. Das wichtige Transit- und Logistikzentrum Rybinsk sorgt für die Lagerung und Verteilung von Ölprodukten im Nordostregion Russlands. Die Anlage war bereits am 31. Dezember 2025 und im Februar Ziel von Angriffen. https://t.me/exilenova_plus/22770
Auf dem Gelände des Chemiewerks AZOT in Nowomoskowsk in der Region Tula – südlich von Moskau – brennt es. Dies belegen NASA-Satellitenaufnahmen. Anwohner berichten von mehreren Einschlägen. Die lokalen Behörden haben den Angriff auf Telegram bestätigt. AZOT ist einer der grössten Hersteller von Ammoniak und Stickstoffdünger in Russland.
Der Mangel an Benzin und Diesel auf der besetzten Halbinsel Krim ist bekannt. Neu wird der Treibstoffmangel auch in russischen Städten zum Thema. In den meisten Fällen ist der Bezug von Benzin auf 20 Liter und der für Diesel auf 40 Liter beschränkt.
Bilder von Tankstellen, in denen diese Massnahmen verkündet wurden, gibt es aus Archangelsk, Chabarowsk, Karelien, Kasan, Kemerovo, Kursk, Nizhnekamsk, Rostow, Ulyanovsk, Yaroslavl, Wolodarsk, Woronesch, Wolgograd, St. Petersburg und vereinzelt aus Moskau.
Derweil stehen auf der Halbinsel Krim Autos während mehr als 12 Stunden in Warteschlangen vor Tankstellen, in der Hoffnung, Benzin zu erhalten, um die Insel verlassen zu können. https://twitter.com/i/status/2065754048322585007
FENSTERFLUG IN ROSTOW
Der Militärkommissar Oleg Sokolenko, Leiter der Militärkommissariate der Bezirke Pervomaisky und Aviation in Rostow am Don, hat angeblich Suizid begangen. Seine Leiche wurde auf dem Gehweg direkt beim Hochhaus gefunden, in dem er wohnte. Er war aus «grosser Höhe» gestürzt.
Die Behörden geben an, später in seiner Wohnung einen Abschiedsbrief gefunden zu haben, aus dem hervorgeht, dass er diese Entscheidung selbst getroffen habe und darum bat, niemanden dafür verantwortlich zu machen. Es wurden keine Informationen zu den Gründen für den Selbstmord bekannt gegeben.
In dieser Woche hat sich ein russischer Abgeordneter der Kommunistischen Partei Russlands gegen den Kreml gestellt, die Chefin der russischen Zentralbank, Elvira Nabiullina, hatte seit fast zwei Wochen keine Auftritte mehr und gilt offiziell als «krank» und die Beliebtheitswerte von Putin sind so schlecht, dass die Umfragen nicht mehr veröffentlicht werden. All diese Nachrichten waren bei «Ukraine Aktuell» zu finden. Die Tatsachen führen zu verschiedenen Spekulationen:
Die britische Zeitung «The Telegraph» schreibt in der Wochenendausgabe: «Immer mehr Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens weichen von der offiziellen Linie ab und äussern Kritik an Wladimir Putin. (…) Die Unzufriedenheit mit den Behörden hat in den letzten Monaten zugenommen, was auf grossflächige Internetausfälle, schleppende Fortschritte an der Front und ukrainische Fernangriffe zurückzuführen ist, die bis ins Herz der beiden grössten Städte Russlands vorgedrungen sind.» https://www.telegraph.co.uk/world-news/2026/06/13/russian-mp-warns-putin-were-on-the-brink-of-social-collapse/
Eine andere Facette beleuchtet der ehemalige Chefredaktor des russischen Staatsfernsehens, der heute in der Schweiz lebende Dmitry Skorobutov. Nach seinen Angaben befindet sich Elvira Nabiullina faktisch unter «Hausarrest». Dies sei geschehen, weil Nabiullina Anfang Juni in einem Gespräch mit Putin ein Ultimatum gestellt habe: Sie werde per sofort zurücktreten, wenn eine allgemeine Mobilmachung verordnet würde. Unabhängige Bestätigungen liegen bislang nicht vor. https://x.com/igorsushko/status/2065578194431033451
PUTINS NEUSTE ERKLÄRUNG
In einer vom staatlichen Fernsehen übertragenen Ansprache bei einer Sitzung des Regimes sagte Putin:
«Russland steht allein gegen den gesamten kollektiven Westen, vertreten durch den bekannten Nordatlantik-Block – die NATO. Alle NATO-Staaten verstärken ihre Bemühungen und tun alles in ihrer Macht Stehende, um diese feindseligen Aktionen gegen Russland zu organisieren und, wie sie glauben, den Krieg, den sie gegen Russland entfesselt haben, zu einem siegreichen Abschluss zu bringen. Sie waren es, die diesen Krieg begonnen haben. Nicht wir haben zu Beginn der ‚militärischen Sonderoperation‘ die Feindseligkeiten eröffnet.»
Der ukrainische Journalist Anton Gerashchenko schreibt dazu: «Seine Lügen werden immer abwegiger.»
Unter www. ukraineaktuell. com sind alle Beiträge seit dem 24. Februar 2022 veröffentlicht und in vielen Sprachen dank eines Übersetzungstools lesbar. Dort kann auch der Newsletter kostenlos bestellt werden.
Wer «Ukraine Aktuell» mit einer Spende unterstützen will, kann dies über «Buy Me a Coffee»: https:// buymeacoffee.com /aldrovandi tun oder direkt über das Schweizer Bankkonto.
• Zelensky will Krise beenden
• Neue Rolle für Fedorov
• Zukunft von Syrskyj unsicher
• «Wir sind keine Idioten!»
• Forderungen der Front-Generäle
• Lage auf der Krim katastrophal
• Angriffe in der zweiten Front
• Russischer Onlinehändler brennt
• Grösster Raketenangriff auf Kyiv
• Wildberries in Leningrad brennt
• Massive Schäden an Raffinerien
• Tiefste Ölverarbeitung seit 2002
• Import von Benzin aus Marokko
• Tanklastwagen sind Jagdobjekte
• Prinzipien für eine neue Armee
• In Russland ist die Angst spürbar
• Ex-General will die ganze Ukraine
• Bombenanschlag in Moskau
• Party der Generäle angegriffen
• Weitere Wildberries-Lager brennt
• Angriff auf Bomberstützpunkt
• Attacken auf zwei Ölraffinerien
• Frachtschiff versenkt
• Rekordverluste von Putins Armee
• Neue Mittelstrecken-Drohne
• So viele Raketen wie nie auf Kyiv
• Netanjahu schwächte die Ukraine
• Paris hat Nase voll von Putinistin
• Armeereformer in Kyiv unter Druck
• Front1: Kostjantynivka wehrt sich
• Front2: Über 100 Schiffe kaputt
• Front2: Kommandoposten zerstört
• Front3: Tiefste Ölverarbeitung seit 2005
• Strandlandeoperation mit Robotern
• «Krimbrücke ist für uns nicht prioritär»
• Ukraine hat Null Patriots-Raketen
• Was Russinnen denken – Teil 3
• Mann überlebte Menschenjagd
• Weiteres Wildberries Lager brennt
• 15 Tote nach Raketenangriff in Kyiv
• Keine Verteidigung gegen Raketen
• Russen greifen Logistikzentren an
• Bei Odesa droht eine Katastrophe
• Putin hat nur noch 170’000 Soldaten
• «Putins Regime verliert so oder so»