#UKRAINE AKTUELL Nr. 1178 (15.5.25 /10Uhr)

  • Friedensgespräche vor Scheitern
  • Kreml schickt Pseudo-Delegation
  • Putin versetzte Brasiliens Präsident
  • EU-Diplomatie-Chefin macht Druck
  • Drohnenangriffe auch in dieser Nacht
  • Schattenflotten-Tanker Zwischenfall
  • Propagandisten: «Bombardiert Paris!»

STARKE KYIV-DELEGATION

Heute sollen die von Putin geforderten und von Zelenskyj begrüssten Waffenstillstandsgespräche in der Türkei stattfinden. Verhandlungsort ist der Dolmabahçe-Palast (FOTO). Vor der ehemaligen Residenz der Sultane des Osmanischen Reichs warten dutzende Journalisten und Kamerateams.

Die ukrainische Regierung hat am Mittwochabend ihre Delegation bekanntgegeben. Die Foto-Montage zeigt im Uhrzeigersinn die Delegations-Mitglieder: Volodymyr Zelenskyj (Staatspräsident), Andriy Yermak (Leiter Präsidialbüro), Rustem Umerow (Verteidigungsminister) sowie Andriy Sybig (Aussenminister).

Von der russischen Seite wurde eine äussert schwach besetzte Gruppe aufgestellt (siehe Artikel unten).

Ob die ukrainische Delegation überhaupt mit den Russen redet, entscheidet Zelenskyj heute Morgen. Mykhailo Podolyak, Berater des Präsidenten, sagte dazu: «Wenn es keinen Putin gibt, dann gibt es sicherlich keine Verhandlungen. Die Entscheidung, ob wir [in diesem Fall] über etwas reden sollten, wird der Präsident treffen. Aber dann finden [diese Verhandlungen] definitiv nicht auf der Ebene des Präsidenten statt. (…) Lassen Sie uns hier feststellen, dass der Präsident nur mit dem Subjekt Putin sprechen kann. Denn es geht um Entscheidungen, es geht um Verantwortung. Alles andere ist Propaganda», sagte Podolyak. https://t.me/uniannet/164478

SCHWACHE MOSKAU-DELEGATION

Entgegen seiner grossen Ankündigung für ein direktes Gespräch mit dem ukrainischen Präsidenten Zelenskyj kneift Putin und schickt an seiner Stelle eine Truppe mittlerer Staatsfunktionäre zu Verhandlungen in die Türkei.

In der Nacht auf Sonntag hatte Putin angeboten, anstelle eines Waffenstillstands direkt mit dem ukrainischen Präsidenten Zelenskyj zu sprechen. Als Antwort hatte ihn Zelenskyj zu einem direkten und persönlichen Gespräch für Donnerstag nach Ankara eingeladen. «Ich werde dort sein und warten», sagte Zelenskyj. https://ukraineaktuell.com/ukraine-aktuell-nr-1176-13-5-25-23uhr/

Nach 48 Stunden Lavieren hat der Kreml am Mittwochabend seine Delegation bekanntgegeben. Sie besteht aus einer Truppe von «No-Names». Putin ist nicht dabei. Auch die von westlichen Medien vermuteten Aussenminister Sergei Lawrow und Putins Berater Juri Uschakow tauchen in der Liste der Delegation nicht auf.

Stattdessen sollen ein Berater von Putin, einer der 9 stellvertretenden Aussenminister, einer der 24 stellvertretenden Verteidigungsminister und der Leiter der Syrien-Massaker mit der Ukraine reden. Putin habe dieser Delegation zugestimmt, meldet die russische Propaganda-Agentur TASS. https://t.me/tass_agency/315050

Nach Bekanntgabe der Delegations-Zusammensetzung fiel die Mehrheit der Kurse an der Moskauer Börse. Einige Aktien verloren zwischen 2 und 5% ihres Wertes. https://t.me/uniannet/164497

PUTIN LÄSST DE LULA SITZEN

Der brasilianische Präsident Luiz Lula da Silva reiste am Mittwoch nach Moskau, um Putin von einer Teilnahme an den Gesprächen in der Türkei zu überzeugen. Er tat dies von einem Rückflug aus China und, wie Beobachter vermuten, in Absprache mit dem BRICS Partner China (BRICS-Bündnis = Brasilien – Russland – Indien – China – Südafrika)

Nach der Landung wartete De Lula vier Stunden im Flughafen Wnukowo International Airport in Moskau auf eine Vorladung in den Kreml.

