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RUSSLAND PROVOZIERT ESTLAND
Heute Morgen flogen 3 russische Kampfflugzeuge vom Typ MiG-31 unerlaubt in den Luftraum von Estland. Sie hielten sich dort insgesamt 12 Minuten auf, berichten estnische Behörden. Die Flieger näherten sich bis auf 9 Kilometer der estnischen Hauptstadt Tallinn.
Die Flugzeuge hatten keine Flugpläne und damit sie nicht erkannt werden konnten, hatten sie ihre Transponder ausgeschaltet. Auch bestand kein Funkkontakt mit den estnischen Fluglotsen.
Die Militärmaschinen verletzten damit nicht nur den Luftraum eines souveränen Staates, sondern gefährdeten auch die Zivilflugfahrt. MIG-31 sind schwere Abfangjäger aus den Zeiten der UdSSR, die mit Hyperschall-Kinzhal-Raketen ausgerüstet werden können.
Es war bereits die vierte Luftraumverletzung Estlands durch das russische Militär in diesem Jahr.
Die NATO reagierte prompt: Italienische Tarnkappenjäger vom Typ F-35A wurden vom Stützpunkt Ämari in Estland in Alarmbereitschaft versetzt und zur Abwehr des Angriffs eingesetzt. Es kam jedoch zu keinem Schusswechsel – die russischen Jets zogen sich zurück, sobald die F-35 in Reichweite waren.
Das estnische Aussenministerium bestellte den russischen Geschäftsträger ein und übergab ihm eine Protestnote.
Zusatzinformation: Bis 1991 gehörte Estland zur Sowjetunion und konnte sich nach dem Zusammenbruch der UdSSR aus dieser Umklammerung befreien.
Allison Hart, die Sprecherin der NATO, schrieb: «Die NATO reagierte sofort und fing die russischen Flugzeuge ab. Dies ist ein weiteres Beispiel für das rücksichtslose Verhalten Russlands und die Reaktionsfähigkeit der NATO.» https://x.com/NATOpress/status/1969056983413080540
Ursula Von der Leyen, Chefin der Europäischen Union reagierte so: «Russland zeigt in vollem Umfang seine Verachtung für Diplomatie und internationales Recht. Deshalb erhöhen wir den Druck.» (Mehr zum neusten Sanktionspaket in der separaten Meldung) Video: https://x.com/i/broadcasts/1yNGabEaradJj und: «Wir werden auf jede Provokation entschlossen reagieren und gleichzeitig in eine stärkere Ostflanke investieren. Mit der Eskalation der Bedrohungen wird auch unser Druck zunehmen.» https://x.com/vonderleyen/status/1969058467374919902?s=43&t=Sxt_HRDdRrW65xCRS1SmHw
Kaja Kallas, Aussenbeauftragte der EU, bezeichnete das Eindringen der MIG-31-Bomber als «extrem gefährlich». Dies sei die dritte Verletzung des EU-Luftraums innerhalb weniger Tage und führe zu einer weiteren Eskalation der Spannungen in der Region. Sie fügte hinzu, die EU stehe uneingeschränkt solidarisch an der Seite Estlands. https://x.com/sentdefender/status/1969059928556859608 Zusatzinformation: Kallas war von 2021 bis 2024 war Premierministerin von Estland.
PUTIN BRAUCHT DEN KRIEG
Das amerikanische Magazin «Politico» zeigt in einem Beitrag auf, warum der Angriff auf Polen und die Verletzungen der Territorien von Rumänien oder Litauens geschehen: Putin ist in einem Krieg gegen den «kollektiven Westen» verwickelt, den er nicht beenden will, weil die politischen Risiken zu gross wären.
«Politico» schreibt: «Die strenge Kontrolle des Kremls über die Medien und das Internet würde es ihm wahrscheinlich ermöglichen, den meisten Russen ein Friedensabkommen als Sieg zu verkaufen. Aber das ist nicht das, worüber sich der russische Präsident Sorgen machen wird. Da die liberale Opposition in Russland dezimiert ist, stellt nun eine kleine, aber lautstarke Gruppe von Nationalisten die grösste Bedrohung für seine Herrschaft dar.» Auch ihretwegen kann er seinen Krieg nicht beenden.
Nikolai Petrov, Senior Analyst beim «New Eurasian Strategies Center» in London nennt eine weitere Facette. «Er hat kein Interesse daran, den Krieg zu beenden.» Da er sich selbst als Kriegsführer inszeniert hat, wäre die Rückkehr zu einem Präsidenten in Friedenszeiten gleichbedeutend mit einer Degradierung. https://www.politico.eu/article/why-putin-wont-end-his-war-against-the-west/
BENZINKRISE VERSCHÄRFT
Kyrylo Shevchenko, ehemaliger Vorsitzender der ukrainischen Nationalbank und heute Banker, fasst die neuste Entwicklung bei der russischen Energieversorgung so zusammen: «Russische Tankstellen schliessen aufgrund höherer Gewalt in den Raffinerien. Die Benzinverkäufe an der St. Petersburger Börse fielen auf ein Zweijahrestief. Die Preise erreichten Rekordhöhen und die Reserven versiegten. Unabhängige Tankstellen schliessen vollständig. Die Krise verschärft sich, da die Landwirte während der Erntezeit die Nachfrage in die Höhe treiben. Moskau versteckt sich hinter technischen Ausreden, doch in Wirklichkeit zehren die Streiks in der Ukraine systematisch an Russlands Ressourcen.»
