#UKRAINE AKTUELL Nr. 1262 (7.8.25 /20Uhr)

  • Gerücht über neuen Ukraine-«Deal»
  • Moskau kündigt Treffen mit Trump an
  • Putin will Zelenskyj nicht dabei haben
  • Trump droht Russlands Partnern
  • Indien wird gedroht, nicht aber China

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GERÜCHTE ÜBER TRUMP-DEAL

Ein Direktreffen zwischen Trump und Putin in Saudi-Arabien nächste Woche und der Vorschlag für ein Überlassen von ukrainischem Territorium an Russland als Voraussetzung für einen Waffenstillstand. Das sind die beiden Hauptinformationen, die es zu dieser Stunde gibt.

Es ist weiterhin nicht bekannt, was gestern beim Treffen von Steve Witkoff und Putin im Kreml besprochen wurde. Weder der Kreml noch das Weisse Haus informierten bisher.

Überraschend war dagegen die heutige Auskunft von Yury Ushakow, einem der Berater von Putin, der jeweils bei den Gesprächen anwesend ist. Dieser sagte heute vor der russischen Presse zum Besuch von Witkoff, Washington habe einen Vorschlag vorgelegt, den Moskau als «akzeptabel» betrachtet. Video: https://x.com/i/status/1953415524961915241

Gemäss der Nachrichtenagentur Bloomberg hat Trump in Telefongesprächen mit dem ukrainischen Präsidenten Volodymyr Zelenskyj und EU-Staatschefs den folgenden Hinweis gegeben: «Putin ist bereit, Waffenstillstandsverhandlungen in der Ukraine aufzunehmen, wenn „Territorialaustausche diskutiert werden». Bloomberg schreibt, dass nicht bekannt ist, welche Art von Austausch damit gemeint ist. https://www.bloomberg.com/news/articles/2025-08-07/russia-says-putin-trump-meeting-to-take-place-in-next-few-days

Die polnische Zeitung «Onet» hat bereits früher exklusive Informationen zum Krieg Russlands gegen die Ukraine verbreitet und behauptet nun, dass sie den Vorschlag von Steve Witkoff an Putin kenne. Diese Vorschläge habe Witkoff in Gesprächen mit westlichen Staatschefs mitgeteilt. «Onet» nannte es ein «für Moskau sehr positives Angebot»:

  • Die Ukraine und Russland würden keinen Friedensvertrag unterzeichnen, sondern einen Waffenstillstand;
  • Die Ukraine müsse die territorialen Gewinne Russland de-Facto anerkennen und die Lösung dieser Frage für 49 oder 99 Jahre aufschieben;
  • Die meisten der gegen Russland verhängten Sanktionen würden aufgehoben;
  • Langfristige Rückkehr zum Import von russischem Gas und Öl durch den Westen;
  • Die USA würden keine Garantien gegen eine weitere NATO-Erweiterung geben;
  • Die USA würden der Ukraine weiterhin Waffen liefern.

https://wiadomosci.onet.pl/swiat/ujawniamy-szczegoly-propozycji-pokojowych-donalda-trumpa-dla-wladimira-putina-moskwa/s85qgmx

Gestern sagte Zelenskyj in seiner Abendansprache vorsichtig optimistisch hinsichtlich der Fortschritte bei den Friedensverhandlungen und verwies auf Anzeichen einer möglichen Änderung der Haltung Russlands zum Krieg in der Ukraine nach Gesprächen zwischen dem russischen Präsidenten Putin und dem US-Gesandten Steve Witkoff. «Russland scheint nun eher zu einem Waffenstillstand geneigt zu sein – der Druck wirkt», sagte Zelenskyj in seiner Abendansprache. https://x.com/anno1540/status/1953339404908482747

Heute schrieb Volodymyr Zelenskyj, dass er sich telefonisch mit dem deutschen Kanzler Friedrich Merz abgesprochen habe. Noch heute soll ein Online-Treffen der Sicherheitsberater der EU-Staaten, der USA und der Ukraine stattfinden. Zu besprechen seien mögliche Formate für Friedenstreffen auf Führungsebene: Entweder bilaterale Treffen unter Teilnahme der Ukraine oder ein trilaterales Treffen von Putin, Trump und Zelenskyj. Der ukrainische Staatschef schrieb: «Die Ukraine scheut sich nicht vor Treffen und erwartet von der russischen Seite ein ebenso mutiges Vorgehen. Es ist Zeit, den Krieg zu beenden.» https://x.com/zelenskyyua/status/1953405495336645046

KURZ-KOMMENTAR: Bisher war die Forderung der Ukraine, der EU-Staaten, Grossbritaniens und weiterer West-Staaten, dass es zuerst einen bedingungslosen Waffenstillstand brauche. Erst danach würde über allfällige Gebietsfragen verhandelt. Russland lehnte dies bisher ab und betonte, dass es seine Ziele zuerst erreichen wolle und das sei mindestens das Behalten der Krim und die Eroberung der vier ukrainischen Regionen Luhansk, Donezk, Kherson und Saporischja.

