
#UKRAINE AKTUELL Nr. 1452 (13.2.2026 / 8Uhr)
• Negativbilanz der russischen Armee
• Zelenskyj: «Die Ukraine verliert nicht»
• Riesiges Munitionslager explodiert
• Das Leiden der Menschen in Kherson
• IOC disqualifiziert ukrainischen Sportler
++++++++++++++++++++
ABO – ARCHIV – WEITERVERBREITEN – SPENDEN
Unter www.bit.ly/3whDOe4 kann der tägliche Newsletter «Ukraine Aktuell» gratis abonniert werden.
Unter www.ukraineaktuell.com sind alle Beiträge seit dem 24. Februar 2022 publiziert und in vielen Sprachen lesbar.
Wer «Ukraine Aktuell» mit einer Spende unterstützen will, kann dies über «Buy me a Coffee»: https://buymeacoffee.com/aldrovandi oder direkt auf das Schweizer Konto
CH07 0824 3117 3705 1200 6 (UA Aldrovandi Mario) tun. DANKE.
+++++++++++++++++++++++
RUSSISCHE STAGNATION
Obwohl die russische Armee an einzelnen Frontabschnitten Vorstösse meldet, scheint ihre sogenannte «Sommer-Offensive» weit vom erwarteten Erfolg entfernt. Diese Meinung äusserte der ukrainische Staatspräsident Volodymyr Zelenskyj nach einer Lagebesprechung mit Generalstabschef Olexandr Syrskyj am Sonntag. https://ukraineaktuell.com/ukraine-aktuell-nr-1237-13-7-25-22-uhr/
Diese Einschätzung wird von Igor «Strelkow» Girkin geteilt, einem Mann, der international als Kriegsverbrecher gesucht wird und die ukrainische Führung abgrundtief hasst. Girkin, der derzeit von Putin in einem Gefängnis gehalten wird, weil er sich kritisch über den Kreml äusserte, legte seine Analyse der aktuellen Kriegssituation dar und dazu ist er fähig, denn seine militärischen Fähigkeiten werden, genauso wie seine verbrecherische Gesinnung, weitgehend anerkannt.
Girkin schreibt: «Allem Anschein nach ist unser Vorstoss auf Sumy endgültig ins Stocken geraten – die Kämpfe finden weiterhin in Junakowka statt, an dessen nördlichem Rand unsere Sturmtruppen am 28. und 29. Mai eingedrungen sind! Das ist vielleicht sogar noch schlimmer als bei der Offensive auf Woltschanowsk-Kharkiv im Mai und Juni letzten Jahres. Nun ja: traurig, aber zu erwarten.»

Girkin schreib aus dem Gefängnis, dass ihn die Situation an die militärische Lage im Ersten Weltkrieg erinnert, als völlige «Stagnation» herrschte und am Schluss Russland den Krieg verlor: «Ich weiss nicht, ob man im Kreml versteht, dass die Situation des „Halbkrieges” so weit ausgereizt ist, dass selbst eine „Stagnation” völlig unmöglich wird und wir „vor einem grandiosen Schlamassel” stehen.» Und weiter: «Wenn wir diesen Sommer „nirgendwo hart geschlagen werden“, dann werden wir vielleicht bis zum Herbst in unserem derzeitigen Zustand irgendwie „durchhalten“, aber was kommt danach?»
Putin habe als «unser nationaler Führer – davon keine Ahnung (weil er von optimistischen Berichten eingelullt wird)», schreibt Girkin und verweist auf ein weiteres Zeichen für den Zerfall der Moskauer Führung. Er spricht den Tod des russischen Verkehrsministers Roman Starovoit vom 7.Juli an (Siehe Ukraine Aktuell Nr. 1231 https://ukraineaktuell.com/15250-2/).
Dieser wurde tot aufgefunden, kurz nachdem Putin seine Entlassung bekannt gemacht hatte. Girkin schreibt: «Ein wirklich beunruhigender Präzedenzfall ist der Selbstmord (Selbstmord?) von Starovoit: Wenn sich ein gerade aus seinem Amt entlassener Bundesminister „der ersten Rangordnung” kurz vor seiner Verhaftung erschießt, dann ist das ein allzu unangenehmes Symptom für „Erschütterungen“ des bisherigen „Machtkonsenses“ und belegt die Unmöglichkeit einer weiteren Aufrechterhaltung des Status quo.» https://t.me/strelkovii/7123

