Russland gehen die für den Schutz seiner strategischen Standorte erforderlichen Luftabwehrressourcen aus. Das analysiert Gert Kaju, Leiter der Abteilung für Verteidigungsbereitschaft im estnischen Verteidigungsministerium.
Kaju hob insbesondere einen Raketenangriff auf ein Elektronikwerk in der russischen Region Brjansk hervor, der vor einer Woche stattfand. Dabei wurde die Mikrochip-Firma – ein entscheidender Betrieb der russischen Rüstungsindustrie – so stark beschädigt, dass die Produktion eingestellt wurde.
Laut Kaju zeigt der Angriff, dass die russische Luftabwehr ihren Aufgaben nicht immer gewachsen ist. Luftabwehrraketen werden schneller verbraucht, als sie produziert werden, sodass nicht genügend Ressourcen vorhanden sind.
Auch an der Front hat die russische Armee wachsende Probleme: Im Durchschnitt gab es letzte Woche 133 Gefechte pro Tag. Damit setzt sich ein seit mehreren Wochen zu beobachtender Abwärtstrend fort.
Kaju betonte, dass die Wetterbedingungen eine wesentliche Rolle bei der Verringerung direkter Zusammenstösse spielen: «Der Frühling naht: Die Bäume tragen noch kein Laub, während der Boden weich geworden ist. Dies erschwert es, Bewegungen vor Beobachtung zu verbergen, und erschwert das Manövrieren im Gelände. Unter diesen Bedingungen bleiben Drohnen äusserst effektiv», erklärte er.
«Wenn man sich ansieht, wie Russland seine Infanterie einsetzt, wird deutlich, dass Personalverluste praktisch ignoriert werden. Soldaten werden einfach in grosser Zahl in Angriffe geworfen. (…) Unter den Bedingungen des aktiven Drohneneinsatzes ist die Evakuierung der Verwundeten extrem schwierig, und russische Streitkräfte lassen sie oft zurück».
Ilya Remeslo, ein russischer Militärblogger, plädiert für einen raschen Friedensschluss mit der Ukraine und hofft auf die danach folgenden Wahlen in der Ukraine. In seinem Blogbeitrag schreibt Remeslo seinen 89’000 Abonnenten:
«Einige Insider berichten von einem baldigen Ende des Konflikts in der Ukraine. Die Termine werden bis Ende April/Mai 2026 genannt. Eine andere, konservativere Prognose ist Oktober 2026. Damit bleiben maximal 6 Monate übrig. Ich persönlich neige zu einem schnelleren Ende des Konflikts – im September finden die Wahlen zur 9. Staatsduma («Parlament») statt.»
Den «Konflikt» zu beenden, sei gerade jetzt sinnvoll, schreibt Remeslo, weil:
Der Krieg in der Ukraine dauert bereits seit fünf Jahren an.
Militärische Aktionen verschlingen enorme Ressourcen und Menschenleben. Jeder Kriegstag kostet Dutzende Milliarden, einige nennen eine Zahl von 47 Milliarden.
Die Zerstörungen sind enorm. Schauen Sie sich den Beschuss von Brjansk an, wo ein ganzer Betrieb „ausgelöscht“ wurde. Auch eine grosse Anzahl von Objekten der Kraftstoff- und Gasinfrastruktur wurde zerstört.
Die Ziele der SVO («Sonderoperation») werde sehr langsam erfüllt. In einigen Richtungen entfernen sie sich sogar, was die Frage nach ihrer prinzipiellen Erreichbarkeit aufwirft.
Die angekündigten Pläne der SVO ändern sich ständig, was nicht zur Erreichung des Ergebnisses beiträgt.»
Der Kreml-Blogger zieht dieses Fazit:
«Solange der Krieg andauert, wird sich nichts ändern. Sollen wir also noch fünf Jahre herumstochern, bis 2030-2031? Menschen und Reichtum Russlands verschwenden, anstatt einen vernünftigen Plan zu haben? Alles, was wir militärisch zeigen konnten, haben wir bereits gezeigt. Stimmen Sie zu?
Es ist Zeit, eine kluge Entscheidung zu treffen. Die militärischen Aktionen müssen ohnehin früher oder später beendet werden. Und es ist besser, dies zu tun, solange es noch möglich ist. Die Fortsetzung des Krieges bedroht gerade die territoriale Integrität Russlands. Wir haben solche Szenarien bereits 1917 erlebt, erinnern Sie sich?
Es war auch ein langwieriger und blutiger Krieg, der nicht hätte stattfinden sollen. Das Ergebnis ist allen bekannt – ein katastrophaler Zusammenbruch des Staates und des Landes. Sind Sie sicher, dass eine Wiederholung der Geschichte unmöglich ist?» https://t.me/ilya_remeslaw/11066
MOSKAU UND FLUGZEUGE IM VISIER
In der Nacht auf heute griffen ukrainische Raketen das «123. Flugzeugreparaturwerk» in Staraya Russa in der russischen Region Nowgorod an. Das Werk repariert und wartet militärische Transportflugzeuge. Es ist spezialisiert auf Flugzeugen wie der Il-76, Il-78 und L-410; Motoren wie D-30KP, AI-20 und WSU TG-16M; sowie Propellern wie AV-68 und AV-72. Angeblich befanden sich auch zwei Flugzeuge für die Frühwarnung und -lenkung (AWACS) vom Typ A-50 im Werk, von denen die russische Armee insgesamt 19 Exemplare hat. https://t.me/strategicontrol/68653
In den letzten drei Tagen flogen 1’200 ukrainische Drohnen in Richtung Russland und mehrere Dutzend davon in Richtung Moskau. Wegen der Angriffe wurde der Betrieb an den Flughäfen Wnukowo, Scheremetjewo, Domodedowo und Schukowski vorübergehend eingeschränkt und die Sicherheitsmaßnahmen in der Hauptstadt verstärkt.
