#UKRAINE AKTUELL Nr. 1429 (21.1.2026 / 8Uhr)

  • Ukrainische Städte ohne Licht
  • 600’000 flüchteten aus Kyjv
  • Nein zu Trumps Friedensrat
  • Kein Ukraine-Vertrag in Davos
  • Julija Timoschenko wehrt sich
  • Ziel: 50’000 tote Russen/Monat
  • Drohnen-Armee wird grösser
  • Absagen zur Grönland-Drohung

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STÄDTE OHNE LICHT

Mit einem Grossangriff terrorisierte die russische Armee in der Nacht auf Dienstag die Menschen in Kyjv und in der Region Kyjv, sowie in den Regionen Vinnyzja, Dnipro, Odessa, Saporischschja und Poltava. Ziele waren vor allem Anlagen der Energieinfrastruktur. Beim Angriff wurden mehrere ballistische Raketen, Marschflugkörper sowie mehr als 300 Angriffsdrohnen eingesetzt. Viele Städte waren, wie das Foto aus Kyjv zeigt, am Dienstagabend ohne Energieversorgung.

Drei Menschen starben in Saporischschja nach einem Angriff mit russischen Angriffsdrohnen. Mehrere Autos, in denen sich Menschen befanden, gerieten in Brand. Mindestens sechs Privathäuser wurden beschädigt. Aufgrund des Angriffs blieben fast 1’500 Haushalte ohne Stromversorgung.

Am Dienstagabend war ein grosser Teil der Hauptstadt Kyiv im Dunkeln (siehe KARTE) und die Temperatur lag bei minus 14 Grad. «Mehr als eine Million Verbraucher» sei ohne Strom und eine grosse Anzahl von Gebäuden ohne Wärme. Diese Aussagen machte Volodymyr Zelenskj am Abend.

Die britische Zeitung «Times» schreibt, dass allein Januar 600’000 Menschen Kyjv verlassen haben und berief sich dabei auf Vitali Klitschko, den Bürgermeister. Die Hauptstadt befinde sich auf dem Weg zu einer «humanitären Katastrophe». Die Russische Föderation wolle, dass die Menschen im Winter einfach frieren.

In einigen Häusern sei es so kalt, dass die Bewohner die Toilette nicht benutzen können, weil das Wasser gefroren ist. Wenn das Abwassersystem nicht schnell zusammen mit der Wasserversorgung wiederhergestellt wird, besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit der Ausbreitung von Krankheiten, schreibt die «Times».

Der ukrainische Staatspräsident rief die Funktionäre des Staates zur aktiven Mitarbeit auf: «Jeder Beamte, die lokale Regierung, alle Leiter staatlicher Unternehmen, die Leiter von Energieunternehmen — alle müssen genau hier in der Ukraine sein, in Städten arbeiten, in Dörfern arbeiten, in den Gebieten, wo es notwendig ist, wieder aufzubauen und zu schützen.» Kritik gab es für die Luftverteidigung: «Die Arbeit der Luftstreitkräfte gegen die „Shaheds“ ist unbefriedigend: Es gibt Abfangjäger, viele Kräfte sind im Einsatz — mobile Feuergruppen, F-16 sind vorhanden, und die Organisation der Arbeit der Luftstreitkräfte muss anders sein.» https://www.thetimes.com/world/russia-ukraine-war/article/no-power-18c-and-russian-attacks-kyiv-faces-catastrophe-mp2dmdbsz ; https://t.me/u_now/188239; https://t.me/V_Zelenskiy_official/17708;

JA UND NEIN ZUM «FRIEDENSRAT»

Trumps Idee eines «privaten Friedensrats» stösst in Weissrussland/Belarus auf offene Ohren. Der Diktator Alexander Lukaschenko unterzeichnete ein Dokument über den «Beitritt Weissrusslands zum Friedensrat». Auch der argentinische Staatschef Javier Milei will beitreten. Damit verbunden ist die Verpflichtung jedes Landes, eine Milliarde US-Dollar zum Startkapital beizusteuern.

Frankreich und Israel haben bereits ihre Ablehnung bekanntgemacht. Heute lehnten, gemäss der Nachrichtenagentur Bloomberg, auch das Vereinigte Königreich, Deutschland, die Niederlande und Schweden die Einladung zur Teilnahme am Friedensrat ab. Nicht alle Europäer lehnen den Vorschlag ab. Die italienische Premierministerin Giorgia Meloni hat sich als Vermittlerin positioniert und sich bereit erklärt, «ihren Teil beizutragen».

Volodymyr Zelenskyj schreibt seinerseits: «Wir haben eine Einladung [zur Teilnahme am von den USA geführten Friedensrat] erhalten. Diplomaten arbeiten derzeit an dieser Einladung. Russland ist unser Feind, und Belarus ist sein Verbündeter. Ehrlich gesagt fällt es mir derzeit sehr schwer, mir vorzustellen, wie wir mit Russland in einem Rat zusammenarbeiten könnten.»

