#UKRAINE AKTUELL Nr. 1272 (17.8.25 /21Uhr)

  • Ernüchterung nach «Alaska 2025»
  • Politiker suchen positive Elemente
  • Russische Presse hocherfreut
  • Massive Kritik am «Trottel Trump»
  • Stimmungswechsel in den USA
  • Litauen baut seine Verteidigung aus

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SUCHE NACH POSITIVEM HAAR

Die weltweiten Medien – mit Ausnahme jener Russlands, siehe unten – schätzen das Abschneiden von Trump beim Treffen «Alaska 2025» als katastrophal ein und schlecht für die Ukraine. Auf der politischen Seite gibt es allerdings Versuche, etwas Positives zu finden. Dafür stehen stellvertretend drei Namen: Boris Johnson, Friedrich Merz und Lindsey Graham.

Ich beginne meine Zusammenstellung mit Lindsey Graham, einem politischen Urgestein der Republikaner und US-Senator. Graham will ein Strafzollpaket, das Staaten mit einem Zollsatz von 500% Zoll belasten soll, die mit Russland zusammenarbeiten. Gestern sagte Graham bei FoxNews «Ich war noch nie so hoffnungsvoll. Trump sagte, Putin wolle, dass er sich mit Zelenskyj trifft, und stimmte einem trilateralen Treffen zu. So etwas hatte ich bisher nicht gehört. Sollte dies geschehen, könnte der Krieg noch vor Weihnachten enden. Andernfalls müsste Trump harte Konsequenzen für Putin und die Käufer seines Öls verhängen.» Video: https://x.com/i/status/1956678738004808087

In eine ähnliche Richtung argumentiert der deutsche Kanzler Friedrich Merz. Gegenüber dem ZDF (Zweites Deutsches Fernsehen) sagte er: «Es ist eine besondere Respektlosigkeit, zu einem solchen Zeitpunkt weiter zu bombardieren. Soweit so schlecht. Jetzt soll es weitere Gespräche geben. Am Montag Zelenskyj mit Trump in Washington. Dann möglichst bald ein trilaterales Treffen, also mit den drei Präsidenten, um dann ein schnelles Abkommen herbeizuführen. Wenn das gelingt, ist das mehr wert als ein Waffenstillstand, der über Wochen andauert, ohne weitere Fortschritte.» Video: https://x.com/i/status/1956789343139344725

Der ehemalige britische Regierungschef Boris Johnson, ein enger Freund von Trump und klarer Unterstützer der Ukraine, schrieb einen langen Kommentar im «The Daily Mail», hier auf Deutsch  https://www.facebook.com/nadia.palyvoda/posts/pfbid02uNkJSRhkX8whkCkmpXRWWMBdcjJVNrANSRfdHt58gSf6qV4cbhZWtLcz6U8CFPu2l

Zuerst schreibt Johnson, wie ihn die widerliche Personalie Putin und das ekelhafte Schauspiel in Alaska «zum Kotzen» brachte: «Es war ein ekelhafter Moment, denn putin ist ein Kriegsverbrecher, dessen ständige Lügen und Hetze Hitler ähneln.» Dagegen lobt er Trump: «Obwohl es zum Kotzen ist, hatte Trump recht, es zu versuchen. Er hatte recht, dass er sich mit Putin traf, denn wenn Millionen Ukrainer mit Entsetzen die Rehabilitation des russischen Tyrannen auf dem roten Teppich beobachteten, sahen sie auch mit Hoffnung zu. Donald Trump hatte und hat recht, er ergreift ein Risiko, weil er weiss, dass Putin eines Tages tatsächlich einen Deal machen wird. Seine Positionen in Moskau sind viel schwächer, als es scheint.»

Und Johnson glaubt an einen positiven Effekt von Trumps Scheitern: «Offen gesagt bezweifle ich, dass Donald Trump heute die Schlagzeilen der Welt mögen wird. Ich glaube nicht, dass ihm die Idee gefallen wird, dass Putin ihn geschlagen hat und dafür nichts bekommen hat.

