#UKRAINE AKTUELL Nr. 1285 (30.8.25 / 22 Uhr)

  • USA wollen Stopp der Erdöl-Angriffe
  • Trumps Delegierter auf Kreml-Kurs
  • Moskau: Krieg wird lange dauern
  • 582 Flugkörper griffen Ukraine an
  • Russen eingeschlossen und getötet
  • Schläge gegen Besatzer auf der Krim
  • Weitere 4% russisches Erdöl gestoppt
  • EU will, dass Russland Schäden zahlt
  • Rechtsextremer «Maidan-Held» ermordet

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BLICK HINTER DIE KULISSEN

Die inoffizielle Nummer 2 der Ukraine – Zelenskyjs Vertrauter und Chef des Präsidialamtes – Andriy Yermak, war diese Woche mit einer kompetenten Regierungsdelegation in Washington. Das Magazin «The Ukrainian Review» hat dazu eine Analyse veröffentlicht und zeigt in mehreren Punkten auf, wie nahe Washington auf der Moskauer Linie argumentiert.

Dies wurde insbesondere beim Treffen von Yermak mit Steve Witkoff (Rechts im Foto) deutlich, jenem New Yorker Immobilienhändler, der keine Ahnung von Diplomatie hat, aber die volle Unterstützung Trumps bei den Themen Russland und Gazastreifen geniesst.

Nach den Gesprächen mit Witkoff wurde klar:

  1. Die USA wollen sich nicht auf Sicherheitsgarantien einlassen;
  2. Die USA wollen Forderungen Moskaus erfüllen;
  3. Die USA unterstützen nicht die Forderung nach Finanzierung der Schäden durch Russland;
  4. Die USA fordern von der Ukraine die Einstellung der Angriffe auf Putins Ölraffinerien.

Die Details, gemäss «The Ukrainian Review»:

  • Yermak lud Witkoff zu einem Besuch in Kyiv ein. Dieser Schritt sollte nicht nur Offenheit demonstrieren, sondern auch unterstreichen, dass die Ukraine zu einem Dialog auf ihrem eigenen Territorium bereit ist und direkte Kontakte zu US-Verhandlungsführern, die Zugang zur russischen Seite haben, nicht scheut.
  • Der zentrale, wenn auch inoffizielle Schwerpunkt des Besuchs die Frage der Sicherheitsgarantien war. Kyiv besteht auf der Einrichtung eines Mechanismus analog zu Artikel 5 der NATO: Jeder Angriff auf die Ukraine sollte eine automatische Reaktion ihrer Partner auslösen.
    Für die ukrainische Führung ist dies eine Frage des Überlebens. Ohne klare Garantien laufen alle Vereinbarungen mit Moskau Gefahr, fragil und vorübergehend zu erscheinen. Washington seinerseits machte deutlich, dass das Thema aktiv geprüft wird, aber nach wie vor äusserst schwer umzusetzen ist.
  • Die amerikanische Seite brachte auch eine Reihe von Themen zur Sprache, die die Forderungen Russlands widerspiegeln. Dazu gehörten der mögliche Abzug ukrainischer Truppen aus dem Donbass, die Anerkennung des Status der russischen Sprache und Garantien für die Nichtverfolgung der ukrainisch-orthodoxen Kirche. Derzeit befinden sich diese Punkte noch im Stadium vorläufiger Entwürfe. Das tatsächliche Ergebnis wird sich erst nach direkten Treffen zwischen der ukrainischen und der russischen Delegation zeigen.
  • Ein weiterer Diskussionspunkt betraf die Angriffe der Ukraine auf russische Ölraffinerien. Die Vereinigten Staaten drängten Kyiv, diese Angriffe vorübergehend auszusetzen und versprachen im Gegenzug, ihren Einfluss geltend zu machen, um Russland davon zu überzeugen, von Angriffen auf ukrainische Städte und kritische Infrastruktur abzusehen.
  • Sowohl amerikanische als auch europäische Unterhändler haben die klare Forderung des Kremls erhalten: Moskau lehnt kategorisch jede Klausel ab, die die Übertragung eingefrorener russischer Staatsvermögen zur Finanzierung des Wiederaufbaus der Ukraine ermöglichen würde. Der Kreml besteht auf dem Prinzip der gegenseitigen Verzichtserklärung und stellt dies als grundlegende Bedingung für jede mögliche Einigung dar. Dieser Streit um eingefrorene Vermögenswerte hat sich daher zu einem der grössten Hindernisse für die Ausarbeitung eines künftigen Friedensrahmens entwickelt.
  • In Betracht gezogen wurde die Möglichkeit eines persönlichen Treffens zwischen Präsident Volodymyr Zelenskyj und Putin. Jermak und Witkoff diskutierten einen Vorbereitungsplan: zunächst Gespräche auf Aussenministerebene oder direkte Kontakte zwischen Yermak und russischen Vertretern, gefolgt von einem Gipfeltreffen der Staatschefs. Dieses Format würde einen „Nullschritt“ in Richtung der Diskussion eines vorläufigen Friedensabkommens oder zumindest einer vorübergehenden Waffenstillstandsvereinbarung darstellen.