Die amerikanischen ATACMS-Raketen erweisen sich als sehr effizient, aber die Ukraine erhält davon nur wenige Exemplare. Aus diesem Grund hat die ukrainische Firma «Fire Point» eine Rakete entwickelt, die ähnliche Eigenschaften wie die ATACMS hat, allerdings etwas weniger kompakt ist.
Diese ukrainische Eigenentwicklung heisst «FP-7». Die neue ballistische Rakete ist eine Nachbauversion der sowjetischen 48N6-Rakete aus dem Luftabwehrsystem S-400, wie der Fire Point Chefingenieur Denys Shtilierman offen sagt. Die Ukrainehabe bereits den ersten Flug der neuen Rakete FP-7 durchgeführt. Jetzt sei die Waffe für den Ernsteinsatz bereit: «Jetzt gehen wir dazu über, Tests an unseren ‚lieben‘ Nachbarn durchzuführen.“
Seiner Aussage zufolge ist die FP-7 ein Analogon der amerikanischen ATACMS mit einer Reichweite von bis zu 300 km, kostet jedoch etwa die Hälfte.
In Ungarn hat die Endphase des Wahlkampfs für den 12. April begonnen. Das Foto zeigt eine Demonstration der oppositionellen Tisza-Partei. Der noch herrschende Victor Orbán richtet sich in seinen Ansprachen insbesondere gegen die Ukraine und die EU-Zentrale in Brüssel und redet nicht über die Probleme im Land. Parallel dazu hat die in Moskau ansässige Firma «Social Design Agency» eine Kampagne für die sozialen Netzwerke veröffentlicht. (Gegen die Firma wurden bereits 2024 wegen Einmischung in ausländische Wahlkämpfe westliche Sanktionen verhängt).
Im Mittelpunkt des Plans steht die Darstellung Orbáns als entschlossener Führer, der in der Lage ist, die Souveränität Ungarns zu verteidigen und Beziehungen zu mächtigen internationalen Partnern zu pflegen. Gleichzeitig sieht der Plan vor, seinen Hauptkonkurrenten, Péter Magyar vor. Dieser soll als übermässig abhängig von Brüssel und ohne starke internationale Rückendeckung dargestellt werden.
Die Strategie sieht zudem die Durchführung von sogenannten «Informationsangriffen» vor, die darauf abzielen, Spaltungen innerhalb der Opposition hervorzuheben und die Tisza-Partei als unerfahren und von internen Konflikten geprägt darzustellen.
Anstatt die Bemühungen offen mit Russland in Verbindung zu bringen, legt die Strategie Berichten zufolge Wert auf Subtilität. Inhalte wie Memes, Kurzvideos, Infografiken und politische Kommentare würden in Russland entworfen, aber über ungarische Social-Media-Persönlichkeiten verbreitet, um den Anschein einer innenpolitischen Debatte zu erwecken. https://kyivinsider.com/russians-working-with-victor-orban-to-swing-upcoming-election
NEUN KRIEGSVERBRECHER
Vor vier Jahren wurden in Butscha und den benachbarten Gebieten wie Hostomel, Irpin und Borodianka 1’400 ukrainische Zivilisten ermordet. Nun hat die Europäische Union gegen 9 russische Offiziere Massnahmen ergriffen, die für diese Gräueltaten verantwortlich waren. Unter ihrer Führung wurden Hunderte von Zivilisten ermordet, in einigen Fällen infolge brutaler Hinrichtungen. Die unter ihrem Kommando stehenden Truppen waren zudem an Plünderungen, Folter und der Zwangseinziehung von Zivilisten zur Beseitigung der Leichen toter russischer Soldaten beteiligt.
Der EU-Rat nimmt insbesondere Generaloberst Aleksandr CHAYKO (geboren: 27.7.1971) in die Liste auf. Er war der ranghöchste russische Militärangehörige vor Ort als russische Truppen in Butscha einmarschierten.
Die anderen acht Verbrecher heissen Andrey Viktorovich KONDROV (geboren 12.8.1976); Artem Igorevich GORODILOV (8.8.1984); Sergey Viktorovich CHUBARYKIN (25.8.1980); Viktor Viktorovich FILONOV (9.4.1991); Vladimir Viatcheslavovitch SELIVERSTOV (1.8.1973); Vadim Ivanovych PANKOV (2.1.1968); Denis Aleksandrovich SUVOROV (6.11.1984); Aleksey Nikolaevich TOLMACHEV (23.4.1980);
Ihre Handlungen stellen Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen dar.
Gegen die neun Personen wurde nun eine Vermögenssperre verhängt, und EU-Bürgern und -Unternehmen ist es untersagt, ihnen Gelder zur Verfügung zu stellen. Darüber hinaus unterliegen sie einem Reiseverbot, das ihnen die Einreise in EU-Mitgliedstaaten sowie die Durchreise durch diese untersagt.
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