#UKRAINE AKTUELL Nr. 1223 (29.6.25 /17 Uhr)

  • Russische Offensive abgebremst
  • Relation Angreifer : Verteidiger = 20:1
  • Neue Verteidigungslinien im Osten
  • 2’300 Drohnen und Bomben in 7 Tagen
  • Papst vor Ukrainern den Tränen nahe
  • Der Staat Aserbeidschan wehrt sich

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SOMMEROFFENSIVE GEBREMST

Russland greift in einer bisher nicht da gewesenen Vielzahl von Angriffen die ukrainischen Verteidiger an, aber die Erfolge haben sich im Juni im Vergleich zum Mai reduziert. «Die schiere Menge der Angriffe hat nicht zu bedeutenden Durchbrüchen auf dem Schlachtfeld geführt.» Dies schreibt die britische Zeitung «The Telegraph» in einer breiten Analyse, die sich auf ukrainische, russische und internationale Quellen abstützt.

Die Zeitung kommt auch zum Schluss, dass die Art der Angriffe darauf hindeute, dass es Russland darum gehe, die ganze Ukraine zu erobern und nicht «nur» die fünf ukrainischen Regionen, welche Russland offiziell annektieren möchte. Dies zeige sich in der Strategie, dass die Russen auf der gesamten Front angreifen und die Menschen in den Städten mit Raketen terrorisiere. Beides habe das Ziel, die Ukraine zu entvölkern und schliesslich zu erobern.

Im Mai habe sich die Offensive auf einem breiten Bogen von Sumy über Kharkiv bis zu den Frontlinien in Donezk und Dnipropetrovsk rasch entwickelt. Täglich hätten die Russen durchschnittlich 5,5 Quadratmeilen (ca.14 Quadratkilometer) pro Tag erobert und damit doppelt so viel wie im April.

In der Region Donezk wurden stetige Gewinne erzielt, insbesondere zwischen Pokrovsk und Kostjantynivka, zwei der wichtigsten Ziele Moskaus.

Doch nach mehreren Wochen der Offensive lässt die Dynamik nach, was insbesondere der schlecht ausgebildeten Infanterie geschuldet sei. In Sumy scheinen die russischen Streitkräfte vollständig zum Stillstand gekommen zu sein. «Der russische Vormarsch in der Grenzregion Sumy wurde seit dieser Woche gestoppt, und die Frontlinie wurde stabilisiert», sagte Oleksandr Syrskyj, Generalstabschef der ukrainischen Armee, am Donnerstag.

Laut Angelica Evans, Russland-Analystin am «Institute for the Study of War» (ISW) sagte gegenüber dem «Telegraph»: «Die Russen sind derzeit wirklich nicht in der Lage, etwas Neues und Eigenständiges zu beginnen. Die Sommeroffensive wird lediglich eine Fortsetzung dessen sein, was sie im Frühjahr getan haben.»

Das Verhältnis zwischen Angreifern und Verteidigern betrage 20:1, das heisst, das 20 Russen angreifen und nur 1 Ukrainer sich diesen entgegenstellt. Trotzdem kommen die Angreifer nur wenig voran. Der Grund sei, dass die Russen für ihre Angriffe schlecht oder nicht ausgebildetes Personal verwenden. https://www.telegraph.co.uk/world-news/2025/06/29/russia-summer-offensive-fizzling-out-ukraine-putin/

LAGE AN DER FRONT

Eine Vielzahl von Detailmeldungen erwecken den Eindruck, dass die russische Armee unaufhaltsam im Osten der Ukraine voranschreitet. Dieser Eindruck ist falsch, wie eine Analyse der taktisch-strategischen Lage des italienischen Militärbeobachters @playfra zeigt. Hier seine wichtigsten Erkenntnisse:

Anfang Juni liessen die Ukrainer im Ort Bahatyr nur eine Nachhut und dort gelang es den Russen nach Komar und Fedorivka durchzubrechen. In der Folge eroberten sie einige Felder und gelangten über den Fluss Vovcha zwischen Dachne und Nowoukrainka in die Oblast Dnipropetrowsk.

