#UKRAINE AKTUELL Nr. 1463 (24.2.2026 / 9Uhr)

  • Zelenskyjs Aufruf zum Durchhalten
  • Russische Soldaten leben nicht lange
  • Ukrainische Armee befreit fünf Dörfer
  • Knotenpunkt einer Pipeline in Brand
  • Russische Lastwagenfabrik im Minus
  • China will billigere Gas aus Russland
  • Erinnerungen an den 24.Februar 2022

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VIER JAHRE KRIEG

In einem Video marschiert der Staatspräsident Volodymyr Zelenskyj entlang einer Gedenkstätte für gefallene ukrainische Soldaten und Zivilisten. Ausserdem wurden erstmals Bilder jenes Bunkers gezeigt, in welchem die ukrainische Führung die ersten Tage des Krieges lebte: «Genau hier habe ich in den ersten Tagen des Krieges Biden geantwortet, dass ich die Ukraine nicht verlassen werde. Ich brauche Waffen, kein Taxi.“

Weitere Aussagen von Zelenskyj:

  • «Heute genau vier Jahre, seit Putin in drei Tagen Kyiv eingenommen hat. Wir haben die Unabhängigkeit verteidigt, wir haben die Staatlichkeit nicht verloren, Putin hat seine Ziele nicht erreicht. Er hat die Ukrainer nicht gebrochen, er hat diesen Krieg nicht gewonnen. Wir haben die Ukraine bewahrt.»
  • «Dies ist der schlimmste Winter in der Geschichte. Die „Zweite Armee der Welt“ kämpft gegen Hochhäuser und Kraftwerke.»
  • «Ich gebe unserer Verhandlungsmannschaft den Auftrag — nicht all diese Jahre zu vergeuden, nicht den ganzen Kampf und den Mut zu entwerten, man darf die Menschen nicht verraten, es muss ein Kampf um jedes Wort sein, ein Friedensabkommen für die Ukraine muss stark sein.»
  • «Trump sollte in die Ukraine kommen, und dann wird er verstehen, was passiert, und auf wen man Druck ausüben muss. Das ist kein Strassenkampf, sondern ein Angriff eines kranken Staates auf einen souveränen Staat.»

https://t.me/u_now/191652; https://t.me/uniannet/186233

LEBENSERWARTUNG: 12 MINUTEN

Von der ukrainischen Region Saporischschja haben russische Truppen 70% besetzt, nicht aber die Stadt Saporischschja selbst. Wie die britische «The Times» berichtet, finden an der Südfront die heftigsten Kämpfe um das kleine Dorf Stepnohirsk statt. Dies sei das letzte Hindernis für die Russen, um näher an die Stadt Saporischschja heranzukommen.

Der ukrainische Offizier «Nine» der Frontgruppe «Ferrate» sagt: «Ich schätze, dass die Lebenserwartung eines mobilisierten Russen hier etwa 12 Minuten beträgt, nicht mehr. Und die Kosten für sein Leben, gemessen an den Granaten und Drohnen, die zu seiner Tötung eingesetzt werden, liegen bei etwa 5’000 bis 6’000 Dollar.»

Die Russen setzen für die Eroberung des Dorfes ihre kampfstärksten Kräfte ein. Das sind zwei Luftlandedivisionen, eine motorisierte Gewehrdivision und eine Spezialeinheitenbrigade. Zur Verteidigung setzt die Ukraine Spezialeinheiten des ukrainischen Verteidigungsnachrichtendienstes und Infanteristen ein. Das Verhältnis zwischen Angreifern und Verteidigern beträgt etwa 7:1.

https://www.thetimes.com/world/russia-ukraine-war/article/stepnohirsk-zaporizhzhia-putin-russia-ukraine-war-tzjj6vqgz

LAGE AN DER FRONT

Der ukrainische Generalstab meldet für den 23. Februar 116 «Kampfzusammenstösse». Gemäss derselben Quelle gelang es, 920 russische Soldaten kampfunfähig zu machen, sechs Panzer und gepanzerte Fahrzeuge sowie 50 Artilleriesysteme zu zerstören und 1’693 Drohnen abzuschiessen.

