#UKRAINE AKTUELL Nr. 1238 – EXTRA (14.7.25 /20 Uhr)

  • Trumps Halb-«Grosse Ankündigung»
  • Moskauer Aktienmarkt steigt wieder
  • Ukrainische Regierung wird umgebaut

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TRUMPS HALB-«GROSSE-ANKÜNDIGUNG»

Nachdem es in den letzten Tagen mehrere Ankündigungen für eine «Grosse Ankündigung» durch Trump gegeben hatte, liess heute der US-Präsident die Katze aus dem Sack, welche nicht ein Raubtier, sondern eher ein Papier-Tiger ist. Das ist die eine Sicht der Dinge. Die andere ist, dass Trump die Ukraine weiterhin nicht mag, aber auf jeden Fall ein Geschäft machen will und die Ukraine mit dem Notwendigen ausstattet, aber gleichzeitig den Druck auf Putin noch einmal verschiebt.

Das sind die Elemente für die beiden Einschätzungen.

Neben dem NATO-Chef Marc Rutte im Weissen Haus sitzend sagte Trump unter anderem in seinem bekannten Plauderton:

TRUMP: PATRIOTS

«Wir haben ein Land, das 17 Patriots für den Transport in die Ukraine bereithält. Wir werden einen Deal aushandeln und dann werden die Patrioten in den Krieg ziehen.»

«17 Patriot-Systeme werden für den Einsatz vorbereitet. Die meisten werden auf dem Schlachtfeld eingesetzt. Es sind Patriots, es ist alles da, was benötigt wird. Sie werden sehr bald in der Ukraine eintreffen. Einige werden in ein paar Tagen eintreffen“, fügte Trump hinzu.

Kommentar: Die Aussagen von Trump sind, obwohl innerhalb weniger Minuten ausgesprochen, zum Teil widersprüchlich, wie hier, wo nicht klar ist, ob es den Patriot-Deal bereits gibt.

Ob es sich beim Patriot-Lieferantenland um Israel handelt, wollte Trump nicht sagen. Bisher hat Israel keine Waffen an die Ukraine geliefert, im Gegensatz zu seinem Erzfeind Iran, der Moskau aktiv unterstützt.

Aktuell verfügt die Ukraine über 6 gut funktionierende Patriots-Systeme. Die ukrainische Führung hatte immer gesagt, dass sie 25 System benötige gegen die russischen Raketenangriffe.

TRUMP: WAFFEN

«US-Waffen im Wert von Milliarden gehen an die NATO, dann schnell an die Ukraine.» und «Die Milliarden Dollar für militärische Bewaffnung werden von der NATO schnell finanziert». Zu einem anderen Moment nannte er mehrere Länder – darunter Deutschland, Finnland, Dänemark, Schweden und Norwegen – als potenzielle Lieferanten der neuen Ausrüstung, ohne zu sagen, welche Ausrüstung er genau meint.

Kommentar: Trump sagte kein Wort über den Charakter der Waffen, ausser das bereits erwähnte zu den «Patriots». So ist nicht klar, ob es dabei auch um weitreichende Angriffswaffen geht, wie vor der «Ankündigung» spekuliert worden war.

CNN berichtete nach der Konferenz, dass Kurzstreckenraketen, Haubitzen-Granaten und Mittelstrecken-Luft verkauft würden.

TRUMP: EUROPA ZAHLT

«Wir werden Waffen an die Ukraine liefern – die EU zahlt. Die USA übernehmen nichts. Wir bauen sie, sie kaufen sie. Das sind reiche Länder. Sie sind engagiert.»

Kommentar: Biden und der Kongress hatten sich für die Ukraine und deren Freiheitskampf entschieden und dafür Mittel freigegeben. Trump geht es nur um Geld.

TRUMP: KEINE SANKTIONEN

Der amerikanische Präsident sagte, die USA würden Russland zusätzliche Zölle auferlegen, wenn innerhalb von 50 Tagen keine Einigung bezüglich der Ukraine erzielt werden könne: «Zölle in Höhe von etwa 100 %, man könnte sie als sekundäre Zölle bezeichnen. Sie wissen, was das bedeutet.»

Kommentar: Bisher waren es jeweils die «2 Wochen»-Drohung, die Trump aussprach, verstreichen liess um dann weiterhin untätig blieb. Nun hat er die neuste Drohfrist auf 50 Tage verlängert. Die Frist läuft am 2.September ab.

Das von den Senatoren Graham und Blumenthal ausgearbeitete Gesetz, welches Russland unterstützende Länder mit einem 500% Strafzoll belegen will, war Trump kein Wort wert. Wir werden sehen, wie die Senatoren auf diese Ohrfeige reagieren.

TRUMP: ALTE PHRASEN

«Dieser Krieg hätte nie beginnen dürfen. Ich habe Putin gewarnt. Aber Biden sagte immer das Gegenteil von dem, was hätte gesagt werden sollen.» und «Er hat Clinton, Bush, Obama und Biden getäuscht – mich hat er nicht getäuscht.»

