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General Kyrylo Budanov, legendärer Chef des ukrainischen Militärgeheimdienstes (GUR/HUR), wird Chef des Präsidialamtes und damit in den engsten Machtzirkel des ukrainischen Präsidenten befördert. Den Entscheid gab Volodymyr Zelenskyj bekannt.
Zelenskyj schrieb, dass die internationale Diplomatie, die Fragen der Sicherheit und die Entwicklung der Sicherheitskräfte die «volle Aufmerksamkeit erfordern». Budanov sei der geeignete Mann, ihn dabei zu unterstützen: «Kyrylo verfügt über besondere Erfahrung in diesen Bereichen und genügend Stärke, um Ergebnisse zu erzielen.»
Budanov schrieb auf «X»: «Das Amt des Präsidialkanzlers der Ukraine ist eine weitere Linie der Verantwortung gegenüber dem Staat. Es ist sowohl eine Ehre als auch eine grosse Verpflichtung. (…) Wir werden weiterhin das tun, was getan werden muss – den Feind bekämpfen, die Ukraine verteidigen und unermüdlich für einen gerechten Frieden arbeiten.»
Budanov tritt damit die Nachfolge von Andrij Yermak an. Dieser war seit Jahren der engste Mitarbeiter Zelenskyj. Im Herbst 2025 geriet Yermak unter Druck, weil ein Bestechungsfall aufplatzte, indem einige seine Bekannten verwickelt waren. Yermak wurde zum Rücktritt gedrängt, obwohl bis heute keine Belege für seine Verwicklung in Bestechungsfälle vorliegen.
Gemäss der «New York Times» ist eine der Hauptaufgaben von Budanov die Stärkung der Beziehungen zu den USA. Budanov sei vom CIA mitausgebildet worden und geniesse bei den amerikanischen Sicherheitsbehörden einen ausgezeichneten Ruf. Ausserdem wurde Budanov nach einer Verletzung im Osten der Ukraine im Walter Reed Military Hospital in den USA behandelt – ein seltener Fall für einen ukrainischen Soldaten.
Die Beförderung von Budanov wird in der Ukraine überwiegend positiv aufgenommen. Die Plattform «Exilenova Plus» nennt Budanov eine «Person, die an Dutzenden von Operationen im feindlichen Gebiet, Liquidierungen und der systematischen Zerstörung des russischen Hinterlandes beteiligt war» und prognostiziert: «Der russische Informationsraum wird von dieser Nachricht garantiert erschüttert werden.»
Oleg Ivashchenk (FOTO), bisher Chef des Auslandsgeheimdienstes der Ukraine, wird ab sofort Leiter des militärischen Nachrichtendienstes (GUR/HUR) und damit Nachfolger von Kyrylo Budanov. Zelenskyj verlangt von Ivashchenk: «Wir konzentrieren uns weiterhin auf die Schwächung des russischen Wirtschaftspotenzials: Je weniger der Aggressor verdient, desto mehr Möglichkeiten gibt es für Diplomatie. Ebenso handeln wir in Bezug auf die russische Kriegsproduktion.»
Zelenskyj hat ausserdem den bisherigen Verteidigungsminister Denis Schmygal entlassen. An seiner Stelle tritt Mychajlo Fedorow (FOTO). Fedorow war bisher «Minister für digitale Transformation» und hat die Ukraine in diesem Bereich mit einem hohen Tempo weiter modernisiert. Die Nachrichtenagentur Bloomberg hebt hervor, dass Fedorow insbesondere bei der Entwicklung militärischer Technologien involviert ist, weshalb er die neue Position erhielt.
Am Freitagnachmittag griff die russische Armee mit zwei ballistischen Raketen die ostukrainische Stadt Kharkiv an. Videos zeigen eine mächtige Explosion in der Nähe eines Wohnhauses. Zudem traf eine Iskander-Rakete das Zentrum der Stadt und verwandelte mehrere Gebäude in Ruinen.
Ein 3 Jahre altes Kind und seine Mutter wurden getötet, als ein Wohnhaus wegen des Angriffs einstürzte. Mindestens 30 Verletzte wurden in Krankenhäuser gebracht.
Hier ein Beispiel: Laut dem NYT-Artikel sprach der russische Aussenminister Sergei Lawrow im September 2025 mit dem US-Aussenminister Marco Rubio. Dabei behauptete Lawrow, dass sich Trump und Putin beim Gipfeltreffen in Alaska im August auf eine informelle Kriegsende-Vereinbarung zu Moskaus Bedingungen geeinigt hätten. So habe Trump zugesagt, dass er den ukrainischen Präsidenten Zelenskyj zwingen werde, den Donbass aufzugeben.
Im Anschluss daran wies Lawrow die russische Botschaft in Washington an, ein offizielles Schreiben zu verfassen. Es handelte sich um einen Text, der dem Weissen Haus vorgelegt wurde und mit dem Trump das angebliche Abkommen öffentlich hätte bestätigen sollen.
Die amerikanische Regierung reagierte entschieden negativ. Offizielle Stellen betonten, dass es eine solche Vereinbarung in Alaska nie gegeben habe.
Washington glaubte zudem, dass der Brief nicht mit dem Kreml abgestimmt, sondern vielmehr Lawrows eigener politischer Schachzug gewesen sei, um seinen persönlichen Einfluss zu demonstrieren.
«RUSSIA – STUFE 4: NICHT REISEN»
Das US-Aussenministerium warnt in einem am 29.Dezember erweiterten Bericht vor jeglicher Reise nach Russland.