Der Rückschlag in Alaska wird meiner Meinung nach seinen Glauben stärken, dass der einzige Weg, ihn zu beheben, darin besteht, den Druck auf Putin zu erhöhen.»

RUSSLANDS PRESSE TANZT

Steve Rosenberg (@BBCSteveR), Chef des russischen Dienstes der britischen BBC-Medien, veröffentlichte ein Video, in dem er zeigt, wie die russischen Medien auf «Alaska2025» reagieren.

• «Ein taktischer Sieg für die russische Diplomatie»

• «Ein grosser diplomatischer Sieg für Wladimir Putin»

• «Trump hat die Interessen Russlands als legitim angesehen.»

Rosenberg zitiert unter anderem die «Moskovsky Komsomolets», die schreibt: Der Gipfel sei ein Sieg für den Kreml, denn Trump sei näher an die russische Position herangerückt. Gelobt wird, dass Trump für einen direkten Friedensvertrag ist und nicht für einen kaum zu haltenden Waffenstillstand, der nur zum Vorteil für die Ukraine sei. Dies sei auch ein Sieg für Trump, der von Frieden träume und vom Friedens-Nobelpreis. https://x.com/i/status/1956920720396804117

LEERE WORTE EINES TROTTELS

Der russische Oppositionelle – und ehemaliger Schachweltmeister – Gari Kasparov schreibt:

«Das Mittagessen wurde zwar abgesagt, doch Putin und die russische Propaganda bekamen ein kostenloses Mittagessen. Wenn Trump diese Demütigung nicht schnell durch Militärhilfe für die Ukraine und vernichtende Sanktionen gegen Russland rückgängig macht, ist die Unterwerfung des US-Präsidenten und der USA unter einen KGB-Schläger endgültig.» https://x.com/kasparov63/status/1956776186576834561

Joni Askola, finnischer Militärbeobachter, schreibt: «Trump sagte, er werde Frieden schaffen, bevor er wieder ins Amt zurückkehre. Dann in 100 Tagen. Dann in zwei Wochen. Dann in 50 Tagen. Dann in 10 bis 12 Tagen. Jetzt auf dem Gipfeltreffen in Alaska. Immer noch kein Frieden. Immer noch kein Druck auf Russland.» https://x.com/joni_askola/status/1956634795594715192

Die «Financial Times» schreibt: «Ein unfähiger Weg, um Frieden in der Ukraine zu erreichen Donald Trumps Annäherung an Wladimir Putin in Alaska liess ihn wie einen Trottel aussehen. Donald Trumps Gipfeltreffen mit Wladimir Putin in Alaska war ein peinlicher Misserfolg. Schlimmer noch, es war ein schrecklicher Fehler. Als Gegenleistung für die grosszügige Behandlung eines russischen Staatschefs, der im Westen bislang als Paria galt, erhielt der US-Präsident nichts ausser billiger Schmeichelei.» https://www.ft.com/content/022640b5-32eb-461a-89e6-2e3b545195cb

STIMMUNGSWECHSEL IN DEN USA

Am Tag des Zweiergesprächs in Alaska veröffentlichte CNN die Ergebnisse einer Umfrage, die zeigt, dass der Wind in den USA für die Ukraine und gegen Putin dreht. Im Zentrum der Umfrage standen die Mitglieder der Republikanischen Partei von Trump.

Vor einem halben Jahr (Februar 2025) waren 47% der befragten republikanischen Parteimitglieder der Meinung: «JA, die USA geben zu viel Hilfe an die Ukraine» und nur 30% sagten zu dieser Frage NEIN.

Im August 2025 hat sich dieses Ergebnis ins Gegenteil verkehrt: Auf die Frage «Geben die USA zuviel Unterstützung für die Ukraine?» sagten 46% NO und nur noch 30% YES.

