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5 TAGE ÜBERLEBENSKAMPF
Der 33-jährige Vladyslav wurde von den Russen die Kehle durchgeschnitten und in eine Grube geworfen. Doch der ukrainische Soldat verband die Wunde mit einem Tuch und kroch 5 Tage bis zu einer ukrainischen Stellung, wo er gerettet wurde.
Vladislav geriet während eines Gefechts bei Pokrovsk zusammen mit anderen Ukrainern in Gefangenschaft. Die Russen folterten die Gefangenen, schnitten ihm die Kehle durch und warfen ihn in eine Grube, in der Annahme, dass tot sei.
Jetzt wird Vladyslav in einem Krankenhaus in der Dnipropetrowsk-Region behandelt. Eine weitere schwierige Operation steht noch bevor. Er träumt am meisten davon, seine 4-jährige Tochter wieder zu sehen. https://t.me/c/1197363285/173717
ÖLLAGER KAPUTT
Als Folge eines ukrainischen Drohnenangriffs auf die Raffinerie Novoshakhtynsk in der russischen Region Rostow wurde auch das Lager mit Rohöl getroffen und in Brand gesteckt. Die meisten Rohöltanks mit einem Volumen von 80’000 m³ wurden zerstört. Auch die Pipeline-Überführung und die Fahrzeuge des Ministeriums für Notfallsituationen wurden beschädigt. Der Brand hält am dritten Tag in Folge an. Video:https://x.com/i/status/1960358342431224141 und https://t.me/exilenova_plus/11816
In den letzten Tagen hat die Ukraine mit Drohnen 10 russische Raffinerien getroffen und etwa 17 % der Kapazitäten ausser Betrieb gesetzt. Damit entfällt die Verarbeitung von 1,1 Millionen Barrel pro Tag. Hinzu kommen die Schäden an der Druzhba-Pipeline, was zu einem Rückgang der Exporte um bis zu 500’000 Barrel pro Tag führen könnten.
Eine direkte Folge der Angriffe sind Benzinengpässe: In der besetzten Krim sowie im Süden Russlands und im Fernen Osten bildeten sich Warteschlangen an Tankstellen, Fahrer klagen über steigende Preise und Mangel am meistverwendeten Treibstoff «A-95».
Derweil diskutieren Vertreter der USA mit Vertretern Russland sogenannte Energie-«Deals». Diskutiert wird die Möglichkeit, dass Exxon Mobil wieder in das russische Öl- und Gasprojekt Sachalin-1 einsteigt. Ein weiteres Thema ist der Verkauf von amerikanischer Ausrüstung für russische Flüssiggas-Projekte (LNG). Eingefädelt wurden die Geschäfte von Trumps Sondergesandten Steve Witkoff bei seinem letzten Besucht bei Putin Anfang August. https://www.reuters.com/business/energy/us-russian-officials-discussed-energy-deals-alongside-latest-ukraine-peace-talks-2025-08-26/
PUTINS WIRTSCHAFT GEHT UNTER
Der ukrainische Journalist und Regierungsberater Anton Gerashchenko hat die Fakten zur Lage der Wirtschaft in der Russischen Föderation gesammelt. Bei einem aktuellen Kreditzins von 20% zeigen alle Indikatoren nach unten.
PERSONENWAGEN: Die Verkaufszahlen von PKWs sind aufgrund hoher Kreditzinsen zurückgegangen. Zehntausende Fahrzeuge stehen in den Lagerhallen der Automobilwerke und warten auf Käufer.
LASTWAGEN: 2024 verkaufte KAMAZ fast ein Drittel weniger LKWs als im Jahr 2021. Das Werk verzeichnete einen Nettoverlust von 3,4 Milliarden Rubel (42,2 Millionen Dollar), der Umsatz sank um 8,8 % und der Gewinn aus dem Verkauf ging um das 15-fache zurück.
KURZARBEIT: Die Arbeiter der KAMAZ dürfen nur noch vier Tage in der Woche arbeiten und erhalten entsprechend weniger Lohn. Andere Maschinenbauwerke, die zivile Ausrüstung herstellen und keine Abnehmer finden, verkürzen ebenfalls die Arbeitswoche.
LANDMASCHINEN: Die Produktion von Landmaschinen ist um 27 % eingebrochen. Die Landwirte haben kein Geld für neue Mähdrescher, Kredite sind unerschwinglich und alte Maschinen erreichen das Ende ihrer Lebensdauer.
Rostselmash (grösster Landmaschinenhersteller Russlands und insgesamt Osteuropas) und andere Hersteller stellen ebenfalls auf verkürzte Arbeitswochen um. Unterdessen wird auf den Feldern eine «kompakte (magere) Ernte» eingebracht.
LANDWIRTSCHAFT: Zum zweiten Mal in Folge verzeichnen die südlichen Regionen Rekord-Ernteausfälle. Russland könnte bis zu 25 % seiner Getreideernte verlieren. Frost im Mai und Dürre haben die Ernten vernichtet, während der hohe Zinssatz der Zentralbank und steigende Kraftstoffpreise die Landwirtschaft unrentabel gemacht haben. Russland importiert nun Butter aus den Vereinigten Arabischen Emiraten und Kartoffeln aus der Mongolei.
