#UKRAINE AKTUELL Nr. 1465 (26.2.2026 / 8Uhr)

  • Schwerer Nachtangriff Russlands
  • Unfreiwillige Kämpfer aus Afrika
  • Nachdenkliche Kriegsblogger
  • Trump versteht Putins Pläne nicht
  • 6’000 potenzielle Ziele in Russland
  • Ukraine greift in Russland an
  • Das Risiko für Belarussen steigt

++++++++++++++++++++

ABO – ARCHIV – WEITERVERBREITEN – SPENDEN

Unter www.bit.ly/3whDOe4 kann der tägliche Newsletter «Ukraine Aktuell» kostenlos abonniert werden.

Unter www.ukraineaktuell.com sind alle Beiträge seit dem 24. Februar 2022 veröffentlicht und in vielen Sprachen dank eines Übersetzungstools lesbar.

Wer «Ukraine Aktuell» mit einer Spende unterstützen will, kann dies über «Buy Me a Coffee»: https://buymeacoffee.com/aldrovandi tun oder direkt über das Schweizer Bankkonto.

CH07 0824 3117 3705 1200 6 (UA Aldrovandi Mario. Les Courtines, F-30220 Aigues-Mortes)

+++++++++++++++++++++++

KOMBINIERTER ANGRIFF

Die Russen haben in der Nacht mehrere Städte angegriffen:

➡️ Kharkiv wurde mit 17 Drohnen und 2 Raketen angegriffen. Ziele waren mehrere Wohnhäuser und ein Studentenwohnheim. 14 Menschen wurden verletzt, darunter ein 7-jähriger Junge. Die Gas- und Stromnetze wurden unterbrochen.

➡️ In Saporischschja wurden während zweier Stunden mindestens 12 Angriffe auf die Infrastruktur verübt. Ziele waren das Einkaufszentrum «Epicenter», wo danach ein Brand ausbrach (FOTO), sowie 19 Mehrfamilienhäuser, vier Privathäuser und Nichtwohngebäude. In mehr als 500 Häusern in drei Stadtbezirken fehlt die Wärmeversorgung. Ein Mensch starb und 18 wurden verletzt.

➡️ In Kyiv gab es Brände in den drei Bezirken Holossijiwskyj, Petscherskyj und Darnyzkyj. Angegriffen wurden private Häuser und ein 9-stöckiges Gebäude. In Krywyj Rih wurde ein fünfstöckiges Gebäude beschädigt.

➡️ In der Region Poltawa wurden infolge eines russischen Angriffs Stromleitungen und private Gebäude beschädigt: 18’209 private und 1’781 gewerbliche Verbraucher sind ohne Strom. Die Energieversorger arbeiten bereits an der Wiederherstellung der Stromversorgung.

Weitere Angriffe sollen ein Flugplatz, ein Heizkraftwerk, ein Kraftwerk und Objekte des Rüstungssektors gewesen sein, aber dazu liegen aktuell keine Angaben vor.

https://t.me/u_now/191837 ; https://t.me/uniannet/186384 ; https://t.me/voynareal/131881

UNFREIWILLIGE KÄMPFER

In der russischen Armee kämpfen über 1’700 Söldner aus 36 afrikanischen Ländern und dies oft unfreiwillig. Dies sagte der ukrainische Aussenminister Andrij Sybiga am Mittwoch auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem ghanaischen Aussenminister Samuel Okudzeto Ablakwa in Kyiv.

Üblicherweise würde den Menschen «Arbeitsplätze» in Russland angeboten werden — als Sicherheitskräfte, Bauarbeiter oder Lagerarbeiter, mit der Versprechung hoher Gehälter und der Legalisierung des Aufenthalts. Nach ihrer Ankunft würden ihnen die Dokumente abgenommen, und sie würden gezwungen, Verträge mit dem russischen Verteidigungsministerium zu unterzeichnen.

Sybiga sagte: «Wir sehen ganz klar, dass die Russische Föderation versucht, die Bevölkerung Afrikas in einen Krieg, in den Tod, zu treiben. (…) Wir haben uns mit einigen Ländern auf gemeinsame Informationskampagnen geeinigt, um diese betrügerischen Handlungen der Russischen Föderation zu verhindern.»

https://interfax.com.ua/news/general/1147248.html

NACHDENKLICHE KREML-BLOGGER

Der Kreml-Blogger «Rybar» (1,5 Millionen Abonnenten auf Telegram) berichtet von umfassenden Vorstössen der ukrainischen Armee im Süden. In einer Karte zeigt er mit blauen Pfeilen, wo überall die russischen Truppen in die Defensive geraten.