Sollte das «Angebot» von Trump wirklich die Abtretung von ukrainischem Gebiet für mindestens fünf Jahrzehnte vorsehen, ist nicht davon auszugehen, dass dies von der ukrainischen Seite und ihren Unterstützern gutgeheissen wird.

TREFFEN PUTIN – TRUMP

Russland und die USA haben vereinbart, in den kommenden Tagen ein Treffen zwischen Putin und Trump abzuhalten. Beide Seiten arbeiten derzeit die Einzelheiten aus. Das behauptet der Kreml. Das Weisse Haus schweigt bisher dazu.

Am Nachmittag – amerikanische Zeit am Morgen – sagte Trump vor den Medien im Weissen Haus: Er sehe eine Chance, dass der Krieg bald enden könnte. Nach den «guten Gesprächen mit Putin», die er als positiv bezeichnete, sei ein baldiges Treffen zwischen Putin und Zelenskyj durchaus möglich, auch wenn es heute zu keinem Durchbruch kam. Trump erwähnte zudem mögliche neue Sekundärsanktionen, mögliche Zölle gegen China und dass sein zwölftägiges Ultimatum an Russland bald abläuft. https://x.com/i/status/1953340415479799984

Etwas später kam das Gerücht auf, dass es in den kommenden Tagen ein direktes Treffen zwischen Trump und Putin geben solle. Die Information erfolgt einseitig vom Kreml. Die russische Propagandaagentur TASS schrieb über «das bevorstehende Treffen zwischen Putin und Trump»:

  • Putin erklärte, dass das Interesse an dem Treffen von beiden Seiten gezeigt wurde;
  • Die Vereinigten Arabischen Emirate sind ein geeigneter Ort für das Treffen mit Trump, so Putin;
  • Ushakow berichtete, dass Putin und Trump in den nächsten Tagen ein Treffen abhalten werden;
  • Die nächste Woche wurde als Richtwert für das Treffen der Führer genannt, derzeit wird der Gipfel vorbereitet;
  • Laut Putins Sicherheitsberater Ushakow ist der Ort des Treffens abgestimmt, darüber wird der Kreml „etwas später“ informieren;
  • Das Treffen der Präsidenten Russlands und der USA könnte ein wichtiges historisches Ereignis werden, bei dem die Position Russlands klar an Präsident Trump vermittelt wird.» https://t.me/tass_agency/329755

Danach listete TASS die Kontakte zwischen Putin und Trump auf, die es alleine in diesem Jahr gab. Es soll sich insgesamt um 6 Gespräche gehandelt haben.  https://t.me/tass_agency/329779

Putin machte gleichzeitig klar, dass für ihn ein direktes Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Volodymyr Zelenskyj nicht in Frage komme. TASS formulierte die Aussage von Putin so: «Der Präsident Russlands betonte, dass sein Treffen mit Selenskyj möglich sei, aber dafür Bedingungen geschaffen werden müssten, was bisher noch weit entfernt ist.» https://t.me/tass_agency/329744

KOMMENTAR: Am Morgen sagt Trump, dass es ein Treffen Putin – Zelenskyj «durchaus möglich» sei. Gleichzeitig sagte Zelenskyj, dass ein solches Treffen stattfinden und Moskau «mutig» sein solle. Einige Stunden später formulierte Putin eine klare Absage. Damit zeigt Putin ein weiteres Mal, wie schwer Trump mit seinen Einschätzungen neben der Realität ist.

TRUMPS «SANKTIONEN»

Gestern verfügte Trump, dass Indien einen zusätzlichen Strafzoll von 25% zu den bereits besehenden 25% Extra-Zoll zahlen müsse. Er begründete dies damit, dass Indien weiterhin russisches Öl kaufe. https://ukraineaktuell.com/ukraine-aktuell-nr-1251-6-8-25-19uhr/

Heute drohte Trump weiteren Ländern, die mit Russland Handel betreiben, mit Sanktionen: Auf die Frage eines Journalisten im Weissen Haus, warum er gestern Indien ausgerechnet unter den Ländern auswähle, die ebenfalls russisches Öl kaufen, antwortete Trump: «Sie werden noch viel mehr erleben. Sie werden viele Sekundärsanktionen sehen.» https://x.com/i/status/1953214386216014123

Nach der Ansicht von Tesla-Gründer Elon Musk ist Trumps Wirtschaftsberater Peter Navarro «dümmer als ein Sack Backsteine» https://www.spiegel.de/ausland/elon-musk-und-peter-navarro-donald-trumps-handelsberater-redet-kleinkrieg-mit-milliardaer-schoen-a-e8ac964a-a205-478a-b827-bf6ecfb84af5

Heute hatte besagter Navarro die Gelegenheit, seine Kompetenz unter Beweis zu stellen. Er tat dies in einem Interview mit dem öffentlich-rechtlichen amerikanischen Sender «C-Span» und sprach dabei über den Strafzoll gegen Indien. Video https://x.com/i/status/1953347479799259624

