#UKRAINE AKTUELL Nr. 1117 (15.3.25 /13Uhr)

  • Putin liess Trumps Mann 8 Stunden warten
  • Keith Kellogg als «Ukraine-Freund» entfernt
  • Trump reagiert schwach auf Putins Nein
  • Friede in 24 Stunden «war sarkastisch»
  • China verzichtet auf Öl aus Russland
  • Jetzt brennen zwei russische Ölraffinerien
  • Ukraine hat eigene Langstrecken-Rakete
  • EU-Integration angeblich bereits ab 2030

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PUTIN VERHÖHNT TRUMPS MANN

Steve Witkoff wurde am Donnerstag von Trump zu «Verhandlungen» mit Putin nach Moskau geschickt. Der ehemalige Immobilienhändler, der von Trump zum Sondergesandte für den Nahen Osten ernannt worden war, landete am Nachmittag in Moskau und hielt sich knapp 12 Stunden in Russland auf.

Wie der britische Sender SkyNews berichtet, liess Putin Steve Witkoff 8 Stunden lang warten, bis er in den Kreml vorgelassen wurde. Putin habe Wichtigeres zu tun gehabt, denn in dieser Zeit sei seine belarussische Marionette Alexander Lukaschenko zu Besuch gewesen.

In Anwesenheit von Lukaschenko nannte Putin einige seit langem bekannte Kreml-Bedingungen, die erfüllt sein müssen, bevor es zu einem Waffenstillstand kommt. Es handelte sich dabei um Maximalforderungen und eine Rechtfertigung seines Überfalls auf die Ukraine.

Erst kurz von Mitternacht wurde Witkoff in den Kreml vorgeladen.

SkyNews schreibt: «Es wirkte wie ein klassisches Machtspiel Putins. Der Kremlchef lässt sich nicht gerne in die Ecke drängen und sagen, was er zu tun hat, schon gar nicht auf seinem eigenen Territorium. Dies wirkte wie eine Botschaft an die Amerikaner: Ich bin der Chef, ich bestimme den Zeitplan, und ich bin niemandem Rechenschaft schuldig.» https://news.sky.com/story/ukraine-war-trump-zelenskyy-talks-putin-kursk-witkoff-kremlin-russia-moscow-saudi-live-sky-news-latest-12541713

Nach Angaben des russischen Medienunternehmens Radio Majak endeten die Gespräche Putins im Kreml um 1.30 Uhr. Etwa eine halbe Stunde später war Witkoff wieder am Flughafen – und verliess Russland nicht mit Putins Zustimmung, sondern mit einer Liste von Forderungen.

Im Widerspruch zu diesen Informationen verbreitet Trump immer noch gute Laune Meldungen auf dem ihm gehörenden sozialen Netzwerk «Truth Social»: «Wir hatten gestern sehr gute und produktive Gespräche mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin, und es besteht eine sehr gute Chance, dass dieser schreckliche, blutige Krieg endlich ein Ende finden kann.» Das schrieb Trump am Freitag-Nachmittag. https://truthsocial.com/@realDonaldTrump/posts/114161039436456514

Da zuerst unklar blieb, wer mit «wir» und welche «Gespräche» gemeint waren, wurde Trumps Pressesprecherin Karoline Leavitt befragt. Sie sagte, dass dies die Gespräche von Trumps Sondergesandten Steve Witkoff am Donnerstagabend in Moskau betreffe.

Der US-Sender CNN, der in einer kritischen Distanz zu Trump steht, schreibt: «Russlands Hinhaltetaktik stand im Gegensatz zu Trumps Eile, einen wertvollen Durchbruch zu erzielen, während seine Handelspolitik zu Kurseinbrüchen an den Börsen führte und die Wirtschaft in den Schatten stellte. „Ich denke, wir sind in einer sehr guten Verfassung, um es zu schaffen. Wir wollen es hinter uns bringen“, sagte Trump am Donnerstag im Oval Office in einem Ausbruch von Optimismus, der mit der Realität nicht übereinstimmte.» https://edition.cnn.com/2025/03/14/politics/putin-russia-ukraine-deal-trump

Allgemein wundert man sich, weshalb Steve Witkoff zu den Verhandlungen nach Moskau gereist ist, denn Witkoff ist eigentlich Trumps Sondergesandter für den Nahen Osten. Der amerikanische Sender NBC enthüllte nun: Trumps Sondergesandte für die Ukraine, Keith Kellogg, wurde auf Ersuchen des Kremls wegen einer «zu pro-ukrainischen Haltung» aus den Friedensverhandlungen ausgeschlossen.