KRITIK AN PUTINS KRIEG
Pawlo Hubarjew/Gubarew ist ein Ukrainer und prorussischer Befürworter der Besetzung des Donbass durch Russland. Bevor er der heutigen Partei Progressiven Sozialistischen Partei der Ukraine angehörte, war er Mitglied der Neonazi-Organisation Russische Nationale Einheit. (https://de.wikipedia.org/wiki/Pawlo_Hubarjew)
2022 war Hubarjew zwischenzeitlich auf Putins Statthalter der sogenannten «Volksrepublik Donezk». Im Oktober 2022 – ein halbes Jahr nach dem Überfall auf die Ukraine – sagte er in einem Video an das ukrainische Volk: «Wir wollen Sie nicht töten, sondern überzeugen. Aber wenn Sie nicht überzeugt werden wollen, werden wir Sie töten. Wir werden so viele töten, wie wir müssen: eine Million, 5 Millionen, oder Euch alle ausrotten.» https://x.com/JuliaDavisNews/status/1579820810751324160
Nun äusserte er sich in einem Video desillusioniert über Putins Krieg gegen die Ukraine – die sogenannte «Sonderoperation»: «Verdammt, dreieinhalb Jahre! Die Zahl der Opfer übersteigt eine Million. Für uns ändert sich nichts – wir werden immer noch in Fleischwolf-Angriffe geworfen. Die Jungs [russische Soldaten] sind erschöpft, sie bezeichnen es offen als Leibeigenenarmee. Man kommt an und kann nicht mehr weg.
Wie viele Jahre werden wir bei diesem Tempo noch kämpfen müssen? Wahrscheinlich 20 Jahre, um alles zu „befreien“. Wenn man sich ansieht, wie viele Städte wir eingenommen haben – es ist eine Schande. Weder sie [die Ukrainer] noch wir [die Russen] können das noch als Sieg bezeichnen – es ist eine Niederlage», sagte Gubarew/Hubarjew.
Er stellte auch Fragen zu den «Zielen der Militärischen Spezialoperation (SMO)».
«Es ist völlig unklar, was sie [die russischen Behörden] überhaupt wollen… Brauchen wir Territorium – wofür? Brauchen wir ‚Lebensraum‘ – wofür? Wer soll ihn bevölkern? Tadschiken und Usbeken? Oder müssen wir die Ukraine besiegen, also zur Kapitulation zwingen – in diesem Fall stellen sich andere Fragen. Warum greifen wir nicht die Versorgungswege und Entscheidungszentren an? Warum verwandeln wir nicht alles in Schutt und Asche?», sagte er.
Gubarev betrachtet den Beginn der «militärischen Sonderoperation» als Verrat und den Plan, Kiew einzunehmen, als wahnsinnig.
«Der Beginn der Sonderoperation ist auch ein Verrat. Denn es fühlte sich an, als würden wir in den Tod geschickt. Die Ziele wurden als Polizeieinsatz dargestellt. Die Aufgabe meines Bataillons bestand darin, das Zentrum von Kyiv, wo sich der «Rechte Sektor» befand, einzunehmen und zu halten. Wir haben es nicht einmal bis nach Kyiv geschafft. Der Feind leistete heftigen Widerstand, und wir erlitten enorme Verluste. Die Eliteeinheiten, die dort angriffen – Fallschirmjäger, GRU-Spezialeinheiten und so weiter – verloren bis zur Hälfte ihres Personals, wurden getötet oder verwundet», sagte Hubarjew in einem Video, hier zu finden mit Untertiteln: https://x.com/i/status/1943773699406278861

