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Venezuela war eines der ersten Länder, welches die Annexion der Krim durch Russland anerkannte und die vollständige Invasion in die Ukraine unterstützte.
Umso auffälliger ist die vergleichsweise zurückhaltende Reaktion Moskaus auf die Festnahme von Präsident Nicolás Maduro durch US-Spezialkräfte. Zwar verurteilte das russische Aussenministerium die Aktion scharf als „bewaffnete Aggression“ und forderte Maduros Freilassung sowie eine Sitzung des UN-Sicherheitsrats. Darüber hinaus blieb die politische Eskalation jedoch begrenzt.
Staatliche Medien wie „Rossija 1“ griffen die Erklärung nur selektiv auf, prominente Vertreter des Machtapparats vermieden scharfe Rhetorik. Der Sondergesandte des Präsidenten, Kirill Dmitrijew, verwies in sozialen Netzwerken lediglich auf die strategische Bedeutung der venezolanischen Ölreserven – ein Hinweis auf wirtschaftliche Interessen, nicht auf sicherheitspolitische Konsequenzen.
Die Reaktion fügt sich in ein Muster ein: Auch bei jüngsten US-Operationen im Iran und im Südkaukasus beliess es Russland bei diplomatischen Protesten. Angesichts des Krieges in der Ukraine und begrenzter eigener Handlungsspielräume scheint der Kreml derzeit bemüht, zusätzliche direkte Konfrontationen mit den USA zu vermeiden – selbst wenn enge Partner betroffen sind.
HINTERGRUND ZU DEN BEZIEHUNGEN:
Wladimir Putin begann im Jahr 2000, Beziehungen zu Venezuela aufzubauen, als er in New York zum ersten Mal den damaligen venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez traf, dessen Nachfolger Maduro 2013 wurde. Im Jahr darauf führten Putin und Chávez offizielle Gespräche im Kreml. Russland lieferte Waffen, einschliesslich Flugzeuge, Luftverteidigungssysteme, führte gemeinsame Übungen durch und verlieh Venezuela von 2006 bis 2017 Kredite im Wert von 17 Milliarden Dollar. Dieses Geld ist Venezuela dem Kreml immer noch schuldig.
Venezuela erkannte die Unabhängigkeit Abchasiens und Südossetiens sowie die Krim als russisch an. Im Jahr 2022 unterstützte Maduro den Krieg Russlands gegen die Ukraine. Ausserdem bezeichnete Maduro Putin als „unseren Freund, grossen Bruder“ und einen der grössten Weltführer.
Im vergangenen Jahr reiste Maduro anlässlich der «70 Jahre Sieg-Feier» zum 9. Mai nach Moskau. Während seines Besuchs unterzeichnete er mit Putin ein Abkommen über eine strategische Partnerschaft. Die New York Times schrieb, dass der Kreml anstelle der öffentlichen Bereitstellung von Ressourcen für seinen „wichtigsten südamerikanischen Partner“ einen „vagen“ Vertrag ratifiziert habe.
Im Oktober 2025 wurde bekannt, dass Maduro ein Schreiben an Putin gesendet hatte, in dem er um die Stärkung der Luftverteidigung Venezuelas bat, einschliesslich der Wiederherstellung mehrerer russischer Su-30-Jäger. Die venezolianische Luftverteidigung, ausgerüstet mit russischen Systemen, erwies sich am Samstag wirkungslos gegen die amerikanischen Waffen. (Diverse Quellen)
VENEZUELA UND KREML-ÖL
Seit die USA den Export von Rohöl aus Venezuela blockierten, brach der Preis für Rohöl aus Venezuela ein. Nun hat der amerikanische Militärputsch in Venezuela Auswirkungen auf die Versorgung der Welt mit Erdöl, denn Venezuela sitzt auf dem grössten Rohölschatz weltweit.
Die Interpretationen darüber, was dies mit dem russischen Rohöl und damit mit der Finanzierung des Kriegs gegen die Ukraine zu tun hat, gehen allerdings diametral auseinander.