NBC: «Keith Kellogg „ist ein ehemaliger amerikanischer General, der der Ukraine zu nahe steht. Nicht unsere Art von Person, nicht von dem Kaliber, das wir suchen“, sagte ein russischer Beamter gegenüber NBC News». https://www.nbcnews.com/news/world/russia-urkaine-war-kremlin-keith-kellogg-special-envoy-barred-talks-rcna195981

TRUMPS SCHWÄCHE

«Full Measure» ist eine politische TV-Magazin, welches jeweils am Sonntagmorgen auf verschiedenen TV-Kanälen in den USA ausgestrahlt wird. https://fullmeasure.news/about/where-to-watch

Gegenüber der «Full Measure»-Moderatorin Sharyl Attkisson sagte Trump, er sei «ein wenig sarkastisch» gewesen, als er als Kandidat wiederholt behauptete, er würde den Russland-Ukraine-Krieg innerhalb von 24 Stunden lösen – und das noch vor seinem Amtsantritt. Die Sendung wurde am Donnerstag aufgezeichnet, während sich Trumps Delegierter in Moskau befand. https://abcnews.go.com/US/wireStory/trump-bit-sarcastic-promised-end-russia-ukraine-war-119821331

Nachdem Putin am Donnerstag statt ein JA zu einem Waffenstillstand eine Serie von Bedingungen wiederholt hatte, welche die Maximalforderungen des Kremls widerspiegeln, telefonierte Trump angeblich mit ihm. Danach geschah das, was immer nach einem Telefonat zwischen Putin und Trump geschieht: Der amerikanische Präsident übernahm die Positionen des Kreml-Chefs. In einem offiziellen Statement sagte Trump gestern über die Ukraine: «Man sollte sich nicht mit jemandem anlegen, der viel grösser ist als man selbst.» Video: https://x.com/i/status/1900642326453670341

In einem anderen Statement sagte Trump: «Aus Russland kommen gute Signale für einen Waffenstillstand. Ich habe das Gefühl, dass Putin mit uns verhandeln möchte.». Er fügte hinzu, dass Moskau nun eine starke militärische Position habe. https://t.me/uniannet/160207

Eine weitere Behauptung von Trump erwies sich als Lüge. Auf seinem sozialen Netzwerk hatte er am Freitag geschrieben, dass tausende ukrainische Soldaten in der Region Kursk von Russen umzingelt seien und dass er Putin gebeten habe, diese zu verschonen. https://truthsocial.com/@realDonaldTrump/posts/114161039436456514

Dieser Darstellung widersprachen das ukrainische Militär und westliche Militärbeobachter https://x.com/Tendar/status/1900569107390431281. Das amerikanische Magazin «Forbes» schrieb «Nein, Russland hat nicht Tausende ukrainische Soldaten in Kursk eingekesselt. Präsident Donald Trump hat eine russische Lüge nachgeplappert.» https://www.forbes.com/sites/davidaxe/2025/03/14/no-russia-has-not-surrounded-thousands-of-ukrainian-troops-in-kursk/

CHINA VERZICHTET AUF RUSSEN ÖL

Die Sanktionen der USA und Grossbritanien gegen die russische «Schattenflotte» haben den Handel mit russischem Öl sehr stark erschwert. Gleichzeitig haben sich die Transportzeiten für russisches Öl nach China seit Januar um das Siebenfache erhöht, was Moskaus Energieexporte beeinträchtigt.