BAUWESEN: Nach einem kurzen Aufschwung Ende 2024/Anfang 2025 sank die Wachstumsrate im März 2025 auf 2,6 %. Es werden fast keine neuen Projekte gestartet und die Produktion von Baumaterialien und Metallen stagniert. Warum? Weil es keine Nachfrage gibt, während die Lohnrückstände bei den Bauunternehmen steigen.
GAS-MARKEN: Ein Rückgang der Ölförderung um 4,3 % und sinkende Gasfördermengen sind bereits ein Weckruf für den Haushalt, da diese Ressourcen seit Jahrzehnten die Haupteinnahmequelle sind. Aber Drohnenangriffe auf Öllager und die Verpflichtungen der OPEC+ haben ihren Tribut gefordert. Und um die Bürger «bei Laune zu halten», ist in einigen Regionen die Gutschein-Praxis aus der Sowjetzeit zurückgekehrt.
In Primorje, der annektierten Krim und der Region Transbaikalien kann Gas nur mit Gutscheinen, vergleichbar mit «Lebensmittelmarken», gekauft werden. In Chita sind nur noch 10 Liter pro Auto erlaubt. An den Tankstellen bilden sich kilometerlange Schlangen. Die Gaspreise sind seit Jahresbeginn um 50 % gestiegen. Die Behörden machen die „saisonale Nachfrage” dafür verantwortlich, aber jeder weiss, dass dies eine Folge der Drohnenangriffe und Sanktionen ist.
LUFTFAHRT: Von den 15 Verkehrsflugzeugen, deren Produktion für 2025 geplant war, wurde nur eines tatsächlich ausgeliefert. Die Produktion der übrigen Flugzeuge ist aufgrund von Sanktionen und einem Mangel an Bauteilen ins Stocken geraten. Mit einer Flotte von mehr als 700 im Ausland hergestellten Flugzeugen ist Russland praktisch von Ersatzteilimporten über Drittländer abhängig. Auch die Zahl der Ingenieure wächst nicht. Und bislang ist es schwierig, sie durch Wanderarbeiter zu ersetzen.
SCHIFFBAU: Rosmorport (staatliche Hafen- und Schifffahrtsgesellschaft) hat seinen Vertrag mit der Onega-Werft über den Bau von zwei Eisbrechern im Wert von 18,5 Milliarden Rubel (230 Millionen US-Dollar) gekündigt. Grund dafür sind Sanktionen, die den Start des Projekts verhindert haben. Eine Zusammenarbeit mit der türkischen Werft «Kuzey Star» war geplant, aber der Krieg hat alles zunichte gemacht.
FERNSEHER: Der in Woronesch ansässige Hersteller «Kvant» hat die Produktion von Irbis-Fernsehern aufgrund «mangelnden Verbraucherinteresses» eingestellt, und die Mitarbeiter haben seit Ende 2024 keine Gehälter mehr erhalten. Die Lohnrückstände belaufen sich bereits auf über 60 Millionen Rubel (745’000 US-Dollar).
HAUSHALTSDEFIZIT: In den ersten sieben Monaten des Jahres 2025 erreichte das Haushaltsdefizit Russlands 4,88 Billionen Rubel (60,5 Milliarden Dollar). Die regionalen Haushalte verzeichneten innerhalb von sechs Monaten ein Defizit von 400 Milliarden Rubel (5 Milliarden Dollar). Der hohe Zinssatz der Zentralbank erstickt die Unternehmen, Sanktionen blockieren Technologien und Drohnen tragen zu diesem Chaos bei.
Der Kreml gibt 40 % des Budgets für den Krieg aus, und plündert die staatliche Sozialkasse für Renten und Sozialfälle, während die zivile Wirtschaft von einer glänzenden Zukunft träumt. https://x.com/Gerashchenko_en/status/1959349554987315615
250’000 HAUTEN AB
Von 2022 bis Juli 2025 wurden in der Ukraine mehr als 200’000 Verfahren wegen unerlaubten Verlassens einer Einheit und mehr als 50’000 Verfahren wegen Desertion eröffnet. Die antwortete der ukrainische Generalstaatsanwalt auf eine Anfrage der Premierministerin.
Die Anzahl der Soldaten, die ihre Einheit unerlaubt verlassen haben, stieg vom Jahr 2022 mit 7’000 Verfahren, auf 17’000 Fälle im Jahr 2023, knapp 68’000 Fälle im Jahr 2024 bis auf aktuell 110’000 Fälle in den ersten sieben Monaten dieses Jahres. Ein Teil von ihnen kehrte wieder zu ihrer Einheit zurück.
Die Zahl der Deserteure betrug im letzten Jahr 23’000 und seit Januar 2025 15’300 Fälle.
In der Ukraine sind etwa 25 % des Territoriums vermint. Das ist eine Fläche, die grösser ist als die von England. Schätzungen zufolge wurden im ganzen Land bereits über 1 Million Minen verteilt. Darüber hinaus gibt es Hunderttausende nicht explodierte Munition: Granaten, Raketen, Handgranaten und Mörserminen, besonders in den Front- und Pufferzonen.
Die UN, von denen diese Zahlen stammen, bezeichnet die Ukraine als eines der gefährlichsten Länder der Welt aufgrund des Ausmasses der Minengefahr.
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