Trump hat die Einladung für einen Beitritt an 60 Staatschefs geschickt, darunter auch an Putin. Zu den angeschriebenen Ländern gehören ausserdem: Ägypten, Albanien, Australien, Bahrain, Brasilien, Finnland, Griechenland, Kanada, Kasachstan, Katar, Indien, Indonesien, Irland, Japan, Jordanien, Marokko, Neuseeland, Norwegen, Österreich, Oman, Pakistan, Paraguay, Polen, Portugal, Rumänien, Saudi-Arabien, Singapur, Südkorea, Spanien, Schweiz, Thailand, Türkei, Ungarn, Usbekistan, Vereinte Arabische Emirate, Vietnam und Zypern.

Trump will das entsprechende Gründungsdokument am Donnerstag bei seinem Besuch des Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos unterzeichnen. https://t.me/u_now/188235; https://www.bloomberg.com/news/articles/2026-01-19/trump-s-peace-board-faces-rewrite-calls-after-messy-start; https://x.com/i/status/2013578727104430562

KEIN «UKRAINE-VERTRAG»

Trump weigerte sich, ein umfangreiches Abkommen über 800 Milliarden Dollar zum Wiederaufbau der Ukraine nach dem Krieg zu unterzeichnen. Dies berichtet das gewöhnlich gut informierte US-Magazin «Axios» unter Verweis auf Quellen.

Das Dokument sollte in Davos unterzeichnet werden, aber die Pläne scheiterten wegen der Eskalation um Grönland: Die «ukrainische Frage» wurde von der «grönländischen» verdrängt. Aus diesem Grund waren europäische und ukrainische Beamte gezwungen, das Format der Treffen zu überprüfen.

Der ukrainische Staatspräsident sagte seine Reise nach Davos ab. Er müsse nach den russischen Angriffen auf die Ukraine im Land bleiben.

Im Weissen Haus behauptet man jedoch, dass die Unterzeichnung nicht abgesagt wurde und das Dokument noch «in Arbeit» ist. https://www.axios.com/2026/01/20/trump-davos-greenland-tariff-threats;

TYMOSCHENKO WEHRT SICH

Julija Timoschenko, die wichtigste Oppositionspolitikerin der Ukraine, wehrt sich vor Gericht gegen die ihr gemachten Korruptionsvorwürfe: «Man versucht mich gerade zu zerstören…Die Wahlen stehen bevor, und sie wissen, dass mich in allen Regionen der Ukraine unterstützt wird…und deshalb beseitigen sie jetzt vor der Unterzeichnung von Friedensdokumenten und der Durchführung von Wahlen diejenigen, die ideologisch prinzipiell andere Positionen vertreten.»

Tymoschenko wird von den Untersuchungsbehörden verdächtigt, Parlamentarierstimmen gekauft zu haben, welche nach der Geldüberweisung in ihrem Sinn gestimmt haben. Nach ihrer Verteidigungsrede wurde die Sitzung aufgrund neuer Beweismittel in der Sache und des Gesundheitszustands der Abgeordneten auf morgen verschoben. https://t.me/u_now/188205

Volodymyr Zelenskyj erwiderte, dass nicht sehe, wie ihre Sache mit den Wahlen in der Ukraine zusammenhängt. Der Staatschef betonte, dass die Untersuchung keinerlei politische Hintergründe habe, und die Versuche, sie als politische Verfolgung darzustellen, seien Teil einer breiteren Tendenz des Drucks auf die Mehrheit im Parlament. https://t.me/u_now/188201

ZIEL: MAXIMAL RUSSEN OPFER

Der neue ukrainische Verteidigungsminister Mychajlo Fedorov nannte die neu definierten Ziele der ukrainischen Armee.

➡️ Die strategische Zielsetzung der Verteidigung ist es, die Kosten für Russland unerträglich zu machen und es mit Gewalt zum Frieden zu zwingen.

➡️ Insbesondere besteht die Aufgabe darin, bis zu 50’000 russische Soldaten pro Monat zu töten. Im letzten Monat waren es 35’000, die Verluste wurden bestätigt.

➡️ Das Verteidigungsministerium wird verändert. In Zukunft geht es nicht nur um Beschaffungen, sondern auch um Management, Koordination und Verantwortung für messbare Ergebnisse. Wer keine Ergebnisse liefert, bleibt nicht im System.

➡️ Der Schwerpunkt werden Drohnen und Technologien. Die «Armee der Drohnen» wird massiv ausgebaut.

➡️ Eingeführt wird eine «Mission Control» für die Ergebnisse der Einsätze von unbemannten Fluggeräten. In einem zweiten Schritt kommt das auch für die Artillerie.

➡️ Die Armee verfügt über Abfangdrohnen für Shahed-Drohnen. Bereits in diesem Monat werden 40’000 Einheiten an das Militär geliefert.

➡️ Die Zusammenarbeit mit Partnern wird verstärkt: Gemeinsam werden die Kampfdaten der Ukraine in einem «Datenpolygon» ausgewertet und für «KI»-Einsätze nutzbar gemacht.

