#UKRAINE AKTUELL Nr. 1499 (1.4.2026 / 7Uhr)

  • Rüstungschef blamiert sich
  • Russische Mobilmachung
  • USA heben Sanktionen auf
  • Marco Rubio dreht sich weg
  • Offensive der Russen stockt
  • Russische AN-26 abgestürzt
  • Ölexport bricht massiv ein
  • Krel-Blogger schlägt Alarm

IRAN-EXTRA auf www. aldrovandi. net

RÜSTUNGSCHEF BLAMIERT SICH

Armin Papperger ist Vorstandsvorsitzender des Rüstungskonzerns Rheinmetall und Präsident des Bundesverbands der Deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie. Seit dem Überfall Russlands auf die Ukraine sind die Aktien seines Unternehmens von 107 Euro pro Aktie auf aktuell 1’444 Euro gestiegen, also um den Faktor 13.

Das Düsseldorfer Unternehmen verkauft vor allem Systeme mit Gross- und Mittelkaliberwaffen. Diese sind bei der Verteidigung der Ukraine immer noch wichtig, aber nicht so effizient wie die Drohnen, die die Ukraine entwickelt hat und massenhaft einsetzt.

Gegenüber dem US-Magazin «The Atlantic» hat sich Armin Papperger herablassend über die Ukraine geäussert. Der ukrainischen Drohneninnovation fehlten «echte technologische Durchbrüche». Er verglich sie mit Rüstungsunternehmen wie Lockheed Martin, General Dynamics und Rheinmetall. Ukrainische Rüstungsunternehmen wie «Fire Point» und «Skyfall» bezeichnete Papperger als informelle, improvisierte Betriebe, als «Hausfrauen, die mit Lego spielen».

Seit dieser Aussage hagelt es Kritik an Armin Papperger. Unter dem Hashtag #LEGODrones sammelt sich in sozialen Medien die Kritik und es erscheinen viele «Meme» wie das hier abgebildete.

Alexander Kamyshin, Berater des ukrainischen Präsidenten Zelenskyj, schrieb: «Rheinmetall sagt, unsere Lego-Drohnen würden von Hausfrauen in ihren Küchen hergestellt. Schön. Derweil haben unsere Lego-Drohnen mehr als 11’000 russische Panzer vernichtet.»

Die Plattform «Ukraine News» analysierte: «Dieser Krieg wird nicht durch das teuerste System gewonnen. Das Drohnen-Ökosystem der Ukraine ist nicht wie eine traditionelle Rüstungsindustrie aufgebaut – und genau das ist der springende Punkt. Es bietet Massenproduktion zu niedrigen Kosten, schnelle Weiterentwicklung direkt auf Basis von Rückmeldungen vom Schlachtfeld und eine dezentrale Fertigung, die schwer zu stören ist».

Dies sei das Gegenteil von westlichen Rüstungsgiganten mit ihren hochwertigen, teuren Systemen, langen Entwicklungszyklen und einer zentralisierten Produktion.

Und schliesslich meint «Ukraine News»: «Wenn „Hausfrauen mit 3D-Druckern“ gepanzerte Fahrzeuge ausschalten, die Logistik stören und einer der der grössten Armeen der Welt zwingen, sich anzupassen, dann ist das Modell vielleicht gar nicht die Schwäche.»

Volodymyr Zelenskyj rückte die Aussagen des Waffenindustriellen Papperger mit wenigen Worten zurecht: «Wenn jede ukrainische Hausfrau Drohnen bauen kann, dann kann jede ukrainische Hausfrau auch Geschäftsführerin von Rheinmetall sein.»

https://www.rheinmetall.com/de/produkte/waffen-und-munition; https://www.theatlantic.com/national-security/2026/03/who-needs-tanks-age-drones/686540/; https://x.com/AKamyshin/; https://www.facebook.com/permalink.php?story_fbid=pfbid02bqoRUcyWr4z75tV5wKU4azDspM3etYC9UCJmsXAv9NAhs8REyv7WhrtSU9bZdxQZl&id=100089774110537 ; https://www.pravda.com.ua/eng/news/2026/03/30/8027812/

RUSSISCHE MOBILMACHUNG

Der Kremlsprecher Dmitri Peskow und der ehemalige russische Präsident Dmitri Medwedew behaupten übereinstimmend, dass es in Russland keine Mobilmachung geben werde und Russland sich auch nicht darauf vorbereite. Der ukrainische Journalist und Regierungsberater Anton Gerashchenko hat Zweifel an den Worten der doppelten Dimitris. Hier seine Einschätzung in geraffter Form:

«Einer der Gründe für die Einschränkung des Internets und der sozialen Medien in Russland ist die Vorbereitung auf eine umfassende Mobilmachung. Zunächst unterdrückt der russische Staat die Kommunikation und schränkt den Zugang ein, um die Menschen in einer kontrollierten digitalen Umgebung zu halten. Erst danach wird er eine neue Mobilisierungswelle durchführen, die weniger chaotisch verläuft und weniger Raum für Widerstand lässt. Damit der Prozess reibungslos verläuft, muss das Regime Informationslecks reduzieren, Einberufungen digitalisieren und unvermeidlich machen sowie den Spielraum für Ausweichen und Flucht einschränken.

Deshalb hat Russland bereits elektronische Einberufungen eingeführt, um es Männern zu erschweren, der Wehrpflicht zu entgehen.

Wir wissen nicht genau, wo der Kreml die nächste Welle an Kanonenfutter einsetzen wird. Aber wir wissen, dass Putin die Armee bereits auf 1,5 Millionen aktive Soldaten aufstockt, und der Kreml hat dies offen mit Bedrohungen an der Westflanke begründet.»

https://x.com/gerashchenko_en/status/2038561822572163165; Videos: https://x.com/i/status/2038561822572163165

UKRAINE VERLIERT US-FREUND

Der amerikanische Aussenminister Marco Rubio griff am Freitag den ukrainischen Präsidenten Zelenskyj öffentlich an. Er bezeichnete ihn als «Lügner» und deutete an, dass die US-Regierung bereits bestellte Waffen, anstatt in die Ukraine zu liefern, für den Krieg gegen den Iran «umleiten» könne.

Für Michael Andersen von der ukrainischen Publikation «Euromaidan» hat sich damit «der letzte Verbündete der Ukraine in der Trump-Regierung gerade abgewendet».

Rubio sei der einzige in Trumps Umfeld gewesen, der «alte republikanische aussenpolitischen Seriosität verkörperte». Andersen schreibt: «Wenn es einen Mann gab, von dem man erwarten konnte, dass er versteht, was Russlands Krieg gegen die Ukraine tatsächlich bedeutet, dann war er es. (…) Jetzt klingt er wie ein Sprachrohr für Trumps Weltanschauung. Und in Donald Trumps Weltanschauung war nie Platz für die Ukraine.»

Für die Ukraine sei dies ein entscheidender Einschnitt: «Wenn Rubio andeutet, dass die Waffen für die Ukraine anderweitig eingesetzt werden könnten, falls Washington „andere Prioritäten“ habe, sagt er damit etwas brutal Einfaches: Die Ukraine wurde herabgestuft. Ihr Überleben ist nun bedingt, verhandelbar, untergeordnet dem, was Trumps Aufmerksamkeit diese Woche auf sich zieht. Das ist keine Strategie. Das ist Verrat mit bürokratischem Glanz.» https://euromaidanpress.com/2026/03/30/ukraines-last-friend-in-the-trump-regime-just-walked-away

USA HEBEN SANKTIONEN AUF

Mit dem Argument, den Weltpreis für Erdöl und Erdgas zu stabilisieren, hat die Trump-Regierung ihre Sanktionen gegen russische Tanker für «vorläufig 30 Tage» aufgehoben. Diese Frist endet am 5. April.

Am Dienstag gab das US-Finanzministerium bekannt, dass nun auch Sanktionen gegen russische Container- und Frachtschiffe aufgehoben wurden. Dies betrifft die Containerschiffe FESCO MONERON, FESCO MAGADAN und das Frachtschiff SV.NIKOLAY auf. Diese Erklärung hat das des Office of Foreign Assets Control (OFAC) auf der Website veröffentlicht.

Das Containerschiff FESCO MONERON befindet sich laut dem Schiffsverfolgungsdienst Marinetraffic derzeit in der Bucht von Nagajew in der Nähe von Magadan, FESCO MAGADAN in der Nähe der japanischen Küste und SV.NIKOLAY im Asowschen Meer. Alle Schiffe, gegen die die Sanktionen aufgehoben wurden, fahren unter russischer Flagge.