  • In den letzten Tagen hat die ukrainische Armee zusätzlich rund 40 Quadratkilometer ukrainisches Land zurückerobert. Es handelt sich um die Siedlungen Vidradne, Novooleksandrivka, Oleksiivka, Orestopil und Sosnivka.
  • Die Erfolgsmeldung russischer Medien über die Eroberung des Dorfes Ternuvate im Sektor Hulyaypole wurde von den dort anwesenden Verteidigern zurückgewiesen.
  • Ukrainische Gegenangriffe fanden im Grenzraum zwischen der Oblast Dnipropetrovsk sowie den Ortschaften Kalynivske und Ternove statt.
  • Rund um Pokrovsk und Myrnohrad versuchen russische Truppen mit 22 Offensivoperationen vorzustossen, wurden aber gestoppt.
  • Im Gebiet Kostiantynivka wurden russische Angriffe in der Nähe von Minkivka, Orikhovo-Vasylivka, Chasiv Yar, Pleshchiivka, Illinivka und Berestok zurückgeschlagen. Die ukrainischen Stellungen wurden gehalten oder leicht vorgerückt.
  • Bei Chasiv Yar ist es der ukrainischen Armee gelungen, weiter in die besetzte Zone zu gelangen.

https://www.facebook.com/GeneralStaff.ua; https://x.com/wartranslated/status/2025925737354555901; https://x.com/chuckpfarrer/status/2025988549699309917

PIPELINE ANGEGRIFFEN

In der Nacht auf Montag griffen ukrainische Drohnen die Ölpumpstation «Druzhba-1» in Kaleikino an. Diese befindet sich in der Nähe von Almetyevsk in Tatarstan, rund 1’200 Kilometer von der ukrainisch-russischen Grenze entfernt. Mindestens zwei Öltanks mit einem Inhalt von jeweils 50’000 Kubikmeter Urals-Öl brennen, welches von dort in die Pipeline eingespeist wird.

Die Pumpstation Kaleikino ist ein zentrales Element für den Betrieb der Ölpipeline «Druzhba» («Freundschaft») und der grösste Logistikhub in der Region.

Videos zeigen einen grossen Brand, der auch heute noch anhält.

Russische Beamte gaben an, dass Trümmerteile einer Drohne den Brand verursacht hätten, während ukrainische Quellen und Anwohner von einem Angriff mehrerer Drohnen sprachen.

Video: https://x.com/i/status/2025912769401196722; https://t.me/exilenova_plus/16709 ; https://x.com/clashreport/status/2025930786948473298

GROSSE VERLUSTE BEI KAMAZ

Die Firma «KAMAZ» ist der grösste Hersteller von Lastkraftwagen in Russland und ein wichtiger Lieferant für die russische Armee. Seit 2022 lieferte die Firma über 12’000 Pritschenwagen. 2’000 Zugmaschinen, 400 Muldenkipper und 1’000 umgebaute Fahrzeuge an die Armee Putins. Dies ermittelte der ukrainische Auslandgeheimdienst. Nun meldet die Firma einen Nettoverlust von umgerechnet 496 Millionen US-Dollar für das Jahr 2025. Im Jahr zuvor betrug der Verlust noch 50.9 Millionen US-Dollar. Der Verlust war nicht noch höher, weil die Firma vom russischen Staat 978,2 Millionen Dollar an Subventionen erhielt.

Verschärft wurde die wirtschaftliche Schieflage bei KAMAZ durch die in Russland verlangten hohe Zinsen. Allein die Zinsaufwendungen für Kredite stiegen um 66% auf 477 Millionen Dollar. Hinzu kommen Absatzschwierigkeiten wegen der günstigen chinesischen Konkurrenz im Lastwagenbereich und weil viele Logistikfirmen wegen ihrer finanziellen Schwierigkeiten ihre Lastwagenflotte nicht erneuern. https://euromaidanpress.com/2026/02/23/kamaz-supplies-trucks-to-russias-army-its-financial-results-in-2025-11-fold-loss-increase/

CHINA WILL GROSSE RABATTE

China ist nicht bereit, hohe Preise für russischen Strom und Gas zu bezahlen. Damit sinken die Absatzchancen für Russland. was die wirtschaftliche Krise verstärkt.