100% STRAFZOLL KOMMT NICHT
Gestern hat Trump die Sanktionen gegen Russland um weitere 50 Tage verschoben. Erst wenn Russland in dieser Frist keinen Frieden erreiche, dann werde Moskau mit einem 100% Strafzoll bestraft. (Siehe Ukraine Aktuell Nr. 1238 – EXTRA (14.7.25 /20 Uhr https://ukraineaktuell.com/ukraine-aktuell-nr-1238-extra-14-7-25-20-uhr/ )
Heute schreibt die New York Times unter dem Titel: «Hinter Trumps harter Rhetorik gegenüber Russland stehen Zweifel und fehlende Details», dass es nicht zu diesem Strafzoll kommen werde.
Die Zeitung schreibt: Analysten sind der Ansicht, dass der umfangreiche Handel zwischen China und Russland, der jährlich fast 250 Milliarden Dollar erreicht, insbesondere dank grosser Mengen an Ölimporten, die Umsetzung solcher Drohungen unwahrscheinlich macht. Die Einführung von Zöllen würde zu einer Konfrontation Trumps mit Peking — der zweitgrössten Volkswirtschaft der Welt — führen.
«Trump wird kaum das Risiko eingehen, wegen der Ukraine in einen offenen Konflikt mit China zu geraten, da er der Meinung ist, dass das Schicksal der Ukraine für die Vereinigten Staaten schon lange nicht mehr lebenswichtig ist.»
Ausserdem wird Trump oft dafür kritisiert, Ultimaten zu stellen, die er dann nicht umsetzt, weshalb Experten bezweifeln, ob er wirklich handeln wird, wenn die von ihm angekündigte 50-Tage-Frist für den russischen Präsidenten abläuft. https://www.nytimes.com/2025/07/14/us/politics/trump-russia-ukraine-nato.html

«TROIKA LAUNDROMAT»
Die «Troika Waschmaschine» ist eine kriminelle Vereinigung russischer Geschäftsleute, welche von der Justiz mehrere Länder verfolgt wird. Nun wurde an der Costa Brava in Spanien Dmitry Artyakov verhaftet. Er ist der Sohn eines Vizepräsidenten von Rostec und ihm wird Geldwäsche in Millionenhöhe über Immobilien zur Last gelegt.
Zwischen 2005 und 2008 erwarb seine Artyakov Familie mithilfe von Offshore-Geldern acht Immobilien für 14 Millionen€. 2014 wurden ihm die Vermögenswerte für 10 Millionen € weiterverkauft.
Die spanische Staatsanwaltschaft bringt den Fall mit dem «Troika Laundromat» in Verbindung, einem riesigen Geldwäschenetzwerk mit Verbindungen zur russischen Elite.
Artyakov unterliegt Sanktionen der USA, Kanadas und der Ukraine – nicht jedoch der EU. «Rostec» ist Russlands staatlicher Rüstungs- und Technologiekonzern, der Hunderte von Unternehmen der zivilen und militärischen Produktion umfasst. https://x.com/KShevchenkoReal/status/1944795630259286305

RUSSLAND AUSGESCHLOSSEN
Russlands spaltendes Spiel gegenüber Armenien und Aserbaidschan ist vorbei. Nun übernehmen die USA eine führende Rolle bei der Lösung einer der wichtigsten Streitfragen zwischen den beiden Ländern im Südkaukasus.
Tom Barrack, der US-Botschafter in der Türkei, hat offiziell bestätigt, dass Russland aus den Verhandlungen zwischen Armenien und Aserbaidschan ausgeschlossen wurde. Die USA hätten vorgeschlagen, den umstrittenen 32 Kilometer langen Transportkorridor zwischen Armenien und Aserbaidschan zu verwalten.
Wie der Botschafter während einer Pressekonferenz erklärte, haben die USA angeboten, den Korridor für 100 Jahre an ein privates amerikanisches Logistikunternehmen zu verpachten – eine Initiative, die darauf abzielt, den derzeitigen Stillstand in den Friedensverhandlungen zu überwinden.
Darüber hinaus ist bekannt geworden, dass sowohl Armenien als auch Aserbaidschan positiv auf den Vorschlag reagieren und das von den USA vorgeschlagene Modell als möglichen Kompromiss betrachten, der die notwendigen Garantien bieten kann, ohne die Kerninteressen einer der beiden Seiten zu verletzen. https://x.com/visionergeo/status/1944759984639586743