Heribert Braun zitiert auf Facebook erste russische Militärblogger, welche «beginnen zu verstehen, dass Venezuela, mit den grössten bekannten Ölreserven der Welt, durch Normalisierung (Erhöhung nach Maduro-Einbruch) der Fördermengen den Ölpreis auf gewisse Dauer zum Kollabieren bringen könnte.» Ein von Braun zitierter Blogger schreibt: «Das ist ein Albtraum für uns. Sie werden den Ölpreis unter den Boden sinken lassen und den gesamten Markt übernehmen. Jetzt gibt es zusätzlich zu allem anderen auch noch Öl. Das ist eine totale verdammte Katastrophe.»
Sebastian Alexander Kelevra schreibt auf «Solidarität mit der Ukraine»: «Der 3.Januar wird als der Tag in die Geschichte eingehen, an dem Putin seine Kriegskasse verlor.»
Der Sturz von Maduro sei eine schlechte Nachricht für den Kreml: «Venezuela sitzt auf den grössten Ölreserven der Welt. 303 Milliarden Barrel. Trump hebt die Sanktionen sofort auf. Das bedeutet: Millionen Barrel fliessen ab heute wieder legal in den Markt. Die US-Raffinerien laufen heiss. Das Angebot explodiert. Und hier ist der Genickschuss für den Kreml. Indien und China mussten russisches Öl kaufen, weil Venezuela sanktioniert war. Jetzt können Indien und China legales, billiges Öl aus Venezuela kaufen. Die Folge: Der Weltmarktpreis rauscht in den Keller. Russland verliert seine Kunden.»
Für den russischen Milliardär Oleg Deripaska ist klar, sollten die USA die Kontrolle über die venezolanische Ölproduktion erlangen, wird der russische Haushalt vor Problemen stehen: «Wenn unsere amerikanischen ‚Partner‘ die venezolanischen Ölfelder in ihre Hände bekommen (und die in Guyana haben sie bereits erreicht), werden mehr als die Hälfte der weltweiten Ölreserven unter ihrer Kontrolle stehen», schrieb Deripaska. Die Vereinigten Staaten hätten vor, dass der Preis für russisches Öl nicht über 50 Dollar pro Barrel steigt, und ein solches Szenario bedroht das aktuelle Wirtschaftsmodell Russlands.
Zu einem anderen Schluss kommt Domagoj Franic: «Die beste Interpretation des heutigen Angriffs auf Venezuela ist wahrscheinlich die zynischste. (…) Trump würde den russischen Verbündeten nicht ohne Erlaubnis angreifen. Russland übergibt Venezuela und bekommt die Ukraine. (…) Trumps Eroberung Venezuelas könnte Putin direkt helfen, wenn er jetzt die Ölversorgung aus Venezuela begrenzt. Die USA, ein Nettoexporteur, werden keinen Bedarf an ausländischem Öl haben. Trump und Putin profitieren beide davon, Venezuela zu erwürgen. (…) Öl bietet jetzt einen eleganten, quantitativen Test für Trumps Loyalität gegenüber Putin. Durch die Annexierung Venezuela, dem Land mit den grössten Ölreserven der Welt, hat Trump jetzt einen starken Einfluss auf die globalen Ölpreise. Wird er sie nutzen, um Putin zu helfen oder zu schaden?»
Der ukrainische Journalist Illia Ponomarenko bezeichnet solche Überlegungen als «Verschwörungstheorie» und fragt: «Was könnte Putin derzeit realistisch gesehen tun, um Maduros Sturz in Venezuela zu verhindern, damit Trump seine Zustimmung einholt? Ein paar Dutzend Schläger aus den Überresten der Wagner-Gruppe aus Afrika entsenden? Eine Handvoll Waffenkisten verschiffen? Wie beim Sturz Assads in Syrien ist Putin praktisch machtlos.»
