
#UKRAINE AKTUELL Nr. 1677 (26.9.2026 /8 Uhr)
• Drohungen gegen Litauen
• Weitere Raffinerien brennen
• AfD auf Kreml-Kurs
• Der Sinn von Sanktionen
• Putins Enkelin heisst Selenskyj
• Russen trinken weniger
• Appell: «Ich bin der Krieg»
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«PUTIN SPIELT TRUMP WIE EINE GEIGE»
Die US-demokratische Senatorin Cynthia Jeanne Shaheen nahm vor einem Ausschuss den amerikanischen Aussenminister Marco Rubio in die Zange. Sein Präsident werde «von Putin wie eine Geige gespielt», sagte sie. Damit gewinne Putin Zeit, um mehr ukrainisches Territorium zu erobern.
Rubio antwortete: «Also, ich bin mit der Analogie mit dem Geigenspiel nicht einverstanden, denn als Putin heute aufwachte, waren die Sanktionen noch immer dieselben». Ausserdem erhalte die Ukraine weiterhin militärische Unterstützung und die USA würden mit NATO-Partnern zusammenarbeiten, um die Ukraine mit zusätzlichen Patriot-Batterien zu versorgen. Doch keiner von ihnen will seine bestehenden Systeme aufgeben. Rubio fügte stolz hinzu, dass Trump keine Zugeständnisse an Putin gemacht habe.
Senatorin Shaheen gab ihre scharfe Kritik nicht auf: Putin habe Zeit gewonnen, und je länger die Russische Föderation ohne Druck bliebe, desto massiver werde sie in die Gebiete der Ukraine einmarschieren. https://t.me/voynareal/115128