Als Folge davon stellten Sinopec und Zhenhua Oil ihre Käufe vollständig ein, während PetroChina und CNOOC ihre Importe im März reduzieren. https://x.com/nexta_tv/status/1900591209946443835

Es handelt sich um vier wesentliche chinesische Unternehmen: Die PetroChina Company Limited ist der grösste chinesische Ölkonzern mit einem Netz von über 18.000 Tankstellen und damit eines der grössten börsennotierten Unternehmen der Welt. Sinopec ist die Nummer 2 der chinesischen Öl-Unternehmen mit weltwei 600’000 Mitarbeitern und ist an der Hongkong Börse gelistet. CNOOC (China National Offshore Oil) ist Chinas drittgrösstes Mineralöl-Unternehmen. Zhenhua Oil ist die Ölexplorations- und Produktionstochter des chinesischen Rüstungsunternehmens Norinco. (Ergebnisse gemäss Wikipedia)

Zusätzlich zu den Sanktionen schaden die andauernden Angriffe ukrainischer Drohnen gegen Raffinerien die Ölproduktion. So brennt derzeit die Ölraffinerie in der russischen Region Krasnodar schon seit mehr als 36 Stunden und die Grösse des Feuers ist weiter gewachsen. Die Feuerwehr kühlt weitere Öltanks, damit diese nicht auch explodieren. https://t.me/c/1198589840/111612

Und seit heute brennt zudem die Ölraffinerie in Wolgograd, nach einem nächtlichen Besuch ukrainischer Drohnen. https://x.com/officejjsmart/status/1900762801812980182

Der russische staatliche Energiekonzern GAZPROM spürt die Folgen der vom Kreml selbstverschuldeten Energiekrise.  In der GAZPROM-Konzernzentrale in St.Petersburg sollen 1’600 Stellen gestrichen werden – ein Einschnitt von rund 40 Prozent der dortigen Belegschaft und die grösste Entlassungsrunde seiner Unternehmensgeschichte.https://consultingmagazin.de/gazprom-plant-groesste-entlassungswelle-in-seiner-geschichte-1-600-stellen-in-gefahr

Am Freitag haben sich nach langem Zögern auch die europäischen Staaten auf ein Massnahmenpaket gegen Putins «Schattenflotte» geeinigt. Beschlossen wurden auch die Einschränkung von russischen Transporten durch die Ostsee. https://x.com/KShevchenkoReal/status/1900522620237258752

Die eingeschränkten Ostsee-Routen sind auch eine Reaktion darauf, dass dort russische Schiffe mit heruntergelassenen Ankern bei Vollfahrt immer wieder Unterseekabel zerrissen hatten. https://ukraineaktuell.com/ukraine-aktuell-nr-1055-13-1-24-22uhr/  

UKRAINE HAT EIGENE RAKETE

Der ukrainische Präsident Zelenskyj sagte heute Morgen, die neue ukrainische Rakete «Langer Neptun» sei getestet und erfolgreich im Kampf eingesetzt worden. Basis der Rakete ist die ukrainische Eigenentwicklung «Neptun», eine Anti-Schiff-Rakete welche Mitte April 2022 das russische Schlachtschiff «Moskwa» versenkt hatte. (Siehe dazu «Ukraine Aktuell vom 14.April 2022 https://ukraineaktuell.com/ukraine-aktuell-14-4-22-9-30uhr/ ).

Vor wenigen Stunden sagte Zelenskyj: «Heute gab es Berichte über unser Raketenprogramm. Es gibt bedeutende Ergebnisse. Die „Long Neptune“ wurde getestet und erfolgreich im Kampf eingesetzt. Neue ukrainische Rakete, präziser Schlag. Reichweite – tausend Kilometer. Danke an unsere ukrainischen Entwickler, Hersteller und Militärs. Wir arbeiten weiter daran, die ukrainische Sicherheit zu gewährleisten». https://www.unian.net/war/raketa-dolgiy-neptun-zelenskiy-zayavil-ob-ispytaniyah-i-uspeshnom-boevom-primenenii-12946089.html

Zuvor hatte das ukrainische Verteidigungsministerium erklärt, die Ukraine habe die Serienproduktion von Marschflugkörpern des Typs R-360 für den Neptune-Komplex wieder aufgenommen und ausgeweitet. Es wurde festgestellt, dass die modifizierten Raketen nun in der Lage sind, Ziele in größerer Entfernung zu treffen. https://ukraineaktuell.com/ukraine-aktuell-nr-999-18-11-24-20uhr/

UKRAINE AUF DEM EU-WEG

Olha Stefanischyna ist stellvertretende Ministerpräsidentin für Europäische und Euroatlantische Integration der Ukraine. Sie ist an die Verhandlungen für die Mitgliedschaft der Ukraine in der EU beteiligt. Gemäss der seriösen Plattform «War Translated» gab Stefanischyna bekannt, dass die EU-Mitgliedschaft der Ukraine im Jahr 2030 faktisch bestätigt sei.

