#UKRAINE AKTUELL Nr. 1551 (23.5.2026 / 7Uhr)

  • 25% der russischen Ölproduktion gestoppt
  • Raffinerien hinter dem Ural bleiben sicher
  • Ukraine baut Drohnenmacht massiv aus
  • Ukrainer entwickeln cleveren Transport
  • Russland will nicht mehr verhandeln
  • USA verzichten auf neue Gespräche
  • Der Mythos vom «brüderlichen Volk»

KEINE SICHEREN RAFFINERIEN

Im europäischen Teil Russlands haben ukrainische Drohnen alle grossen Ölraffinerien attackiert.

  • Seit Beginn der vollständigen Invasion wurden etwa 160 Angriffe auf russische Ölraffinerien registriert.
  • Die Ukraine führte Angriffe auf 24 von 33 Ölraffinerien mit einer Kapazität von 1 Million Tonnen Öl pro Jahr und mehr durch.
  • Nur zwei grosse Ölraffinerien (mit einer Kapazität von mehr als 10 Millionen Tonnen Öl pro Jahr) wurden bisher nicht angegriffen: Die Werke in Omsk und Angarsk befinden sich jenseits des Urals.
  • Die am meisten angegriffenen Raffinerien waren jene von Rjasan und Saratow mit jeweils 15 Schlägen. Jeweils 12 Attacken gab es auf die Ölraffinerien in Afipsk, Ilsk und Tuapse.

Laut Reuters haben fast alle grossen Raffinerien in Zentralrussland nach den jüngsten ukrainischen Drohnenangriffen die Kraftstoffproduktion eingestellt oder drastisch gedrosselt.

Diese Anlagen verfügen über eine Jahreskapazität von über 83 Millionen Tonnen – das entspricht rund 25 % der gesamten Raffineriekapazität Russlands. Insgesamt betrifft dies mehr als 30 % der Benzin-  und 25 % der Dieselproduktion.

Von Kirishi (seit dem 5. Mai vollständig stillgelegt) über NORSI (am 20. Mai getroffen) bis hin zu den Raffinerien in Moskau, Rjasan und Jaroslawl hat die Ukraine ihre Angriffe drastisch eskaliert und zielt dabei auch auf Pipelines und Lagerstätten ab.

Die Ausfälle der Raffinerien, Tanks und Pipeline setzen den Moskauer Haushalt stark unter Druck, da Öl- und Gassteuern etwa 25 % der Bundeseinnahmen ausmachen.

https://t.me/Crimeanwind/99723; https://x.com/KShevchenkoReal/status/2057148776834388468

UKRAINISCHE DROHNEN-MACHT

Der russische Militärblogger Swyatoslav Golikow («Philologe im Hinterhalt») warnt vor dem grossen Ausbau der ukrainischen Drohnenmacht, die nicht nur die Front beeinflusst, sondern auch die Logistik im russischen Hinterland.

«Als Grund für die stark gestiegene Aktivität ukrainischer Drohnen sehe ich eine schrittweise Zunahme der Lieferungen kleiner Kampfdrohnen an die Truppen. Es geht jedoch nicht nur um die Zunahme der Aktivitäten an sich, sondern auch um die Wirksamkeit dieser verstärkten Aktivitäten. Man kann beispielsweise die Offensivaktionen drastisch intensivieren, dabei keine nennenswerten Fortschritte   erzielen und gleichzeitig schwere Verluste erleiden.

Golikow sieht fünf Hauptthemen:

  1. Die Ukraine stattet nicht nur ihre Einheiten für unbemannte Systeme mit Drohnen aus, sondern erhöht auch die Lieferungen an allgemeine Militäreinheiten. Damit können diese  frontnahen Truppen direkt in der Kampfkontaktzone aktiv werden, während die Einheiten für unbemannte Systeme sich stärker auf die Unterbindung der Logistik der russischen Truppen bis weit hinter die Front konzentrieren.
  2. Die Ukraine entwickelt die Software- und Hardwareumgebung des Gefechtsführungssystems, der Lageerfassung und der Entscheidungsunterstützung weiter. «Dieses System verbessert die Effektivität solcher Missionen.» Die Koordination zwischen den verschiedenen Drohneneinheiten wird verbessert; es findet eine Verknüpfung mit den stationären und mobilen Luftabwehr-Einheiten statt; die Zielangaben aus der Luft- und Funkelektronikaufklärung werden praktisch in Echtzeit übermittelt.
  3. Ukrainische Drohnen können während des Fluges ihre Frequenz ändern. Sie sind damit für die russische Abwehr schwieriger zu erfassen.
  4. Die Ukraine entwickelt ein System von Drohnen-Mutterschiffen. Grosse Drohnen tragen eine Vielzahl kleiner Drohnen in die Kampfzone, wo sie sich länger aufhalten können, weil sie nicht selber zum Einsatzort fliegen mussten. Hinzu kommen neue Drohnen mit grosser Reichweite und eigenen Abschussvorrichtungen für Raketen
  5. Es werden nicht nur qualitativ bessere Drohnen an die ukrainischen Soldaten ausgeliefert, sondern auch quantitativ viel mehr als bisher.

https://t.me/philologist_zov/3945; https://t.me/philologist_zov/3948

INNOVATIVE TRANSPORTMETHODE

Ukrainische Truppen haben den Start der ukrainisch-amerikanischen Kamikaze-Drohne «Hornet» von einem Ballon aus getestet.

Der Ballon beförderte die Drohne 42 km weit und liess sie aus einer Höhe von 8 km ab, wobei das unbemannte Fluggerät (UAV) nur 5 % seiner Batteriekapazität verbrauchte.

Diese Methode erweitert die Reichweite durch die Kombination aus der vom Ballon zurückgelegten Strecke, dem Abwurf in grosser Höhe und der Schonung der Batterie, wodurch die Angriffsreichweite potenziell um das 1,5- bis 2-Fache über die derzeitigen 100 bis 150 km hinaus gesteigert werden könnte.https://twitter.com/noelreports/status/2057174544205393950

US-REGIERUNG HÄLT SICH RAUS

Die US-Regierung unter Joe Biden hat der Ukraine kostenlos Waffen und humanitäres Material geliefert, damit sich das Land verteidigen kann, und den Kontakt mit dem Kreml vermieden. Die US-Regierung unter Trump hat die Lieferungen eingestellt, Gespräche mit Moskau aufgenommen und versucht, eine Vermittlerposition einzunehmen, ohne den Krieg von Russland gegen die Ukraine klar zu verurteilen.

Dieser Mittelweg ist gescheitert. Das ist das Fazit der Aussagen des aktuellen US-Aussenministers Marco Rubio am Freitag vor der NATO. Die Verhandlungen zwischen Russland, den USA und der Ukraine sind wegen fehlender Ergebnisse ausgesetzt worden.

Rubio: «Derzeit finden keine solchen Verhandlungen statt. Aber wir hoffen, dass sich das ändern wird. Sie waren leider nicht erfolgreich. Aber wir sind weiterhin bereit, diese Rolle zu übernehmen. Wenn jemand anderes das übernehmen will, sollte er das tun, aber anscheinend kann derzeit niemand auf der Welt das übernehmen. Ausserdem sind wir nicht daran interessiert, an einem endlosen Zyklus von Treffen teilzunehmen, die zu nichts führen.»

Zuvor hatte der Kreml erklärt, er halte es für unzweckmässig, die trilateralen Verhandlungen zwischen den USA, der Ukraine und Russland fortzusetzen, solange Kiew keine Truppen aus dem von ihm kontrollierten Teil des Donbass abzieht.

 https://t.me/u_now/200136; https://t.me/Crimeanwind/99729

KOMMENTAR: Im Zweiten Weltkrieg haben die USA 1941 den Lend-Lease Act (das Leih- und Pachtgesetz) in Kraft gesetzt und der Roten Armee der UdSSR hunderttausende Waffen geschenkt, damit sie gegen die Nazis überhaupt eine Chance haben. (Jahrzehnte später zahlte die UdSSR/Russland einen sehr kleinen Betrag zurück.)
Biden hat den Lend-Lease Act zum zweiten Mal in der Geschichte der USA in Kraft gesetzt, damit die Ukraine eine Chance gegen Russland hat.
Von einem solchen Druck auf Russland als Angreifer gegen ein souveränes Land ist von der Trump-Regierung nichts zu hören. Lieber schickt man diplomatisch unerfahrene Businessleute und Familienangehörige nach Moskau und Kyiv, um etwas für die USA herauszuholen. Und wenn Waffen in die Ukraine geschickt werden, dann nur gegen Dollars.