FAZIT von «Ukraine Review»: Der Besuch von Yermak und der hochkarätigen Regierungsdelegation in Washington signalisierte eine Verlagerung hin zu einer pragmatischeren Agenda, die sich auf Sicherheitsgarantien, die Debatte über eingefrorene Vermögenswerte und die Vorbereitungen für mögliche Friedensverhandlungen konzentriert.

Hinter den Kulissen entsteht eine neue diplomatische Architektur, in der die Vereinigten Staaten zwar weiterhin eine Schlüsselrolle spielen, die Ukraine jedoch bestrebt ist, die Initiative zu behalten. Die zentrale Frage ist, ob diese Bemühungen zu einem echten Waffenstillstand führen oder lediglich ein diplomatisches Manöver in einem langwierigen Krieg bleiben werden. https://theukrainianreview.info/behind-the-scenes-of-the-ukrainian-delegations-visit-to-washington

WEITERER MASSENANGRIFF

Während die Friedensgespräche «nicht brodeln», wie es der Kreml-Sprecher Peskow ausdrückte (https://ukraineaktuell.com/ukraine-aktuell-nr-1284-29-8-25-18-uhr/) greift die Armee Russlands zum dritten Tag in Folge mit mehreren Hundert Flugkörpern die Zivilbevölkerung in der Ukraine an.

In der letzten Nacht wurden 582 Angriffswaffen auf ihre tödliche Reise geschickt: Den grössten Anteil machten mit 537 Exemplaren die iranischen Shahed-Drohnen aus. Davon schossen die Ukrainer davon rechtzeitig 510 ab. Hinzu kamen 45 Iskander, X-101 und Kalibr Raketen, bzw. Marschflugkörper von denen 38 rechtzeitig unschädlich gemacht wurden. Ziele der Angriffe waren meist Wohnhäuser in Lutzk, Dubno, Riwne, Kiew, Dnipro, Saporischschja, Pawlohrad und in der Region Donezk.https://t.me/exilenova_plus/12035

KRIEG WIRD LANGE DAUERN

Russland bereitet sich auf eine Offensive vor und erhöht den Plan für die Rekrutierung von Militärverträgen. Das sagte, sagte der russische Kriegsminister Andrei Belussow.

Der Chef des russischen Generalstabs, Waleri Gerassimow, sagte, Moskau plane, die massiven Angriffe auf die Ukraine fortzusetzen, die sich auf Militäreinrichtungen konzentrieren würden.

Der russische Generalstab arbeitet mit dem Geheimdienst FSB zusammen und setzt seine Offensivaktionen im Rahmen einer «speziellen Militäroperation» fort. https://24tv.ua/masovani-obstrili-ukrayini-genshtabi-rosiyi-pidtverdili-shho_n2904609

RUSSEN TRUPPEN VERNICHTET

Von der ostukrainischen Front gibt es verschiedene Erfolgsmeldungen der Verteidiger:

  • Russische Truppen, die versuchten, bis nach Dobropillja vorzudringen, sind eingekesselt und das Dorf Myrne in der Nähe von Kupjansk in der Region Kharkiv ist befreit. Das sagte Viktor Tregubow, Sprecher der «Dnipro»-Truppen. Die feindlichen Einheiten bei Dobropillja seien abgeschnitten und blockiert. Ihr Aufenthalt dort wird nicht lange dauern, sagte Tregubow. https://t.me/c/1197363285/174197
  • Die Streitkräfte der Ukraine haben den Grossteil der Russen, die in Nowoseliwka eingedrungen sind, vernichtet, Es ist unterdessen gelungen, die Situation im Dorf zu stabilisieren. https://t.me/exilenova_plus/12037

4,2% DER ÖLPRODUKTION OUT

Bei ihrer Kampagne gegen russische Raffinerien meldet das ukrainische Militär zwei weitere erfolgreiche Schläge, die in der Nacht auf heute gelangen:

  • Die «Raffinerie Krasnodar« (Region Krasnodar, RF) produziert mit 3,1 Millionen Tonnen pro Jahr 1,1 % des gesamten russischen Erdölprodukts, darunter Flugbenzin. Sie ist die älteste Raffinerie Russlands.
  • Die «Raffinerie Sysran» (Region Samara, RF) – ein erneuter Schlag gegen die Anlage, die 8,5 Mio. Tonnen Öl pro Jahr produziert – das sind 3 % des Gesamtvolumens.