Die Glaubwürdigkeit und Ernsthaftigkeit dieser Absicht zeige sich darin, dass der EU-Haushalt für 2026–2032/33 bereits im Hinblick auf eine mögliche Mitgliedschaft der Ukraine vorbereitet werde. https://x.com/wartranslated/status/1900587441141973275

Weitere Quellen für diese Nachricht habe ich nicht gefunden. Es wäre aussergewöhnlich, wenn ein Land innert weniger Jahre in die EU aufgenommen würde, vor allem, wenn man dies vergleicht mit den langen Integrationsprozessen für andere Länder. Anderseits könnte es ein klares Signal der Unterstützung der Ukraine durch die Führung der Europäischen Union sein.

Ältere Beiträge nach Monat

UKRAINE AKTUELL Nr. 1604 (15.7.2026 / 8Uhr)

• Russische Landwirtschaft in Gefahr
• Fehlender Diesel gefährdet Ernte
• Zwei Bäuerinnen und ihre Sorgen
• Putin verspricht Verbesserungen
• Bereits 116 Schiffe neutralisiert
• Lawrow empört über Schiffangriffe
• Benzinmangel bei der Feuerwehr
• Russisches Patrouillenschiff kaputt
• China plant Zukunft nach Putin
• Bulgarien fällt Ukraine in den Rücken

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#UKRAINE AKTUELL Nr. 1612 (23.7.2026 /8Uhr)

• Grossfeuer in Logistikzentren
• Russen beklagen materielle Verluste
• Kein «D-Day» für die Krim notwendig
• Beschlüsse der Kyiver Armeeführung
• Ukrainisches Volk vertraut Fedorov
• EU kapert Schmuggel-Öl-Tanker
• Maersk stoppt Schiff-Transporte
• Russischer Manager erhängte sich

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#UKRAINE AKTUELL Nr. 1617 (28.7.2026 /8Uhr)

• Zelenskyj ist in Washington
• Vertrauliches Treffen mit Trump
• Schwache US-Drohnenindustrie
• Moskau von Drohnen attackiert
• Weiteres Logistiklager in Brand
• Mobile Küchen auf der Krim
• Kreml verneint Mobilisierung
• Mobilisierung wird vereinfacht
• Duma: «Russland, Putin, Sieg!»
• Russen wollen entschädigt werden

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#UKRAINE AKTUELL Nr. 1620 (31.7.2026 /9Uhr)

• Kampfansage von General Drapatyi
• Massiver Drohnenangriff diese Nacht
• Wildberries- und Ozon-Lager als Ziele
• Brände nach gestrigen Angriffen
• Nordkoreanische Rakete tötet Familie
• Russen beschoss amerikanische Firma
• Menschenquälerei in ukrainischer Armee
•Trump verkompliziert Sanktionsgesetz

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#UKRAINE AKTUELL Nr. 1625 (5.8.2026 /8Uhr)

• Mann überlebte Menschenjagd
• Weiteres Wildberries Lager brennt
• 15 Tote nach Raketenangriff in Kyiv
• Keine Verteidigung gegen Raketen
• Russen greifen Logistikzentren an
• Bei Odesa droht eine Katastrophe
• Putin hat nur noch 170’000 Soldaten
• «Putins Regime verliert so oder so»

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UKRAINE AKTUELL Nr. 1603 (14.7.2026 / 8Uhr)

• Armeereformer in Kyiv unter Druck
• Front1: Kostjantynivka wehrt sich
• Front2: Über 100 Schiffe kaputt
• Front2: Kommandoposten zerstört
• Front3: Tiefste Ölverarbeitung seit 2005
• Strandlandeoperation mit Robotern
• «Krimbrücke ist für uns nicht prioritär»
• Ukraine hat Null Patriots-Raketen
• Was Russinnen denken – Teil 3

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