Putin zog es jedoch vor, mit dem Präsidenten von Malaysia zu konferieren. Nachdem De Lula lange gewartet hatte, flog dieser mit seinem Privatjet und leeren Händen aus Moskau nach Brasilien ab. https://t.me/voynareal/114837

KOMMENTAR: Putin verhöhnt mit dieser schwach besetzten Kreml-Truppe das Angebot für ein direktes Gespräche, das Zelensky und Trump als nächsten Schritt empfohlen hatten. Für Zelenskyj dürfte das keine Überraschung sein. Er hatte bereits im Vorfeld gesagt: «Wenn Putin nicht in die Türkei kommt, wird das für ihn wie eine totale Niederlage aussehen.» https://www.liberation.fr/international/europe/volodymyr-zelensky-si-poutine-ne-vient-pas-en-turquie-cela-ressemblera-a-une-defaite-totale-pour-lui-20250513_SGYM5GRPEVCQ7FWTTYIK4E6HLI/

Trump wird sich mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht direkt zu diesem gescheiterten Versuch melden. Viel mehr sonnt er sich in den Erfolgen, welcher mit arabischen Staatsführern in den letzten Tagen erreicht hat. In einer ersten Reaktion hatte Trump lediglich mitteilen lassen, dass er am 15.Mai nicht in die Türkei reisen werde.

KALLAS VERLANGT US-DRUCK

Putin hat Angst vor einem Treffen mit Zelenskyj, und die USA sollten den Druck erhöhen. Das sagte Kaia Kallas, die Chefdiplomatin der Europäischen Union.

Kallas äusserte Zweifel am Erfolg der Friedensverhandlungen zwischen der Russischen Föderation und der Ukraine. Ihrer Meinung nach sollten die Verhandlungen direkt zwischen Selenskyj und Putin stattfinden, doch ihrer Ansicht nach würde der russische Präsident ein solches Treffen nicht wagen.

Die Chefdiplomatin forderte die USA ausserdem auf, ihren Ansatz gegenüber Russland zu ändern, da die derzeitige Politik, die seit über 60 Tagen in Kraft ist, keine Ergebnisse gebracht habe. Ihrer Ansicht nach versuchen die Amerikaner, die Tür für einen Dialog offen zu halten, doch nun sei es an der Zeit, härtere Massnahmen zu ergreifen, um den russischen Diktator an den Verhandlungstisch zu zwingen und echte Schritte in Richtung Frieden zu unternehmen. https://t.me/c/1269013410/78793

MASSIVE DROHNEN-ANGRIFFE

Unabhängig von den angeblichen Friedensgesprächen in der Türkei setzt die russische Armee die Angriffe auf die ukrainische Zivilbevölkerung fort. Heute Morgen wurden 10 Explosionen aus der ukrainischen Stadt Ivano-Frankivsk gemeldet. Die aktuelle Drohnen-Lage lässt sich hier verfolgen: https://t.me/blacklist2477

In der Nacht auf heute wurden 110 Drohnen über der Ukraine gesichtet. Sie griffen insbesondere aus den russischen Regionen Kursk, Brjansk, Orel und Millerovo an. 62 der 110 davon konnten von der Luftverteidigung neutralisiert werden. Über 29 Drohnen verloren die Angreifer die Kontrolle und sie stürzten ohne Schäden zu verursachen ab. https://www.facebook.com/GeneralStaff.ua/posts/pfbid02Mmbv7VA9jHdhRHRkXocLh6BifU6w9trnrD9hcUrBr4DpizBSXNsviF6iwenGohzzl

SCHATTENFLOTTE ZWISCHENFALL

Der unter der Flagge von Gabun fahrende Tanker «Jaguar» befand sich in neutralem Gewässer vor der Küste Estlands. Bei dem Schiff handelt es sich um einen Tanker der sogenannten «Schattenflotte», mit der Russland illegal Öl und Ölprodukte auf den Weltmeeren transportiert. Die Angaben über «Jaguar» machen übersteinstimmen sowohl Greenpeace wie auch der ukrainische Geheimdienst.