NAVARRO: Dort [in Indien] gibt es hohe nichttarifäre Handelshemmnisse, sodass wir unsere Waren nicht einführen können. Also schicken wir eine Menge Dollar nach Indien, um dort zu unfairen Handelsbedingungen Waren zu kaufen. Indien verwendet diese US-Dollar dann, um russisches Öl zu kaufen. Russland verwendet diese Dollar aus Indien, um Waffen zu finanzieren, mit denen Ukrainer getötet werden, und die amerikanischen Steuerzahler werden aufgefordert, für Waffen zu bezahlen, um die Ukraine vor russischen Waffen zu verteidigen, die mit US-Dollar aus Indien gekauft wurden.

Das muss aufhören. Diese Rechnung geht nicht auf. Der Präsident versteht den Zusammenhang zwischen wirtschaftlicher und nationaler Sicherheit. Das ist also der Kern der Sache.

REPORTER: China kauft mehr russisches Öl als Indien und wurde dafür nicht bestraft. Warum wurden dann die Zölle für Indien verdoppelt?

NAVARRO: Wie der Chef sagt, werden wir sehen, was passiert. Denken Sie daran, dass wir bereits Zölle von über 50 % auf China haben, okay?

REPORTER: Ja, aber sie könnten noch höher sein. Sie wurden nicht dafür bestraft, dass sie russisches [Öl] gekauft haben.

NAVARRO: Wir haben über 50 % auf China, also wollen wir uns nicht selbst schaden. Okay? Verstehen Sie, warum das die Leute verwirrt? Und ich glaube, ich habe darauf eine sehr gute Antwort gegeben. Wir haben 50 % Zölle und bereits hohe Zölle auf China. Ich verstehe also Ihren Standpunkt. Der Präsident wird in dieser Frage sicherlich mit China zusammenarbeiten. Okay? (Übersetzt von @jurgen_nauditt )

Ältere Beiträge nach Monat

#UKRAINE AKTUELL Nr. 1423 (15.1.2026 / 8Uhr)

• Iranischer Waffentransporter sinkt
• Schläge gegen Flugabwehrsysteme
• Fedorov: 34-jährig und entschlossen
• In Kyjv gibt es weiter kalte Häuser
• Zelenskyj kritisiert Klitschko offen
• Orban in Ungarn immer unbeliebter
• Grönland lässt sich nicht kaufen

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#UKRAINE AKTUELL Nr. 1436 (28.1.2026 / 8Uhr)

• Russen griffen Personenzug an
• Bald 2 Millionen Tote & Verletzte
• Kyjv weiter ohne Licht & Wärme
• Musks «Starlink» hilft den Russen
• Angreifer im Süden zurückgedrängt
• 14 Länder sperren Ostsee-Zugang
• Angeblich erpressen die USA Kyjv

CHINA-EXTRA: Ansichten eines Experten

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#UKRAINE AKTUELL Nr. 1420 (12.1.2026 / 9Uhr)

• Russlands Krieg dauert 1419 Tage
• Viel Schrott in Putins «Wunderwaffe»
• Neue russisch-iranische Drohne
• Kyiv leidet weiterhin ohne Strom
• Zelenskyj verurteilt russische Terror
• Angriff auf drei russische Bohrinseln
• Anschlag russischer Partisanen
• EU-Land Slowakei schert aus

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#UKRAINE AKTUELL Nr. 1430 (22.1.2026 / 8Uhr)

• Munitionsdepot in Donezk gesprengt
• «Flamingos» greifen Russland an
• 44’000 Wohnung in Kyjv ohne Strom
• Mobilisierungsbetrug aufgedeckt
• Desorientierter US-Präsident in Davos
• Putin will in Trumps «Friedensrat»
• Die russischen Grossmachtsträume
• Automarkt in Russland eingebrochen
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• Trump krebst zurück
• Was der «Deal» ist
• Trumps leere Worte

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#UKRAINE AKTUELL Nr. 1426 (18.1.2026 / 8Uhr)

• Extreme Kälte in der Ukraine
• Weiterhin Häuser ohne Wärme
• Ukraine attackiert Stromnetze
• Raketengelände angegriffen
• Italien blockiert russisches Schiff
• Kreml-Influencer droht mit A-Waffe
• Datenbank zur Russlands Sabotagen
• Grönland: Trump erhebt Strafzölle

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#UKRAINE AKTUELL Nr. 1422 (14.1.2026 / 9Uhr)

• USA kritisieren öffentlich Russland
• Olexandr Syrskyjs positive Bilanz
• 2 Öltanker von Drohnen attackiert
• Brand in russischer Drohnenfabrik
• Kyjver kämpfen um Strom&Wärme
• Anschuldigung gegen Timoschenko
• Kritik eines russischen Milliardärs
• Verbrecher will Bürgermeister werden

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