#UKRAINE AKTUELL Nr. 1057 (15.1.25 / 23Uhr)

  • Russischer Krieg ist enorm teuer
  • «Fleischangriffe» der Nordkoreaner
  • Kreml greift zivile Infrastruktur an
  • Kyiv greift Öl-Raffinerien und Depots an
  • Abtretende deutsche Regierung liefert
  • 25 verletzte und kranke Ukrainer frei

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PUTINS KRIEG IST VIEL TEURER

Die tatsächlichen Ausgaben Russlands für den Krieg gegen die Ukraine könnten doppelt so hoch sein wie die offiziell im Bundeshaushalt ausgewiesenen. Auch wegen der verdeckten Finanzierung der Mehrkosten steuert die Russische Föderation auf eine Finanzkrise zu.

Diese Meinung äusserte Craig Kennedy, ehemaliger Investmentbanker von Morgan Stanley, der als Russlandexperte beim Davis Center der Harvard University engagiert ist. Hier eine Zusammenfassung seines Textes, der hier erschienen ist: https://navigatingrussia.substack.com/p/russias-hidden-war-debt (Direktlink exklusiv für Abonnenten des Newsletters. Anmeldung hier: www.bit.ly/3whDOe4 )

Kennedys Rechercheergebnisse:

  • Die Finanzierung von Militärausgaben ausserhalb des ordentlichen Staatsbudgets wurde dank Änderungen des Gesetzes «Über die staatliche Verteidigungsordnung» möglich. Dieses Gesetz hatte Putin am Tag 2 der Invasion am 25. Februar 2022 unterzeichnet. Sie gaben dem Staat die Möglichkeit, russische Banken zu zwingen, die Kreditzinsen für Unternehmen der Verteidigungsindustrie zu senken
  • In der Folge kam es seit Mitte 2022 zu einem ungewöhnlichen Anstieg der Unternehmensschulden um 415 Milliarden US-Dollar (+71 %). Dies entspricht 19,4% des gesamten russischen Bruttoinlandprodukts (BIP).
  • Allein der Anstieg der Unternehmenskredite übersteigt die gesamten Haushaltseinnahmen aus Öl und Gas. Die 415 Milliarden US-$ sind höher als die gesamten ordentlich ausgewiesenen Militärausgaben.
  • Mehr als 70 % des Anstiegs der Unternehmenskredite stammten aus Sektoren, die an militärischen Aktivitäten beteiligt sind

Craig Kennedy folgert:

  • Das Wachstum der Unternehmenskredite stimuliert die Inflation, erhöht die Zinssätze und schafft die Voraussetzungen für eine systemische Kreditkrise.
  • Anzunehmen ist, dass ein grosser Teil der staatlichen Zwangskredite an Unternehmen mit einer schwachen Bonitätshistorie ging. Diese haben möglicherweise Schwierigkeiten, ihre Kredite zurückzuzahlen.
  • Der Kreml steht vor einem Dilemma: Je länger Moskau die Beendigung der aktiven Feindseligkeiten hinauszögert, desto höher ist das Risiko einer unkontrollierbaren Kreditkrise, die die Verhandlungsposition Russlands schwächen wird.

NORDKOREANISCHE FLEISCHANGRIFFE

Die nordkoreanischen Söldner kämpfen in grossen Gruppen von bis zu 30 Personen. Wie ein Video zeigt – jede Flagge auf dem Bild entspricht einer Person – finden die Angriffe in grossen Formationen statt. Der Ukraine gelingt es offenbar, diese Menschansammlungen mit Schüssen aufzulösen. Auf einer weiteren Sequenz des Videos ist zu sehen, wie die Nordkoreaner die Flucht antreten und einige Leichen zurücklassen. https://t.me/operativnoZSU/168911

Am Wochenende hatten ukrainische Quellen berichtet, dass die Nordkoreaner bisher 3’000 ihrer geschätzten 12’000 Söldner durch Tod oder starke Verletzungen verloren haben.

ANGRIFFE AUF INFRASTRUKTUR

Der gestern Abend befürchtete Grosseinsatz von russischen Raketen fand in der Nacht statt. Insgesamt griffen 43 Raketen und Marschflugkörper unterschiedlicher Bauart die Ukraine an. 30 Kriegswaffen konnten von der ukrainischen Luftverteidigung abgeschossen werden.

Hinzu kamen rund 70 Angriffsdrohnen russisch-iranischer Bauart.

Den Russen gelang es, verschiedene Gasinfrastruktur- und Energieanlagen zu treffen, welche der Versorgung der Zivilbevölkerung dienten. Schäden wurden gemeldet aus Kharkiv, Lemberg und Ivano-Frankivsk. Stromausfälle wurden auf den Oblasten Dnipropetrowsk und Kirowohrad gemeldet.