Die Russen errichteten dort Brückenköpfe und am 12. Januar begann eine Schlacht um das Dorf Saporischja, die 12 Tage dauerte. Sie endete damit, dass die Russen am 23. Juni ihre Flagge im Zentrum des Dorfes hissten.

Diese Durchbrüche führten zu zahlreichen Kesselbildungen und ungünstigen Stellungen für die Ukrainer. Die Russen drohen ausserdem, die Flüsse Mokri Yali und Wowtscha zu überqueren.

Seit klar ist, dass die Russen die Verteidigungslinie Komar – Odradne – Bahatyr durchbrochen haben, fällt den Ukrainern hier das Aufrechthalten der Verteidigung schwer. Aus diesem Grund hat sich die ukrainische Armee zurückgezogen. Anstatt in einem Gebiet ohne wesentliche Schützengräben und Verteidigungsstellungen zu bleiben, ist nun die Anhöhen hinter den Flüssen Vovcha und Solona der nächste Verteidigungsposition.

Vor den Hügeln, in der Ebene befindet sich eine Verteidigungslinie, die unterschiedlich stark ausgebildet ist. Die besten Anlagen bestehen (vom Feind aus gesehen) aus: Mannshohem Stacheldraht – Panzergraben Nr.  1 – «Drachenzähne» – Panzergraben Nr. 2 – Panzergraben Nr. 3 – eine weitere Reihe Stacheldraht.

Diese Hindernislinie befindet sich in der Tiefebene. Die Ukrainer hoffen, die Russen durch die Kombination aus sumpfigem Gelände, starken Hindernissen und Übersichtspositionen auf den dominanten Hügeln davon abzuhalten, die Hügel zu erreichen. Zudem ist die Ebene durch Drohnen und Artillerie kontrollierbar und kann von den Russen nicht ohne sehr grosse Verluste durchquert werden.

@playfra schreibt: «Insgesamt schätze ich die Lage NICHT als kritisch ein, aber es muss jede Entwicklung genau beobachtet werden. Es gibt keinen massiven Zusammenbruch, es gibt keinen grossen russischen Durchbruch.» https://x.com/Playfra0/status/1938644902960865691

KYIVER IM SCHUTZ DER U-BAHN

Die Ukraine war letzte Nacht erneut einem massiven russischen Raketen- und Drohnenangriff ausgesetzt. In der Hauptstadt Kyiv schlafen viele Menschen während der Angriffe in der U-Bahn, die als relativ sicherer Schutzraum gilt.

Nach Angaben von Volodymyr Zelenskyj wurde sein Land in dieser Nacht mit 477 Drohnen, die meisten davon russisch-iranische «Shaheds», sowie 60 Raketen verschiedener Typen angegriffen. Mehrere Personen wurden verletzt und es gab Tote. Darunter auch ein Pilot eines F-16 Kampfjets. Zelenskyj schreibt: «Moskau wird nicht aufhören, solange es massive Schläge ausführen kann. Allein in dieser Woche gab es über 114 Raketen, mehr als 1’270 Drohnen und fast 1’100 KABs (Gesteuerte Fliegerbomben). Putin hat längst beschlossen, trotz der weltweiten Friedensappelle weiterzukriegen.» https://t.me/V_Zelenskiy_official/14920

ERGRIFFENER PAPST

Papst Leo XIV. kämpft mit den Tränen, als er das Vaterunser hört, das die Gläubigen der ukrainischen Griechisch-Katholischen Kirche auf ihrer Pilgerreise in den Petersdom zu diesem Heiligen Jubiläumsjahr wunderschön auf Ukrainisch singen.

Das dazugehörende, 2 Minuten dauernde Video stammt vom «Vatican Media»-Dienst: https://x.com/i/status/1938909760285213069

Die Vertreter der Ukrainische Griechisch-Katholische Kirche (UGCC) können ihre Religion in der Ukraine frei ausüben. Sie stehen im Gegensatz zu der «Russisch-Orthodoxe Kirche – Moskauer Richtung» nicht im Verdacht der Untergrundarbeit gegen die ukrainische Regierung. Die Führer der UGCC unterstützen das Gesetz von 2024, das russisch verbundene Kirchen aus Sicherheitsgründen einschränkt.