«Gefahr aufgrund des anhaltenden Krieges zwischen Russland und der Ukraine. Risiko von Schikanen oder unrechtmässiger Inhaftierung durch russische Sicherheitsbeamte. Willkürliche Durchsetzung lokaler Gesetze.»
«US-Bürger in Russland sollten das Land unverzüglich verlassen. Die US-Regierung hat nur begrenzte Möglichkeiten, US-Bürgern in Russland zu helfen, insbesondere ausserhalb von Moskau.»
«US-Bürger können Opfer von Belästigungen, Misshandlungen und Erpressungen werden.»
Den in Russland verbleibenden US-Bürgern wird empfohlen, ein Testament zu erstellen. Sie sollen sich aus den sozialen Netzwerken abmelden und diese nicht zu nutzen.
Doppelte Staatsbürgerschaften nutzen den in Russland lebenden Menschen nichts. «Russland hat US-Konsularbeamten den Besuch inhaftierter Personen mit doppelter US-russischer Staatsbürgerschaft untersagt.»
«In Russland sind friedliche Versammlungen und die Meinungsfreiheit keine geschützten Rechte.»
«Das „Propaganda”-Gesetz der russischen Regierung verbietet die Diskussion von Themen, die Homosexuelle betreffen. Die Gemeinschaft wurde als „extremistisch” bezeichnet, und es gilt als Straftat, sich für die Menschenrechte von Homosexuellen in Russland einzusetzen.»
Wer trotz aller Warnungen nach Russland reist oder bleibt, soll ein Testament erstellen, eine eigene DNA-Probe hinterlassen und Bevollmächtigte für Versicherungs-, Hinterlassenschaft- und andere Frage benennen.
Der ukrainische Militärgeheimdienst HUR/GUR hat den Kreml reingelegt: Er sorgte für die angebliche Ermordung des russischen Freiheitskämpfers Denis Kapustin und kassierte von Moskau die dafür ausgeschrieben Kopfprämie von 500’000 US-Dollar. Tatsächlich war Kapustin, Kämpfer und Sprecher des «Russischen Freiwilligenkorps», nicht tot. Die Story kann man in Ukraine Aktuell Nr. 1410 nachlesen.
Kaum war diese Nummer veröffentlicht, entwickelte sich auf Facebook eine Diskussion über die politische Einstellung des Russen Denis Kapustin, den der Geheimdienst als Köder genutzt hatte.
Gemäss einem mit Quellen unterlegten Wikipedia-Eintrag und verschiedener glaubwürdiger «Mainstream»-Medien, bezeichnet sich Kapustin als «Nationalist», sei aber tatsächlich ein wichtiger Netzwerker der europäischen und russischen Neo-Nazi-Szene gewesen. Aufgetreten sei Kapustin als extremer Fussball-Hooligan, als Organisator von Kampfsportveranstaltungen, als Verkäufer einer bei Neonazis beliebten Kleidermarke und zudem habe er Auftritte bei der AfD und anderen rechtsextremen Organisationen gehabt.
Kommentar:
Darf ein Rechtsextremer Widerstand gegen Putin leisten und macht sich der ukrainische Militärgeheimdienst unglaubwürdig, wenn er mit einem Rechtsextremen zusammenarbeitet?
Meine Antwort lautet JA und NEIN.
JA, auch ein Rechtsextremer und ein Russe ist in den Reihen der Widerstandskämpfer gegen das faschistische Russland willkommen.
Dazu gibt es eine historische Parallele. Als im Mai 1940 die Nazis in Frankreich einmarschierten, waren Frankreichs Moskauorientierte Kommunisten nicht Teil des Widerstands, denn schliesslich hatte Kreml-Chef Stalin mit Hitler einen Nichtangriffspakt geschlossen und daran hielten sich auch die französischen Genossen. Erst als Hitlers Truppen im Juli 1941 die Sowjetunion überfielen wurde Stalin zum Anti-Nazi und erst ab dann stärkten die Kommunisten den Widerstand, die «Résistance», in Frankreich.
In diesem Widerstand waren aber auch von Anfang bis zum Schluss Katholiken, Royalisten, Bürgerliche, Liberale neben Sozialisten und Anarchisten engagiert. Selbst der Ultra-Nationalist und späterer Gründer des rechtsextremen «Front National», Jean-Marie LePen, kämpfte gegen die Nazis.
Entscheidend für die schliesslich erfolgreiche Résistance war nicht eine korrekte Gesinnungsprüfung, sondern die Antwort auf die Frage: Auf welcher Seite stehst Du?
NEIN, der ukrainische Militärgeheimdienst macht sich nicht unglaubwürdig, wenn er mit einem Rechtsextremen zusammenarbeitet: Alle Kräfte des Landes und von ausserhalb sind wichtig im Widerstand gegen das völkermordende Russland. Dabei gilt die Realpolitik-Formel: «Der Feind meines Feindes ist mein Freund». Das ist vielleicht theoretisch-moralisch unschön, aber bei weitem nicht so schrecklich, wie der Krieg.
Und abgesehen davon: Der ukrainische Militärgeheimdienst der Ukraine hat den Kreml aufs Glatteis geführt, ihren obersten Spion Putin lächerlich gemacht und erst noch eine halbe Million US-Dollar kassiert, die jetzt für sinnvolle Einsätze verwenden werden. Dabei spielte die politische Haltung von Denis Kapustin keine Hauptrolle.
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