Auch Jacky Rosen, eine weitere demokratische Senatorin, richtete scharfe Kritik an Rubio: «Ich bin nicht einmal mehr wütend über Ihre Mitschuld an der Zerstörung der globalen Führungsrolle der USA durch diese Regierung. Ich bin einfach nur enttäuscht. Ich frage mich, ob Sie in diesem Moment, wenn Sie zu Ihrer Familie nach Hause gehen, stolz auf sich sind?» Video: https://x.com/i/status/1924868432975073315
TRUMP GEGEN – EU FÜR SANKTIONEN
Nach seinem Gespräch mit Putin teilte Trump den EU-Staats- und Regierungschefs mit, dass die USA keine neuen Sanktionen gegen Russland verhängen würden, da sie zu Verhandlungen bereit seien. Dies berichtet die amerikanische Publikation Axios. https://www.axios.com/2025/05/20/trump-putin-call-european-leaders-zelensky
Die EU hat das 17. Sanktionspaket genehmigt. Es richtet sich im unter anderem gegen die Schattenflotte, also gegen jene Schiffe, welche unter Umgehung internationaler Regeln russisches Erdöl transportieren. Die EU-Aussenbeauftragte Kaja Kalles schreibt dazu auf «X»: «Die EU hat ihr 17. Sanktionspaket gegen Russland verabschiedet, das sich gegen fast 200 Schiffe der Schattenflotte richtet. Neue Massnahmen befassen sich auch mit hybriden Bedrohungen und Menschenrechten.
Weitere Sanktionen gegen Russland sind in Vorbereitung. Je länger Russland Krieg führt, desto härter ist unsere Reaktion.» https://x.com/kajakallas/status/1924760161098359274
Weitere Sanktionen richten sich …
Auf der Liste stehen zudem sieben chinesische Unternehmen, zwei aus den Vereinigten Arbanischen Emiraten und jeweils eines aus Weissrussland und der Türkei. https://t.me/rbc_news/118747
KRITIK AN TRUMPS WEICH-KURS
Nach dem dritten Telefon zwischen Trump und Putin mit dem dritten Nicht-Ergebnis melden sich amerikanische Zeitungen zum Teil mit scharfer Kritik:
The New York Times: «Präsident Trump hat am Montag seine Forderung an Russland zurückgenommen, einen sofortigen Waffenstillstand in der Ukraine zu erklären. Dies war eine Abkehr von Trumps jüngsten Drohungen, den Druck auf Russland zu erhöhen. Trump schien auch begeistert davon zu sein, seine Vermittlerrolle an eine höhere Instanz abzugeben: den Papst.» https://www.nytimes.com/2025/05/19/us/politics/trump-russia-ukraine-cease-fire.html
The Times: «Anstatt Russland mit den von einigen erhofften „knallharten“ Sanktionen zu bestrafen, lobte er das Gespräch als „ausgezeichnet“ und sagte, Russland habe eine „enorme Chance“, mit den USA Geschäfte zu machen, wenn der Krieg beendet werde.
Noch besser für Putin war, dass er offenbar von einer Beteiligung der USA an den Gesprächen abrückte, indem er spekulierte, dass diese vom Papst im Vatikan ausgerichtet werden könnte.» https://www.thetimes.com/article/00a38c55-868e-46e4-b3f1-842cf297f28f
Axios: «Trump hatte zuvor argumentiert, dass sein persönliches Engagement für eine Einigung entscheidend sei, distanzierte sich jedoch am Montag von einer Vermittlerrolle und erklärte, die Gespräche würden nur zwischen den beiden Ländern stattfinden. Trumps Erklärung, dass die USA keine Rolle in den weiteren Gesprächen spielen werden, spiegelt die russische Position wider, dass die USA nicht in dem Konflikt vermitteln sollten. (…) Obwohl Putin einem Waffenstillstand nicht zustimmte, bezeichnete Trump den Ton des Gesprächs als „ausgezeichnet“.» https://www.axios.com/2025/05/19/trump-putin-call-ceasefire-agreement
The Washington Post: «Allerdings schien er Putins Forderung nach einer Verschiebung des Waffenstillstands bis nach den Verhandlungen zu akzeptieren, und es gab kaum Anzeichen dafür, dass Russland seine für die Ukraine inakzeptablen Forderungen aufgegeben hat, darunter die Übergabe weiterer Gebiete durch Kiew als Teil einer Einigung.» https://www.washingtonpost.com/world/2025/05/19/trump-putin-call-ukraine-russia-ceasefire
Politico: «Aber Trumps offensichtliche Neigung, sich aus seinen eigenen Friedensbemühungen zurückzuziehen – und sein Wahlversprechen, den Krieg am „ersten Tag“ beenden zu können –, hat tiefgreifende Folgen für die Zukunft der Ukraine und die Sicherheit Europas.» https://www.politico.com/news/2025/05/19/ukraine-russia-us-walk-away-00356773

SHAHEDS SIND 90-KILO BOMBEN
Die russische Waffenindustrie hat die ursprünglich vom Iran entwickelten Shahed-Kamikaze-Drohnen zu fliegenden Bomben mit grosser Zerstörungskraft umgebaut, welche insbesondere gegen Zivilisten eingesetzt wird.
Die neuen Shaheds sind zu einer «Massenvernichtungswaffe» geworden, welche ganze Stockwerke zerstören kann. Das ukrainische Fachmagazin «Defence Express» schreibt, dass die neue Waffe gleich vier zerstörerische Eigenschaften vereinige:

20’000 UNFREIWILLIGE IM KRIEG
Rassisten haben 20.000 Migranten gefangen und in den Krieg in der Ukraine geschickt. Das sagte Alexander Bastrykin, der Chef des Ermittlungskomitees der Russischen Föderation.
Gemäss Bastrykin handelt es sich um eingebürgerte Migranten, also um solche, die die russische Staatsbürgerschaft erhalten haben und sich angeblich nicht zum Militärdienst gemeldet haben. Bastrykin erklärte, dass Sicherheitskräfte auf seine Anweisung hin an Orten im Einsatz seien, an denen sich Migranten versammeln und so die Mobilisierungsraten erhöhten.