Kommentar: Ohne die volle Unterstützung von Bidens Regierung für den ukrainischen Verteidigungskampf gäbe es die Nation vielleicht nicht mehr.

TRUMP: UKRAINE LOB UND KRITIK

«Die Ukraine hat grossen Mut bewiesen, aber sie ist nicht in der Lage, ihre Kräfte zu bündeln.»

«Sagen Sie, was Sie wollen, über die Ukraine, aber als der Krieg begann, hatten sie keine Chance. Und sie hätten immer noch keine Chance, wenn [nicht für amerikanische] Ausrüstung … Aber sie hatten Mut, denn jemand musste diese Ausrüstung benutzen. Und sie kämpften mit enormem Mut und sie kämpfen weiterhin mit enormem Mut.»

«Viele Ukrainer sind gegangen, aber die meisten sind geblieben – es ist unglaublich. Sie bleiben, obwohl sie wissen, dass eine Rakete ihre Wohnung treffen und auf sie herabstürzen könnte.»

Kommentar: Den Patriotismus der Ukrainer kann Trump nicht nachvollziehen, weil er vermutlich gar nicht weiss, was Patriotismus und Liebe zum Mutterland ist. Im Gegensatz zum damaligen US-Präsidenten Joe Biden hat sich Trump nie getraut, in die Ukraine zu reisen.

TRUMP: JAMMERN ÜBER PUTIN

«Ich hatte vier Mal das Gefühl, wir hätten eine Einigung», sagte Trump und bezog sich dabei auf ein mögliches Friedensabkommen mit Russland. «Aber es ging einfach immer weiter.»

«Ich lege auf und sage: „Es war ein tolles Gespräch.“ Dann fliegen Raketen nach Kiew. Gespräche sind bedeutungslos.»

«Ich gehe nach Hause und sage der First Lady: ‚Wissen Sie, ich habe heute mit Putin gesprochen, wir hatten ein wunderbares Gespräch.‘ Sie sagt: ‚Ach wirklich? Eine andere [ukrainische] Stadt wurde gerade getroffen.» und eine andere Variante desselben Gedankens: «Ich komme nach Hause und sage zur First Lady: „Ich hatte ein wunderbares Gespräch mit Vladimir. Ich glaube, wir sind fertig.“

Und dann sagt Melania zu mir, dass Putin gerade ein Pflegeheim bombardiert hat“»

«Ich bin sehr unzufrieden mit Russland – und mit Wladimir Putin persönlich» und «Putin wird mich nicht täuschen. Aber irgendwann müssen Gespräche enden und Aktionen beginnen.»

KLÄRUNGEN DURCH NATO-CHEF

Nach dem Plauderton von Trump sprach NATO-Generalsekretär Marc Rutte in einem Ton und mit einem Inhalt, die dem Anlass angemessen waren und Trump hörte interessiert zu:

«Für die Ukraine sind das grossartige Neuigkeiten – Europa zahlt, die Unterstützung fliesst. Einige Länder könnten jetzt schnell Waffen liefern, die USA könnten später nachliefern. Schnelligkeit ist entscheidend.»

«100’000 Russen sind seit Anfang Januar auf dem Schlachtfeld ums Leben gekommen, so der NATO-Generalsekretär.»

«Wenn ich Putin wäre, würde ich die Ukraine-Gespräche nach dieser 50-tägigen Warnung überdenken.

Quellen: https://x.com/Mylovanov/status/1944803803783446774; https://x.com/front_ukrainian/status/1944780275252138397; https://x.com/news__gate/status/1944786098724520165; https://x.com/Osinttechnical/status/1944785242075840909; https://edition.cnn.com/2025/07/14/politics/us-ukraine-weapons-trump; https://x.com/Gerashchenko_en/status/1944795501192163625 ; https://x.com/igorsushko/status/1944791952236700071; https://t.me/c/1197363285/169321;

https://x.com/nexta_tv/status/1944781924347564286: https://t.me/tass_agency/325271

MOSKAU AKTIENMARKT NACH OBEN

Nachdem Trump am Freitag eine «grosse Ankündigung» für Montag versprochen hatte, sanken die Kurse an der Moskauer Börse. Nach dem Ende der Medienkonferenz im Weissen Haus legte die Moskauer auf breiter Front zu. Die Propagandaagentur TASS schreibt: «Die Analystin Natalia Pyryeva merkte an, dass der Markt ernsthafte Schritte gegen Russland befürchtete, aber die Realität war milder.» https://t.me/tass_agency/325270

UKRAINE BILDET REGIERUNG UM

Gemäss den letzten Meldungen wird der bisherige Innenminister Denys Schmyhal neuer Verteidigungsminister und der bisherige Verteidigungsminister Rustem Umarov wird Botschafter in den USA. Weitere Ministerien werden fusioniert und die Anzahl der Minister wird reduziert. https://www.rbc.ua/rus/news/ob-ednannya-ministerstv-i-novi-kadri-eksklyuzivni-1752510537.html

Mehr im Newsletter «Ukraine Aktuell» in der morgigen Ausgabe.

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#UKRAINE AKTUELL Nr. 1417 (9.1.2026 / 9Uhr)

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