EIN RUSSISCHES WELTBILD

Pavel Gubarew half der russischen Armee 2014 Teile des ukrainischen Donbass zu besetzen. Seither hat er sich immer wieder positiv zum Krieg Russlands gegen die Ukraine geäussert. Dies tat er auch im letzten Interview mit dem russischen Propagandisten Yury Dud, allerdings von Zweifeln durchsetzt.

Zuerst bezeichnete Gubarew den Krieg als nutzlos und sinnlos, da er kein klares Endziel habe. Kurz darauf gab er Einblick in seine Mentalität und die sogenannte russische Denkweise.

Gubarew: «Wir Russen haben übrigens in diesem Krieg die moralische Überlegenheit, weil wir sagen: ‚Ihr seid Brüder, ihr seid ein brüderliches Volk für uns.‘ Und das ist eine starke Position. Ja, wir haben hier und da einige von euch getötet, nun ja, ihr habt auch einige von uns getötet. Aber wir sagen: ‚Wir sind ein brüderliches Volk, wir sind ein Volk.‘ Sie sagen: «Nein, wir sind kein Volk. Ihr seid nicht unsere Brüder. Hängt die Moskauer.»

Ältere Beiträge nach Monat

UKRAINE AKTUELL Nr. 1591 (2.7.2026 / 8Uhr)

• Terrorangriff auf Zivilisten in Kyiv
• Brücke in der Südzone zerstört
• Brand in viertgrösster Raffinerie
• Kreml hat nur noch wenige Bomber
• Belarus dient weiterhin Russland
• Kasparow: Putin muss sterben
• Putin nicht wählen, hilft Zelenskyj

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UKRAINE AKTUELL Nr. 1590 (1.7.2026 / 8Uhr)

• Russen schlagen sich um Benzin
• Benzin ist in 80 Regionen knapp
• Drohnen knipsen Krim-Strom aus
• Mehrere Rüstungsfirmen attackiert
• Kein Wendepunkt an der Front
• Harte Kämpfe um Kostiantynivka
• 2. Luxusjacht von Putin unterwegs
• Das Dilemma von Lukaschenko
• Dreieck Minsk – Moskau – Peking

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#UKRAINE AKTUELL Nr. 1580 (21.6.2026 / 8Uhr)

• Russlands Armee sucht Soldaten
• Kreml beharrt auf Kapitulation
• Ukraine gegen Zugeständnisse
• Übergänge zur Krim zerstört
• Brände in den Kertsch-Häfen
• Moskauer Raffinerie steht still
• Drohne flog mehr als 2’000 km
• Azov-Drohnen gegen Mariupol
• Budanov: «Schockierte Russen»

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UKRAINE AKTUELL Nr. 1589 (30.6.2026 / 8Uhr)

• Putins 100 Mio. $ Yacht gesichtet
• Isolation der Krim geht weiter
• Kein Strom mehr auf der Halbinsel
• Russische Soldaten leben nur kurz
• Moskau von Drohnen überfordert
• Der «Geist von Anchorage» ist tot
• Zelenskyj ruft zum Widerstand auf
• Lukaschenko reiste nach Peking

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UKRAINE AKTUELL Nr. 1596 (7.7.2026 / 8Uhr)

• Russland grösste Raffinerie brennt
• Reichweite der Drohnen: 3’400 km
• Sibirien fürchtet ukrainische Drohnen
• Krimbesatzer erhalten kein Benzin
• Mehrere Brände in der zweiten Front
• «Der entscheidende Kampf im Himmel»
• Bereits 19 Tote in Kyiv geborgen

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#UKRAINE AKTUELL Nr. 1583 (24.6.2026 / 8Uhr)

• Schwerpunkt Krim-Halbinsel
• Die Kertsch-Brücke als Ziel
• Die Systematik der Ukrainer
• Russen sorgen sich um Brücke
• Ukraine hat geeignete Waffen
• Luftabwehrsysteme zerstört
• Krim ist Moskaus «Bruchpunkt»
• Krim-Halbinsel wird zur Insel
• Zwei Städte heute ohne Strom
• Russischer Benzinpreis verdoppelt

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