EU ZUM DRITTEN MAL GESCHEITERT
Zum dritten Mal konnte sich die Europäische Union nicht auf das 18. Sanktionspaket gegen die Russische Föderation einigen. Derzeit lehnen drei Länder eine Senkung der Obergrenze des russischen Ölpreises ab, sagte der dänische Aussenminister. https://t.me/c/1197363285/169434
Die Aussenbeauftragte der Europäischen Union, Kaja Kallas, kritisierte insbesondere die Slowakei für ihren Widerstand. Grund dafür ist nicht das Sanktionspaket an sich, sondern der Plan der EU-Kommission, den Import russischen Gases zu verbieten. Die Slowakei verlangt dafür einen Ausgleich. Ministerpräsident Fico bezeichnete die Zusagen der EU als unzureichend. Neben der Slowakei hat auch Malta nach Angaben von Diplomaten Bedenken geäussert. https://www.deutschlandfunk.de/keine-einigung-der-eu-aussenminister-auf-18-sanktionspaket-gegen-russland-100.html
KORRIGENDUM: Im «Ukraine Aktuell Nr. 1238 vom 14.7.25 /14 Uhr, schrieb ich, dass der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius die Lieferung von «Taurus» an die Ukraine weiter blockiert. Dabei benutzte ich das Wort «Langstrecken-Rakete». Dies ist falsch: Bei Taurus handelt es sich um Marschflugkörper, nicht um Raketen. Auf den Fehler machte mich A.E. in einem Mail aufmerksam. Vielen Dank.

• Negativbilanz der russischen Armee
• Zelenskyj: «Die Ukraine verliert nicht»
• Riesiges Munitionslager explodiert
• Das Leiden der Menschen in Kherson
• IOC disqualifiziert ukrainischen Sportler

• Russlands systematische Folter
• Rückeroberungen in der Ukraine
• «Der Gegner ist geschwächt»
• Ukraine hat zu wenig Energie
• Gastanker brennt im Mittelmeer
• Neuer Stahlbunker vorgestellt
• Kreml verliert Yukos-Prozess
• «Putins Denker» ausser sich

• Serie harter Schläge gegen Besatzer
• Ungarn behält gestohlenes Raubgut
• Schweden setzen Schattenschiff fest
• Unklare Aussagen zu den Sanktionen
• Iran liefert derzeit nichts nach Moskau
• Biennale Venedig empfängt Russland

• Ukraine zerstört Sprengstoffhersteller
• Kritik an ukrainischer Drohnenarbeit
• Russland erreichte 2025 fast nichts
• IWF gibt Kyiv 8,1 Milliarden $ – Kredit
• Ungleicher Austausch von Leichen
• «Nein» von Aussenminister Lawrow
• Desinformationsnetzwerk aufgedeckt

• 2’000 Kinder wieder daheim
• Krieg fordert mehr zivile Opfer
• Ergebnislose Runde in Genf
• Europa mischt sich in Genf ein
• Trump zaudert und verärgert
• Harte Schläge hinter der Front
• Kroatien stoppt Russen-Öl
• Russlands Öllager sind voll
• Kreml-Blogger extrem besorgt

• Zelenskyj: «Winter überstanden»
• Erfolgreiche Angriffe der Ukraine
• Weitere zweifelnde Kreml-Blogger
• Iran-Extra: Der zweite Angriffstag
• Iran-Extra: Kritik eines US-Generals
• Iran-Extra: Angriffe auf Nachbarn
• Iran-Extra: Abwehr-Arsenal erschöpft
• Iran-Extra: Wissen der Ukraine gefragt
