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TRUMPS AGENDA GESCHEITERT
Volodymyr Zelenskyj und die ihn unterstützenden Führer des freien Westens schafften offenbar am Montagabend im Weissen Haus eine Schadensbegrenzung. Zurück blieb ein ziemlich abgeschlaffter Trump. Die Luft war raus und die Drohkulisse weg.
90-MILLIARDEN DOLLAR DEAL
Der ukrainische Präsident Volodymyr Zelenskyj nannte heute gegenüber der internationalen Presse vor dem Weissen Haus die wichtigsten Punkte zum gestrigen Treffen. Auffallend ist insbesondere, dass die Ukraine die «Sicherheitsgarantien» mit einem 90-Milliarden Dollar Deal sichern konnte.
Klarheit über die Lage an der Front
«Ich konnte unseren amerikanischen Kollegen auf der Karte zeigen, wer wirklich was an der Front kontrolliert.»
Sicherheitsgarantien
Es wurde nicht nur über eine vorübergehende Waffenruhe gesprochen, sondern über einen Rahmen für „echten Frieden“.
Die USA haben signalisiert, dass sie bei der Koordinierung helfen und sich auch direkt an der Bereitstellung von Sicherheitsgarantien für die Ukraine beteiligen werden.
Diese Garantien sollen innerhalb von 7 bis 10 Tagen schriftlich festgehalten werden.
Die Ukraine hat als Teil der Garantien ein 90-Milliarden-Dollar-Paket für Waffenlieferungen aus den USA vorbereitet.
Gefangenenaustausch
Trump erklärte sich bereit, einen „Alle-gegen-Alle”-Austausch vorzubereiten, der nicht nur Soldaten, sondern auch Journalisten, politische Gefangene und andere umfasst.
Verhandlungen mit Russland
Die USA schlagen ein trilaterales Treffen (USA–Ukraine–Russland) „so bald wie möglich” vor.
Trump hat bereits Kontakt zur russischen Seite aufgenommen.
Beim zweiten Treffen – nach dem Gespräch zwischen Volodymyr Zelenskyj und Trump – versammelte sich gestern eine beachtliche Truppe im «Oval Office» des Weissen Hauses.
US Vize-Präsident JD Vance
US Aussenminister Marco Rubio
US Verteidigungsminister Pete Hegseth
US Finanzminister Scott Bessent
US Sondergesandter Steve Witkoff
US Sondergesandter Keith Kellogg
US Pressesprecherin Karoline Leavitt
US Stabschefin Susie Wiles
US Stv. Stabschef Stephen Miller
US Stv. Stabschef James Blair
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron
Deutschlands Kanzler Friedrich Merz
Grossbritanniens Premierminister Keir Starmer
Italiens Premierministerin Giorgia Meloni
EU-Kommissions-Präsidentin Ursula von der Leyen
Finnlands Präsident Alexander Stubb
NATO-Generalsekretär Mark Rutte
Die grössere US-Gruppe kam jedoch nicht gegen die geschlossenen westlichen Führer an.
Auf «X» lobte Zelenskyj das «lange und ausführliche Gespräch» mit Trump. Man habe die «Sicherheitsgarantien» besprochen, «das zentrale Thema, ein Ausgangspunkt für die Beendigung des Krieges», aber auch Themen wie die Rückkehr der von Russland entführten Kinder und der Freilassung der von Russland festgehaltenen Kriegsgefangenen und Zivilisten.
Neben dem Dank an Trump schrieb Zelenskyj zu den anderen Gesprächsteilnehmern: «Die Staats- und Regierungschefs sind persönlich gekommen, um die Ukraine zu unterstützen und alles zu besprechen, was uns einem echten Frieden näherbringt.» https://x.com/ZelenskyyUa/status/1957602204266995982
SCHADENSBEGRENZUNG GESCHAFFT
Eine Durchsicht der verfügbaren Videos und Fotos zeigt, wie die westlichen Führer es gestern schafften, Trump einzugrenzen.
Das erste Treffen begann gemäss dem populären amerikanischen YouTuber Jake Broe mit einem Paukenschlag von Volodymyr Zelenskyj: «Zelenskyj ist ein Genie. Er begann sein Treffen mit Trump, indem er Melania Trump dafür dankte, dass sie Putin einen Brief geschickt hatte, in dem sie die Rückgabe der ukrainischen Kinder forderte. Zelenskyj überreichte Trump anschliessend einen Brief der First Lady der Ukraine für seine Frau. Trump war danach ziemlich milde.» Video:https://x.com/i/status/1957504996309889293 & https://x.com/RealJakeBroe/status/1957504996309889293
Beim zweiten Treffen schienen die Rollen der westlichen Delegation ziemlich klar verteilt zu sein, nach dem bekannten System «God Cop – Bad Cop» («lieber Polizist – böser Polizist») oder in diesem Fall «guter Merz – böse Meloni» und einem offensichtlich geringschätzenden Macron.