Bastrykin erklärte: «Wir haben bereits 80’000 dieser russischen Bürger gefasst, die nicht an die Front wollen, geschweige denn zum Militärregistrierungs- und Einberufungsamt. <…> Sie wurden militärisch registriert, und bereits 20’000 „junge“ Bürger Russlands, die aus irgendeinem Grund nicht gerne in Usbekistan, Tadschikistan oder Kirgisistan leben, stehen an der Front.» https://t.me/rbc_news/118748
Ein Nachrichtenvideo des russischen Staatsfernsehens zeigt, wie die Migranten gegen ihren Willen eingesammelt werden. Am Ende des Videos wird der Satz zitiert: «Einige der Angeklagten haben bereits Interesse an einem Vertragsdienst und einer Entsendung in die spezielle Militäroperation» («Spezielle Militäroperation» nennt der Kreml seinen Krieg gegen die Ukraine). https://t.me/operativnoZSU/181409

KORRUPTER UKRAINER GETÖTET
Heute Morgen wurde in der Nähe von Madrid Andrij Portnow/Portnov erschossen. Portnow war der Berater des ehemaligen ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch, der die Ukraine näher an Moskau und weg von Europa führen wollte.
Portnow galt als Urheber der Unterdrückung des «Aufstands der Würde» auf dem Kyiver Maidan-Platz, bei dem die ukrainischen Sicherheitskräfte 2014 mehr als 100 Protestierende erschossen. Von 2010 bis 2014 hatte er Schlüsselpositionen in der Regierung Janukowitschs inne. Aufgrund seiner Beteiligung an der Kontrolle des ukrainischen Justizsystems verhängten die USA Sanktionen gegen ihn. Ausserdem wurde er wegen Missbrauchs öffentlicher Gelder und Menschenrechtsverletzungen in der Ukraine auf die schwarze Liste der EU gesetzt.
Er wurde freigesprochen, doch der ukrainische Geheimdienst leitete eine Untersuchung seiner Verbindungen zu Russland ein. Nach dem Maidan floh er nach Russland, zog anschliessend nach Österreich und kaufte mit seiner Familie Luxusimmobilien in Russland.
Über die Tatumstände kursieren verschiedene Versionen. Es wird berichtet, dass einer bis drei Täter an der Tötung beteiligt waren. https://t.me/uniannet/164970

ANGRIFF AUF REKRUTENBASIS
Russische und ukrainische Militärblogger berichten, dass den Russen ein Raketenangriff auf eine ukrainische Ausbildungseinheit gelungen sei. Diese habe sich in einem Gebäude, 50 Kilometer von der ukrainisch-russischen Grenze entfernt, bei Sumy befunden. Zum Einsatz gekommen sei eine «Iskander»-Rakete, welche durch eine Drohne gesteuert worden sei. https://t.me/uniannet/164939
Die ukrainische Militärführung bestätigte den Angriff. Dieser habe 6 Tote gefordert und zehn Militärangehörige wurden verletzt. Derzeit laufen offizielle Untersuchungen zu der Tragödie. Der Kommandant wurde suspendiert. https://t.me/voynareal/115138

VERLIERER WILL WAHL ANNULIEREN
Der rumänische rechtsextreme Präsidentschafts-Kandidat George Simion anerkennt seine Niederlage nicht. Nach offiziellen Angaben erhielt er 46% der Stimmen und der Wahlsieger 54%. https://ukraineaktuell.com/ukraine-aktuell-nr-1182-19-5-25-22uhr/
Doch der vom Kreml bevorzugte Kandidat macht «ausländische Einmischung» für seine Niederlage verantwortlich.
Auf «X» schrieb Simion: «Ich fordere das Verfassungsgericht offiziell auf, die rumänischen Präsidentschaftswahlen (Mai 2025) für nichtig zu erklären. Aus genau denselben Gründen wurden die Wahlen im Dezember annulliert: EXTERNE EINMISCHUNGEN durch staatliche und nichtstaatliche Akteure. Diesmal mit Beweisen belegt! Weder Frankreich noch Moldawien noch sonst jemand hat das Recht, sich in die Wahlen eines anderen Staates einzumischen.» https://x.com/georgesimion/status/1924859475573305748 Das Foto zeigt Simion mit der faschistischen französischen Politikerin Marion Maréchal, geboren Le Pen (Nichte von Marine Le Pen).

