«Kyiv brennt – Washington schweigt. Der Himmel glüht rot – nicht wegen des Sonnenuntergangs, sondern wegen der Flammen, die eine Hauptstadt verschlingen, die nur nach Frieden strebt.» Das schreibt der Journalist Jason Jay Smart von der «KyivPost» https://x.com/officejjsmart/status/1926106079890448881
Die ukrainische Sicherheitsexpertin Maria Avdeeva schrieb gestern Nacht: «Kyiv wird derzeit vom schlimmsten Drohnenangriff erfasst, an den ich mich erinnern kann. Shaheds schwirren über uns, die Luftabwehr dröhnt, die Explosionen dauern seit Stunden ununterbrochen an.»
Und heute Morgen schreibt Maria Avdeeva: «Wir sind am Leben. Zum ersten Mal seit Kriegsbeginn warf mich eine Explosion zu Boden. Im Haus ist etwas zerbrochen – trotzdem trauen wir uns nicht nach oben. Vor dem Fenster leuchtet es rot. Ich hoffe nur, dass die Leute noch am Leben sind.
Ich weiss bereits, dass die Hälfte der Strasse in unserem Dorf verschwunden ist. Wir rufen unsere Nachbarn an und fragen, was zerstört wurde. «Meine Tochter hat sich beruhigt. Jetzt muss ich nur noch die Katze finden.» Das sind die Worte von Svitlana Roiz, der renommierten Kinderpsychologin der Ukraine. Ihr Mann dient an der Front.
Auf «X» schreibt der ukrainische Staatspräsident: «Das Schweigen Amerikas und das Schweigen anderer weltweit ermutigen Putin nur noch mehr.»
Und weiter: «Die Ziele waren Kyiv und die Region, Schytomyr, Chmelnyzkyj, Ternopil, Tschernihiv, Sumy, Odessa, Poltava, Dnipro, Mykolajiv, Kharkiv und Tscherkassy. Vorsätzliche Angriffe auf gewöhnliche Städte. Gewöhnliche Wohngebäude wurden zerstört und beschädigt. In Kyiv wurden die Wohnheime der Geschichtsfakultät der Universität beschädigt. Es gibt Treffer auf Unternehmen. Leider gibt es Todesfälle, darunter auch Kinder. Mein Beileid.»
Die Rettungskräfte seien überall im Einsatz. An die nichtrussischen Staaten gerichtet, schreibt Zelenskyj: «Ohne wirklich starken Druck auf die russische Führung kann diese Grausamkeit nicht gestoppt werden. Sanktionen werden sicherlich helfen. Jetzt kommt es auf Entschlossenheit an – die Entschlossenheit der Vereinigten Staaten, die Entschlossenheit der europäischen Länder, die Entschlossenheit all jener auf der Welt, die Frieden wollen.» https://t.me/V_Zelenskiy_official/14344
«NUR PANZER STOPPEN PANZER»
Mikhail Khodorkovsky, einer der führenden Moskau-Oppositionellen im Exil, hat einen Aufruf veröffentlicht, indem er vor Illusionen warnt: «Nach drei Jahren Krieg ist es an der Zeit, die Realität zu akzeptieren: Panzer können nur mit Panzern gestoppt werden. Meine Botschaft an alle, denen die globale Sicherheit am Herzen liegt, ist erstaunlich einfach.»
«Viele kluge Leute haben drei Jahre lang überlegt, wie man Putins Kriegsmaschine widerstehen kann. Und wissen sie, ich bin immer wieder fasziniert, wenn Leute die einfachen Antworten ablehnen. Militärische Gewalt kann nur mit militärischer Gewalt bekämpft werden. Das ist alles. Punkt.
«Aber vielleicht können wir etwas mit Luftballons und Taschenlampen machen?» Nein! Du kannst nichts ausrichten mit Luftballons und Taschenlampen – nur mit militärischer Gewalt.
«Aber vielleicht etwas mit Blumen?» Du kannst es nicht mit Blumen machen – nur mit militärischer Gewalt.