ASERBEIDSCHAN WEHRT SICH

Am Freitag sind in der russischen Stadt Jekaterinburg bei Razzien 50 Bürger Aserbeidschans verhaftet worden. «Die Sicherheitskräfte haben aus ethnischen Gründen Gewalt angewendet», hiess es dazu aus dem Kulturministerium Aserbeidschans.

Weil solche Fälle systematisch geworden seien, haben man beschlossen, Konzerte, Aufführungen, Festivals und andere Veranstaltungen mit Bezug zu Russland zu verbieten.

Die russischen Behörden hatten die Razzien mit «kriminellen Aktivitäten» begründet. Nach unbestätigten Meldungen waren beim Polizeieinsatz auch Menschen ums Leben gekommen. https://t.me/c/1197363285/167768

Putins betrachtet den unabhängigen Staat Aserbeidschan «traditionell» als Teil des russischen Einflussreiches.

Ältere Beiträge nach Monat

#UKRAINE AKTUELL Nr. 1614 (25.7.2026 /8Uhr)

• Massive Schäden für Wildberries
• Kreml verbietet Wildberries-Bilder
• Garry Kasparov befürwortet Angriffe
• Weitere tiefe und mittlere Schläge
• Halbinsel Krim zu 70% ohne Strom
• Demonstrationen für Fedorov
• Raketenangriff auf Waffenmesse
• US-Russland-Sanktionen blockiert
• Putin besucht menschenleere Fabrik
• Was Russinnen denken – Teil 6
• «Russen sind genetisch überlegen»

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#UKRAINE AKTUELL Nr. 1629 (9.8.2026 /8Uhr)

• Grossangriffe auf ukrainische Städte
• Musk verhindert Abwehrmassnahmen
• Russischer Starlink-Störer zerstört
• Krim-Luftschutzschirm zerschlagen
• «Strasse des Todes» Richtung Krim
• «Russlands Pläne sind unrealistisch»
• Serbien setzt sich für die Ukraine ein
• Russinnen gegen Krieg und für China

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UKRAINE AKTUELL Nr. 1609 (20.7.2026 /8Uhr)

• Logistik auf der Krim attackiert
• Europa-Lastwagen auf der Krim
• Bereits 193 Schiffe beschädigt
• 3 Grossbrände bei Moskau
• Das Drama um «Wildberries»
• Die furchtbare Putin-Bilanz
• Kreml-Blogger floh nach Serbien
• Demos in der Ukraine – Tag 4

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#UKRAINE AKTUELL Nr. 1630 (10.8.2026 /8Uhr)

• Nervöser Kreml vor den Wahlen
• Mehr Söldner für Putins Armee
• Nordkorea liefert Arbeiterinnen
• Grosse Schäden an Kraftwerken
• Russen greifen zivile Fabrik an
• Ukrainer zerstören Luftabwehr
• Türkei verkauft Angriffswaffen
• Schiffsbesitzer reicht Klage ein

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UKRAINE AKTUELL Nr. 1607 (18.7.2026 / 9Uhr)

• Demonstrationen weiten sich aus
• «Hoffnung ist eine gewaltige Kraft»
• General Syrskyj nicht mehr tragbar
• Zelenskyj sucht neue Lösungen
• Fedorov-Vertrauter wird Berater
• Besatzer bereiten Evakuierung vor
• Minus zwei strategische Bomber
• Verurteilung eines Putin-Kritikers
• 500%-Sanktionen im US-Senat
• Russland tötete 298 Passagiere

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#UKRAINE AKTUELL Nr. 1613 (24.7.2026 /8Uhr)

• Rauchsäulen über St. Petersburg
• Vier Wildberries Lager brennen
• Angriff auf Raketenfabrik in Kirow
• Heute wieder Demos für Fedorov
• «Ukraine gibt keinen Meter ab»
• 21. Sanktionspaket von Europa
• Rubio: «Anchorage ist gescheitert»
• Kasachstan stoppt Weizeneinkauf
• Putins Schutzstaffel wird grösser

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