Als positive Meldung bezeichnet Rybar die Sprengung eines Staudamms zwischen Kostjantyniwka und Oleksijewe-Druzhkiwka. Damit würde die Versorgung der vordringenden ukrainischen Truppen unterhalb des Dammes erschwert.

Auch der russische Kriegsblogger Zakhar Prilepin schreibt seinen 245’000 Abonnenten mit einer gewissen Skepsis: «Wir kommen an der Front schon jetzt zu langsam voran. Aber wir müssen uns auch im Hinterland gegen diejenigen verteidigen, die gestern noch unsere eigenen Leute zu sein schienen. Und schliesslich kennt niemand die endgültigen Pläne der Führung. Sie werden nicht kommuniziert. Der einzige Plan, den wir erahnen können, ist die Rückkehr zu 2013 – denn damals war ja alles in Ordnung. Das Problem ist, dass das noch unerreichbarer ist als Kiew.»

https://t.me/rybar/77814; https://t.me/zakharprilepin

TRUMPS UNVERSTÄNDNIS

Trump versteht nicht, was Putin wirklich will: Seine Strategie basiert auf der Illusion, dass der Kreml sich mit territorialen Zugeständnissen und der Neutralität der Ukraine zufriedengeben wird. Zu diesem Schluss kommt die britische Zeitung «The Telegraph».

«Trump glaubt, dass Putin Territorium will und dass der Friedensvertrag unterzeichnet wird, wenn er einen zusätzlichen Teil des Donbass erhält. Fairerweise muss man sagen, dass das Weisse Haus dies glaubt, weil der Kreml dies immer wieder so dargestellt hat. Darüber hinaus hat Moskau versucht, Trump dazu zu verleiten, die Ukraine zur Kapitulation zu drängen, indem es einen fantastischen 14-Billionen-Dollar-Mega-Deal über Mineralien erfunden und den Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner, dem Schwiegersohn des Präsidenten, falsche Versprechungen über unermessliche Reichtümer gemacht hat.»

➡️ Putin strebt nach vollständiger politischer Kontrolle über die Ukraine, nicht nur über den Donbass oder die Krim.

➡️ Das Ziel des Kremls ist, die Ukraine in eine Marionette zu verwandeln, wie Weissrussland.

➡️ Russland will Einfluss auf die Innenpolitik der Ukraine ausüben: Sprache, Wahlen, Kirche.

➡️ Trump verlässt sich auf «persönliche Diplomatie» und Verhandlungsfähigkeiten, aber Putin betrachtet Kompromisse als Schwäche.

➡️ Das Haupthindernis für den Frieden ist, dass Putin nicht bereit ist, die Existenz einer freien prowestlichen Ukraine zu akzeptieren.

https://www.telegraph.co.uk/news/2026/02/24/trump-no-idea-what-putin-wants-ukraine-war-land-power

6’000 POTENZIELLE ZIELE

Für das Militär arbeiten in der Russischen Föderation 6’088 Unternehmen mit 1,2 Millionen Mitarbeitern in 85 Regionen. Davon befinden sich 2’290 unter Sanktionen. Eine ukrainische Analystengruppe hat alle Unternehmen mit detaillierter Beschreibung in einer interaktiven, öffentlichen Datenbank erfasst.

Die Datenbank dient dem ukrainischen Militär für die Definition der relevanten Ziele. Für jeden Eintrag ist die geografische Position, die Art der Produkte, die Vernetzung mit anderen Firmen, die Bedeutung für die Rüstungsindustrie und die Anzahl der Mitarbeiter festgelegt. In der Kategorie „Mitarbeiter“ sind Positionen, Telefonnummern und E-Mail-Adressen aufgeführt.