Mit ihrer Kampagne ist es der ukrainischen Armee und ihrer Spezialkräfte seit Anfang August gelungen fast 30% der russischen Raffinerie-Kapazität stillzulegen. https://t.me/exilenova_plus/12031

Schläge gegen die russische militärisch-industrielle Öl- und Gasindustrie gelangen seit Anfang August in einem sehr hohen Mass. Siehe Ukraine Aktuell Nr. 1284; Nr. 1283; Nr. 1279; Nr. 1270; Nr. 1258 – alle zu finden unter www.ukraineaktuell.com

SCHLÄGE GEGEN KRIM-BESATZER

Beim Flughafen Simferopol auf der von Russen besetzten Halbinsel Krim brennt ein Lager mit Flugbenzin. Wie Videos von sogenannten Z-Kanälen zeigen, welche aus russischer Sicht berichten, ist die Rauchsäule über dem Flughafen von weitem zu sehen. https://t.me/Crimeanwind/85450

Der Flugplatz «Saki» in Nowofedoriwka und Luftverteidigungsanlagen im Gebiet von Armiansk stehen unter Drohnenangriff, berichten Abonnenten von «Crimeawind» Weitere Drohnenangriffe wurden aus der Gegend des russischen Luftstützpunktes Gwardeskoje gemeldet. https://t.me/Crimeanwind/85444

RUSSEN SOLLEN ZAHLEN

Die Europäische Union ist der Ansicht, dass eingefrorene russische Vermögenswerte nur dann an den Eigentümer zurückgegeben werden können, wenn Moskau Reparationen an Kyiv zahlt. Das sagte Kaja Kallas, Leiterin der EU-Aussenpolitik, Kaja Kallas: «Wir können uns nicht vorstellen, dass diese Vermögenswerte im Falle eines Waffenstillstands oder Friedensabkommens an Russland zurückgegeben werden, wenn es keine Reparationen zahlt.»

In Europa sind rund 210 Mrd. € an russischen Vermögenswerten eingefroren. Der Grossteil davon befindet sich im belgischen Depot Euroclear. Brüssel hat bisher keine Beschlagnahmung vorgenommen, überweist aber die Erträge daraus an die Ukraine. https://t.me/rbc_news/129072

Im Weiteren sagte Kallas: «Die EU-Länder haben einen Mangel an Mitteln zur Finanzierung der Ukraine, daher wollen viele von ihnen russische Vermögenswerte nutzen: «Tatsächlich haben viele Mitgliedstaaten das Thema des enormen Finanzierungsdefizits für die Ukraine angesprochen, und wir müssen jetzt Geld finden.» https://t.me/rbc_news/129110

«HELD DES MAIDAN» ERMORDET

In Lwiw wurde der ehemalige Vorsitzende der Werchowna Rada (Nationales Parlament) der Ukraine und ehemalige «Kommandant des Euromaidan», Andrij Parubij, getötet. Ein Attentäter habe 8 Schüsse auf ihn abgegeben und werde nun gesucht. Der Angeschossene starb noch am Tatort an den erlittenen Verletzungen. Als Täter wurde ein junger Mann auf einem Motorrad eines Essenslieferanten aufgezeichnet.

2012 war Andrij Parubij Mitglied der Partei von Julija Tymoschenko. 2014 war er als Mitglied der rechtsextremen «Svoboda» Partei am Widerstand auf dem Maida-Platz beteiligt. Von 2016 – 2019 war er Sprecher des ukrainischen Parlaments «Rada». Nach dem 2019 fiel er nicht mehr gross auf. Über die Hintergründe des Anschlags wird gerätselt. https://t.me/rbc_news/129082

Russische Medien berichten über den Tod von Parubji und nennen ihn «einen Feind Russlands» und melden seine Ermordung sei eine «gute Nachricht». https://t.me/c/1197363285/174186

Die nationale Polizei der Ukraine gab an einer Medienkonferenz bekannt, dass es vermutliche «eine russische Spur» gebe. https://t.me/voynareal/121245

Der polnische Aussenminister schrieb auf «X»: «Ich traf Andriy Parubiy als Kommandeur der Maidan-Garde, als wir als Minister im Weimarer Dreieck 2014 über ein Ende des Massakers verhandelten. Später half er Polen während des Anschlusses an Russland bei der Evakuierung unseres Konsulats aus Sewastopol. Die Nachricht von seiner Ermordung in Lemberg ist schockierend.» https://x.com/sikorskiradek/status/1961772514511585642

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