Die zweite Frage an die Republikaner lautete? Sollen die USA der Ukraine mehr Waffen geben? Im März dieses Jahres sagte dazu 30% JA. Jetzt im August ist dieser JA-Anteil auf 51% gestiegen. https://x.com/i/status/1956375078045704645

LITAUEN BAUT VERTEIDIGUNG AUS

Litauen hat als baltischer Staat eine gemeinsame Grenze mit Belarus, das von einer putinfreundlichen Junta geführt wird. Ausserdem hat die russische Region Kaliningrad eine gemeinsame Grenze mit Litauen und Polen und ist nur durch einen schmalen und kurzen Korridor von Belarus getrennt. Um potenzielle Angreifer aus Belarus und Russland abzuschrecken, setzt das Land nun auf eine dreistufige Verteidigung.

Die komplexe Verteidigungslinie kostet 1,1 Milliarden Euro. Sie wird sich entlang der Grenze zu Russland und Belarus erstrecken und Teil des gemeinsamen baltischen Verteidigungssystems sein.

➡️ Die erste Eskalationsstufe — bis zu 3 km von der Grenze entfernt mit Gräben, Minenfeldern und «Drachenzähnen».

➡️ Die zweite — bis zu 20 km mit befestigten Stützpunkten.

➡️ Die dritte — bis zu 50 km mit Ingenieurbauten, Brücken und vorbereiteten Strassen.

Litauen integriert seine Verteidigung mit Lettland, Estland und Polen, um eine einheitliche Sicherheitslinie gegen aggressive Staaten zu schaffen. https://t.me/c/1197363285/172775

Ältere Beiträge nach Monat

#UKRAINE AKTUELL Nr. 1528 (30.4.2026 / 8Uhr)

• Blick in das Drohnen-Hauptquartier
• «Wir übertreffen den Tötungsplan»
• Aktionsradius 1’500–2’000 Kilometer
• Schwere ukrainische Drohnenangriffe
• Attentat auf «Schlächter von Bucha»
• Nur Mini-Parade in St. Petersburg
• US-Botschafterin in Kyiv tritt zurück
• US-Demokrat: «Die Ukraine gewinnt»

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#UKRAINE AKTUELL Nr. 1522 (24.4.2026 / 8Uhr)

• Propagandist Solowjow flippt aus
• Putin begründet Internet-Zensur
• Flut russischer Klage-Selfie-Videos
• 20. Sanktionspaket der EU in Kraft
• Schwierige Lage bei Konstaninovka
• Unfähiger Kommandant abgesetzt
• Attacke auf russische Geheimpolizei
• Zelenskyj: «Russland gewinnt nicht»
• USA kann keine Patriots mehr liefern

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#UKRAINE AKTUELL Nr. 1535 (7.5.2026 / 8Uhr)

• Buchhaltung des Todes
• Kreml ignorierte Waffenruhe
• Tiefe Schläge gegen Russland
• 15 Regionen sagen Paraden ab
• Besorgte Kreml-Militärblogger
• Ölgewinne füllen Kriegskasse
• USA liefern Präzisionsbomben
• Ungarn gibt Diebesgut zurück

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#UKRAINE AKTUELL Nr. 1545 (17.5.2026 / 7Uhr)

• 2. Hilfsaktion von Ukraine Aktuell
• Notstromgenerator unterwegs
• Hilfe für Khersoner Bevölkerung
• «Swiss for Ukraine» als Partner
• Eure Spenden sind entscheidend
• Wie «Ukraine Aktuell» entsteht
• Der moderne Kampf der Ukraine
• Schweizer Medien und der Krieg

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#UKRAINE AKTUELL Nr. 1546 (18.5.2026 / 8Uhr)

• 1944: Völkermord an Krimtartaren
• Russen auf der Krim angegriffen
• Unschöne Badeferien an Krimstrand
• Moskaus Verteidigung durchbrochen
• Über 1’000 Drohnen gegen Russland
• Erschreckte Moskowiterinnen
• Wieder US-Öl-Sanktionen – vorläufig

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