#UKRAINE AKTUELL Nr. 1495 (28.3.2026 / 9Uhr)

  • Wachsende Kritik an Putin
  • Wirkungsvolle Öl-Blockade
  • Donbass bleibt ukrainisch
  • Kreml beansprucht Estland
  • Polnische Kämpfer amnestiert

IRAN-EXTRA auf www. aldrovandi. net

KRITIK AN PUTINS REGIME

In einer Erklärung sagte Putin gestern vor einem stoisch zuhörenden Publikum, was das Ziel des Krieges gegen die Ukraine sei: «Dies ist ein gerechter Kampf für ein friedliches, freies und sicheres Leben für unsere Kinder und Enkel auf unserem eigenen Land. Für das heilige, historische Recht unseres Volkes, in seiner Muttersprache zu sprechen.»

Der russische Kriegsblogger Maxim Kalaschnikow schrieb, dieser Putin sei bereits «veraltet» und es sei an der Zeit, ihn durch einen neuen zu ersetzen: «Der derzeitige Oberbefehlshaber wird von der Elite bereits als toxische Figur angesehen. Sie wünschen sich sehr, dass der Krieg endet.»

Unabhängig von der wachsenden Kritik wurde in mehreren Städten Russlands der Zugang zu Internetdiensten über mobile Geräte eingeschränkt oder abgestellt. So ist es zum Beispiel in St. Petersburg nicht mehr möglich, Banktransaktionen, Reservierungen oder Taxibestellungen über Mobilgeräte und Handys abzuwickeln. Hinzu kommen die flächendeckende Sperrung des beliebten Messengerdienstes Telegram.

Bekannte Blogger, «Influencerinnen» aber auch gewöhnliche junge Internetbenutzer beklagen sich in zunehmendem Mass über die Zensurbeschränkungen und machen ihren Ärger öffentlich. https://t.me/u_now/194760; https://x.com/i/status/2037601030116929985 ; https://x.com/i/status/2037627236438667595 ; https://t.me/exilenova_plus/18045; https://x.com/JayinKyiv/status/2037481929977598122; https://x.com/GlobalNews_24/status/2037553604413018283;

ERFOLGREICHE ÖLBLOCKADE

In der Nacht auf heute wurde das Ölverarbeitungswerk in Jaroslawl «Jaroslawnefteorgsintez» ein weiteres Mal mit ukrainischen Drohnen angegriffen. Die Anlage gehört zu den fünf grössten Ölverarbeitungsanlagen in Russland, mit einer Verarbeitungskapazität von 15 Millionen Tonnen Öl pro Jahr. Videos aus Jaroslaw belegen Brände.

Bereits seit vier Tagen brennt der russische Ölexport-Hafen Ust-Luga. Angriffe durch ukrainische Drohnen führten dort am Donnerstag zu weiteren Schäden. Ebenfalls noch nicht wiederhergestellt ist der andere Ostsee-Hafen Primorsk und auch aus der Kirischi-Raffinerie wurden diese Woche Schäden gemeldet.

Die hinter den Angriffen stehende Logik zeigt die ukrainische Plattform «Exilenova Plus» auf:

Die Häfen Primorsk und Ust-Luga sorgen für den Export von Schweröl aus Sibirien. Früher wurde es über die Pipeline «Druzhba» exportiert, aber die Ukraine hat Druzhba blockiert, und Europa auch.

Auf der Route der Pipeline befinden sich die Raffinerien Jaroslawl und Kirischi, die Öl abnehmen und Erdölprodukte herstellen. Entlang dieser Strecke gibt es folgende Kapazitäten:

  • Primorsk – Export 1 Million Barrel/Tag
  • Ust-Luga – Export 0,7 Millionen Barrel/Tag
  • Druzhba – Export 0,2 Millionen Barrel/Tag
  • Kirischi-Raffinerie – Produktion 0,4 Millionen Barrel/Tag
  • Jaroslawl-Raffinerie – Produktion 0,3 Millionen Barrel/Tag

Diese zurzeit ausgefallenen 2,6 Millionen Barrel/Tag Rohöl betragen 28% der gesamten russischen Ölfördermenge von 9,2 Millionen Barrel pro Tag. Wenn dieser Zustand einige Monate anhält, dann ist der Schaden für den russischen Staat und seine Kriegsmaschinerie enorm. https://t.me/exilenova_plus/18090

«DONBASS IST SICHERHEIT”

Nach einer Woche mit grossem politischem Druck durch die USA, einem erfolgreichen Vertragsabschluss mit Saudi-Arabien und weiteren militärischen Erfolgen insbesondere durch Drohnen hielt Präsident Volodymyr Zelenskyj gegenüber der Zeitung «Le Monde» seine Positionen fest:

Ganz Europa, nicht nur die Ukraine, muss mobilisieren, denn der Krieg im Nahen Osten lenkt die Aufmerksamkeit ab. Wenn wir über Prioritäten sprechen — den Schutz des Himmels, kritischer Infrastruktur und der Zivilbevölkerung — wissen wir nicht, was als nächstes passieren wird.

Niemand hat angekündigt, die Hilfe einzustellen, aber die Kampfhandlungen im Nahen Osten verlangsamen die Waffenlieferungen an die Ukraine. Deshalb müssen wir uns auf solche Risiken vorbereiten.

Weitere Erklärungen des ukrainischen Präsidenten:

➡️ Die Sanktionspolitik hat die Möglichkeiten Russlands eingeschränkt. Aber es hat sie umgangen. Gleichzeitig sind seine Einnahmen weiter gesunken, und der Haushaltsdefizit ist gestiegen. Heute sehen wir, dass aufgrund der Lockerung der Sanktionen die Einnahmen Russlands bereits in wenigen Wochen um Milliarden Dollar gestiegen sind. Dies trägt nicht zur Verringerung der Intensität des Krieges bei — weder in der Ukraine noch im Iran.