Das russische Verteidigungsministerium meldete mit Genugtuung: «Am Morgen des 15. Januar dieses Jahres starteten die Streitkräfte der Russischen Föderation einen Gruppenangriff mit hochpräzisen Waffen auf äusserst wichtige Gas- und Energieinfrastrukturanlagen in der Ukraine. Eines der erfolgreich getroffenen Ziele war die Bodeninfrastruktur des grössten unterirdischen Gasspeichers in der Stadt Stryi in der Region Lemberg.» (Verschiedene Agenturen)

ANGRIFFE AUF ÖLANLAGEN

In den letzten 24 Stunden hat die Ukraine mindestens drei Ölraffinerien in Russland angegriffen.

Ein Video von heute Abend zeigt den Grossbrand eines Öllagers in Woronesch. Die Anlage sei von drei Drohnen gleichzeitig angegriffen worden, welche die Anlage erreichten. https://t.me/bazabazon/34367

In der Ölraffinerie Wolgograd kam es in der Nacht auf heute zu einem Grossbrand. Die Entzündung erfolgte an «Anlage Nr. 18 und zwei Wärmetauschern». Russische Quellen behaupten, dies sei das Ergebnis einer «irrelevanten Situation», die «nicht mit äusseren Einflüssen zusammenhängt». https://t.me/c/1269013410/75356

Im Öldepot in der Stadt Liski wurden heute Abend mehrere Treffer registriert. Weitere Drohnen sind in der Gegend aktiv. Dasselbe Öldepot wurde bereits im Sommer 2024 angegriffen. https://t.me/operativnoZSU/168963

ÖL-PRODUKTION EINGESCHRÄNKT

Die am letzten Freitag von den USA und Grossbritanien verhängten Sanktionen gegen die russische Energiewirtschaft hat direkte Folgen auf die Ölproduktion Russlands. Dies zeigt sich am Beispiel der russischen Ölfelder in der Arktis, wie die «Ukrajinska Pravda» aufzeigt:

Russlands riesiges arktisches Ölgeschäft ist aufgrund der US-Sanktionen gegen Tanker und Lagereinrichtungen mit erheblichen Störungen konfrontiert. Die Rohöllieferungen aus der Arktis an asiatische Käufer wurde gestoppt. Betroffen sind alle dreiArktis-Ölfelder: Novy Port, ARKO und Varandei. Zusammen produzieren sie 300’000 Barrel pro Tag, was 10% der russischen Produktion entspricht.

Die arktischen Ausbeutungs-Stationen benötigen Schiffe, um ihr Öl an die Händler zu bringen. Die als «Shuttle-Schiffe» eingesetzten Tanker «Uma» und «Kola», sowie ein Dutzend kleinerer Tanker wurden von den USA mit Sanktionen belegt.

Zu den sanktionierten Tankern gehören auch 15 Schiffe, die in den letzten zwei Monaten aktiv am Transport russischer Sorten aus der Arktis beteiligt waren, darunter «Sturman Shcherbinin», «Mykhailo Ulyanov» und «Aulis».

Weil das Öl nicht weggebracht werden kann, muss es gelagert werden. Allerdings verfügen die arktischen Stationen nicht über grosse Lager-Kapazitäten. Da das gesamte Öl aus den Arktisprojekten bisher für den Export bestimmt war, gibt es kein Logistiksystem, um es in das heimische russische Ölpipelinesystem einzuspeisen. Die Folge wird sein, dass die arktischen Ölförderplattformen ihre Produktion reduzieren müssen. Https://epravda.com.ua/energetika/arktichniy-Naftoviy-Biznes-Rosiji-Zupinyayetsya-Cherez-Sankciji-Ssha-802014

DEUTSCHLAND LIEFERT NOCH MEHR

Am letzten Freitag gab Berlin bekannt, dass in den ersten 6 Monaten Leopard-Panzer, «Marder»-Transporter, ein Iris-Luftverteidigungssystem, Helikopter und mehrere Tausend Drohnen geliefert werden. (Siehe «Ukraine Aktuell» Nr. 1052, https://ukraineaktuell.com/ukraine-aktuell-nr-1052-10-1-24-20uhr/

Diese Woche besuchte der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius die Ukraine und kündigte eine weitere grosse Lieferung an: 18 Stück der ganz neuen selbstfahrende Artillerieanlagen vom Typ RCH 155; Personaltransporter vom Typ «Marder» und RCT-30 Boxer», 600 HF-1-Angriffsdrohnen; 50 Aufklärungsdrohnen VECTOR; 46 Aufklärungsdrohnen RQ-35 HEIDRUN; 43 SONGBIRD-Aufklärungsdrohnen und 11’000 Schuss 120 mm-Mörsergranaten. https://t.me/operativnoZSU/168933

Die Selbstfahrlafetten können aus voller Fahrt schiessen und wurden von der Ukraine seit langem gewünscht. Deutschland hatte die Lieferung erstmals im Juni 2024 angekündigt und gemeldet: «Der einzige Nachteil ist, dass die Lieferung für 2027 geplant sind.»