  • China hat den Stromimport aus Russland komplett eingestellt. Grund: Aufgrund russischer Misswirtschaft und ukrainischer Angriffe auf das Stromnetz, sind die Preise um bis zu 42% gestiegen. Diese höheren Preise will China nicht zahlen, weil es selbst billiger produzieren kann.
  • Die Gasimporte aus Russland nach China werden zunehmend in Frage gestellt. China fordert von Russland einen Gaspreis, der dem Inlandpreis in Russland entspricht. Weil dieser Preis aber pro 1’000 Kubikmeter vom russischen Staat mit 130 US-Dollar subventioniert ist, lohnt sich ein Gasexport für Russland nicht. China weiss jedoch, dass Gazprom das Gas aus den Jamal-Feldern nirgendwo anders hin liefern kann, nachdem die Nord-Stream-Pipelines ausser Betrieb sind.
  • Die Gaspipeline «Power of Siberia 2» wird bis auf weiteres nicht realisiert. Wegen des einbrechenden Gasgeschäfts zwischen Russland und China ist die wirtschaftliche Zukunft dieser Pipeline unsicher. Die Mongolei hat das Projekt aus ihrem Entwicklungsplan «2024-2028» gestrichen.

https://twitter.com/yasminalombaert/status/2020286149810348131;

https://twitter.com/Tendar/status/2020432259724058940/photo/1

ERINNERUNGEN AN DEN 24.2.2022

Aus den vielen Schriften, die zum vierten Jahrestag des Überfalls Russlands auf die Ukraine erschienen, hier nur zwei:

Die ukrainische Plattform «Exilnova Plus» schreibt: «Wir wollten eine Zusammenstellung aus verschiedenen Propagandakanälen machen, die behaupten, dass Kiew bald fallen wird oder dass das Gebiet der Region Donezk bis Ende Februar 2022 „befreit“ werden wird. Aber das hat keinen Sinn. Es ist schmerzhaft, zu jenen Tagen zurückzukehren, als das Leben von Millionen von Menschen neu geschrieben wurde.

Das Einzige, worum wir bitten, ist, eine Kerze anzuzünden. Tut dies, um den gefallenen Verteidigern, Zivilisten, Freiwilligen, Rettungskräften – allen, die unter dem Druck des russischen Großangriffs gestorben sind – Respekt zu zollen.» https://t.me/exilenova_plus/16715

Die in den USA lebende Ukrainerin Ronya Lozynskyj beginnt ihren Erinnerungstext so: «Vor vier Jahren überschritt die Welt eine Schwelle, von der es kein Zurück mehr gibt. Als Russland seine gross angelegte Invasion der Ukraine startete, wurde eine historische Katastrophe in Gang gesetzt, in der der zukünftige Kurs der menschlichen Gesellschaft und die sie regierende moralische Architektur auf die Probe gestellt und in erheblichem Maße bestimmt werden würden. Damals gingen viele westliche Strategen davon aus, dass Kyjv innerhalb weniger Tage fallen und die ukrainische Staatlichkeit unter dem kombinierten Gewicht von Schock, Masse und Terror zusammenbrechen würde. Die zugrunde liegende Annahme war, dass eine kleinere demokratische Nation einer revanchistischen imperialen Macht, die bereit war, einen Krieg ohne Einschränkungen zu führen, nicht standhalten könnte.»

(Der ganze, sehr lesenswerte Text ist zu finden auf https://substack.com/home/post/p-188952565

Ältere Beiträge nach Monat

#UKRAINE AKTUELL Nr. 1461 (22.2.2026 / 8Uhr)

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• «Es gibt keine Pattsituation»
• Brennpunkt Hulyaypole im Süden
• Russische Waffenbunker als Ziel
• Wieder ein massiver Nachtangriff
• Blick in Russlands Folterarmee
• Die Brutalität russischer Soldaten
• Demonstrationen für die Ukraine

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#UKRAINE AKTUELL Nr. 1465 (26.2.2026 / 8Uhr)

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• Unfreiwillige Kämpfer aus Afrika
• Nachdenkliche Kriegsblogger
• Trump versteht Putins Pläne nicht
• 6’000 potenzielle Ziele in Russland
• Ukraine greift in Russland an
• Das Risiko für Belarussen steigt

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#UKRAINE AKTUELL Nr. 1479 (12.3.2026 / 8Uhr)

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• Seltsame Reisegruppe aus Ungarn
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• Kreml-Propaganda verliert Einfluss
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#UKRAINE AKTUELL Nr. 1464 (25.2.2026 / 9Uhr)

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• Ukrainischer 3-Punkte-Plan
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#UKRAINE AKTUELL Nr. 1453 (14.2.2026 / 8Uhr)

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