Macron zeigte seine Ablehnung der Personalie Trump wenigstens zweimal: Erstens als er betont lässig mit einer Hand in der Hosentasche – ein NoGo in der Diplomatie – beim Gruppenfoto neben Trump stand. Danach ignorierte er demonstrativ den Hinweis des stolzen Trumps auf sein «Attentats-Foto» im Weissen Haus. Video: https://x.com/i/status/1957707039611695497
Merz spielte die Rolle des Verwirrers perfekt. Hatte er zwei Tage zuvor noch die Idee eines direkten Friedensvertrags in einem TV-Interview gelobt, sprach er sich dieses Mal ausdrücklich für einen bedingungslosen Waffenstillstand als Voraussetzung für alles andere aus. Er lehnte damit freundlich und bestimmt das Trump-Putin-Komplott ab.
Meloni gab sich nicht einmal die Mühe, freundlich zu wirken, sondern demonstrativ, dass sie sauer auf Trump war. Sie sass Trump am äussersten Rand gegenüber mit einem richtig bösen Gesicht, wie das offizielle White House Foto zeigt https://x.com/sentdefender/status/1957648278750662761/photo/4
Und mehrere Male lächelte sie zuerst während den Ausführungen von Trump, um danach für alle Beteiligten offenkundig die Augen zu verdrehen über all dem Nonsense, den sie gerade gehört hatte.
Neben diesem eingespielten Team waren Ursula von der Leyen, Mark Rutte und Alexander Stubb eher argumentativ unterwegs. Allerdings konnte Trump mit dem finnischen Präsidenten nichts anfangen: «TRUMP: Präsident Stubb aus Finnland. Er ist, äh, jemand, der, wo sind wir hier? Häh? STUBB: Ich bin hier.» Video:https://x.com/i/status/1957517026647249326
Alexander Stubb verschaffte sich danach Gehör bei CNN: «Nach dem Zweiten Weltkrieg behielt Finnland seine Unabhängigkeit, verlor aber seine Souveränität und wir verloren Territorium. Der Unterschied besteht darin, dass Finnland damals allein war. Jetzt ist die Ukraine nicht allein. Deshalb ist es wichtig, dass wir alle, sowohl das Team Europa als auch das Team USA, weiterhin für die Unabhängigkeit, die Souveränität und die territoriale Integrität der Ukraine arbeiten.» Video:https://x.com/i/status/1957649549671153795
Wichtig war nicht zuletzt die Rolle von Volodymyr Zelenskyj. Der zeigte anhand der aufgestellten Karte auf, in welchen Regionen die Russen wirklich Terrain besetzen und wo nicht und widerlegte damit einen Teil der Kreml-Propaganda und offensichtlich spielte Zelenskyj auch die Geldkarte (siehe Meldung «90 Milliarden Dollar Deal»).
Wie geeignet die westlichen Vertreter auftraten, zeigt exemplarisch ein Foto der Gruppe, die sich im Oval Office beriet, während Trump mit Putin telefonierte. https://substack.com/@jaanika/note/c-146384052
ES BLEIBT HEISSE LUFT
Nachdem gestern Trump die Verhandlungen mit den westlichen Politikern in gedrückter Stimmung verlies, mobilisierte er heute erneut die alten Aussagen. Telefonisch meldete er in der Morgensendung «Fox & Friends»:
Es ist unmöglich, die Krim an die Ukraine zurückzugeben, ebenso wie der Beitritt der Ukraine zur NATO;
Es wird keine amerikanischen Truppen in der Ukraine geben;
Die Ukraine wird viel Territorium erhalten;
Zelenskyj muss bei den Verhandlungen zur Beendigung des Krieges Flexibilität zeigen;
Ich werde ein bilaterales Treffen zwischen Zelenskyj und Putin organisieren, aber ich werde selbst nicht daran teilnehmen;
Die Entscheidungen in den Verhandlungen werden von Putin und Zelenskyj getroffen, die Amerikaner sind dem Konflikt fern;
Ich hoffe, dass mit Putin alles klappt, wenn nicht, wird die Situation schwierig.
Russland ist eine mächtige Militärnation, ob es den Leuten gefällt oder nicht. Es ist die viel grössere Nation (…) Man legt sich nicht mit einer Nation an, die zehnmal so gross ist wie man selbst. (KOMMENTAR: Hier wiederholt Trump die Erzählung, dass sich die Ukraine mit Russland «angelegt» habe, obwohl die Ukraine lediglich den Überfall Russlands abwehrt.)
Der russische Aussenminister Sergej Lawrow hat sich nach dem gestrigen Treffen zwischen Zelenskyj und US-Präsident Donald J. Trump im Weissen Haus geweigert, ein Treffen zwischen Präsident Wladimir Putin und dem ukrainischen Präsidenten Volodymyr Zelenskyj zuzusagen.
Der Kreml hat bislang lediglich erklärt, er sei bereit, die Verhandlungsebene der Delegation mit der Ukraine zu «erhöhen». Ob Putin zu einem Treffen mit Zelenskyj bereit sei, wollte er jedoch nicht sagen. https://x.com/sentdefender/status/1957785199829536961
LACHEN ÜBER TRUMP
Malcolm Turnbull, Ministerpräsident Australiens von 2015- 2018 sagte am australischen TV unter grossem Gelächter: «Trump ist voller Ehrfurcht vor Putin. Wenn man Trump mit Putin sieht, wie ich es schon einige Male erlebt habe, wirkt er wie ein 12-jähriger Junge, der in die Highschool kommt und den Kapitän der Footballmannschaft trifft. „Mein Held!“ Das ist wirklich gruselig.» https://x.com/i/status/1762316147171754150
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