KRANKE UND VERLETZTE UKRAINER FREI

Beim ersten Gefangenenaustausch in diesem Jahr wurden 25 Ukrainer aus russischer Gefangenschaft entlassen und im Gegenzug 25 Russen aus ukrainischer Gefangenschaft.  

Unter ihnen sind Verteidiger von Mariupol und einer von Azovstal sowie Gefangene der Oblaste Kharkiv, Donezk, Saporischschja und Kherson. Die Freigelassenen haben schwere Verletzungen und Krankheiten.

Die Verwundeten leiden insbesondere unter Sehverlust, Amputationen von Gliedmassen, komplexen Schusswunden und den Folgen von Minen- und Explosionsverletzungen. Zu den Krankheiten zählen Tuberkulose oder Gewerbsnekrose (Gangrän), welche sich die Ukrainer in der Gefangenschaft zugezogen haben. https://t.me/nvua_official/108921

Der Gefangenenaustausch wurde durch Vermittlung der Vereinigten Arabischen Emirate möglich.

Gleichzeitig gelang es der 12.Azov-Brigade 23 Russen in der Nähe der umkämpften ostukrainischen Stadt Torezk gefangen zu nehmen. Es handle sich um Personen, die sich ergeben haben, um solche die in Kellern gefunden wurden und einige, die bei Kämpfen überwältigt werden konnten. Die Ukrainer nennen solche Gefangennahmen das «Auffüllen des Austauschfonds». https://t.me/operativnoZSU/168942

Ältere Beiträge nach Monat

#UKRAINE AKTUELL Nr. 1676 (25.9.2026 /8 Uhr)

• Mehr als 400 Drohnen über Russland
• Raffinerie, Öltanks, Fabriken getroffen
• Vivaldi-Offensive ist 70 Kilometer breit
• 530 Quadratkilometer zurückerobert
• Unbestätigte Berichte über «Kessel»
• CIA warnt Europa von Putins Drohnen
• Russland Kampf auf mehreren Ebenen
• Marine Le Pen will Ukrainehilfe stoppen

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#UKRAINE AKTUELL Nr. 1679 (28.9.2026 /8 Uhr)

• Terror gegen Städte seit 33 Tagen
• In 24 Stunden 2’090 Soldaten weniger
• Ukraine lieferte Essen nach Oleshky
• Lehren aus der Operation «Vivaldi»
• Trump will weniger Raffinerie-Angriffe
• Aleksandar Vučić ist zurückgetreten
• Schlappe für Schweizer Isolationisten

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#UKRAINE AKTUELL Nr. 1673 (22.9.2026 /8 Uhr)

• Auch heute brennt eine Raffinerie
• Kein «Energiefriede» à la Trump
• Zelenskyj in New York eingetroffen
• Kommunisten widersprechen Putin
• Wutanfall wegen Peskow-Aussagen
• Unterirdische Drohnenfabriken
• Schweiz übernimmt EU-Sanktionen
• Politikwechsel für Israel angekündigt
• TV-Aufstand gegen Trump Zensur

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#UKRAINE AKTUELL Nr. 1681 (30.9.2026 /7 Uhr)

• Gründe und Grenzen der Offensive
• Spekulationen über die Südfront
• «Russland zu schwach für Angriff»
• Mehrere Rechenzentren zerstört
• Russische Nachtangriffe auf Kyiv
• Terror-Höhepunkt im November
• 20 Mio $ Kopfgeld auf «Magyar»
• Russlands Mobilisierung im Gang
• Facebook Teilnahme-Empfehlung

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#UKRAINE AKTUELL Nr. 1668 (17.9.2026 /8 Uhr)

• Wohnhäuser in 4 Städten angegriffen
• Russischer Hungerterror bei Kherson
• Humanitäres Lager in Kyiv zerstört
• Ukraine griff Flugplatz in Rostow an
• Erneut Brand in einer Grossraffinerie
• Belarus-Manöver nahe der Grenze
• Erweiterte EU: Kanada geht voran
• Erweiterte EU: Australien interessiert
• Erweiterte EU: Trump reagiert sauer
• Lawrow droht Europa mit Krieg
• Hetzerin aus EU-Parlament verbannt
• US-Sanktionsgesetz angenommen
• Serbische Schadenfreude bestraft

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