#UKRAINE AKTUELL Nr. 1497 (30.3.2026 / 9Uhr)

  • Paris schickt Worte statt Waffen
  • Irankrieg behindert Lieferungen
  • Heisse Front bei Huliaipole
  • 3 ukrainische Grossangriffe
  • Kreml Blogger sieht schwarz
  • Russischer Religionskampf
  • Fehlinformation im Tagesanzeiger

IRAN-EXTRA auf www. aldrovandi. net

PAROLEN STATT WAFFEN

Getrieben von seinem Versagen in der Innenpolitik hat sich der französische Präsident Emmanuel Macron eine Weile lang auf die Aussenpolitik konzentriert. Er betonte die Rolle Frankreichs als «Grande Nation» und machte auch Versuche, wieder einen Dialog mit dem Kreml aufzunehmen, was dort brutal zurückgewiesen wurde.

Gleichzeitig sprach Macron immer wieder von der Unterstützung der Ukraine durch Frankreich. Die Taten entsprachen jedoch nicht den Worten. Die Parolen aus Paris waren in den letzten drei Jahren umgekehrt proportional zu den Lieferungen an die Ukraine.

Von 2022 bis 2025 spendete Frankreich nur 0,3% des Bruttoinlandprodukts. Geiziger waren nur noch Spanien (0,18%), Italien (0,16%) und Griechenland (0,09%). Deutschland und Grossbritanien gaben doppelt so viel ihrer Wirtschaftskraft als Frankreich.

Wirklich solidarisch warn die nordeuropäischen Länder Dänemark und Estland, deren Beitrag 10 Mal höher war, als der von Paris. Auf den nächsten Positionen folgen Litauen, Norwegen, Lettland, Schweden und Finnland. https://euromaidanpress.com/2026/03/24/denmark-outspends-everyone-on-ukraine-i-walked-the-streets-to-find-out-why

GEFÄHRDETE LIEFERUNGEN

Seit Trump zum zweiten Mal ins Weisse Haus eingezogen ist, haben die USA ihre Waffenlieferungen an die Ukraine komplett eingestellt. Geliefert wird nur noch Material, wenn es von europäischen Staaten bezahlt wird, im Rahmen des sogenannten «PURL»-Programms („Prioritized Ukraine Requirements List“).

Nun sind auch diese Lieferungen in Frage gestellt. Diese Information aus dem US-Ministerium von Marco Rubio verbreitete das gewöhnlich gut informierte US-Magazin «Politico»: «Das US-Aussenministerium hat seinen Verbündeten mitgeteilt, dass es zu Störungen bei den Munitionslieferungen kommen könnte.» Grund für die Lieferschwierigkeiten sei der Krieg gegen den Iran, in dem die USA die bestehenden Lagerbestände verwenden.

Die letzthin zugesagten Lieferungen würden im Rahmen des «PURL-Programms erfolgen, aber «das sagt nichts über die Zukunft aus», zitiert «Politico» eine der Auskunftspersonen. Umleitungen könnten «verheerend» sein, sagte ein hoher NATO-Beamter dem Magazin. https://www.politico.com/news/2026/03/27/us-allies-urkaine-weapons-delay-00848080

HEISSE FRONT HULIAIPOLE

In Huliaipole an der ukrainischen Südfront gibt es täglich eine Vielzahl von Konfrontationen zwischen der russischen und der ukrainischen Armee. Allein für den Sonntag meldet der ukrainische Generalstab 6 Angriffe, die von den Verteidigungskräften «erfolgreich abgewehrt» wurden.

Gemäss dem ukrainischen Oberbefehlshaber Oleksandr Syrskyj ist in dieser Zone mit einem «erhöhten Offensivtempo» der russischen Armee zu rechnen. Sie versuche mit allen Mitteln, in Richtung Westen und der dortigen Stadt Orikhiv vorzurücken.

Der amerikanische Militärbeobachter Chuck Pfarrer betont die Erfolge der ukrainischen Armee. 20 Kilometer von Huliaipole entfernt, sei es gelungen, Gebiete zurückzuerobern. Der Geländegewinn beträgt hier seit Anfang des Jahres rund 300 Quadratkilometer.