➡️ Wir würden uns wünschen, dass die USA den Druck auf Russland verstärken. Ich glaube, dass dieser Druck nicht ausreicht. Und nicht nur von Seiten der USA, sondern auch Europas, obwohl Moskau leider Europa nicht mehr sehr beachtet. Washington könnte einen stärkeren Druck ausüben.

➡️ Wir wollen nicht, dass unser Territorium erneut besetzt wird. Der Donbass ist unsere Verteidigungslinien mit Befestigungen, die über Jahre hinweg gebaut wurden. Wenn wir diese Gebiete verlassen, würde dies den Weg für eine schnelle Besetzung öffnen.

➡️ Die USA sagen: „Zieht aus dem Donbass ab, und wir geben Sicherheitsgarantien“. Aber unsere Befestigungen sind selbst Sicherheitsgarantien. Wir können die realen Garantien, die unsere Armee geschaffen hat, nicht gegen andere Versprechen eintauschen.

➡️ Ich möchte nicht mehr öffentlich darüber sprechen, wie ich mir den Sieg vorstelle. Aber wir müssen die Unabhängigkeit, die Wahlfreiheit und unseren Staat bewahren. Das wird die Grundlage eines gerechten Friedens sein.

➡️ Ich möchte in einer unabhängigen Ukraine leben. Das wird bedeuten, dass wir gewonnen haben. Und wenn man ein Zuhause hat, gibt es immer etwas zu tun.

https://www.lemonde.fr/en/international/video/2026/03/27/volodymyr-zelensky-s-exclusive-interview-with-le-monde-on-the-war-in-ukraine_6751879_4.html

«ESTLAND WAR TEIL RUSSLANDS»

Der Kreml begann in dieser Woche eine Kampagne für die Inanspruchnahme von Estland und anderer baltischer Staaten. Es begann mit der Meldung von russischen Kriegsbloggern und staatlich anerkannten Medien. Diese behaupteten, ukrainische Drohnen hätten für ihre Angriffe gegen Häfen in der Leningrader Region baltische Länder, darunter auch Estland überflogen. Behauptet wurde, Litauen, Lettland und Estland hätten ihren Luftraum «offiziell für ukrainische Drohnen geöffnet.» Die baltischen Staaten seien damit «legitime Ziele».

Die zweite Stufe der Aggression zündete am Freitag der ehemalige russische Präsident Dmitri Medvedev, der heute im «Sicherheitsrat» der Russischen Föderation die Nummer Zwei ist. Er richtete einen Tweet gegen die ehemalige Regierungschefin von Estland, Kaja Kallas, heute die nominell oberste Diplomatin der Europäischen Union. Medvedev bezeichnete die EU-Aussenbeauftragte Kallas als «Labaorratte» und erhob Anspruch auf Estland. Der Text von Medvedev ungekürzt zitiert:

«Die Laborratte Kallas, deren Gesicht keinerlei Anzeichen von Intelligenz aufweist, hat sich wieder einmal ins Fettnäpfchen gesetzt, als sie sagte, Russland „fordere etwas, das ihm nie gehört hat“. Der Donbass! Der gehörte Russland und niemand anderem. Es ist schade, mit 50 noch so dumm zu sein. Tatsächlich gehörte Estland (der Horror!) auch zu Russland.»

https://x.com/nexta_tv/status/2037256243035979989; https://x.com/MedvedevRussiaE/status/2037510908784644562

POLENKÄMPFER STRAFFREI

Der polnische Präsident Karol Nawrocki hat ein Amnestiegesetz für Bürger des Landes unterzeichnet, die auf der Seite der Ukraine gekämpft haben. Polen, die seit 2014 am Krieg um die Ukraine teilgenommen haben, können einer Bestrafung entgehen.

Allerdings müssen sie dazu einen Antrag beim polnischen Verteidigungsministerium stellen und ihre Dienstzeiten angeben. Dies muss innerhalb von sechs Monaten nach ihrer Rückkehr geschehen. Andernfalls droht eine strafrechtliche Verfolgung.

Früher musste man in Polen für einen Dienst im ausländischen Militär ohne Genehmigung mit bis zu fünf Jahren Gefängnis rechnen. https://www.pap.pl/aktualnosci/abolicja-dla-polakow-walczacych-w-ukrainie-prezydent-podpisal-ustawe

Ältere Beiträge nach Monat

#UKRAINE AKTUELL Nr. 1494 (27.3.2026 / 9Uhr)

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• Erdöl-Exporte Russlands unterbrochen
• Feuer in der grössten Phosphat-Fabrik
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#UKRAINE AKTUELL Nr. 1503 (5.4.2026 / 8Uhr)

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• EX-CIA-Chef lobt ukrainische Innovation
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#UKRAINE AKTUELL Nr. 1507 (9.4.2026 / 8Uhr)

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• Ukraine baut ihr Drohnenarsenal aus
• Verzweifelte russische Frontsoldaten
• UNGARN26: Anschlag verhindert

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#UKRAINE AKTUELL Nr. 1490 (23.3.2026 / 8Uhr)

• Angriff auf russischen Öl-Hafen
• Drohnen nahe St. Petersburg
• Katastrophaler Frontvorstoss
• Erfolglose Gespräche in den USA
• «Frieden ist unwahrscheinlicher»
• Terroranschlag in Tschechien
• Ungarischer Verrat war bekannt
• Achse Ungarn – USA – Israel
• Normalisierung erst nach Putin

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