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Gestern wurden je 390 Gefangene aus der Ukraine und aus Russland freigelassen. Heute folgte die zweite Welle mit je 307 Gefangenen. Morgen sollte die dritte Gruppe freigelassen werden, mit dem Ziel, dass beide Seiten je 1’000 ihrer Kriegsgefangenen zurück in die Heimat lassen.
Ukrainische und russische Quellen haben Bilder des Gefangenaustausch veröffentlicht. Hier zwei Bildmontagen mit je einem russischen und einem ukrainischen Freigelassenen. Anhand dieser vier Bilder lässt sich belegen, was bereits bekannt ist.
In der letzten Nacht griff die russische Armee die ukrainische Hauptstadt in einem kombinierten Angriff mit gegen 250 Drohnen und 14 ballistischen Raketen vom Typ «Iskander» an. Der Luftabwehr gelang es 245 Angriffsdrohnen abzuschiessen oder flugunfähig zu machen und 6 der Raketen. https://www.facebook.com/photo/?fbid=1051220383857706
Die Zerstörungswaffen, welche durchkamen, trafen bei diesem Nachtangriff vor allem Schlafquartiere von Kyiv.
Die neu eingesetzten Raketen der russischen Armee seien modernisiert worden und für die Luftabwehr schwerer zu bekämpfen. So würden diese Raketen beim Anflug sogenannte «Radarfallen» auslösen und das erschwert das Erkennen der Ziele, sagt der Leiter der ukrainischen Luftabwehr. https://t.me/voynareal/115322
Für diese oder die folgenden Nächte werden weitere Grossangriffe erwartet. Die Zahl der strategischen Bomber vom Typ «Tu-95MS» haben sich in der Nähe der Ukraine um ein Mehrfaches erhöht. So wurde der Basis «Olenya» mit weiteren 6 Bombenbestückt und dort mit Marschflugkörpern ausgerüstet. Auch auf dem Flughafen «Bela» wurde die Zahl der Bomber vom Typ Tu-160 um sechs Exemplare erhöht. Weitere 2 Tu-95MS sind auf dem Flughafen «Engels-2» stationiert und weitere 2 Tu-95MS auf der Basis «Diaghilew». https://t.me/voynareal/115321
PUTIN GLAUBT AN DEN SIEG
Putin gibt den «Sieg in der Ukraine» nicht auf. Das schreibt der US-Geheimdienst «Defense Intelligence Agency» (DIA) in seinem Jahresbericht. Der DIA ist die Dachorganisation der Nachrichtendienste der fünf Teilstreitkräfte Army, Navy, Air Force, United States Coast Guard und Marine Corps.
Ein Auszug (Seite 12): «Der russische Präsident Wladimir Putin betrachtet den Krieg in der Ukraine als einen existenziellen Kampf gegen den Westen, der über Russlands Platz in der Welt, Putins Machtposition und sein historisches Vermächtnis entscheiden wird. Putin ist weiterhin vom endgültigen Sieg Russlands in der Ukraine überzeugt und bereit, mindestens bis 2025 militärische Gewalt anzuwenden. Putin bleibt auch weiterhin unnachgiebig in seiner Forderung, dass der Ukraine der Beitritt zur Nordatlantikvertragsorganisation (NATO) dauerhaft verwehrt wird, und besteht darauf, dass Kiew alle seine Streitkräfte aus den Oblasten Donezk, Luhansk, Saporischschja und Kherson abzieht. Trotz der Lieferung tödlicher Waffen an die Ukraine durch den Westen ist Russland mit ziemlicher Sicherheit bestrebt, einen direkten Konflikt mit der NATO zu vermeiden, da es eine konventionelle militärische Konfrontation mit dem Bündnis als aussichtslos einschätzt.» https://armedservices.house.gov/uploadedfiles/2025_dia_statement_for_the_record.pdf
RUSSLANDS ILLUSION
Anatoli Loucher wurde in Moldawien geboren und lebt nun seit fast 30 Jahren in Deutschland. Er hat eine tiefe Beziehung zur Ukraine, die er so zusammenfasst: «Dieser Krieg trifft mich persönlich, weil ich die Ukraine gut kenne. Weil ich mehrfach in der Ukraine war. Weil meine Frau aus der Ukraine kommt. Weil Hunderte Menschen, die ich persönlich kenne – Freunde, Verwandte, Arbeitskollegen – in der Ukraine sind. Einige stehen gerade an der Front, andere leben als Zivilisten jeden Tag mit dem Risiko, von einer russischen Rakete getötet zu werden.»
Anatoli Loucher befasst sich analytisch mit dem Krieg Russlands gegen die Ukraine und nutzt eine Vielzahl von Quellen. Aus all diesen Informationen hat er einen Text generiert, den ich so interessant finde, dass ich ihn hier – in Absprache mit Anatoli – publiziere:
«Russlands Vormarsch im Ukraine-Krieg: Eine strategische Illusion»
In der Debatte um den Ukraine-Krieg wird oft betont, dass Russland seit November 2023 Geländegewinne gemacht habe. Das stimmt – etwa 4.200 Quadratkilometer hat Russland seitdem erobert. Doch dieser scheinbare „Vormarsch“ wird häufig aus dem strategischen Zusammenhang gerissen.