Die Esten wollten das Schiff zwingen das neutrale Gewässer zu verlassen und einen Hafen Estlands anzusteuern, damit sie es dort untersuchen können. Dieser Versuch misslang, denn zum Zeitpunkt der Intervention griff ein russisches Kampfflugzeug vom Typ SU-35 die Esten an. Video mit SU-35 Einsatz hier: https://t.me/uniannet/164485

DEN REICHSTAG BOMBARDIEREN

Auf dem ersten Kanal des staatlichen russischen Fernsehens hetzt der vom Westen sanktionierte Propagandist Wladimir Solowjow weiterhin ungehindert gegen die Ukraine-Unterstützer.

Seine Aussage in der gestrigen TV-Hauptausgabe: «Warum habt ihr immer noch Angst Europa anzugreifen? Die interessieren sich nicht für einzelne Anschläge gegen die Ukraine. Das ist denen egal. Aber wenn der Reichstag [in Berlin] in Schutt und Asche liegt oder der Elysee Palast [in Paris] in die Luft fliegt, dann interessiert sie das. Denn wenn diese Bastarde Moskau, St. Petersburg, Kursk und Belgorod bedrohen oder ernsthaft darüber diskutieren, wie sie die Krim-Brücke sprengen können, dann müssen sie realisieren, dass ihnen von ihren eigenen Sachen nichts mehr bleibt. Die Tower Bridge [in London] wird zerstört. Später werden wir das dann aus dem Gedächtnis heraus an einem anderen Ort wieder aufbauen, zum Beispiel im Disneyland. Die kümmern sich nur um sich selbst und sie müssen eine klare und direkte Bedrohung für sich spüren.» Video: https://x.com/i/status/1922525465048142046

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Ältere Beiträge nach Monat

#UKRAINE AKTUELL Nr. 1361 (14.11.25 / 16 Uhr)

• Vier Schläge gegen strategische Anlagen
• Kampf um jeden Meter in Pokrovsk
• Warnung eines Deutschen Reporters
• Kreml will Import von 12’000 Koreanern
• Sanktionen gegen Öl zeigen ihre Winter
• Reportage aus dem Kriegsinneren

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#UKRAINE AKTUELL Nr. 1372 (25.11.25 / 9Uhr)

• «Plan» von 28 auf 19 Punkte reduziert
• Neuer «Plan» ganz anders als Original
• Genfer Verhandlungen voller Spannung
• Gespräche mit Russen in Abu Dhabi
• Europa will beim «Plan» dabei sein
• Kyiv hat «Rote Linien» klar deklariert
• Putins Berater möchte den alten «Plan»
• Alter «Plan» wird in den USA abgelehnt
• Meine eigenen Spekulationen zum «Plan»
• Heikle Frontlage für die Ukrainer
• Russen griffen gestern Abend Städte an

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#UKRAINE AKTUELL Nr. 1368 (21.11.25 / 7 Uhr)

• Arbeiten an einem USA-Ukraine-Plan
• Witkoffs Kapitulationsplan ist bekannt
• Fachleute kritisieren Kapitulationsplan
• Persönliche Einschätzung der Lage
• Russlands Ölexporte sind im Keller
• Falsche Jubelmeldungen der Russen
• Ukraine behält Kontrolle an der Front

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#UKRAINE AKTUELL Nr. 1364 (17.11.25 / 20Uhr)

• Russlands Volk spürt Energienot
• Weitere grosse Verteilstation out
• Wieder Strom für 800’000 Ukrainer
• Russisches Öl wird immer billiger
• Grosser Deal Ukraine – Frankreich
• Kreml Armee tötet drei Zivilisten
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