#UKRAINE AKTUELL Nr. 1311 (25.9.25 / 22 Uhr)

  • 1’300 Russen eingeschlossen
  • Ukrainer schiessen SU-34 ab
  • Ungarn vertrieben 5 Kampfjets
  • Raffinerie Astrachan stillgelegt
  • Moldawische Wahlen in Gefahr
  • Ukraine seit Beginn in der UNO

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RUSSEN EINGESCHLOSSEN

Die Militärblogger von «Reporting from Ukraine» https://www.youtube.com/watch?v=pq5yhWVCffM berichten über eine erfolgreiche und grössere Operation ukrainischer Truppen im Osten des Landes:

Den Ukrainern ist in der Region Pokrovsk im Osten der Ukraine (Oblast Donezk) eine Gegenoffensive gelungen. Dabei konnten bei Dobropillia russische Soldaten in drei sogenannten «Kesseln» eingeschlossen werden. In diesen umzingelten Zonen sollen sich über 1’300 russische Soldaten befinden. Gleichzeitig hat die ukrainische Armee eine Zone rund um die Kessel und eine grüne Zone geschaffen, die ganz unter der Kontrolle von mehreren Hundert ukrainischen Drohnen steht. Damit wird verhindert, dass die russische Armee den eingeschlossenen Truppen mit Verstärkung zur Hilfe eilen kann.

Die russische Führung habe es den Soldaten verboten, sich zurückzuziehen. Nun seien die Soldaten weitgehend ohne Nachschubversorgung eingeschlossen und die ukrainischen Soldaten seien daran, den Ring um diese Truppen zwischen Razin und Boikivka enger zu ziehen.

Oberst Valentyn Manko, Chef des ukrainischen Kommandos für Angriffstruppen, bestätigte, dass die russischen Streitkräfte in der Nähe von Dobropillia seit drei Wochen abgeschnitten sind und es nun drei separate Enklaven unter ukrainischer Kontrolle gibt.

Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen stattete Präsident Volodymyr Zelenskyj der Front einen symbolischen Besuch ab. Ein Video aus der Achse Pokrovsk–Dobropillia zeigt ihn bei einem Treffen mit Soldaten, die an der Gegenoffensive beteiligt sind, bei der Verleihung staatlicher Auszeichnungen und bei der Unterrichtung durch den Generalstabschef Oleksandr Syrskyj. Zelenskyj bestätigte, dass 160 Quadratkilometer vollständig befreit und weitere 171 Quadratkilometer geräumt, aber noch nicht konsolidiert wurden, darunter 7 befreite und 9 geräumte Siedlungen. https://euromaidanpress.com/2025/09/25/frontline-report-ukraine-forms-largest-russian-cauldron-yet-in-pokrovsk-counter-attack-trapping-thousands-soldiers/

SU-34 ABGESCHOSSEN

Der ukrainische Generalstab schreibt: «Gegen 04.00 Uhr am 25. September 2025 wurde ein russisches Flugzeug Su-34 in Richtung Zaporischschja abgeschossen, das unter Einsatz gelenkter Luftbomben Terroranschläge auf die Stadt Zaporischschja verübte.» https://www.facebook.com/GeneralStaff.ua

Kommentar: Die Nachricht vom Abschuss des Suchoi-Kampfjets wurde von unabhängiger Stelle bisher nicht bestätigt. Nach 3 ½ Jahren Kriegsbeobachtung kann ich jedoch mit grosser Gewissheit sagen, dass offizielle Mitteilungen des ukrainischen Generalstabs Faktentreu sind. Dies im Gegensatz zu Meldungen des russischen Kriegsministeriums.

RUSSISCHE JETS VERTRIEBEN

Zwei ungarische JAS-39 Gripen-Kampfflugzeuge haben heute über der Ostsee fünf russische Militärflugzeuge abgefangen, wie das NATO-Luftkommando mitteilte. Die russischen Kampfflugzeuge – darunter drei MiG-31, eine Su-30 und eine Su-35 – flogen über der Ostsee in der Nähe des lettischen Luftraums. Die ungarischen Gripen-Kampfflugzeuge starteten vom Luftwaffenstützpunkt Šiauliai in Litauen, um die russischen Flugzeuge abzufangen. Die NATO stellte klar, dass keine Verletzung der Allianzgrenze festgestellt wurde. https://t.me/c/1197363285/176727  