UKRAINISCHE FRONTERFOLGE
Ukrainische Streitkräfte haben an der Ostfront westlich von Pankivka in Richtung Dobropillia einen Brückenkopf errichtet und damit die Kontrolle über einen wichtigen Abschnitt der Frontlinie erlangt. Die Ukrainer stiessen zudem in Richtung Nykanoriwka vor und unterbrechen so die Versorgung der dahinter liegenden russischen Truppen. Auch in der Nähe Wolodymyriwka sind ukrainische Truppen vorgerückt. https://x.com/NSTRIKE1231/status/1968709169826898290
In Richtung Dobropilja ist es sieben ukrainischen Einheiten (33. und 425. Sturmtruppen, 1. separaten Sturmregiment, 24. und 25. Sturmbataillonen und 79. und 82. Luftlandebrigaden) gelungen, drei grosse Kessel zu bilden, in denen russische Truppen eingeschlossen sind. Valentin Manko, der Koordinator der Angriffseinheiten berichtet, dass die besten russischen Einheiten versuchten, die Kessel aufzulösen. «Doch selbst die Eliteeinheiten konnten dem Druck der ukrainischen Kampfflugzeuge nicht standhalten. Die Gefechte sind heftig, die Gegenangriffe gehen weiter, aber die Verlustquote liegt im Durchschnitt bei 1 zu 5 zu unseren Gunsten», betonte er. Manko bemerkte auch, dass immer mehr Besatzer kapitulieren. «Die Situation erinnert an die Schlacht um Kursk: Der Feind gibt massenhaft Waffen ab und kann unserem Druck nicht standhalten», betonte Manko.
Ein Video von «Kanal 13» (1,8 Mio. Abonnenten auf Youtube) zeigt russische Soldaten, die sich ergeben haben oder wie ein Fahrer mit erhobenen Händen aus einem Panzerfahrzeug steigt, an dem eine weisse Fahne montiert ist. https://www.youtube.com/watch?v=MnHWcil8tEk
NEUE UNTERWASSER-DROHNE
Die Ukraine hat ihre neusten drei Unterwasserdrohnen aus der Produktionsreihe «Toloka» vorgestellt. Es handelt sich um 12 Meter lange schlanke Projektile. Sie erreichen eine Reichweite von maximal 2 000 Kilometer und können einen Sprengstoffkopf mit einem Gewicht von bis zu 5 Tonnen ins Ziel tragen. Die Waffen wurden heute im Fussballstadion von Lwiw/Lemberg der Öffentlichkeit präsentiert. https://x.com/Maks_NAFO_FELLA/status/1969043142125977667/photo/1
Eingesetzt werden können die Drohnen gegen Schiffe als auch gegen feste Wasserziele. Der Blogger «Saint Ravelin», der bereits 2 Millionen US-Dollar zugunsten der ukrainischen Armee gesammelt hat, schreibt: «Ich hoffe, dass wir die Kertsch-Brücke bald wieder in Flammen sehen werden.» (Gemeint ist die illegal errichtete Brücke zwischen dem russischen Festland und der derzeit besetzten ukrainischen Halbinsel Krim). https://x.com/saintjavelin/status/1969055744155603384
RUSSEN-GELD ALS KREDIT
Die EU-Chefin Ursula von der Leyen hat letzte Woche eine Idee entwickelt, die bisher nicht veröffentlicht wurde, aber welche der Kreml-Propagandist Dmitri Medwedew offenbar kannte. Letzte Woche schimpfte Medwedew gegen die Verwendung russischer Gelder zugunsten der Ukraine durch europäische «Mistkerle». Alle diejenigen, welche «russisches Eigentum stehlen» würden «bis ans Ende der Welt verfolgt werden. Mit allen möglichen Mitteln». https://ukraineaktuell.com/ukraine-aktuell-nr-1301-15-9-25-20-uhr/
Nun zeigt die Nachrichtenagentur Reuters auf, was mit dieser Verwendung von russischen Geldern gemeint ist: Die EU erwägt die Verwendung eingefrorener russischer Vermögenswerte für Reparationen an die Ukraine. (Reparationen sind Zahlungen, die ein Staat leistet, um eine Verletzung des Völkerrechts zu kompensieren). Insgesamt könnten auf diesem Weg der Ukraine 170 Milliarden US-Dollar zufliessen, wie der für Osteuropa spezialisierte Journalist Stuart Dowell schreibt.
Der neue Dreh: Die Ukraine wird diese Tranchen aus russischem Vermögen erst zurückzahlen, wenn sie vom russischen Staat für die Schäden entschädigt wurde.
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