Das amerikanische “Institute for the Study of War” (ISW) meldet die Befreiung des Ortes Berezove in derselben Region. Nach der Berechnung der ISW-Analysten ist es der ukrainischen Armee in den Richtungen Oleksandrivka und Huliaipole gelungen, 400 Quadratkilometer den Russen zu entziehen.

https://www.facebook.com/GeneralStaff.ua; https://understandingwar.org/map/assessed-control-of-terrain-in-the-russo-ukrainian-war-march-28-2026-at-130-pm-et/ ; https://x.com/ChuckPfarrer/status/2038257767517995024/photo/1

DREI GROSSANGRIFFE

Ukrainische Drohnen – vorwiegend vom Typ «FP-2» haben in dieser Nacht mehrere Industrieobjekte in Russland angegriffen

➡️ In Togliatti, russische Samara-Region, wurde das Chemiewerk «KujbyschewAzot» angegriffen. Es ist der zweite Angriff auf dieses Werk in diesem Monat. Dort werden Grundsubstanzen für die russische Waffenindustrie hergestellt.

➡️ Attackiert wurden im vorübergehend besetzten Altschewsk in Lugansk das dortige Metallurgiewerk und eine Strom-Verteilstation. Zuvor hatte die Ukraine die Luftverteidigung ausgeschaltet.

➡️ Weitere Angriffe gab es in dieser Nacht auf Taganrog im russischen Krasnodar-Krai. Bekannt sind von dort grossflächige Stromausfälle, aber noch keine Details zu den angegriffenen Objekten.

https://t.me/u_now/194922; https://t.me/u_now/194916;  https://t.me/exilenova_plus/18212; https://t.me/exilenova_plus/18201

EINSICHTIGER Z-BLOGGER

Als «Z-Blogger» werden jene Beobachter und Schreiber bezeichnet, die ihre Informationen vom russischen Militär oder von russischen Soldaten an der Front beziehen und publizieren. Einer der wichtige Z-Blogger ist Juri Podolyak, geboren 1975 in der ukrainischen Region Sumy, damals Teil der UdSSR.

Als Propagandist des Kremls steht er unter den Sanktionen der ukrainischen Regierung: «Er ist eine Schlüsselfigur in der Informationskampagne des Kremls und beeinflusst die öffentliche Meinungsbildung massgeblich», heisst es zum Sanktionsbeschluss. Seine wichtigste Plattform ist «Die Welt heute mit Juri Podoliak».

Auf eben dieser Plattform hat nun dieser Z-Blogger seinen Fans eine düstere Botschaft übermittelt: Russland verliert. «Wir werden die Situation in diesem Jahr nicht mehr ändern können. Die ukrainischen Fähigkeiten sind extrem ernst zu nehmen, selbst die NATO lernt von ihnen. (…) Sie haben uns in mehreren Bereichen der Kriegsführung überholt.»

Video: https://x.com/i/status/2038088866469400894 ; Sanktionen: https://war-sanctions.gur.gov.ua/propaganda/persons/22810

RUSSLANDS RELIGION

An der «Conservative Political Action Conference» (CPAC) – einer rechtskonservativen Veranstaltung und Brennpunkt für die MAGA-Bewegung – nahm dieses Jahr auch Sarah Makin teil. Sie war die leitende Beraterin von Präsident Trump für internationale Religionsfreiheit. Makin sprach in Dallas, Texas, über die Situation der Gläubigen in den von Russland besetzten ukrainischen Gebieten:

«Seit einem Jahr beschäftige ich mich intensiv damit, was Russland in den von Russland besetzten Gebieten der Ukraine tut.

  • Es gibt dort eine einzige Kirche, die zugelassen ist, alle anderen sind verboten. Allein dafür kann man verhaftet werden.
  • Das ist in Russland schon seit vielen Jahren so. Was sie nun getan haben, ist, dies in die Ukraine zu exportieren, wo sie Gebiete besetzen.
  • In den besetzten Regionen leben 3 Millionen Christen unter dieser Bedrohung.
  • Russland hat 650 christliche Kirchen bombardiert, beschossen und geplündert. Nach vorsichtigen Schätzungen haben sie 49 Pastoren, Priester, evangelikale Leiter und andere Glaubensführer in der von Russland besetzten Ukraine ermordet.
  • Sie haben diese Männer gefoltert, bevor sie sie ermordeten. Und noch einmal: Nach vorsichtigen Schätzungen sind es 49.
  • Wir wissen, dass dies nichts Neues ist. So handelt Russland. Aber jetzt tun sie es in der Ukraine.»