Wie heute bekannt wurde, hat die Türkei am Montag ihr Luftüberwachsungsflugzeug nach Litauen geschickt. Das Entsenden des «E-7T ‚Peace Eagle‘-Aufklärungsflugzeugs (AEW&C)» ist eine Reaktion auf die jüngsten Eindringlinge russischer Drohnen und Flugzeuge in den NATO-Luftraum über Osteuropa. https://x.com/front_ukrainian/status/1971100684855714007

«ASTRACHAN» IST BEDEUTEND

Gestern stand hier, dass die russische Ölraffinerie Astrachan nach dem Drohnenangriff vom 22. September ihren Betrieb teilweise eingestellt hat. https://ukraineaktuell.com/ukraine-aktuell-nr-1310-24-9-25-21-uhr/

Der niederländische Militärbeobachter Sander Regter hat zu dieser Anlage Zusatzinformationen veröffentlicht:

Nach dem Angriff brach ein Feuer aus, wodurch die Kondensatverarbeitungsanlage U-1.731 mit einer Kapazität von 3 Millionen Tonnen pro Jahr stillgelegt werden musste.

Diese Anlage war für die Produktion von handelsüblichem Benzin und Diesel von entscheidender Bedeutung. Experten schätzen, dass die Reparaturen zwischen drei Wochen und Ende des Jahres dauern könnten, was zu einer erheblichen Lücke in der Kraftstoffproduktion führen würde.

Bemerkenswert ist, dass es sich bereits um die zweite Störung im Jahr 2025 handelt:

  • 3. Februar – Die Raffinerie wurde durch einen Drohnenangriff ausser Betrieb gesetzt.
  • Ende August – Nach umfangreichen Notfallreparaturen – wurde der Betrieb endlich wieder aufgenommen.
  • 22. September – Nur wenige Wochen später wurde der Betrieb erneut eingestellt.

«Gazprom Dobycha Astrakhan» ist eine Tochtergesellschaft der PJSC Gazprom, die 1999 gegründet wurde. Sie ist auf die Gewinnung, Aufbereitung von Rohstoffen und die Herstellung kommerzieller Produkte spezialisiert und erschliesst seit 1981 das Gaskondensatfeld Astrachan. Sie verfügt über Produktionsanlagen, die eine jährliche Gasproduktion von bis zu 12 Milliarden m³ ermöglichen.

MOLDAWIEN IN GEFAHR

In Moldawien – der Staat liegt geografisch zwischen der Ukraine und Rumänien – wird am Wochenende das Parlament gewählt. Sowohl das Bündnis pro-europäischer Kräfte und das Bündnis pro-russischer Kräfte haben eine Chance, die Mehrheit zu erreichen.

Vor ein paar Tagen hat die europäische moldawische Präsidentin vor dem massiven Einfluss der russischen Regierung auf die Wahlbevölkerung gewarnt. (https://ukraineaktuell.com/ukraine-aktuell-nr-1300-14-9-25-20-uhr/ «Kreml beeinflusst Wahlen».)

Dorin Recean, Ministerpräsident von Moldawien, sagte heute: «Russland bereitet Massenunruhen, gross angelegten Stimmenkauf und Cyberangriffe gegen Moldawien vor, um die Wahlen am Sonntag zu manipulieren.» https://x.com/Daractenus/status/1970842936733565273

Eine Untersuchung der britischen BBC enthüllt die Existenz eines geheimen, von Russland finanzierten Netzwerks, das versucht, die bevorstehenden Wahlen in Moldawien zu manipulieren.

Die BBC deckte auf, dass Aktivisten angeworben und bezahlt wurden, um pro-russische Propaganda und Fake News zu verbreiten, mit dem Ziel, die pro-europäische Regierungspartei zu schwächen. Video: https://www.youtube.com/watch?v=pf8arQ03-lc  

Zusatzinformation: Auf der Karte sind zwei Gebiete erkennbar mit den Namen «Gaguasien» (Gagauzia) und «Transistrien» (Transnistria) auf dem Territorium Moldawiens. Dabei handelt es sich um zwei Gebiete, die sich von der moldawischen Zentralregierung distanzieren, wo russische Agenten die Macht ausüben und in Transnistrien sichern russische Soldaten als «Friedenstruppen» deren Macht. Die Situation dort ähnelt den russischen Aktionen im Donezk-Gebiet mit den dortigen sogenannten «Volksrepubliken» Luhansk und Donezk.