«Aber vielleicht können wir etwas mit Super-Sanktionen machen?» Wir verbieten ihnen, Mäntel zu kaufen, wir verbieten ihnen, Louis-Vuitton-Taschen zu kaufen. Vielleicht können wir so die Panzer stoppen? Nein! Sie können die Panzer nicht auf diese Weise stoppen. Panzer können nur mit militärischer Gewalt gestoppt werden.
Es tut mir leid, ich habe keine andere Antwort für sie.»
18. SANKTIONSPAKET VORBEREITET
Gemäss der Nachrichtenagentur Bloomberg beinhaltet das 18. EU-Paket folgende Massnahmen: Abtrennung von 20 russischen Banken vom internationalen SWIFT [Austausch von Daten]; Massnahmen gegen weitere 24 russische Banken; Verbot der Wiederinbetriebnahme der Erdgasleitungen «Nordstream 1 & 2» und Senkung der erlaubten Preise für russisches Öl von 60 auf 45 Dollar. https://www.bloomberg.com/news/articles/2025-05-24/eu-weighs-cutting-20-banks-from-swift-in-new-russia-sanctions
Insbesondere die Massnahme im Ölbereich steht auf wackligen Beinen, denn dafür wird die Zustimmung der G7 benötigt. Darin versammelt sind die 7 wichtigsten Industrienationen der Welt: Deutschland, Frankreich, Italien, Japan, Kanada, die USA und das Vereinigte Königreich.
Vom US-Präsidenten Trump weiss man, dass er gegen Sanktionen ist. Bei seinem letzten Gespräch hat er Putin gesagt, dass er kein Befürworter von Sanktionen ist, sondern Wirtschaftsdeals mit Russland suche. https://ukraineaktuell.com/ukraine-aktuell-nr-1184-21-5-25-14uhr/
50’000 SOLDATEN KONZENTRIERT
Russland hat 50’000 Soldaten an der Grenze zur Region Kharkiv zusammengezogen. Der britische Sender «Sky News» zitiert Analysten, die sagen, dass sich unter ihnen die erfahrensten Eliteeinheiten, insbesondere Fallschirmjäger befinden.
Die Analysten gehen davon aus, dass Russland noch vier Monate Zeit hat, um einen Durchbruch zu erzielen, bevor sich das Wetter verschlechtert und die sowjetischen Ausrüstungsvorräte aufgebraucht sind.
Nach Auskunft von Andriy Pomahaibus, einer der Stabschefs der ukrainischen Armee, versuchten die Russen ihr Personal näher an die Frontlinie heranzuziehen und zumindest einige Angriffsaktionen durchzuführen. Aber: «Im Allgemeinen sind sie jedoch nicht erfolgreich.» Dennoch gebe es «deutliche Vorbereitungen für aktive Angriffsaktionen des Feindes». https://news.sky.com/story/kharkiv-why-russian-troops-are-massing-near-ukraines-fortress-city-13373348
1’000 GEFANGENE SIND FREI
Heute Morgen wurden weitere 303 Ukrainer aus russischer Gefangenschaft freigelassen und dieselbe Anzahl Menschen konnten nach Russland zurückkehren. Damit ist die 1:1 Austauschaktion abgeschlossen, bei der insgesamt je 1’000 Gefangene freikamen: Am Samstag waren es 307 Gefangene und am Freitag 390.
Die Austauschaktion ist das einzige Ergebnis des Gesprächs zwischen der Ukraine und Russland, welches vor 9 Tagen in Istanbul stattfand. Weitere Vereinbarungen gibt es nicht und Russland verzögert weitere Gespräche.
Die vorgeschlagenen Verhandlungsorte in der Türkei und im Vatikan wurden vom Kreml abgelehnt. Auch gibt es den von Russland versprochenen Grundlagentext für Friedensgespräche bisher nicht. Bekannt sind lediglich Maximalforderungen wie der Rücktritt der ukrainischen Regierung, die Abtretung von 5 ukrainischen Regionen an Russland, die Entwaffnung der Ukraine und das Verbot eines EU- und NATO-Beitritts.
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