Bekannt ist, dass die SV NIKOLAY wiederholt die vorübergehend besetzten Häfen der Ukraine angefahren und gestohlene Agrarprodukte aus der Ukraine in die Türkei exportiert hatte. Die Sanktionen der USA hatte die US-Regierung unter Präsident Joe Biden im Frühjahr 2022 verhängt.

https://ofac.treasury.gov/recent-actions/20260331; https://t.me/Crimeanwind/96518

RUSSISCHE OFFENSIVE STOCKT

Das amerikanische «Institute for the Study of War» (ISW) kommt zum Schluss, dass die russische Frühlingsoffensive aktuell nicht vorankommt.

Russland hat fünf Armeen und Korps aus drei Richtungen auf den nördlichen ukrainischen Verteidigungsgürtel im Donbass geworfen. Doch gemäss ISW gelang es keinem von ihnen, durchzubrechen.

Die 3. Kombinierte Waffenarmee durchbrach die ukrainischen Linien östlich von Slovjansk, erzielte «bedeuteten Vorstösse» und kam anschliessend zum Stillstand. Seit einer Woche hat sie sich nicht mehr bewegt. Die 20. und 25. Armee, die in Richtung Lyman vorrücken, kam noch langsamer voran. Die 8. Armee und das 3. Korps, die auf Kostiantynivka zusteuern, rücken ebenfalls langsamer vor als die 3. Kombinierte Waffenarmee.

Nun stehen die russischen Befehlshaber vor einer Entscheidung: Die 3. Kombinierte Waffenarmee kann mit dem Risiko von «extrem hohen Verlusten» alleine weiter vorstossen. Alternativ verstärkt sie die Flanken der neu eroberten Gebiete. Dies würde aber die Darstellung des Kremls untergraben. Denn die russische Regimeführung behauptet, dass die ukrainischen Verteidigungslinien überall gleichzeitig zusammenbrechen, was ganz offensichtlich nicht zutrifft.

Laut den ISW-Analysten ist es unwahrscheinlich, dass der Festungsgürtel in diesem Jahr fällt. Damit rückt auch der russische Traum der Eroberung des gesamten ukrainischen Donbass in weite Ferne. https://understandingwar.org/research/russia-ukraine/russian-offensive-campaign-assessment-march-29-2026

MINUS EIN TRANSPORTFLUGZEUG

Am Dienstagabend ist über der besetzten Krim beim Belbek Tal ein russisches Transportflugzeug vom Typ AN-26 abgestürzt. Die 30 darin befindlichen Personen sind offenbar ums Leben gekommen. Details sind zurzeit keine bekannt.

Das russische Verteidigungsministerium teilte lediglich mit, dass «die Verbindung mit dem Flugzeug unterbrochen» und Such- und Rettungstrupps unterwegs seien.

Die An-26 ist ein leichter militärischer Transportflugzeug, der für die Beförderung von Fracht, Personal, die Evakuation von Verwundeten und die Versorgung von Truppen eingesetzt wird.

Es kann bis zu 5,5 Tonnen Fracht aufnehmen und kann auch auf kurzen und unvorbereiteten Start- und Landebahnen operieren – daher wird es aktiv an der Frontlinie eingesetzt.

https://t.me/rbc_news/146582; https://t.me/bomber_fighter/24746

ÖLEXPORT BRICHT EIN

Aus den beiden Ostsee-Häfen Ust-Luga und Primorsk wird rund 40% aller russischer Erdölexporte abgewickelt. In den letzten sieben Tagen haben ukrainische Drohnen die beiden Häfen mehrmals angegriffen. In den Ölexportterminals in Primorsk und Ust-Luga brennen seither Lagertanks zu und die Verladeaktivitäten reduzierten sich an mehreren Tagen oder fielen ganz aus.

Gemäss der Nachrichtenagentur Bloomberg sank der tägliche Umsatz von 4,1 auf 2,3 Millionen Barrel pro Tag. Im Hafen Primorsk konnten nur 4 statt 10 Tanker beladen werden und in Ust-Luga waren es nur 2 von 8 Tankern. https://www.bloomberg.com/news/articles/2026-03-31/russia-s-oil-exports-plunge-as-drone-strikes-cripple-baltic-ports)

ALARM EINES KREML-BLOGGERS

Nach den Angriffen ukrainischer Drohnen auf die russischen Exporthäfen in Ust-Luga und Primorsk fragen sich russische Militärblogger, was eigentlich mit ihrer Luftverteidigung los ist. Der russische Journalist Yuri Kotenok publiziert unter dem Pseudonym «Voenkor Kotenok» und geht mehrere Schritte weiter: Er befürchtet die Zerstörung Russlands.