Aktuell befinden sich mehrere russische Tanker mit rund 2,2 Millionen Barrel Öl vor der indischen Küste. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, ist die Lieferung für die Jamnagar-Raffinerie von «Reliance Inc» – einer der grössten Ölraffinerien der Welt bestimmt. Russland ist einer der wichtigsten Lieferanten für Indien und im Jahr 2024 machten das russische Öl immer nochüber 40 % der indischen Importe aus.
Die Nachrichtenagentur Reuters meldet, dass Indien auf mittlere Frist seine Importe von russischem Öl auf weniger als eine Million Barrel pro Tag senken werde, da Neu-Delhi ein Handelsabkommen mit Washington anstrebt. Schon jetzt verlange die indische Regierung von den einheimischen Raffinerien die wöchentliche Offenlegung ihrer Bezüge und Quellen.
Als einer der ersten westlichen Journalisten konnte ich hier am 31. Dezember den neu entdeckten Palast von Putin auf der Halbinsel Krim vorstellen. (Ukraine Aktuell Nr. 1408 zu finden unter www.ukraineaktuell.com). Die Unterlagen für das 130 Millionen Euro teure Anwesen stammten von der Anti-Korruptionsstiftung des ermordeten russischen Oppositionellen Alexey Navalny. Danke.
Die Plattform «Crimeawind» hat die Originalunterlagen seziert und dabei entdeckt, dass dieser Palast eine spezielle Funktion im «Lebensprojekt» von Putin hat. Es ist ein hochmodernes Krankenhaus und mit vielem ausgestattett, was zum «ewigen Leben» gehört.
Der Palast befindet sich an einer Steilküste am Kap Aya. Der Bau begann noch vor der Annexion der Krim durch Russland, ursprünglich wurde das Objekt jedoch als Datscha für den damaligen korrupten kremltreuen Präsidenten der Ukraine, Viktor Janukowitsch, errichtet.
Nach der Annexion der Krim durch Russland wurden die Brüder Yuri und Mikhail Kovalchuk 2016 Eigentümer des Objekts. Sie sind auch die offiziellen Eigentümer von Putins Residenz in Waldai. (Die «Waldai» ist jenes Haus, in dem Putins Geliebte lebt und welches angeblich diese Woche von «91 ukrainischen Drohnen» angegriffen worden sei – eine Kreml-Meldung, die als Lüge entlarvt wurde.)
Die Hälfte des Erdgeschosses des zweistöckigen Kreml-Hauptgebäudes wird laut technischer Dokumentation von einem Krankenhaus belegt. Darin befinden sich:
🔸Eine Allgemeinarztpraxis mit einem Ultraschallgerät im Wert von 2 Millionen Rubel (21’000 Euro), einem Untersuchungs- und Massagetisch, einem Elektrokardiographen und einem Gerät für Physiotherapie;
🔸Eine vollständigen Zahnarztpraxis-Ausstattung im Wert von 4 Millionen Rubel, einem Röntgengerät, einem Operationsmikroskop für die Zahnmedizin, einem Ultraschallgerät, einem Gerät zur neuromuskulären Stimulation und Geräten zur Analyse des Zustands der Kaumuskulatur und der Bewegungsbahn des Unterkiefers;
🔸Vorbereitungsraum und Operationssaal mit einem Operationstisch im Wert von 4 Millionen Rubel, einem Beatmungsgerät, einem Defibrillator-Monitor, einem Anästhesiegerät, Geräten zur Überwachung des Patientenzustands, einem Röntgengerät, Geräten für die Gastroskopie und Koloskopie;
🔸Wasch- und Sterilisationsräume;
🔸Raum für Sauerstoffkonzentratoren;
🔸Raum für die Lagerung von medizinischen Abfällen.
Der verbleibende Teil des Erdgeschosses wird von einem Spa-Center mit den für Putins Residenzen üblichen Räumlichkeiten eingenommen: Kontrastbäder, Vichy-Duschen, Massagewanne, Kryo / Kältekammer.»