PROPAGANDA IN DER ZEITUNG

(KRITIK/Rezension): Die einstige Schweizer Nachrichten- und Meinungsmacht «Tages-Anzeiger» ist heute journalistisch ausgeblutet und bedient sich für die Auslandsberichterstattung aus dem Pool von Korrespondenten der Süddeutschen Zeitung. Das ist der Grund dafür, dass heute im Tagesanzeiger ein «Essay» von Cathrin Kahlweit erscheint.

Mit der Gattung «Essay» kann Frau Kahlweit journalistische Standards beiseite lassen und behaupten, was sie will. Zudem trifft die Bezeichnung «Essay» hier nicht zu, da ein Essay eine kritische Diskussion konkurrierender Standpunkte voraussetzt.

Bref! Die Schreiberin hat EINE These: Sie behauptet, der ukrainische Präsident Volodymyr Zelenskyj sei müde, kriegsmüde und kein Showman mehr.

Ihr Beweis Nummer 1 – Zelenskyj sei gealtert. «Heute sieht der Ukrainer aus wie ein alter Mann, das Gesicht zerfurcht, der Bart grau, die Stimme belegt, die Seele düster.» Zur Erinnerung hier zwei Bilder von Volodymyr Zelenskyj: eines vor dem russischen Überfall und eines vom April 2022 –beim Besuch von Bucha, dem Ort, wo russische Truppen Hunderte Menschen abgeschlachtet haben. Man muss nicht ins Jahr 2026 wandern, um einen gealterten Präsidenten zu sehen. (Siehe «Ukraine Aktuell» vom 4.April 2022 – Alle Quellen unter www. ukraineaktuell.com )

Ihr Beweis Nummer 2: Zelenskyj habe in einem «Interview» gesagt, auch der stärkste Stahl könne brechen. Dazu so viel: Das war nicht in einem Interview, sondern in einer Rede an die Nation am 25. November 2025 (dokumentiert in «Ukraine Aktuell Nr. 1369»), also auch nicht taufrisch. Abgesehen davon haben Zelenskyj und sein Volk danach den härtesten Winter in der Geschichte des Landes überstanden. Denn kaum war diese Rede gehalten, gingen die russischen Bombardierungen von Zivilisten und Städten erst richtig los.

Ihr Beweis Nummer 3: Zelenskyj stehe unter dem Druck für einen Rückzug aus dem Donbass und der Preisgabe der Gebiete, die Russland bisher nicht erobern konnte. Für einen «etwaigen Rückzug» forderte Zelenskyj Sicherheitsgarantien. Auch hier ist die Essayistin nicht auf dem neuesten Stand. Der ukrainische Staatspräsident lehnt die Aufgabe des Donbass klipp und klar ab. Das letzte Mal am 27. März 2026, dokumentiert in «Ukraine Aktuell Nr. 1495» unter dem Titel «Donbass ist Sicherheit».

Was bleibt vom Artikel der Süddeutschen Autorin an Substanz? Nichts.

Zelenskyjs Aufenthalt in Bucha: https://ukraineaktuell.com/ukraine-aktuell-4-4-22-21uhr/
Zelenskyjs Rede gegen den Kapitulationsplan: https://ukraineaktuell.com/ukraine-aktuell-nr-1369-extra-21-11-25-19uhr-uhr/
Zelenskyjs Nein zur Donbass-Abgabe: https://ukraineaktuell.com/ukraine-aktuell-nr-1495-28-3-2026-9uhr/

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#UKRAINE AKTUELL Nr. 1480 (13.3.2026 / 8Uhr)

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#UKRAINE AKTUELL Nr. 1490 (23.3.2026 / 8Uhr)

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• Ungarischer Verrat war bekannt
• Achse Ungarn – USA – Israel
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