Erstellt wurde die Karte von «Osint-Varta» mit der Selbstbeschreibung: «freiwilligen-Nachrichtendienst zur Aufdeckung und Analyse des verteidigungsindustriellen Komplexes des Aggressorstaates.»

https://map.osint-varta.com/; https://t.me/lextalionis5/3

ANGEGRIFFENE OBJEKTE

  • Drei Tage nach dem Angriff brennt das Öllager «Kaleinko» bei der Druzbha-1-Pipeline immer noch (siehe «Ukraine Aktuell» Nr. 1463). Ein voller Tank wird bis zum Ende ausbrennen und ein leerer Tank wurde zerstört. https://t.me/exilenova_plus/16753
  • In Dorogobuzh nah der Stadt Smolensk wurde die dortige Firma der «Akron»-Gruppe angegriffen. Das Unternehmen «Drogobuzsky Chemical Plant» stellt Grundsubstanzen für die Herstellung von Dünger und Sprengstoff her. Dazu gehören Ammoniak, Salpetersäure und Nitrate. Die Firma ist Teil des russischen Militärisch-industrielle Komplexes. Die Firma war bereits am 16.Dezember 2025 Ziel eines Drohnenangriffs. https://t.me/exilenova_plus/16744

RISIKO FÜR BELARUSSEN

Zu Beginn des russischen Überfalls auf die Ukraine, sagte der weissrussische Diktator Alexander Lukaschenko, dass er nicht wisse, welche Raketen die russische Armee von seinem Territorium in Richtung Ukraine abschiesse. Diese seien schon lange im Land gewesen und die belarussische Regierung habe darüber keine Kontrolle.

Diese Anekdote erzählte der ukrainische Präsident Volodymyr Zelenskyj in einem Interview mit der oppositionellen belarussischen Plattform «Dzerkalo».

Heute könne sich Lukaschenko nicht mehr hinter dieser Ausrede verstecken. Aktuell würden in Weissrussland von der russischen Armee Antennen installiert, welche für die Steuerung von Kampfdrohnen gegen die Ukraine verwendet werden.

Zelenskyj wies das belarussische Volk auf die Risiken hin, welche seine Regierung aktuell eingeht: «Der nächste Schritt ist die Vorbereitung eines Standorts für den Einsatz von (Mittelstreckenraketen) Oreshnik auf dem Territorium von Belarus. Es geht hier um neue Schritte, nicht um alte, die nicht von Lukaschenko abhängig waren, wie er zuvor behauptet hatte. Jetzt hängt es definitiv von ihm ab. Und deshalb befinden wir uns jetzt an einem Punkt, an dem die Belarussen meiner Meinung nach alle Risiken verstehen müssen.» https://x.com/ZelenskyyUa/status/2025890079659446588

Ältere Beiträge nach Monat

UKRAINE AKTUELL Nr. 1477 (10.3.2026 / 8Uhr)

• Anti-Moskau Rakete wird getestet
• Ukrainische Drohnen modernisiert
• Über 700 Drohnen gegen Russland
• Schläge gegen russische Waffen
• Ukrainischer Pilot im Kampf gefallen
• Ungarn behält gestohlenes Geld & Gold
• Russland exportiert weniger Waffen
• Ukraine ist der grösste Waffenkäufer
• Kreml schlägt gegen Telegram zu

Weiterlesen »

#UKRAINE AKTUELL Nr. 1469 (2.3.2026 / 8Uhr)

• Zelenskyj: «Winter überstanden»
• Erfolgreiche Angriffe der Ukraine
• Weitere zweifelnde Kreml-Blogger
• Iran-Extra: Der zweite Angriffstag
• Iran-Extra: Kritik eines US-Generals
• Iran-Extra: Angriffe auf Nachbarn
• Iran-Extra: Abwehr-Arsenal erschöpft
• Iran-Extra: Wissen der Ukraine gefragt

Weiterlesen »

#UKRAINE AKTUELL Nr. 1454 (15.2.2026 / 8Uhr)

• Navalny wurde mit Pfeilgift getötet
• Zelenskyjs Rede in München
• Gespräche bringen keinen Frieden
• China könnte zum Frieden beitragen
• Angriff auf Russland mit 140 Drohnen
• Über 6’000 Nordkoreaner gefallen
• Kolumbianer kämpfen für die Ukraine

Weiterlesen »

#UKRAINE AKTUELL Nr. 1461 (22.2.2026 / 8Uhr)

• Erfolge der ukrainischen Armee
• «Es gibt keine Pattsituation»
• Brennpunkt Hulyaypole im Süden
• Russische Waffenbunker als Ziel
• Wieder ein massiver Nachtangriff
• Blick in Russlands Folterarmee
• Die Brutalität russischer Soldaten
• Demonstrationen für die Ukraine

Weiterlesen »