ERINNERUNG AN MARIUPOL
Drei Jahre nach der Kapitulation der Azov-Kämpfer bei Mariupol erinnert sich einer der Beteiligten. Er verteidigte 86 Tage lang die Stadt und war danach 1096 Tage in russischer Gefangenschaft, wo er wie viele seiner Kameraden gequält wurde. Sein Bericht:
«20. Mai 2022: Die Garnison der Stadt gab auf Befehl des ukrainischen Kommandos ihren Widerstand auf und ergab sich, um das Leben der verwundeten Soldaten zu retten. Davor gab es fast drei Monate Verteidigung in völliger Einkesselung, ohne Schlaf, fast ohne Medikamente und Nahrung, unter Dauerbeschuss.
Als die Russische Föderation plante, die Ukraine innerhalb weniger Wochen einzunehmen, hielt Mariupol drei Monate lang stand und wurde zu einem Symbol für den Mut und die Selbstaufopferung der ukrainischen Verteidiger im Kampf um Freiheit und Unabhängigkeit.
Die Stadt wurde von etwa 8.000 ukrainischen Soldaten verteidigt, darunter dem Asowschen Regiment, Marinesoldaten, Grenzschützern, der Nationalgarde und territorialen Verteidigungskräften. Der Feind war zahlenmässig und technisch im Vorteil: Er verfügte über 25.000 Soldaten und etwa 200 Panzer gegenüber 40 ukrainischen Panzern.
Die Russen beschiessen die Stadt willkürlich mit Artillerie, Panzerfäusten, Minen und Fliegerbomben. Ohne Strom und fast ohne Wasser waren die Menschen gezwungen, auf Strassenfeuern zu kochen und Industriewasser aus den Heizkörpern im Haus zu trinken. Und später wird der lang ersehnte Regen kommen – der die Rettung für die Menschen in Mariupol sein wird.
9. März – Russischer Angriff auf ein Kinderkrankenhaus und eine Entbindungsklinik im Zentrum von Mariupol.
16. März – Ein russisches Flugzeug warf eine Fliegerbombe auf das Gebäude des Drama-Theaters ab, in dem etwa 1.200 Einwohner von Mariupol Schutz gefunden hatten. Mindestens die Hälfte der Opfer soll gestorben sein. Damals wurde der ganzen Welt klarer als je zuvor, dass Russland ein terroristisches Land ist, das bereit ist, sogar Kinder zu töten.
Am 18. März drangen Verteidigungsarbeiter und Zivilisten in das Gelände des Azovstal-Werks ein, das zum letzten Aussenposten des Widerstands wurde. In den Werken Asowstal und Iljitsch kommt Munition aller Art an: von Artilleriegeschossen bis zu schweren Fliegerbomben.
Einweg-Helikopterangriffe der GUR werden zu einer lebensrettenden Luftbrücke. Aufgrund des hohen Abschussrisikos flog jede Besatzung nur einen Einsatz. Insgesamt wurden sieben Angriffe mit 16 Mi-8 und einem Mi-24 durchgeführt, um den Feind abzulenken. 64 Verwundete wurden evakuiert, 72 Soldaten, 5 Ärzte und 30 Tonnen Fracht wurden geliefert.
Die Verteidigung von Mariupol entwickelte sich zu einer der brutalsten Schlachten des umfassenden Krieges. Und einer der wichtigsten. Die Garnison von Mariupol wurde zu einem unerschütterlichen Schutzschild, den weder feindliche Panzer noch Luftangriffe durchbrechen konnten.
Der 20. Mai ist der Tag, an dem die Schlacht um Mariupol in eine neue Phase eintrat: Unsere Gefangenschaft und unser Kampf ohne Waffen begann.
Ungefähr 1500 Verteidiger von Mariupol befinden sich noch immer in Gefangenschaft – sowohl diejenigen, die Azovstal verliessen, als auch diejenigen, die die Russen zuvor gefangen nahmen. Unter den gefangenen Verteidigern der Stadt befinden sich mehr als 800 Kämpfer von Azov.
Wir erinnern uns an jeden Einzelnen! Lasst uns für jeden Einzelnen kämpfen! Ruhm der Ukraine!» https://t.me/voynareal/115091

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