Zitate aus seinem Telegram-Beitrag: «Die Angriffe auf Ust-Luga sind ein äusserst alarmierendes Symptom oder vielmehr das Signal, Russlands globale Infrastruktur zu zerstören.

Ja, das sind extrem grosse Verluste und sie haben schwerwiegende Folgen. Aber die Spuren der Angriffe werden früher oder später beseitigt, repariert und vielleicht sogar verstärkt und gesichert werden. Aber es gibt ernsthafte Zweifel: Nach vier Jahren haben die Luftabwehrkräfte nicht getan, was sie hätten tun sollen. (…)

Ich spreche vom gesamten System der Luftabwehr-/Raketenabwehrstreitkräfte, einschliesslich der Satellitenkomponente, der Frühwarnsysteme, der elektronischen Kampfsysteme und schliesslich der Luftabwehrraketensysteme, die den Raum übereinander abdecken. Wo ist das alles? Wenn es nicht da war, nicht existierte oder – verzeihen Sie mir – im Arsch war – warum wurde es dann noch nicht geschaffen? Ich glaube nicht, dass die ehemaligen Stellvertreter des ehemaligen Verteidigungsministers, gegen die jetzt ermittelt wird, es geschafft haben, das alles zu stehlen. (…)

Warum schlagen jene, die schon lange vor sich hin dösen und für die Verteidigungsfähigkeit des Vaterlandes verantwortlich sind, nicht Alarm oder fordern dringende und Notfallmassnahmen, um dem Feind entgegenzutreten? (…)

Wie bereiten wir uns vor? Was tun wir? Wie werden wir das verteidigen, was Peter der Grosse für das Mutterland errungen hat?

Oder hoffen wir aus alter Gewohnheit auf eine Atempause? Die wird nicht kommen. Ich wiederhole: Das Ziel des Feindes ist es, uns eine STRATEGISCHE NIEDERLAGE zuzufügen, d. h. uns physisch zu vernichten und unser direktes militärisches Potenzial auszuschalten.

Eine strategische Niederlage bedeutet den Ausschluss des Staates aus den Reihen der internationalen politischen Akteure, möglicherweise den Verlust seines Nuklearstatus, seine Zersplitterung durch die Auferlegung vollständig kontrollierter lokaler Verwaltungen, die Entfremdung ganzer Regionen.» https://t.me/voenkorKotenok/71438

Ältere Beiträge nach Monat

#UKRAINE AKTUELL Nr. 1502 (4.4.2026 / 8Uhr)

• Technik-Vorsprung der Ukraine
• Wachsendes Drohnenarsenal
• Westen lernt von der Ukraine
• Drohnen aus GB, D und CH
• Drohnenangriffe verdoppelt
• Drohnenabwehr privatisiert
• Mondrennen ohne Russland
• Langsame russische Werft

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#UKRAINE AKTUELL Nr. 1508 (10.4.2026 / 9Uhr)

• Kreml deklariert Osterfrieden
• Zelenskyj stimmt Pause zu
• Sicherheitsauflagen für Ostern
• Ukraine gegen Einmischung
• Appell an die Amerikaner
• J. D. Vance versteht nichts
• Geheimvertrag Orban-Putin
• «Ungarn verrät Europa»
• Brutales World Press Photo

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#UKRAINE AKTUELL Nr. 1507 (9.4.2026 / 8Uhr)

• J.D. Vance will Donbass aufgeben
• Ukraine reduziert USA-Abhängigkeit
• Alternative zu «Patriot» wird entwickelt
• Kriegsschiffe schützen Schmuggelflotte
• Viertgrösste Raffinerie stellt Betrieb ein
• Ukraine baut ihr Drohnenarsenal aus
• Verzweifelte russische Frontsoldaten
• UNGARN26: Anschlag verhindert

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#UKRAINE AKTUELL Nr. 1481 (14.3.2026 / 9Uhr)

• Trump gegen ukrainische Drohnenhilfe
• US-Regierung begünstigt Russland
• Russisches Wrack treibt im Mittelmeer
• Moskau ist das nächste Raketenziel
• Kreml schaltet mobile Internet ab
• Schweizer Gericht verurteilt Gazprom
• Anklage gegen Verbrecher von Izum
• Ungarn behält geraubtes Geld & Gold

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