1. Weniger als 1 % der Ukraine
Die Ukraine ist rund 603.000 Quadratkilometer groß. Das bedeutet: Die russischen Geländegewinne machen nicht einmal 1 % des ukrainischen Territoriums aus. In diesem Tempo würde es Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte dauern, bis Russland nennenswerte Gebietsgewinne hätte – selbst bei völliger Ausbleibung ukrainischer Gegenwehr.
2. Ein Preis, den Russland kaum tragen kann
Laut dem Institute for the Study of War (ISW) hat Russland allein im Jahr 2024 über 420.000 militärische Verluste (Tote, Verwundete, Deserteure) erlitten – für ca. 4.200 Quadratkilometer. Das entspricht ca. 100 Soldaten pro Quadratkilometer.
Hinzu kommt: Die meisten dieser Gebiete sind verwüstet, durch Artillerie zerschossen, vermint, infrastrukturell wertlos und unter Dauerbeschuss durch ukrainische Drohnen und Raketen. Russland „besetzt“ Territorien, die militärisch kaum zu halten und wirtschaftlich nicht nutzbar sind.
3. Warum die Ukraine (noch) nicht mehr zurückerobert
Die Frage, warum die Ukraine nicht konsequent zurückschlägt, ist berechtigt – die Antwort ist tragisch klar: Ihr fehlen Waffen und Munition. Paradoxerweise fordern genau jene, die der Ukraine mangelnden Erfolg vorwerfen, oft gleichzeitig eine Einschränkung westlicher Waffenlieferungen. Ohne ausreichende Unterstützung ist Rückeroberung schlicht nicht möglich.
4. Ein Abnutzungskrieg – kein Bewegungskrieg
Der Ukraine-Krieg ist längst ein Abnutzungskrieg. Es geht nicht mehr um Gelände, sondern darum, die gegnerische Armee langfristig zu schwächen – militärisch, logistisch, psychologisch.
Die Ukraine zieht sich bewusst zurück, wo ein Halten keinen Sinn ergibt. Das ist kein Zeichen von Schwäche, sondern militärisches Kalkül, das auf Effizienz und Ressourcenschonung zielt.
5. Weder Russland noch der Ukraine „gehen die Soldaten aus“ – aber das ist nicht der Punkt
Ein oft wiederholtes Narrativ lautet, beiden Seiten würden bald die Soldaten ausgehen. Doch das greift zu kurz. Die Realität ist komplexer – und der eigentliche Engpass liegt ganz woanders.
Nach der grossen Mobilisierungswelle im Herbst 2022, die in Russland Hunderttausende Männer zur Flucht ins Ausland trieb – Schätzungen sprechen von bis zu einer Million, hat der Kreml seine Strategie angepasst. Eine neue Massenmobilisierung wäre politisch riskant. Die Erinnerung an die chaotische und willkürlich durchgeführte Einberufung 2022 sitzt tief. Viele der Geflüchteten sind nicht zurückgekehrt. Sollte es eine weitere Mobilisierungsrunde geben, würden viele unwiderruflich das Land verlassen – das weiß auch Putin.
Daher setzt Russland derzeit vor allem auf freiwillige Verträge, verbunden mit hohen Gehältern, Einstiegsprämien und sozialem Druck. In einer Bevölkerung, in der viele unterhalb oder am Rande der Armutsgrenze leben, reicht Geld als Anreiz oft aus. Diese Form der Rekrutierung funktioniert derzeit noch – ist aber teuer und nicht unbegrenzt skalierbar.
Die Ukraine hingegen mobilisiert strukturiert und gestaffelt, mit einem funktionierenden Registrierungssystem und begleitender gesetzlicher Reform. Neben vielen Freiwilligen wurden bisher bewusst keine Männer zwischen 18 und 25 Jahren einberufen. Man will dieser Generation ermöglichen, zu studieren, zu arbeiten und Familien zu gründen – trotz Krieg. Dieses Potenzial steht im Ernstfall weiter zur Verfügung und stellt eine Mobilisierungsreserve dar, auf die bislang gezielt verzichtet wurde.
Weder Russland noch der Ukraine geht in absehbarer Zeit die „Mannstärke“ aus – aber das ist auch nicht der entscheidende Faktor. Was beiden Seiten zunehmend fehlt, ist moderne Technik, Munition, Ausrüstung und industrielle Kapazität. Es ist nicht der Mensch, der den Ausschlag gibt, sondern die Fähigkeit, ihn wirksam auszurüsten. Der Krieg hat sich längst zu einem industriellen Belastungstest entwickelt – und genau dort entscheidet sich seine Dauer und sein Ausgang.
6. Das eigentliche Ziel: Krieg untragbar machen
Das Ziel ist nicht, Russland auf dem Schlachtfeld zu besiegen. Die Ukraine muss nicht siegen wie die Alliierten 1945 – sondern wie Vietnam gegen die USA oder wie Afghanistan gegen die Sowjetunion: durch das Schaffen einer Situation, in der der Krieg nicht mehr tragbar ist.
Putin muss nicht militärisch niedergerungen werden. Es genügt, wenn der Preis für seinen Krieg so hoch wird, dass Rückzug politisch, wirtschaftlich oder gesellschaftlich alternativlos wird.
Die Ukraine kämpft nicht um symbolischen Sieg – sie kämpft ums Überleben. Und jeder Tag, an dem sie standhält, jeder Tag, an dem Russland weiter verblutet, bringt die Realität näher, in der nicht der Stärkere siegt, sondern der, der durchhält – und den Preis für Aggression so hoch treibt, dass sie sich nicht mehr lohnt. (https://www.facebook.com/anatoli.locher)
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