«Crimeawind» erinnert daran, dass Putin auf seinen Reisen von bis zu neun Medizinern begleitet wird. Fast immer gehört eine „Ambulanz“ zum Konvoi des Staatsoberhauptes.
🔸Putin zeigt auch Interesse an unkonventionellen Verjüngungspraktiken: Bereits in den frühen 2000er Jahren begeisterte er sich für Pant-Bäder, die aus dem Extrakt der Hörner von Altai-Maralen (Wapitihirsche) hergestellt werden.
🔸Putins Tochter Maria Woronzowa, von Beruf Endokrinologin, erhielt ein Stipendium für die Erforschung der Zellerneuerung im Körper als „grundlegende Basis für die langfristige Erhaltung der Funktionsfähigkeit von Organen und Geweben, der Gesundheit und eines aktiven langen Lebens“.
🔸 Anfang September 2025, während der Übertragung der Militärparade in Peking, zeichnete das Mikrofon einer Fernsehkamera zufällig ein Gespräch zwischen Putin und dem chinesischen Staatschef Xi Jinping über die Möglichkeit, „Unsterblichkeit zu erlangen“, auf.
Am Freitag hat der ukrainische Präsident den bisherigen Chef des Militärgeheimdienstes Kyrylo Budanov zu seinem Stabschef und damit zu seiner «rechten Hand» ernannt. Gleichzeitig löste er den bisherigen Verteidigungsminister ab und setzte an seine Stelle den bisherigen Minister für digitale Transformation Mykhailo Fedorov.
Volodymyr Zelenskyj lieferte für die Doppelbesetzung eine strategische Erklärung:
«Budanov – der Mann hinter dem Angriff auf die Krim-Brücke und dem Drohnenkrieg im Schwarzen Meer – wird nun das Verhandlungsteam der Ukraine leiten.
Fedorov, der die Drohnenproduktion um das 100-fache gesteigert hat, übernimmt die Verteidigung, falls die Gespräche scheitern sollten.
Wenn unsere Partner Russland nicht dazu zwingen, den Krieg zu beenden, gibt es einen anderen Weg: uns selbst zu verteidigen. Deshalb werde ich alle Strukturen parallel neu aufstellen. Nur für den Fall.» https://x.com/euromaidanpress/status/2007582243934306752
VERHANDLUNGEN IN KYIV
In Kyiv trafen gestern die Sicherheitsberater der Regierungen von EU-Ländern, Grossbritaniens und Kanadas ein. Sie begannen mit den Beratungen über eine zukünftig mögliche «Sicherheits-Strategie und Garantie» mit der ukrainischen Delegation. Diese wurde erstmals vom neuen ukrainischen Stabschef Kyrylo Budanov (FOTO links) zusammen mit Rustem Umerov geleitet.
Budanov fasste danach die Ergebnisse zusammen: «Wir haben unsere Positionen in verschiedenen Bereichen der militärpolitischen Zusammenarbeit erörtert und abgestimmt, um dem von uns allen benötigten Ergebnis – verlässlichen Sicherheitsgarantien – näherzukommen. Die Ukraine braucht echte und starke, rechtsverbindliche Sicherheitsgarantien von Partnern, die eine Wiederholung der Aggression nicht zulassen. Wir waren uns einig, dass es auf diesem schwierigen Weg wichtig ist, unsere Einheit und das hohe Tempo der Fortschritte zu wahren. Nächste Woche werden die Gespräche auf Ebene der Staats- und Regierungschefs sowie zwischen den Streitkräften der Partnerstaaten fortgesetzt.» https://x.com/rustem_umerov/status/2007384618387861553; https://x.com/UkrReview/status/2007514544097185975
• Budanov: Nein zu Korruption und Drückeberger
• Aufruf des Azov-Kommandanten Prokopenko
• 100 Drohnen greifen Russland im Innern an
• Die ukrainische Hauptstadt weiter im Dunkeln
• Kreml Propaganda gegen Friedenstruppen
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