➡️ Es werden neue Armeeeinheiten gebildet, deren Aufgabe die Jagd nach feindlichen Drohnenpiloten ist.

https://t.me/u_now/188206

ABSAGE AN GRÖNLAND-DROHUNG

Politiker westlicher Nationen haben sich gegen die Grönland-Erpressung von Trump positioniert.

Wenig überraschend ist die klare Haltung von Kaja Kallas, der «Chefdiplomatin der EU» («Aussenbeauftragte»): «Kein Land hat das Recht, das Territorium eines anderen Landes zu erobern. Weder in der Ukraine, noch in Grönland oder anderswo auf der Welt.» https://t.me/u_now/188271

Eher unerwartet ist das Statement von Bart De Wever, dem belgischen Ministerpräsidenten: «Wir müssen reagieren, Nachgiebigkeit bringt nichts mehr. Wenn jemand sagt: ‚Ich werde euch NATO-Gebiet wegnehmen, und wenn ihr Widerstand leistet, werde ich einen Handelskrieg beginnen‘, dann reagieren wir mit gleicher Münze. Wenn sie einen Handelskrieg wollen, dann sollen sie ihn auch bekommen.» https://x.com/Microinteracti1/status/2013631125726404927

Bedeutsam auch das Statement des kanadischen Regierungschefs Mark Carney – als direkt von den USA bedroht – am Weltwirtschaftsgipfel in Davos: «Wir wussten, dass die Geschichte von der regelbasierten Ordnung teilweise falsch war … Wir wussten, dass das Völkerrecht je nach Identität des Angeklagten und des Opfers unterschiedlich streng angewendet wurde. Diese Fiktion war nützlich … Also hängten wir das Schild ins Fenster. Wir nahmen an den Ritualen teil. Und wir vermieden es weitgehend, die Diskrepanz zwischen Rhetorik und Realität anzusprechen. Dieser Pakt funktioniert nicht mehr. Um es klar zu sagen: Wir befinden uns mitten in einem Bruch, nicht in einem Übergang … Man kann nicht in der Lüge des gegenseitigen Nutzens durch Integration leben, wenn Integration zur Quelle der eigenen Unterordnung wird.» https://x.com/tparsi/status/2013677260956402059

Ältere Beiträge nach Monat

#UKRAINE AKTUELL Nr. 1454 (15.2.2026 / 8Uhr)

• Navalny wurde mit Pfeilgift getötet
• Zelenskyjs Rede in München
• Gespräche bringen keinen Frieden
• China könnte zum Frieden beitragen
• Angriff auf Russland mit 140 Drohnen
• Über 6’000 Nordkoreaner gefallen
• Kolumbianer kämpfen für die Ukraine

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#UKRAINE AKTUELL Nr. 1478 (11.3.2026 / 8Uhr)

• Kreml kennt die grossen Verluste
• 1,3 Millionen Tote & Verwundete
• Effiziente Bunkerknacker-Waffen
• Wichtige Elektronikfabrik kaputt
• Ukrainische Hilfe für Golfstaaten
• Drohnengeschäfte der Trumps
• Die iranische Shahed-Connection
• China hat einen Starlink-Killer

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#UKRAINE AKTUELL Nr. 1473 (6.3.2026 / 8Uhr)

• 200 ukrainische Gefangene frei
• Abnehmende Kriegsbegeisterung
• Ukraine schaltet Plattform aus
• Trump bittet Ukraine um Hilfe
• Iran-Krieg schadet der Ukraine
• Kampfjets flogen ohne Waffen
• Ungarn stiehlt ukrainisches Gold
• Fragen nach Putins Aufenthalt

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#UKRAINE AKTUELL Nr. 1468 (1.3.2026 / 9Uhr)

• Schlag gegen Iran – Kreml gelähmt
• 40 iranische Regimemitglieder tot
• Freude über Tod von Ali Khamenei
• Rest-Regierung schwört Rache
• Weniger Seeverkehr bei Hormus
• Lettland unterstützt Irans Volk
• Irans Verbündeter Russland gelähmt
• Kreml-Propagandist ist besorgt
• AfD-Politiker und der Kreml-Agent
• Solidaritätsdemonstration in Bern

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#UKRAINE AKTUELL Nr. 1457 (18.2.2026 / 8Uhr)

• 2’000 Kinder wieder daheim
• Krieg fordert mehr zivile Opfer
• Ergebnislose Runde in Genf
• Europa mischt sich in Genf ein
• Trump zaudert und verärgert
• Harte Schläge hinter der Front
• Kroatien stoppt Russen-Öl
• Russlands Öllager sind voll
• Kreml-Blogger extrem besorgt

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#UKRAINE AKTUELL Nr. 1469 (2.3.2026 / 8Uhr)

• Zelenskyj: «Winter überstanden»
• Erfolgreiche Angriffe der Ukraine
• Weitere zweifelnde Kreml-Blogger
• Iran-Extra: Der zweite Angriffstag
• Iran-Extra: Kritik eines US-Generals
• Iran-Extra: Angriffe auf Nachbarn
• Iran-Extra: Abwehr-Arsenal erschöpft
• Iran-Extra: Wissen der Ukraine gefragt

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