«UKRAINE IST KEIN PROJEKT»

Der ständige Vertreter der russischen Föderation nannte gestern die Ukraine vor der UNO-Generalversammlung «ein Projekt». Daraufhin trat der polnische Aussenminister und stellvertretende Regierungschef Radoslaw Sikorski ans Rednerpult: «Die Ukraine ist kein Projekt. Sie hat eine längere Geschichte als Russland. Sie ist schon viel länger Mitglied dieses Gremiums als die Russische Föderation. Die Ukraine hat eine ganz eigene Geschichte, Sprache, Identität und eigene Ziele, deren Grenzen mehrfach in Verträgen mit der Russischen Föderation bestätigt wurden. Die Mission dieses Gremiums war von Anfang an die Dekolonisierung, nicht die Rekolonisierung.» Video: https://x.com/i/status/1970945952732336444

Branislav L. Slantchev, Professor für Politikwissenschaft an der University of California San Diego https://polisci.ucsd.edu/people/faculty/faculty-directory/currently-active-faculty/slantchev-profile.html , ordnete diese Aussagen von Sikorski ein:

«Alles, was er gesagt hat, ist wahr. Ja, einschliesslich des Teils, dass die Ukraine schon länger UN-Mitglied ist als die Russische Föderation. Die Ukraine und Weissrussland sind unabhängig von der Sowjetunion Gründungsmitglieder. Russland beanspruchte 1991 den sowjetischen Sitz und die UN akzeptierte die Nachfolge ohne Abstimmung.
Stalin wollte, dass alle 16 Sowjetrepubliken in der UN ein separates Stimmrecht haben, weil er sie so kontrollieren wollte, aber die USA wollten nur der Ukraine und Weissrussland zustimmen. Dies auch wegen der ausserordentlich grossen Opfer, die sie im Kampf gegen die Nazis gebracht hatten. Im Gegensatz dazu konnten die baltischen Staaten nicht unter sowjetischer Flagge aufgenommen werden, da der Westen ihre Annexion nicht anerkannte und dies als Legitimierung des sowjetischen Anspruchs auf diese Länder hätte angesehen werden können.» https://x.com/slantchev/status/1970954004470579608

Ältere Beiträge nach Monat

#UKRAINE AKTUELL Nr. 1474 (7.3.2026 / 9Uhr)

• Zelenskyjs Rede aus dem Donbass
• Ukraine blockiert Russen-Pipeline
• Orbáns Kampf gegen die Ukraine
• Budapest lässt sieben Geiseln frei
• Warum Bargeld transportiert wird
• Washington sorgt für Kreml-Cash
• Trump will keine kritischen Fragen
• Die Achse Moskau – Washington
• Russischer Nachtangriff auf Städte

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#UKRAINE AKTUELL Nr. 1456 (17.2.2026 / 8Uhr)

• Ukrainer drängen Russen zurück
• Kreml-Blogger macht sich Sorgen
• Russische Armee erobert Dörfer
• Verhältnis der Toten bei 27:1
• Grösse der Friedhöfe verschleiert
• Letzter Grossangriff gescheitert
• Wagner-Rekrutierer weiter aktiv
• Witwen in Nordkorea beschenkt
• Umsatzminus in Russischen Häfen

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#UKRAINE AKTUELL Nr. 1468 (1.3.2026 / 9Uhr)

• Schlag gegen Iran – Kreml gelähmt
• 40 iranische Regimemitglieder tot
• Freude über Tod von Ali Khamenei
• Rest-Regierung schwört Rache
• Weniger Seeverkehr bei Hormus
• Lettland unterstützt Irans Volk
• Irans Verbündeter Russland gelähmt
• Kreml-Propagandist ist besorgt
• AfD-Politiker und der Kreml-Agent
• Solidaritätsdemonstration in Bern

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#UKRAINE AKTUELL Nr. 1465 (26.2.2026 / 8Uhr)

• Schwerer Nachtangriff Russlands
• Unfreiwillige Kämpfer aus Afrika
• Nachdenkliche Kriegsblogger
• Trump versteht Putins Pläne nicht
• 6’000 potenzielle Ziele in Russland
• Ukraine greift in Russland an
• Das Risiko für Belarussen steigt

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